StartMarketing StrategieLohnen sich kostenlose Giveaways im Marketing?
Bildquelle: shutterstock.com

Lohnen sich kostenlose Giveaways im Marketing?

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum du an Events ständig Goodie Bags mit kostenlosen Produkten nachgeworfen bekommst? Oder warum mittlerweile Kugelschreiber mit Logos aller möglichen Unternehmen in deinem Etui liegen? Unternehmen profitieren davon mehr, als du denkst. Hier erfährst du wieso.

Schlüsselanhänger, Kugelschreiber oder Feuerzeuge – kaum noch ein alltägliches Produkt wird nicht mit einem Logo bedruckt und gratis an die Massen verteilt. Diese Giveaways sind Teil einer vielfältigen Marketingstrategie, von der sowohl die Marken als auch die Beschenkten profitieren.

Was zählt als Giveaway?

Giveaways sind Werbeartikel oder Werbegeschenke, die kostenlos an potenzielle Kundinnen und Kunden verschenkt werden. In der Regel handelt es sich um kleine, günstige Alltagsgegenstände wie Kugelschreiber, USB-Sticks, Tassen, T-Shirts und Sportbeutel. Doch auch digitale Giveaways werden teilweise unter die Leute gebracht. Dies in Form von Guides, Videokursen, Vorlagen und vor allem E-Books. Gemeinsam ist ihnen, dass sie mindestens mit dem Logo der jeweiligen Marke oder Firma gebrandet sind, sodass es für die Beschenkten und Personen in deren Umfeld gut sichtbar ist.

Warum verschenken Unternehmen Werbeartikel?

Als Unternehmen verschenkst du Produkte natürlich nicht aus Wohltätigkeit, denn Giveaways als Marketingstrategie bieten einen gewissen Eigennutzen. Das Ziel ist im Endeffekt entweder die Bindung von Stammkunden oder die Gewinnung von Neukunden. Dabei steht ein bestimmtes psychisches Phänomen im Vordergrund.

Wie du mir, so ich dir

Psychologinnen und Psychologen bezeichnen es als das Gesetz der Reziprozität. Es besagt, dass Personen, die eine Gefälligkeit erwiesen bekommen, diese aus eigenem Antrieb erwidern möchten. Vielleicht hast du im Supermarkt schon mal von einer netten Angestellten ein Stück der neuen Käsesorte zum Probieren erhalten. Durch diese freundliche Geste fühlst du dich unterbewusst verpflichtet, etwas zurückzugeben. In diesem Fall, indem du den Käse kaufst – selbst wenn er dir gar nicht so gut schmeckt.

Wie funktionieren Werbegeschenke als Teil der Marketingstrategie?

Dieses Gesetz der Reziprozität kannst du dir als Marketer*in auf verschiedene Weisen mit Giveaways zunutze machen. Je nachdem, welche Ziele du erreichen möchtest, wie du deine Werbeartikel streuen kannst und an welcher Stelle der Customer Journey du sie ansprichst.

Von Exposure profitieren

Ein Giveaway mit gut sichtbar aufgedrucktem Logo erzeugt Exposure. Nicht nur die Beschenkten werden es bei jeder Nutzung ansehen, auch das Umfeld dieser Personen, wird auf das Unternehmen aufmerksam. Das ist vor allem für junge, noch nicht etablierte Markern nützlich. Der Fakt, dass die meisten Werbegeschenke physisch sind, spielt diesem Effekt in die Hände. Denn an alles, was man selbst anfassen kann, erinnert man sich eher, als wenn man es nur anschaut.

Leads generieren

Mit der Vergabe von Werbegeschenken lassen sich einfach Leads generieren. Du kannst den Versand von Geschenken beispielsweise an die Anmeldung für einen Newsletter knüpfen oder an einen Follow auf einem deiner Social-Media-Accounts. Du kannst sie aber auch als Incentive für das Ausfüllen einer Umfrage verteilen. So erhältst du neben der Aufmerksamkeit für deine Marke noch wertvolle Marktforschungsinformationen.

Mit bestehenden Kunden interagieren

Vergiss nicht, dass Giveaways sich nicht nur eignen, um Neukunden zu gewinnen. Es lohnt sich auch, bestehende Kunden zu beschenken, und so ihre Bindung zur Marke zu stärken. Beliebt sind dafür Verlosungen auf Social Media, welche dir neben gesteigerter Markenloyalität zusätzliches Engagement auf deinen Kanälen bescheren.

Ein Mockup eines Energy Drinks von marketing.ch, der als Giveaway verteilt wird.
Giveaways sollten etwas mir der Marke, die sie repräsentieren zu tun haben. So wie dieser Energy Drink von marketing.ch für übermüdete Marketerinnen und Marketer.

Welche Arten von Giveaways gibt es?

Ein Werbegeschenk kann also unterschiedlichen Zwecken in deinem Marketingmix dienen. Um eine bessere Übersicht über diese Optionen zu verschaffen, teilen wir im Folgenden Giveaways in vier Kategorien ein.

