StartWissenswertesWas ist Marketing? Definition und Bedeutung - einfach und verständlich erklärt
Bildquelle: shutterstock.com

Was ist Marketing? Definition und Bedeutung – einfach und verständlich erklärt

Es klingt vielleicht wie eine triviale Frage – was ist Marketing? Doch hinter dem Begriff Marketing steckt viel mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Darum wollen wir einen Blick auf die verschiedenen Bereiche des Marketings, die Entstehung des Marketings und die Wichtigkeit des Marketings werfen.

Marketing ist immer und überall vorhanden – auf Plakaten, auf Social Media, Google, in den Flyern, die du am Bahnhof in die Hand gedrückt bekommst zusammen mit einem Werbegeschenk. Selbst wenn dich der Verkäufer hinter der Theke fragt, ob du zum Kaffee noch ein Gipfeli willst, ist das ein klassisches Cross-Selling-Angebot, das im Marketing üblich ist, um Umsätze zu steigern. Doch was ist dieses grosse, allumfassende Marketing eigentlich?

Was bedeutet Marketing?

Im Marketing geht es darum, Produkte oder Dienstleistungen erfolgreich zu vermarkten und dabei auf die Bedürfnisse des Marktes sowie der (potenziellen) Kund:innen einzugehen. Zu deutsch heisst Marketing «Absatzwirtschaft», wird jedoch auch im deutschen Sprachgebrauch fast ausnahmslos als Marketing bezeichnet.

Durch gekonntes Marketing sollen Personen von einem Angebot überzeugt werden und es soll Absatz (Verkäufe) generiert werden. Das Marketing(-Team) passt sich idealerweise der Marktsituation an, erkennt Trends und sorgt dafür, dass Marketing-Massnahmen auf die Zielgruppe ausgerichtet sind.

Der Marketing-Mix

Grundpfeiler im Marketing sind unter anderem die 4Ps bzw. die 7Ps, die den Marketing-Mix ausmachen. Diese sind:

und in Addition

  • People
  • Processes
  • Physical Facilities

Alles über die verschiedenen Ps kannst du in unserem Artikel über den Marketing-Mix nachlesen.

Wann entstand Marketing?

Es ist nicht ganz einfach, zu beantworten, wann Marketing an sich entstanden ist. Es kommt auch darauf an, was deine Auffassung von Marketing ist: Wenn du bereits das Platzieren deines Markennamens oder deiner Location auf Produkten als Marketing siehst, so wirst du bereits 600-700 Jahre v.C. fündig. Im 17. Jahrhundert wurden erste Anzeigen in Zeitungen gedruckt und im Jahr 1786 wurde die erste Werbeagentur gegründet – deren Fokus auf dem Drucken von eben solchen Anzeigen in Zeitungen und Verlagen lag. Ab dem Jahr 1830 entstanden verschiedene Plakatwerbungen und 24 Jahre später entstand die erste Liftfasssäule, also eine Säule für Werbung, in Berlin.

Die Geschichte des Marketings ab 1900

Anfangs des 20. Jahrhunderts wurde der erste Marketing-Kurs an der Universität Michigan in den USA angeboten. Es folgten die ersten Kinowerbungen (1910), die ersten Radiowerbungen (1922) und die ersten TV-Werbungen (1941).

In den folgenden Jahrzehnten war das Marketing von verschiedenen Orientierungen und Fokussen geprägt:

1950er: Produktorientierung
1960er: Verkaufsorientierung
1970er: Marktorientierung
1980er: Wettbewerbsorientierung
1990er: Umfeldorientierung
2000er: Dialogorientierung
ab 2010er: Netzwerkorientierung

Während früher also oft das eigene Produkt und das eigene Unternehmen im Mittelpunkt stand, so wurden es immer mehr die Kund:innen, auf die Fokus gelegt wird. Es soll mittlerweile nicht mehr verkäuferische, aufdringliche Werbung geschalten werden, sondern informativer Content publiziert und mittels Influencer:innen oder Word of Mouth noch weiter verbreitet werden. Seit dem Beginn des Internets haben sich die Marketingaktivitäten zudem immer mehr in die digitale Welt verschoben.

