ChatGPT, Claude, Gemini:  Welche KI eignet sich für welchen Marketing-Use-Case? (Teil 1)

Künstliche Intelligenz boomt. Kaum jemand hat nicht bereits einmal mit ChatGPT eine E-Mail korrigiert oder mit Midjourney ein Bild generiert. Aber gibt es eigentlich KI-Tools, die besonders nützlich im Marketing sind? Wir haben uns die populärsten KI-Tools für verschiedene Use Cases angesehen.

KI-Tool ist gleich KI-Tool? Ganz und gar nicht. Seit dem Urknall, den der ChatGPT-Launch im November 2022 darstellte, spriessen gefühlt jede Woche neue KI-Tools aus dem Boden. Und viele davon sind für spezifische Zwecke programmiert. So werden Claude und ChatGPT gerne für alltägliche Text- und Rechercheaufgaben verwendet, während DALL·E und Midjourney auf das Generieren von Bildern spezialisiert sind.

Das ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Tatsächlich wird in vielen Branchen im Moment fleissig getestet und diskutiert, welche KI sich für welche unternehmensspezifischen Aufgaben am besten eignet.

Und wie sieht das beim Marketing aus? Wir haben uns die wichtigsten und populärsten KI-Tools auf dem Markt angesehen, getestet und recherchiert, um herauszufinden, welche KI sich für welchen Use Case im Marketing eignet. Und weil wir dabei möglichst gründlich vorgehen und keinen Marketingbereich auslassen wollten, haben wir diesen Artikel in zwei Teile unterteilt.

In diesem ersten Teil besprechen wir, welche KIs sich am besten für die Content-Erstellung eignen. Genauer gesagt: Fürs Texten und fürs Designen.

Kurzer Hinweis vorab: Die KI-Landschaft entwickelt sich so schnell, dass selbst dieser Artikel bis zur nächsten Modell-Aktualisierung schon wieder überholt sein könnte. Unsere Einschätzungen basieren auf öffentlich zugänglichen Tests, Erfahrungsberichten und eigenen Recherchen (Stand März 2026) und sollen lediglich als Orientierungshilfen dienen. Unser Tipp: KI-Tools immer erst selbst testen, und niemals einem Erfahrungsbericht blind vertrauen (auch nicht diesem hier). Denn wie gut ein Tool funktioniert, hängt letztlich immer auch vom eigenen Prompt und dem Use Case ab.

Die besten KI-Tools für die Texterstellung

Für viele Menschen immer noch der häufigste Grund, um überhaupt ein KI-Tool zu verwenden: die Texterstellung. Ob Webseitentexte, Social-Media-Beiträge, Blog-Artikel, Podcast-Skripts oder E-Mails – die KI scheint fast alles zu können. Aber welches Tool liefert die besten Resultate?

Die Kriterien für ein AI Writing Tool sind vielfältig. Einerseits muss natürlich die Textqualität stimmen, und zwar unabhängig von der Textart. Das Tool sollte ausserdem benutzerfreundlich und datenschutzkonform sein, ein langes Kontextgedächtnis haben (sodass du nicht alle paar Minuten einen neuen Chat eröffnen musst), das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen, und die wiedergegebenen Informationen müssen aktuell und korrekt sein.

Aber das vielleicht grösste Kriterium bei der Texterstellung via KI ist für uns im DACH-Raum die Sprache. Die allermeisten KI-Modelle entstehen nämlich im englischsprachigen Raum und werden deshalb auch vorwiegend mit englischsprachigen Daten trainiert. Wie in diesem Artikel zum Texten mit ChatGPT erklärt, bedeutet das für uns deutschsprachige User, dass viele der Texte, die wir mit KI generieren, auf uns deshalb leicht unnatürlich wirken. Dies, weil sie tendenziell einen englischen Satzbau aufweisen, gewisse Phrasen wörtlich übersetzen (bspw. «Ich bin fokussiert auf» statt «Ich konzentriere mich auf») oder uns unbekannte Redewendungen oder Metaphern verwenden.

Trotzdem: Gewisse Tools handhaben die Texterstellung auf Deutsch besser als andere. Und gemeinsam mit den anderen oben genannten Kriterien hat unser Ranking folgendes Resultat ergeben.

KI Vergleich 1 Farbvariante 1

Überraschend: Selbst mit Spezialtools wie Jasper oder Neuroflash auf dem Markt überzeugen uns Claude und ChatGPT schlussendlich doch immer noch am meisten. Grund dafür ist, dass sowohl Claude als auch ChatGPT konstant und unabhängig vom Textkontext gute Resultate liefern, ohne dass wir dabei allzu tief in die Tasche greifen müssten.

