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Online Shop erstellen: 5 Shopsysteme für dein E-Commerce im Überblick

Bis im Jahr 2040 sollen 95% der Verkäufe online abgewickelt werden – das sagen zumindest einige Prognosen vorher. Der E-Commerce hat gerade auch im letzten Jahr an Bedeutung gewonnen und diverse Unternehmen mussten sich umorientieren, um ihre Kunden online bedienen zu können. Aber Verkäufe online funktionieren nur mit einem passenden Shopsystem.

Shopsysteme gibt es zahlreiche, die Auswahl ist so gross, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Deshalb stellen wir dir hier 5 verschiedene Shopsysteme vor, die du für deinen Online Shop nutzen kannst:

  • Shopify
  • Shopware
  • Magento
  • PrestaShop
  • WooCommerce

Eine kurze Einleitung

Vorab soll gesagt sein: Nicht jedes System passt zu jedem Unternehmen. Je nach Grösse deiner Unternehmung sowie deines Angebotes brauchst du ein anderes Shopsystem. Die fünf folgenden Shopsysteme können primär wie folgt unterteilt werden:

SaaS Shopsysteme

SaaS steht für Software as a Service. Anbieter, die solche Shopsysteme zur Verfügung stellen, bieten dir quasi einen Baukasten an, innerhalb dem du deinen Online Shop aufbauen kannst. Für dich bedeutet das, dass du wenig bis keine Programmierkenntnisse vorweisen musst und dich bei Fragen oder Unklarheiten an den Anbieter wenden kannst. Gleichzeitig heisst das aber auch, dass du deinen Shop weniger einzigartig oder kreativ gestalten kannst, da du einzig die Vorlagen aus dem Baukasten anwenden kannst. SaaS Systeme eignen sich für Einsteiger im E-Commerce. Das SaaS Shopsystem, das wir genauer unter die Lupe nehmen werden, ist Shopify.

Open Source Shopsysteme

Bei diesen Shopsystemen ist der Quellcode offen und für jeden einsehbar. Das bedeutet, du kannst deinen Online Shop mit diesem System frei nach deinen Wünschen anpassen und individualisieren. Hier brauchst du aber zwingend Programmierkenntnisse oder einen Freelancer oder eine Agentur, die dieses Know-how mitbringt. Weiter unten schauen wir uns die Open Source Shopsysteme Shopware, Magento und PrestaShop.

Plug-In Shopsysteme

Es besteht auch die Möglichkeit, deinen Online Shop mithilfe eines Plug-Ins zu erstellen. Basiert deine Webseite beispielsweise auf WordPress, so kannst du das WordPress-Plug-In WooCommerce nutzen, um deinen Shop aufzubauen. Die Arbeit mit solchen Plug-Ins ist nicht allzu komplex, weshalb Einsteiger im E-Commerce gut damit zurechtkommen. Ist dein Shop aber gross und vertreibt diverse Produkte, so eignen sich die Plug-Ins eher weniger. Die Vor- und Nachteile von WooCommerce, einem WordPress Plug-In, besprechen wir untenstehend ebenfalls.

Shopify

Shopify gehört, wie erwähnt, in die Kategorie der SaaS-Lösungen und ist eine Mietsoftware. Du willst keine Zeit mit Programmieren verbringen und möglichst bald durchstarten? Dann kann Shopify die Lösung für dich sein. Das Shopsystem ist eines der Beliebtesten und wird von über 1.7 Millionen Unternehmen genutzt.

Das bietet dir Shopify

Shopify wird von den Usern geschätzt, da es den Einstieg in das E-Commerce Business erleichtert. Du kannst also von Beginn an Vollgas geben und musst dich nicht um das ganze Drum und Dran – Programmieren, Sicherheit, Server, etc. – kümmern. Willst du trotzdem tiefergehende Anpassungen vornehmen, so brauchst du dazu HTML und CSS-Kenntnisse oder jemanden, der dir dabei hilft. Shopify selbst bietet dir einen 24/7 Support und wird von vielen Usern gewählt aufgrund seines guten Preis-Leistung-Verhältnisses.

