Bald ist Weihnachten! Und das heisst, wir bei marketing.ch haben einmal mehr die bekanntesten und beliebtesten Werbespots zusammengesucht, die die Marketinglandschaft diese Weihnachtszeit so zu bieten hat. Spoilerwarnung: Zwischen gut, mittelmässig und komplett KI-generiert war dieses Mal alles mit dabei.
Wie wahre marketing.ch-Veteranen bereits wissen werden, suchen wir uns im letzten Beitrag des Jahres jeweils die besten, lustigsten und kuriosesten Weihnachtswerbespots zusammen. Auch dieses Jahr ist keine Ausnahme, und wir haben uns angeschaut, welche Spots wunderbar gelungen sind, welche uns überrascht haben und welche uns daran erinnern, warum wir zu Hause eigentlich mehr nie Kabelfernsehen schauen. Los geht’s!
Finn, Cat Stevens und das Familien-Weihnachtsmärchen
Auch in diesem Jahr treffen wir in der Migros-Weihnachtswerbung wieder auf Finn, das kleine Wichtelmännchen, das in der Migros-Kasse lebt. Während die Geschichte von Finn sich im letzten Jahr (vielleicht etwas unpassend) um die Liebe drehte, geht es dieses Jahr wieder durch und durch um die Familie.
Zu Cat Stevens Ballade “Father and Son” sehen wir den kleinen Finn, der unter der liebevollen Fürsorge seines Vaters heranwächst, und von ihm zu Weihnachten, wie es scheint, jeweils einen Frey-Schokitaler erhält. Eine Tradition, die Finn später in der Familie fortführt, auch als vom Vater nichts mehr als ein Foto bleibt.
Ein klassischer Werbespot, der uns zu Weihnachten an die Bedeutung von Familie und Freunden erinnern soll. Eine besonders innovative Botschaft ist das nicht, aber man könnte argumentieren, dass dies zur Weihnachtszeit auch nicht unbedingt nötig ist. Finn-Fans werden in diesem Jahr vom Migros-Werbespot jedenfalls nicht enttäuscht. Für alle anderen wird der Werbespot allerdings wohl kaum aus der Masse herausstechen.
Nachts im Museum Coop
Eine Prise mehr Innovation zeigt dagegen Coop in seinem diesjährigen Weihnachtswerbespot. Wenn auch hier nicht alles ganz reibungslos funktioniert.
In dem diesjährigen Spot geht es nämlich darum, dass die Lebensmittel in einer Coop-Filiale nachts zum Leben erwachen – und sich dann nichts sehnlicher wünschen, als dass sie für das Weihnachtsessen auf den Tisch kommen. Vielleicht etwas… düster, Coop? Vor allem das mit den Kartoffeln, die sich fragen, auf welche Art sie an Weihnachten wohl zubereitet werden.
Aber keine Sorge, der Spot ist in seiner Umsetzung tatsächlich nicht halb so grimm, wie er klingt. Einerseits haben alle Mandarinen, Kartoffeln, Eier und Erbsenbüchsen gruselige lustige Wackelaugen. Ausserdem fokussiert sich die Storyline nach dem Intro auf ein kleines Mädchen, das unbedingt eine der Erbsenbüchsen mit nach Hause nehmen will, um sie an Weihnachten zu verspeisen. Worüber sich die Dose natürlich unglaublich freut… Na gut, vielleicht hört sich auch dieser Teil etwas düster an. Aber die Umsetzung ist halb so schlimm, versprochen!
Na, hab ich’s nicht gesagt? Alles in allem ein süsser Weihnachtsspot. Wenn man denn nicht allzu lange darüber nachdenkt.
Coca-Cola im KI-Winterwunderland
Ich muss zugeben, dass ich mir diesen Weihnachtswerbespot wahrscheinlich nicht bis zum Ende angeschaut hätte, wäre es nicht Coca-Cola. Das Unternehmen, das für seine Weihnachtswerbespots so bekannt ist. Oder es zumindest war.
Coca-Cola scheint mittlerweile nämlich komplett im KI-Winterwunderland angekommen zu sein. Nicht eine Szene fühlt sich mehr echt an. Die ikonische rote Coca-Cola-Lastwagenkette wird auf ihrer Fahrt von Pinguinen, Eisbären, Hunden, Eichhörnchen, Igeln und einem Panda (?) beobachtet, bevor sie schliesslich in ein verschneites Dorf einkehrt. Ein altes Konzept von Coca-Cola, das im KI-Mantel allerdings kaum mehr überzeugen kann.
Eine perfekte Schneelandschaft, perfekte Beleuchtung, und übermässig niedliche Tiere. Auf dem Papier scheint alles tipptopp. Und trotzdem wünsche ich mir die Stimmung aus dem Werbespot von 1995 zurück.
Apple und die Rückkehr zum Handgemachten
Falls Apple bei seinem Weihnachtswerbespot 2025 unterstützend KI verwendet hat, fällt es zumindest nicht auf. Tatsächlich überrascht das Unternehmen uns dieses Jahr nämlich mit einem old-school Puppentheater. Und zwar mit echten, physischen Puppen wie das «Making Of» zeigt. Damit steht der Spot in starkem Kontrast nicht nur zum Coca-Cola-Werbespot, sondern auch zu vielen anderen komplett digital produzierten Weihnachtsspots, die wir uns als Publikum mittlerweile so gewöhnt sind.
Der Spot an sich ist lustig aufgebaut, mit singenden und tanzenden Waldtieren, die flüchten, sobald eine Menschengruppe auftaucht. In typischem Apple-Stil natürlich auch auf einem iPhone gedreht. Nur dieses Mal eben von einer Waschbär-Puppe.
Wirkt sympathisch, weihnachtlich, und – 2025 ganz besonders wertgeschätzt – handgemacht. Etwas, das wir so von Apple auf jeden Fall nicht erwartet hätten.
Lidl Schweiz
Beenden wir den diesjährigen Weihnachtswerbespot-Marathon mit einem Clip, der genau die richtige Balance zwischen weihnachtlich und anti-kitsch findet. Mit einer Prise Humor, ganz viel Authentizität und einigen rührenden Szenen zwischen jungen und alten Familienmitgliedern, sowie einer Gruppe lustig verkleideter Männer im Stadtbus, schafft es Lidl Schweiz, eine Werbekampagne wie aus dem Bilderbuch hervorzuzaubern.
Gelungen? Aus unserer Sicht auf jeden Fall. Und damit, liebe Leserinnen und Leser, verabschieden wir uns für dieses Jahr. Wir hoffen, ihr hattet genauso viel Freude an den Schauen der Spots wie wir am Zusammenstellen. Geniesst die Festtage, erholt euch und startet gut ins neue Jahr. Wir freuen uns, euch 2026 wieder mit neuem Marketing-Content zu verzaubern.