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7 Tipps, wie du Warenkorbabbrüche in deinem Online-Shop vermeidest

Für Online-Shops sind Warenkorbabbrüche kein seltenes Phänomen: Rund 70 % aller Einkäufe werden in diesem späten Stadium der Customer Journey abgebrochen. Onlineshop-Betreiber*innen sollten sich von dieser Quote aber nicht entmutigen lassen und in die Optimierung gehen. Warum Warenkorbabbrüche überhaupt entstehen und was Du dagegen tun kannst, erfährst Du hier.

Gründe für den Warenkorbabbruch

Warenkorbabbrüche resultieren aus Problemen, die zwar vielfältig sein können, aber in der Regel nicht besonders komplex oder schwierig zu bewältigen sind. Als Shop-Betreiber*in ist es Deine Aufgabe, diese Probleme zu erkennen und Lösungen für Deine Kund*innen bereitzustellen.

Die positive Nachricht lautet also: Warenkorbabbrüche lassen sich reduzieren! Mit dem richtigen Verständnis für die Abbruchgründe Deiner Shop-Besucher*innen, kannst Du Probleme kategorisieren, um anschliessend Optimierungen am Shop durchzuführen.

Mithilfe der folgenden 7 Tipps geben wir Dir einen kleinen, aber effektiven Leitfaden mit an die Hand, der die typischen Gründe für Warenkorbabbrüche offenlegt und Dir gleichzeitig Massnahmen zur Optimierung bietet. Legen wir los!

1. Integriere eine Merkliste

Wird der Warenkorb kurz vor Kaufabschluss zurückgelassen, liegt nicht unbedingt ein Kaufabbruch vor: Für viele Shop-Besucher*innen ist der Warenkorb nämlich zuerst einmal eine Sammlung für interessante Produkte, die man später vielleicht oder vielleicht auch nicht kaufen möchte.

Um diese „falschen“ Kaufabbrüche aus Deiner Statistik zu bannen, solltest Du eine Merkliste in Deinen Shop integrieren. Hier ist es auch sinnvoll, eine permanente Merkliste anzubieten, da sie die Wahrscheinlichkeit für einen späteren Kaufabschluss erhöht. Besucht die Person im plötzlich auftretenden Kaufrausch Deinen Shop nach ein paar Tagen erneut, findet sie ihre gespeicherte Wunschliste wieder und legt die Produkte direkt in ihren Warenkorb. Zusätzlich kannst Du zur Merkliste zeitlich begrenzte Rabatte anbieten (z. B. 5 % Rabatt zwischen 19 und 20 Uhr) und so zum vorzeitigen Kauf animieren.  

2. Beschleunige den Checkout-Prozess

Beim Bestellvorgang gilt: Je mehr unnötige Schritte sich durch den Kaufprozess ziehen, desto höher gerät die Abbruchgefahr. Deswegen ist „schnell und einfach“ die bessere Variante. Der Checkout-Prozess sollte übersichtlich und sofort verständlich sein – sowohl visuell als auch sprachlich. Mehrfache Bestätigungen der Bestellung sind in der Regel irreführend für Kund*innen und sollten auf eine einmalige und endgültige Kaufbestätigung zum Ende reduziert werden.

Die 1-Klick-Lösungen sind eine Weiterentwicklung dieses Gedankens. Der „Sofort Kaufen“-Button bei Amazon ist ein gutes Beispiel, bei dem bereits angemeldete Kunden mit nur einem Klick die Ware bestellen. Nicht jede/r Kund*in möchte davon Gebrauch machen – für viele ist es aber eine grossartige Erleichterung beim Shopping, die Zeit spart. Vorteilhaft für Dich als Shop-Betreiber*innen ist es, dass die Hemmschwelle zum Kaufabschluss potenziell sinkt.

3. Vertrauen durch Transparenz

Besonders bei Neukunden ist das Thema Vertrauen zu Beginn ganz entscheidend. Die Angst vor Datenmissbrauch ist gross, besonders wenn es um empfindliche Angaben wie die eigene Kreditkartennummer geht. Tritt diese Empfindung während des Bestellvorgangs auf, ist die Wahrscheinlichkeit eines Kaufabbruchs sehr hoch.

Hier empfehlen wir Dir, Dich einmal selbst in die Lage Deiner Kund*innen zu versetzen: Wie möchtest Du von einem Online-Shop informiert werden, damit Du ihm vertrauen würdest? Zum einen würden Dich ausführliche Kontaktdaten, ein Impressum, Angaben zum Widerrufs- und Rückgaberecht sowie im Idealfall Zertifikate und Gütesiegel auf der Website beruhigen. Zusätzlich sollte auch der Bestellvorgang transparent gestaltet sein und folgende Fragen klären:

  • Wofür werden meine Daten verwendet? Wieso ist z. B. die Telefonnummer eine Pflichtangabe?
  • Welche Versandoptionen gibt es? Wie hoch sind die Versandkosten?
  • Welche Zahlungsmethoden werden angeboten?