Shopify Screenshot zeigt das Dashboard des SaaS Shopsystems.
Bildquelle: ecommerce-platforms.com

Entscheidest du dich für Shopify, so kommen nebst dem Shopsystem unter anderem folgende Features auf dich zu:

Preise

Bei Shopify hast du eine 14-tägige gratis Testversion. Im Anschluss musst du auf ein bezahltes Modell umsteigen, um den Service weiterhin zu nutzen. Je nach dem, wie gross dein Unternehmen ist und was du von deinem Shop erwartest, gibt es drei verschiedene Pläne.

Basic Shopify – $29 pro Monat

Shopify – $79 pro Monat

Advanced Shopify – $299 pro Monat

Vorteile Shopify

  • Keine Programmierkenntnisse benötigt
  • Support durch Anbieter
  • 14 Tage kostenlos testen
  • Skalierbar

Nachteile Shopify

  • Begrenzte Anpassungen und Individualisierung möglich
  • Transaktionskosten verhältnismässig hoch
  • Keine Gratisversion verfügbar

Shopware

Shopware ist ein Open Source Shopsystem. Hergestellt in Deutschland verzeichnet der Anbieter über 100’000 Kunden – darunter auch diverse Schweizer Unternehmen. Shopware ist eher auf die DACH- und Europaregion fokussiert. Der Anbieter hat eine grosse Community, die regelmässig Inputs und neue Ideen liefert, auf die Shopware gerne eingeht. Willst du Shopware nutzen, so brauchst du Programmierkenntnisse inhouse oder musst eine externe Partei dazu ziehen, die dich unterstützt.

Shopware Screenshot zeigt die Startseite des Open Source Shopsystems.
Bildquelle: shopware.com

Gerade dank der grossen Community hast du nebst dem Shopsystem selbst zahlreiche Plug-Ins zur Verfügung, die du zur Erweiterung und Individualisierung deines Shops nutzen kannst. Jedoch kannst du viele der Plug-Ins nur dann verwenden, wenn du deine bezahlte Version von Shopware beziehst.

Das bietet dir Shopware

Shopware wird von Kunden geschätzt, da das Backend übersichtlich ist und der Shop toll designt werden kann. Shopware selbst setzt auf Content und Storytelling, was sicher einen positiven Einfluss auf sein Angebot hat. Bist du nicht ganz überzeugt vom System, so kannst du über die Shopware-Webseite einen Demoshop erstellen. So kannst du abschätzen, ob es das Shopsystem für dich ist und welche Edition du benötigst. Diese Features kannst du bei Shopware haben:

  • SSL-fähig
  • Integriertes CMS System
  • Social Shopping
  • Erstellen von Gutscheincodes
  • und Rabattcodes
  • uvm.

Preise

Shopware hat eine Gratisversion verfügbar. Diese hat aber ein limitiertes Angebot und so manche Plug-Ins können nicht genutzt werden. Die Preismodelle sehen so aus:

Starter Edition – ab 0€ pro Monat

Professional Edition – ab 199€ pro Monat

Enterprise Edition – auf Anfrage

Vorteile Shopware

  • Individualisierbare Templates
  • Übersichtliches Backend
  • Integrierter Plug-In Manager
  • Grosse Community
  • Demoversion verfügbar

Nachteile Shopware

  • Nicht für Einsteiger geeignet
  • Plug-Ins sind teuer bzw. nur in bezahlter Version vorhanden
  • Viele Features nur in kostenpflichtiger Version vorhanden

Magento

Seit 2018 gehört Magento zu Adobe und ist eines der populärsten Open Source Shopsysteme. Magento ist sehr umfangreich und bietet viele Features für die User, welche zusammen eine riesige Community bilden. Magento ist sehr gut skalierbar, jedoch musst du darauf achten, genügend Serverleistung zur Verfügung zu haben. Denn das Shopsystem benötigt viel Leistung, um einwandfrei zu funktionieren.