Die kostenlosen Varianten können zwar nicht ganz mit ChatGPT Plus oder Claude Pro mithalten, doch die rund 20 Euro pro Monat für diese Pro-Versionen lohnen sich im Vergleich zu deutlich teureren Alternativen wie Neuroflash (Minimum 42 Euro im Monat) oder Jasper (69 Dollar pro Monat) auf jeden Fall.

Jasper und Neuroflash lohnen sich daher eher für grössere Teams, die langfristig auf eine KI setzen wollen. Wobei auch hier gilt, dass der Use Case absolut entscheidend dafür ist, ob das Tool die Investition wert ist oder nicht. Jasper eignet sich besonders für grössere Kampagnen, bei denen viele Texte mit derselben Brand Voice erstellt werden müssen und mehrere Personen zusammenarbeiten. Wobei hier auch gesagt werden muss, dass der deutschsprachige Output etwas zu wünschen übrig lässt. Neuroflash hingegen spezialisiert sich auf deutschsprachige Texte und bietet zusätzliche Funktionen wie Markenstil-Analysen, Zielgruppen-Optimierungen oder Vorlagen für Marketingtexte. Hier sind es die englischsprachigen Texte, die nicht so überzeugen. Trotzdem sind beide Tools vor allem dann sinnvoll, wenn Inhalte regelmässig und nach klaren Vorgaben produziert werden sollen. Für einzelne Texte, die für verschiedene Zwecke eingesetzt werden sollen, sind Claude und ChatGPT hingegen die bessere Wahl.

Gemini ist besonders stark bei faktenbasierten Texten und Inhalten, die eng mit dem Google-Ökosystem verbunden sind. Dazu gehören zum Beispiel SEO-Texte, Google-Ads-Anzeigen oder Produktbeschreibungen. Durch die direkte Integration in Dienste wie Google Docs, Gmail oder Google Ads lässt sich Gemini sehr einfach in bestehende Arbeitsabläufe einbauen, was das Tool vor allem für Marketing-Teams interessant macht. Bei kreativen oder längeren Texten wirkt der Schreibstil jedoch teilweise etwas steif, und auch auf Deutsch sind die Resultate nicht immer so natürlich wie bei Claude oder spezialisierten Tools wie Neuroflash.

Die besten KI-Tools für Videos, Bilder und Designs

Ebenfalls sehr gefragt sind im Marketing auch KI-Tools, die uns dabei helfen, Bilder und Videos zu schneiden, zu optimieren oder zu generieren. Dies, weil die Content Creation generell als einer der zeitaufwändigsten und ressourcenziehendsten Bereiche gilt, und viele Unternehmen nach Möglichkeiten suchen, dies zu ändern.

Auch bei dieser Kategorie gelten wieder: Die bild- oder videospezifische KI sollte qualitativ hochwertige Resultate erzielten, benutzerfreundlich sein, den Datenschutz ernst nehmen, und das Preis-Leistungs-Verhältnis sollte ebenfalls stimmen. Anhand dieser Kriterien also hier wieder unser Ranking:

KI Vergleich 2 Farbvariante 2

In der Kategorie «Bilder generieren» schneidet für uns Midjourney am besten ab. Die Bedienung ist einfach, die Bildqualität vergleichsweise sehr hoch und das Preis-Leistungs-Verhältnis mit $10 pro Monat für den Basic Plan ebenfalls gut. Einzig die Benutzerfreundlichkeit könnte besser sein: Als neuer User braucht es ein Momentchen, um einen guten Umgang mit Midjourney zu finden. Benutzerfreundlichere Alternativen sind DALL-E / GPT Image oder Adobe Firefly, die alle ebenfalls immer noch gute Resultate liefern. Canva AI schneidet bei Benutzerfreundlichkeit und Preis-Leistung ebenfalls gut ab, allerdings lässt die Qualität dort je nach dem etwas zu wünschen übrig.

Was das Generieren, Schneiden und Optimieren von Videos angeht, gehört Google Veo 3 aktuell zu den leistungsstärksten Tools. Besonders bei realistischen Videos, hoher Bildqualität und genauer Prompt-Umsetzung überzeugt die KI sehr. Adobe Firefly spielt in dieser Kategorie eine etwas andere Rolle: Die Output-Qualität ist weniger spektakulär als bei spezialisierten Video-Modellen, dafür gilt Firefly als besonders zuverlässig und kommerziell sicher. Da Adobe seine Modelle ausschliesslich mit lizenziertem Material und öffentlich verfügbaren Inhalten trainiert hat, bestehen deutlich weniger rechtliche Unsicherheiten bei der Nutzung der generierten Assets.