Erhält der/die potenzielle Kund*in einen Eindruck von Transparenz, fällt der Schritt, dem unbekannten Unternehmen zu vertrauen, um einiges leichter.

4. Verschiedene Zahlungsmethoden

Für viele Kund*innen ist ein Mangel an Zahlungsmethoden ein triftiger Grund, den Bestellvorgang vorzeitig abzubrechen. Oftmals sehen diese sich dann nach einem alternativen Anbieter um, der die bevorzugte Methode anbietet. Mittlerweile gehören die Bezahlung per Kreditkarte und Paypal zu den meistgenutzten Zahlungsmethoden. Als Onlineshop-Betreiber*in solltest Du diesen Trend unbedingt berücksichtigten. Ein Mangel an Zahlungsmethoden kann im schlimmsten Fall sogar unseriös wirken.

Beim Kauf auf Rechnung gilt es abzuwägen: Viele Käufer*innen wählen diese Zahlungsmethode, da sie ihnen sicherer erscheint. Für Dich als Shop-Betreiber*in ist die Option mit dem grösseren Risiko verbunden, da Du zuerst die Ware verschickst und erst im Anschluss die Zahlung erhältst.  

5. Überlege, ob sich ein kostenloser Versand lohnt  

Erfahrungen aus dem Online-Handel zeigen, dass ein kostenloser Versand für viele Shop-Besucher*innen ein zusätzlicher Kaufanreiz sein kann – und das wird sich wiederum auch für Dich als Shop-Betreiber*in lohnen.

Der Umstand, dass immer mehr Online-Shops auf einen kostenlosen Versand setzen, führt zu immer weniger Verständnis seitens der Kund*innen, für den Versand obendrauf zu zahlen. Wenn es Dir nicht möglich ist, einen kostenlosen Versand anzubieten, solltest Du unbedingt auf Transparenz achten: Die anfallenden Kosten für den Versand sollten nicht erst zum Abschluss des Bestellprozesses kommuniziert werden, sondern z. B. schon auf der Produktseite. So wissen die Kund*innen direkt Bescheid und erleben nicht erst zum Schluss eine böse Überraschung, die sie doch noch zum Warenkorbabbruch verleitet.

6. Sicherheitsausweise und Bewertungen

Um Warenkorbabbrüche zu verhindern, gilt es, das Vertrauen der potenziellen Kund*innen zu gewinnen. Mit Sicherheitsausweisen, SSL-Zertifikaten und Passwortverschlüsselungen kommst Du diesem Ziel mit technischen Massnahmen bereits näher.

Zusätzlich sind Kundenbewertungen und Testimonials (auch auf der Checkout-Seite) ein sicherer Hinweis auf Vertrauenswürdigkeit.

7. Biete ein Gastkonto an

Die Anmeldung für ein Kundenkonto schreckt viele potenzielle Kund*innen ab. Besonders, wenn man sich nicht sicher ist, ob man nach der ersten Bestellung noch öfter in Deinem Online-Shop einkaufen möchte. Du behältst schliesslich Ihre Kontakt- und Zahlungsdaten. Hinzu kommt, dass die Prozedur der Anmeldung eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, um die vielen leeren Felder auszufüllen.

Gerade für diese Personengruppe bietet sich ein Gastkonto an. Hier werden lediglich persönliche Angaben getätigt, die für die aktuelle Bestellung relevant sind und nicht gespeichert werden. Für die Kund*innen ist dieser beschleunigte Vorgang ein Anreiz, eine Bestellung aufzugeben, ohne das Gefühl, ihre Daten langfristig hinterlegen zu müssen.

Mit dem nötigen Know-how zu weniger Warenkorbabbrüchen

Warenkorbabbrüche gehören zum Online-Shopping dazu. Dennoch solltest Du das nicht einfach hinnehmen, sondern die Ursachen dafür erkennen und mit der Optimierung beginnen. So verwandelst Du Warenkorbabbrecher in zahlende Kund*innen und steigerst Deine Umsätze mit vergleichsweise wenig Aufwand.

Wir hoffen, unsere Tipps konnten Dir weiterhelfen und wünschen Dir auch in Zukunft viel Erfolg und ganz viele zufriedene Kund*innen!

Robin Knappmann
Robin Knappmann
Robin hat vor kurzem sein WiWi-Studium abgeschlossen und schreibt seit 2018 Beiträge rund um das Thema Marketing. Seine Begeisterung fürs Schreiben führte ihn bereits zu einer journalistischen Tätigkeit bei einer deutschen Tageszeitung und durch ein erstes, textintensives Studium der Germanistik und Philosophie. Wenn er nicht gerade vor einem neuen Beitrag sitzt, spielt er vermutlich Gitarre oder monologisiert über seine Lieblingsmusik.