Welche Bereiche und Kanäle hat das Marketing?

Die Marketing-Welt ist äusserst divers und verfügt über zahlreiche Bereiche in der Online-Welt wie auch «offline». So gibt es online folgende zentrale Bereiche:

Ausserhalb des Internets, im Offline-Marketing, gibt es Bereiche und Kanäle wie:

Welche Marketing-Jobs gibt es?

Abgeleitet von den verschiedenen Bereichen gibt es eine grosse Auswahl an Jobs im Marketing. Als Marketing-Manager:in bist du Allrounder:in und bewirtschaftest vielleicht mehrere Kanäle. Doch du kannst dich auch als Content-Marketing-Manager:in, Social-Media-Manager:in, SEO-Manager:in, SEA-Manager:in, Copywriter:in, Webdesigner:in oder andere Berufe im Marketing verwirklichen.

Mit der Entwicklung des Marketings entstehen auch immer neue Berufsmöglichkeiten. Auch die steigende Wichtigkeit von Social Media oder dem Suchmaschinenmarketing sorgt dafür, dass es heutzutage auch sehr spezifische Jobs wie Technical-SEO-Managerin oder TikTok-Content-Creator gibt, um solche Teilbereiche des Marketings ideal abdecken zu können. Auch als Freelancer:in oder Digital Nomad kannst du dich im Marketing sehr gut verwirklichen.

Wieso ist Marketing so wichtig?

Marketing ist aus verschiedenen Gründen für Unternehmen aller Art wichtig. Zentral geht es natürlich darum, das Produkt oder die Dienstleistung bekannt zu machen und für Verkäufe zu sorgen. Gerade bei grossem Konkurrenzdruck kann gekonntes Marketing den Unterschied machen, ob ein:e Kund:in bei dir oder jemand anderem einkauft. Dazu musst du sie jedoch auf der gesamten Customer Journey begleiten und dafür sorgen, dass sie vor, während und nach dem Kauf betreut und mit dem richtigen Content bespielt werden.

Werden Marketing-Massnahmen erfolgreich umgesetzt, sorgt dies auch für mehr – und im besten Fall konstante – Einnahmen für das Unternehmen. So unterstützt das Marketing also die Profitabilität der Firma und lässt es langfristig wirtschaften.

Wichtig anzumerken ist, dass Marketing nicht einfach mit Werbung gleichgesetzt werden kann. Deine Website, deine Social-Media-Kanäle und dein Newsletter – das alles fällt schon in den Bereich des Marketings, da du dich damit bei deinen Kund:innen präsentierst, ihnen dein Angebot näher bringst, sie informierst und dich darum kümmerst, ihren Ansprüchen gerecht zu werden. Und ohne eine Website, ohne einen Webauftritt jeglicher Art, also ohne Marketing, wirst du kaum die grosse Bekanntschaft erreichen, die du dir wünschst.

Wann muss man Marketing betreiben?

Wie oben erwähnt – sehr wahrscheinlich betreibst du auf die eine oder andere Weise bereits Marketing. Es ist aber ein Unterschied, ob du «passiv» Marketing betreibst, oder ob du eine Strategie aufsetzt, Analysen anstellst, Massnahmen entwickelst, umsetzt, überprüfst und optimierst.

Wann sollst du also Marketing betreiben? Grundsätzlich immer. Doch Marketing ist auch mit Kosten verbunden, die je nach Massnahmen und Aufwand grösser oder kleiner ausfallen können. Daher musst du ermitteln, wie viel du ins Marketing investieren kannst und wie viel du davon profitieren kannst. Da das nicht immer einfach ist, kann es sich auch lohnen, mit einer Agentur zusammenzuarbeiten, die dir dabei hilft, alles zu analysieren und auf die Beine zu stellen.

Wie und wann ist Marketing erfolgreich?

Ein grosser Vorteil des digitalen Marketings ist dessen Messbarkeit. Während du kaum messen kannst, wie viele Personen dein Plakat an einer Hauptstrasse sehen, so zeigen dir Google, Meta und Co. ganz genau an, wie viele Personen deinen Beitrag gesehen, darauf geklickt oder etwas gekauft haben.

