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Jan Schneider erklärt: Wie du Kurzvideos erfolgreich für Growth und Reach nutzt

Jugendliche untermauern in einer amerikanischen Umfrage des Pew-Instituts, was nicht nur die Generation Z global bewegt: Videoinhalte. Extrem gefragt und vom Algorithmus klar priorisiert: Kurzvideos. Sind sie dadurch unverzichtbar für das Wachstum deines Brands und die Content-Marketing-Strategie?

Bewegtbilder beherrschen seit langem die weltweiten Onlinemedien. Dabei sind kurze Inhalte mittlerweile am dominantesten. Klar gab es bei Facebook früher schon sekundenlange Clips und YouTubes erster Upload war ein Kurzvideo. Trotzdem erhielt das Format bis heute keine starke Priorisierung oder Relevanz. Musst du Kurzvideos jetzt im Umkehrschluss als unverzichtbar betrachten? In diesem Beitrag sehen wir, warum Kurzvideos aktuell ein wichtiger Teil jeder Wachstums- und Content-Marketing-Strategie sind. Ohne, dass du im Anschluss deine gesamten Inhalte dem allmächtigen Algorithmus unterordnest.

Eine Übersicht von HypeAuditor darüber, welche Art von Content gut performt.
Quelle: HypeAuditor.com

Analyse zeigt: TikTok ändert (nahezu) alles

Der durch den TikTok-Aufschwung verursachte Hype um kurze Videos, wird gespiegelt von Mitbewerbern. Dies zeigt eine tiefgehende HypeAuditor Analyse von 77.6 Millionen Instagram Posts. Auch YouTube, eine Plattform, bei der längere Formate und Livestreams eher dominant sind, ordnet mit «Reels» Kurzvideos viel Raum ein. Kurze Clips erfreuen sich ausserhalb von TikTok nachweislich grosser Beliebtheit.

Bleiben wir bei Instagram, ist sofort erkennbar, warum kurze Videoformate aktuell unverzichtbar sind. Eine Plattform, die zu Beginn noch Bilder in den Fokus setzte, ordnet mittlerweile alle Videos bis zu 15 Minuten Länge dem Reels-Segment zu. Bereits vor diesem Zusammenschluss erhalten Reels die grössten Reichweiten und meisten Likes. Dadurch wird schnell klar, dass der Algorithmus sie stückweise bevorzugt platziert. Nicht nur die Userbase und ihre Vorlieben treiben den Umschwung voran. Natürlich sind 42 Prozent der Inhalte noch reine Bilder. Daran erkennst du vielmehr, dass der Grossteil von Creatorn sich noch in der Anpassungsphase befindet. Sicherlich werden Kurzvideos schnell noch dominanter.

Die starke Bevorzugung durch den Algorithmus offenbart sich als ein starkes Instrument, um Awareness und Wachstum für deinen Brand zu erzielen.

Mit Shorts und Reels die Strategie bereichern

Wie ernst das Thema bei YouTube ist, wird durch ein Bonus-Programm ersichtlich. Besonders beliebte Shorts bringen Creatorn bis zu 10’000 US-Dollar pro Video ein. Es scheint sich wortwörtlich auszuzahlen. Laut YouTube gibt es 1,5 Milliarden monatlich aktive Shorts-Nutzer und Statista weist 30 Milliarden tägliche Views aus. Instagram setzt die Messlatte aktiver User noch höher, mit circa zwei Milliarden bei den Reels.

Bedeutet für dich, Kurzvideos sind offiziell kein reines TikTok-Phänomen mehr. Sie werden vom Algorithmus gepusht als auch durch Kooperationen zwischen Plattformen und Creatorn. Weiterhin zeigen die Zahlen aktiver User das grosse Potenzial erreichbarer Kontakte.

Eine Umfrage des amerikanischen Pew-Instituts unterstreicht zusätzlich die gewachsene Relevanz von Kurzvideos. 95 Prozent der über 1300 befragten Teenager favorisieren YouTube. Dort sind sie täglich online. Mit 67 Prozent folgt TikTok und Instagram erhält den dritten Platz mit 62 Prozent. Vergleichst du diese Eckdaten mit der Analyse von HypeAuditor, wird schnell klar, dass Kurzvideos vorerst nicht wegzudenken sind. Beim Publikum sowie den Plattformen.

Musst du zukünftig auf Kurzvideos setzen? Um in Feeds und bei Followern mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, mache sie zum Teil deiner Strategie. Wie du bisher erfahren hast, schlummert hier enormes Potenzial. Vollständig daraufzusetzen, wird spätestens problematisch, wenn der Algorithmus sich erneut ändert.