Die Kundschaft als Werbeträger

Der Klassiker – du druckst dein Logo auf nützliche Gegenstände, damit es möglichst oft gesehen wird und so den potenziellen Kundinnen und Kunden im Gedächtnis bleibt. Zwei Faktoren sind dabei zu beachten.

Erstens solltest du dir Gedanken machen, auf welchen Werbeartikeln dein Logo am besten zur Geltung kommt. Denn auf einem Kugelschreiber ist beispielsweise nicht Platz für einen sonderlich grossen Druck, der von weitem erkannt wird. Vielleicht würde sich ein Sportbeutel für deine Ziele besser eignen. Zweitens müssen Artikel nützlich und hochwertig sein, damit sie benutzt und gesehen werden. Speise die Leute also nicht mit dem Restposten von 2GB-USB-Sticks ab, sondern gib ihnen eine Variante, die sie noch lange benutzen und somit anschauen werden.

Demo-Artikel

Erinnerst du dich noch an die nette Verkäuferin von oben, die dir gratis Käse zum Probieren gegeben hat? Das dient einerseits der Bindung der Kundinnen und Kunden an den Laden, der sie mit Käse beschenkt. Hauptsächlich soll damit aber der probierte Käse verkauft werden. Die gleiche Strategie ist oft in Parfümerien zu beobachten. Wenn du ein Parfüm kaufst, bekommst du garantiert eine Probiergrösse eines weiteren Produkts geschenkt.

Die Läden hoffen darauf, dass du auf den Geschmack kommst und künftig für den gratis erhaltenen Artikel bezahlst. Ähnlich wie nach deinen drei Gratis-Monaten auf Spotify.

Gateway Product

Manchmal braucht es nur ein Produkt, das eine Person gratis erhält, damit ihr Interesse an anderen Produkten des Unternehmens schlagartig stark ansteigt. Stelle dir zum Beispiel vor du erhältst einen Nassrasierer geschenkt. Das Produkt überzeigt dich und du möchtest es weiterhin benutzen. Nach einiger Zeit musst du zwangsweise Ersatzklingen desselben Unternehmens nachkaufen und weil sich die Marke jetzt schon in dein Gedächtnis gebrannt hat, greifst du auch eher zum von ihr angebotenen Rasierschaum. Ein Gateway Product hat das Ziel, dich mit dem Angebot eines Unternehmens bekannt zu machen und die Entscheidung, weiter dessen Produkte zu kaufen, zu vereinfachen.

Loss Leader

Loss Leader könnte man als das Kind aus der Ehe zwischen dem Demo-Artikel und dem Gateway Product bezeichnen. Das Ziel ist hier, Kundinnen und Kunden mit dem Versprechen eines Gratisartikels in ein Geschäft zu locken, wo diese dann nicht nur dieses abholen, sondern weitere Produkte einkaufen. Das dürfte dir vor allem von Coops Supercard-Programm bekannt vorkommen. Dort erhältst du regelmässig Coupons, mit denen du ein Produkt gratis erhältst. Aber natürlich nutzt du diese Gelegenheit gleich für einen grösseren Einkauf.

Ähnlich wie ein Gateway Product sorgt ein Loss Leader also dafür, dass nach einem kostenlosen Incentive weitere Käufe bei einer Marke getätigt werden. Analog zum Demo-Artikel können hier neue Produkte angeboten werden, welche die Kundschaft künftig selbst bezahlen soll.

6 Gebote für gutes Werbegeschenk

Es gibt also unzählige Optionen dafür, welche Artikel du wie als Giveaway verschenken kannst, um deine Marketingstrategie zu ergänzen. Damit das klappt, präsentieren wir sechs regeln, an die du dich für erfolgreiches Giveaway-Marketing halten solltest:

Ein gutes Giveaway …

  1. … ist nachhaltig. Es kann langfristig benutzt werden und erinnert regelmässig positiv an das Unternehmen.
  2. … ist wandelbar. Es ist auf die Marke zugeschnitten und passt sich an dessen Werte und Leistungsversprechen an.
  3. … erregt Aufmerksamkeit. Es ist ein Produkt, mit dem haptisch interagiert werden kann und das die Markenidentität gut sichtbar darstellt.
  4. … erreicht die richtige Zielgruppe. Der Artikel wird auf den Kanal, über den er verteilt wird und die Nutzerschaft, die dort anzutreffen ist, angepasst.
  5. … ist nützlich. Nur nutzstiftende Geschenke werden nicht als aufdringlich aufgefasst, von der Kundschaft angenommen und regelmässig benutzt.
  6. … kommuniziert etwas über die Marke. Es hat thematisch etwas mit der angebotenen Dienstleistung zu tun oder entfaltet zusätzlichen Nutzen in Kombination mit den angebotenen Produkten.
Daniel Cano
Daniel hat gerade sein Studium in Multimedia Production abgeschlossen und hat jetzt erstmal genug vom Theroriebüffeln. Darum teilt er nun seine Begeisterung – insbesondere für Video- und Content-Marketing sowie Storytelling – auf marketing.ch. Wenn er in seiner Freizeit nicht gerade jede*n nötigt, seinen Lieblingsfilm «Blade Runner 2049» zu schauen, kocht er gerne für Familie und Freunde.

Beliebte Artikel