Das Tracken, Sammeln und Auswerten von Daten ist im Marketing unerlässlich, um den Erfolg der Massnahmen zu messen und sie zu optimieren. Ob nun 5 Käufe oder 500 Käufe für dich ein «gutes» Ergebnis einer Kampagne sind, kommt ganz auf deine Branche, dein eingesetztes Budget und dein Produkt bzw. deine Dienstleistung an. Bist du neu in der Marketing-Welt, so kann es sich lohnen, Branchenvergleiche anzusehen und sich zu informieren, was als gute Click-Zahl, Click-Through-Rate, Conversion-Rate oder guter ROAS bzw. ROI gilt. Dann kannst du mittels Google Analytics, Social-Media-Werbeanzeigemanagern oder anderen Tools ermitteln, wie deine Zahlen im Vergleich abschneiden.

Schliesslich lohnt es sich auch, deine eigenen Zahlen untereinander in einem Monats-, Quartals- oder Jahresvergleich zu analysieren, um sicherzustellen, dass du dich stetig verbesserst oder Änderungen vornehmen kannst, wenn die Performance nicht so ausfällt, wie gewünscht.

Welche Art von Marketing ist erfolgreich?

Welche Art von Marketing dich zum Erfolg führt, kommt ganz auf deine Zielgruppe, dein Angebot und deine Ziele an. Was aber gesagt werden kann, ist, dass «klassische Werbung» mit roten Bannern, «JETZT BILLIG KAUFEN»-Call-to-Actions und plumpen Werbebotschaften online nicht wirklich gut ankommt. Dazu kommt die Werbeblindheit vieler User:innen und der häufige Gebrauch von AdBlockern, der dafür sorgt, dass deine Werbespots oder Banner-Ads gar nicht erst gesehen werden.

Was sich hingegen immer mehr bewährt, ist das Content-Marketing. Das beinhaltet das Erstellen von unterhaltsamen oder informativem Content für deine Zielgruppe und das Bereitstellen dieses Contents auf Plattformen wie TikTok, Instagram, LinkedIn oder deiner eigenen Website. Stellst du deinen (potenziellen) Kund:innen Inhalte zur Verfügung, die ihnen weiterhelfen oder die sie begeistern, baust du Vertrauen auf und kannst sie langfristig von dir überzeugen.

Das heisst aber nicht, dass du keine anderen Massnahmen ergreifen solltest. Eine ausgeklügelte SEO-Strategie hilft dir dabei, auf Google sichtbar zu sein, mittels Social-Media-Werbung kannst aktuelle Angebote oder Events pushen und mit E-Mail-Automatisierungen holst du User:innen zurück auf deine Website oder sorgst für weniger Warenkorbabbrüche. Finde heraus, was für dich und deine Zielgruppe am besten funktioniert und womit du am effektivsten Kund:innen für dich gewinnen kannst.

Die Wichtigkeit von Zielgruppen und Personas im Marketing

Wir haben sie schon einige Male erwähnt – die Zielgruppe. Was ist das genau? Nun, du erstellst deine Marketing-Massnahmen nicht für irgendjemanden, sondern solltest immer im Hinterkopf haben, wer deine potenziellen Kunden und Kundinnen eigentlich sind.

Eine Zielgruppe ist eine Zusammenfassung der Merkmale, die eine Gruppe von Personen ausmacht, und denen du mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung weiterhilfst. Verkaufst du beispielsweise Sportschuhe für Frauen, so könnte deine primäre Zielgruppe 18 – 35 Jahre alt, weiblich und sportbegeistert sein. Auch die geografische Lage ist relevant. Targetierst du deine Zielgruppe lokal, regional, Schweizweit oder gar International? Je nach dem müssen deine Werbemittel und Werbetexte auch in verschiedenen Designs und Sprachen daherkommen, um deine Zielgruppe überall abzuholen. Wie du deine Zielgruppe erfolgreich definierst, kannst du hier nachlesen.