Eine Mischung ist der empfohlene Mittelweg. Du erweiterst deine Inhalte mit Kurzvideos als Zusatz zum bisherigen Content. Sind Livestreams oder länger dauernde Videoseminare dein Fokus, probiere es mit Highlights oder Kernpunkten in Kurzform. Ausschnitte, die neugierig auf mehr machen, konstant Mehrwerte liefern oder für ein Lächeln sorgen. Über diese zahlreichen Kurzvideos schaffst du neue Berührungspunkte. Das frisch erreichte Publikum nimmt potenziell deine üblichen sowie längeren Inhalte ebenso wahr. Oder wird auf den Brand aufmerksam, wenn Awareness ein konkretes Thema für dich ist.

Kurzvideos im B2B-Segment

Eignen sich kurze Videoinhalte im B2B-Segment? Einen offensichtlichen und mittlerweile bekannten Erfolgsfall liefert ein deutsches Unternehmen im Employer Branding. Die Firma Ziehl-Abegg hatte ein Defizit bei neuem Personal. Ausschreibungen oder Onlinewerbung für freie Jobs brachten kaum Erfolg. Daraufhin nutzte das Unternehmen TikTok, um in kurzen Clips, das Team und den Betrieb der Öffentlichkeit näherzubringen. Ohne jegliches Budget.

Screenshot des TikTok-Accounts von Ziehl-Abbeg

Die Strategie funktioniert. Ziehl-Abeggs humorvolle und intern produzierten Videos gehen viral. Titel wie «Wir haben uns heute alle wie der Chef angezogen» begeistern nicht nur 13-17-Jährige. Laut TikTok sind 31 Prozent der User älter als 25 Jahre. Ergebnis? Die Ausbildungsplätze werden dieser Tage viel schneller besetzt.

Dass der TikTok-Kanal obendrauf 99’000 Follower zählt sowie 2,6 Millionen Likes, ist genauso vorteilhaft. Denn B2B-Segment und TikTok finden sich aktuell noch. Wer jetzt als Vorreiter agiert, wird sein Produkt frühzeitig etablieren. Somit ist dein Brand an der Spitze der Entwicklung und hinkt nicht hinterher. Noch geht das organisch, da TikToks Algorithmus aktuell kleinen Profilen eine Chance gibt grosse Reichweiten zu erzielen.

Veröffentliche in Erfolgsfällen Medienmitteilungen für die Presse. Dadurch vervielfachst du den Effekt des Employer Brandings. Diese Erfolge interessieren Fachseiten und idealerweise weitere Formate. Ziehl-Abegg erhielten Publikationen auf Newsseiten, waren Gäste in hochrelevanten Podcasts oder genossen weitere Veröffentlichungen. Diese liefern neue Follower für den TikTok-Kanal. Ein umfassender und ineinandergreifender Erfolg.

Ohne Kurzvideos entgehen dir zu viel Potenziale

Bevor wir zum Fazit übergehen, gibt es noch einen Adweek Beitrag, indem Kurzvideos eine prominente Rolle einnehmen. Business-as-Usual-Strategien (kurz BAU), also Werbeplätze, wie du sie gewohnt einplanst, werden momentan nicht nur durch Influencer herausgefordert.

In der Kombination von Reels und bekannten Creatorn ergaben sich 53% höhere Klickraten und um 19 Prozent reduzierte CPAs (Costs per Action). Wie du siehst, auch Branded Content Ads (BCA) profitieren von kurzen Inhalten. Kein Wunder, dass beide Komponenten so hervorragend funktionieren. Kurzvideos leben von authentischen Inhalten und rücken die Menschen in den Vordergrund. Über diese ist es für das Publikum einfacher, eine echte  Bindung herzustellen. Da wird kein trockenes Corporate Video mithalten.

Fazit

Selbstverständlich gibt es noch viel zu bedenken. Von Demografien bei TikTok, die zu jung sind bis hin zu YouTube Shorts, welche momentan viele Views und wenig Follower bewirken. Reels erhalten zwar mehr Relevanz allgemein, organisch geschieht für Unternehmen bei Facebook und Instagram auf der Gegenseite immer weniger (es sei denn, du hast viel Zeit und Spielraum für Tests).

Lass dich von all dem nicht abhalten. Die hier aufgezeigten Insights zeigen glasklar – Kurzvideos sind 2022 in vieler Hinsicht unverzichtbar. Besonders, wenn es darum geht, deinen Contentplan um effektive Massnahmen zu erweitern. Zu wichtig ist das Format mittlerweile für User und Plattformen.

Jan Schneider
Jan Schneider
Jan Schneider ist Google-Experte und Unternehmer. Er ist seit 2006 im Online-Marketing tätig und hat 2016 seine eigene Online-Marketing-Agentur, die OMA AG, gegründet. Bei der OMA AG, welche auf erfolgsorientierte KMU spezialisiert ist, unterstützt er Kunden im Bereich Online-Marketing-Strategie und Konzeption.

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