Magento Shopsystem, Screenshot des Dashboards.
Bildquelle: ecommerce-platforms.com

Das bietet dir Magento

Gerade weil Magento so umfassend ist, ist es kaum für Einsteiger geeignet. Du brauchst eine wirklich technik-affine Person in deinem Team oder eine Agentur, die dich unterstützt. Das Shopsystem wird oft als nicht ganz so nutzerfreundlich bzw. intuitiv bedienbar beschrieben, daher brauchst du die Zeit und die Ressourcen, um deinen Shop mit Magento aufzubauen. Kannst du das Know-how aufbringen und wählst Magento, so warten unter anderem diese Features auf dich:

  • Newsletter Management
  • SSL Security Support
  • RSS Feed
  • Internationaler Support
  • Erstellen von Gutscheincodes
  • uvm.

Preise

Bei den Preisen ist Magento eher undurchsichtig, vor allem im Vergleich mit den anderen Anbietern. So gibt es folgende Optionen:

Community Edition –kostenlos

Enterprise Edition – Preise auf Anfrage

Enterprise Edition Premium – Preise auf Anfrage

Vorteile Magento

  • Grosses Angebot an Funktionen
  • Viele Plug-Ins dank Community
  • Gut skalierbar
  • Gratis Community Version

Nachteile Magento

  • Komplex, nicht für Einsteiger geeignet
  • Plug-Ins kosten viel
  • Um Features zu nutzen, muss oft bezahlt werden
  • Hohe Anforderungen an den Server

PrestaShop

Als letztes Shopsystem in der Kategorie Open Source gehen wir auf PrestaShop ein. PrestaShop stammt aus Frankreich und verzeichnet über 300’000 Installationen. PrestaShop ist kostenlos zum Download verfügbar, eine bezahlte Version existiert nicht. Daher erübrigt sich die Kategorie «Preise» bei diesem Shopsystem. Allerdings ist anzumerken, dass viele Themes oder AddOns, die zur Verfügung stehen, kostenpflichtig sind. Willst du deinen Shop also weit ausbauen, kommen trotzdem einige Kosten auf dich zu.

Screenshot des PrestaShop Dashboards, ein Open Source Shopsystem.
Bildquelle: weclapp.com

PrestaShop verfügt über eine grosse Community mit über einer Million Mitgliedern. Die Community stellt Ideen und Plug-Ins zur Verfügung und steht den Usern mit Rat und Tat zur Seite. Zudem arbeitet das Shopsystem mit Entwicklern und Partneragenturen zusammen, die dir ebenfalls behilflich sein können.

Das bietet dir PrestaShop

PrestaShop eignet sich für kleine, mittelgrosse und auch eher grosse Unternehmen. Du kannst dieses Shopsystem auch als Einsteiger nutzen, doch einige Skills im Bereich HTML oder CSS zahlen sich aus, wenn du weitere Anpassungen an deinem Shop vornehmen willst. Diese Funktionen bietet dir PrestaShop unter anderem:

  • E-Mail Marketing
  • Automatisierte E-Mails
  • Verbindung des Shops mit Social Media
  • Konfigurierung von Coupons
  • Ermöglichung von SSL
  • uvm.

Vorteile PrestaShop

  • Grosse Community
  • Übersichtliches Backend
  • Kostenlos herunterladbar
  • Zahlreiche AddOns und Themes verfügbar

Nachteile PrestaShop

  • AddOns und Themes sind teilweise teuer
  • Zusätzliche Funktionen kosten zusätzlich
  • Trotz Einsteiger-Eignung sind Programmierkenntnisse von Vorteil
  • Weniger umfangreich im Angebot als andere Shopsysteme

WooCommerce

Zu guter Letzt wollen wir einen Blick auf WooCommerce werfen. WooCommerce ist ein WordPress-Plug-In und lässt sich so also ganz einfach auf WordPress Webseiten integrieren. WooCommerce gehört zu den beliebtesten WordPress-Plug-Ins mit über 15 Millionen Downloads. Du wirst WooCommerce nur für deinen E-Commerce Shop brauchen wollen und können, wenn du deine Webseite bereits mit WordPress aufgesetzt hast.