Noch konkreter kannst du deine potenziellen Kund:innen mit einer Persona zusammenfassen. Hier beschreibst du nicht nur die Demografie (Alter, Geschlecht, Familienstand) der Person, sondern auch die Psychografie (Ziele, Pains und Gains, Medienverhalten etc.). Wie eine Persona aussehen kann, zeigen wir dir in diesem Artikel. Du kannst für dein Unternehmen mehrere Personas erstellen, jedoch sollten es nicht mehr als drei oder vier werden.

Wie du Kunden und Kundinnen mit dem AIDA-Modell gewinnst

Nebst dem Marketing-Mix ist das AIDA-Modell eines der wichtigsten und bekanntesten Marketing-Modellen. AIDA steht für: Attention, Interest, Desire und Action.

Kurz erklärt beschreibt dieses Modell den Verkaufsvorgang. Ein:e Kund:in wird zuerst auf das Produkt oder die Dienstleistung aufmerksam (Attention), bevor ihr Interesse geweckt wird (Interest), indem der Person Zusatzinformationen zum Angebot geliefert werden. Mit dem Aufzeigen von Vorteilen kann bei dem/der Kund:in der Wunsch ausgelöst werden, das Produkt zu besitzen oder die Dienstleistung zu erhalten. Durch gekonntes Retargeting oder hilfreiches Verkaufspersonal kann der Kunde bzw. die Kundin vom Kauf überzeugt werden. Mit dem Kauf (Action) ist der AIDA-Prozess abgeschlossen.

AIDA-Grafik im Stil von marketing.ch.

Das Modell wurde später noch mit einem S für Satisfaction erweitert (AIDAS-Modell), da die Kund:innenzufriedenheit auch nach dem Kauf gewährleistet werden soll. Mehr über das AIDA-Modell und seine Entstehung kannst du hier nachlesen.

Wie du dich mit einem USP von der Konkurrenz abhebst

Bei der riesigen Masse an Angeboten auf dem Markt ist es zentral, dass du dich von ebendieser Masse abhebst. Wenn du deinen Unique Selling Point – auch Unique Selling Proposition genannt– herausarbeitest, gelingt dir das noch besser.

Bei dem USP geht es darum, was dein Produkt oder deine Dienstleistung einzigartig macht. Dabei kann es um den Preis, die Qualität, das Design, ein bestimmtes Feature, die Produktionsweise und vieles mehr gehen.

Hast du deinen USP gefunden, so kannst du ihn in deinen Marketing-Massnahmen einsetzen. Sei dies mittels Slogans, entsprechendem Bildmaterial oder deinen Werbetexten. Alles über Unique Selling Points erfährst du in einem unserer Artikel.

Das Marketing im Jahr 2022

Im Jahr 2022 ist das Marketing noch immer stark von der Digitalisierung geprägt und von der Verschiebung des Shoppings in die Online-Welt, was dank dem C-Wort nur verstärkt wurde. Doch auch der Wunsch der Kund:innen, etwas zu erleben, eingebunden zu werden und Emotionen wecken zu lassen, ist grösser geworden. Das bedeutet wiederum, dass der Beruf der Marketer:innen auch komplexer – und spannender – geworden ist. Ein Fokus auf SEO, Social Media und Content-Marketing lohnt sich aber nach wie vor, vor allem, wenn du die aktuellen Trends, wie dem der Kurzvideos, aktiv verfolgst und darin partizipierst.

Nicole Langhart
Nicole Langhart
Nicoles Ziel ist es, ihre Begeisterung für das Online-Marketing mit den Leser:innen zu teilen. Vor allem im Bereich des Content- und Social-Media-Marketings fühlt sie sich pudelwohl und könnte stundenlang darüber erzählen. Damit ihren Freund:innen aber nicht die Ohren abfallen, veröffentlicht sie Beiträge zu allen relevanten Marketing-Themen auf marketing.ch. Neben ihrer Tätigkeit als Redakteurin ist Nicole zudem Projektleiterin bei marketing.ch.

Neuste Artikel