WooCommerce ist das WordPress Plug-In Shopsystem.
Bildquelle: wordpress.org

WooCommerce kann gratis heruntergeladen werden, weshalb wir untenstehend keine Preise auflisten. Wie aber auch bei PrestaShop musst du für zusätzliche Apps und Features in den meisten Fällen bezahlen. Willst du deinen Shop also aufwerten, kommst du nicht darum herum, Geld in die Hand zu nehmen.

Das bietet dir WooCommerce

Dank seiner Popularität hast du auch bei WooCommerce eine riesige Community, die dich bei Fragen unterstützen können oder spannende Inputs bringen. Es gibt sogar Meetups in den verschiedensten Ländern, du kannst dich auf der Webseite darüber informieren. Das Shopsystem von WooCommerce ist für Neulinge (vor allem WordPress-Neulinge) nicht ganz einfach zu managen. Du hast aber viele Freiheiten, deine Plug-Ins so zu wählen, wie sie dir passen. Dabei musst du dich aber immer darauf achten, dass deine Seite sicher und up to date ist. Gestalterisch kannst du deiner Kreativität freien Lauf lassen und deinen Shop so anpassen, wie er dir gefällt. Dazu benötigst du einfach die Programmier-Skills. Willst du mit WooCommerce deinen Shop aufbauen, so kannst du dir unter anderem folgende Features holen:

  • Eingebauter Blog
  • E-Mail Vorlagen
  • Erstellen von Coupons
  • SEO Optimierungen
  • Social Media Integration (mit Extension)
  • uvm.

Vorteile WooCommerce

  • Kostenloses Shopsystem
  • Gut skalierbar
  • Einfache Installation auf WordPress
  • Diverse Erweiterungen und Apps
  • Grosse Community

Nachteile WooCommerce

  • Nicht für Einsteiger geeignet
  • Hohe Kosten für Features (Erweiterungen und Apps)
  • Optimiert auf englischsprachigen Raum / US Markt
  • Weitere Plug-Ins für sichere Verkäufe auf Deutschem Markt benötigt

Fazit

Das Nonplusultra unter den Shopsystemen wurde leider noch nicht entwickelt. Jedes System hat seine kleinen Macken oder Nachteile für bestimmte User. Um deine Entscheidung zu treffen, musst du also reflektieren: Wie gross ist mein Unternehmen und wie viel Leistung muss der Shop bringen? Habe ich die allfällig notwendigen Programmier-Skills oder kann ich jemanden dafür einstellen? Wo liegen meine Prioritäten – will ich schnell online sein und den Verkauf starten oder will ich meinen Shop selber gestalten und individualisieren können, auch wenn dies viel Zeit in Anspruch nimmt?

Bist du eher der Einsteiger im E-Commerce Business und bist nicht sehr technik-affin, so ist eine SaaS-Lösung eher das richtige für dich. Bist du aber Profi im Programmieren, oder hast einen Mitarbeitenden oder eine Agentur, die das für dich erledigt, dann kannst du auch die Open Source Angebote ins Auge fassen. Natürlich darfst du dein Budget nicht vergessen – denn jede Option wird dich etwas kosten. Im riesigen Angebot der Shopsysteme findest du garantiert das eine, das deinen Wünschen und Anforderungen gerecht wird.

Nicole Langhart
Nicole hat dank ihrem laufenden Studium in Kommunikation einen Einblick ins Marketing und in den Journalismus werfen können. Nachdem sie nun hands-on Marketing Erfahrung in einem Start-Up gesammelt hat, zieht es sie zu marketing.ch, um die Leserinnen und Leser mit den neusten News und Trends auf dem Laufenden zu halten.