Ebenfalls spannend ist die Plattform Higgsfield. Dies vor allem für Teams, die Creatives schnell anpassen, weiterentwickeln oder in verschiedene Formate und Sprachen übertragen müssen. Die Plattform bündelt viele Bild- und Video-Tools sowie verschiedene Modelle in einer Oberfläche, sodass bestehende Assets per Prompt verändert oder neu kombiniert werden können. So lassen sich zum Beispiel bestehende Feed-Creatives in Story-Formate umwandeln oder Varianten für unterschiedliche Kampagnen generieren, ohne jedes Mal bei null anfangen zu müssen. Besonders für Performance-Marketing, Testing-Varianten und Social-Media-Assets ist das sehr praktisch. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass bei sehr strengen Corporate-Design-Vorgaben nicht immer alle Schriftarten oder Brand-Details perfekt übernommen werden.

Ein ähnlicher Vorteil zeigt sich bei Tools wie Nano Banana, die vor allem beim schnellen Bearbeiten und Anpassen bestehender Bilder überzeugen. Statt ein neues Asset komplett zu generieren, können vorhandene Creatives verändert, übersetzt oder für andere Zielgruppen angepasst werden. Gerade wenn Inhalte für verschiedene Sprachen oder Formate benötigt werden, spart das viel Zeit und macht solche Tools besonders interessant für Marketing-Teams, die viele Varianten eines Motivs produzieren müssen.

Was bei all diesen KI-Tools wichtig zu beachten ist: Das volle Potenzial der KI wird oft erst mit kostenpflichtigen Abonnements freigeschaltet. Und diese haben es in sich. Vor allem bei leistungsstarken Video- oder Workflow-Tools können die Preise deutlich über den üblichen Pro-Plänen liegen. Google Veo 3 positioniert sich hier beispielsweise bei satten $249.99 pro Monat. Zudem setzen einige Anbieter wie Google und Adobe stärkere Sicherheits- und Kennzeichnungssysteme ein, um KI-generierte Inhalte erkennbar zu machen.

Welches Tool am besten geeignet ist, hängt deshalb stark davon ab, wie du es einsetzen willst. Brauchst du einfach ein paar Social-Media-Images, weil der Grafiker gerade in den Ferien ist? Dann eignen sich kostengünstige Varianten wie Canva AI, DALL-E / GPT Image oder der Basic-Plan von Midjourney, mit denen sich schnell und ohne grossen Aufwand brauchbare Resultate erzielen lassen. Für eine langfristige und nachhaltige Zusammenarbeit mit einer KI könnte es sich für dich hingegen lohnen, wenn du in Tools wie Adobe Firefly, Google Veo 3 oder Plattformen wie Higgsfield investierst. Diese kosten zwar teilweise (viel) mehr, bieten dafür aber mehr Kontrolle, bessere Qualität, klarere Nutzungsrechte und eine bessere Integration in deine Workflows, was sie besonders für Unternehmen und Agenturen interessant macht.

Was bei allen KI-Tools zu beachten ist

Trotz den beeindruckenden Features vieler dieser KI-Tools, ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass die Künstliche Intelligenz keine Menschen ersetzen kann. Wie der Name schon sagt, sind KI-Tools eben auch nur Werkzeuge. Heisst, Werkzeuge wie ChatGPT, Claude und Midjourney funktionieren am besten in den Händen fähiger und erfahrener Texter:innen und Grafiker:innen. Eben Menschen, die bereits wissen, worauf es bei einem guten Text oder Design ankommt, und via KI ihre Produktivität maximieren können.

Ebenfalls immer wieder wichtig zu erwähnen: Der Gebrauch von KIs sollte gut sichtbar gekennzeichnet werden. Dies wird mittlerweile von vielen Branchen als professioneller Standard angesehen. Wer eine Kennzeichnung umgehen will, riskiert, das Vertrauen der eigenen Zielgruppe zu verlieren oder gar einen öffentlichen Shitstorm, wie das Beispiel der SBB im November 2025 zeigte.

Fazit

Welches KI-Tool für deine Texte oder Designs am besten ist, hängt schlussendlich ganz davon ab, wie und wofür du die KI einsetzen möchtest. Soll das Tool nur dich unterstützen oder für ein ganzes Team arbeiten? Wird es hin und wieder eingesetzt oder möchtest du es fest in deine Workflows einbauen? Und brauchst du möglichst schnelle Resultate oder setzt du auf Qualität? Diese Faktoren beeinflussen massgebend, welches Tool und welches Abonnement sich für dich am meisten lohnt.

Wie unser Vergleich zeigt, gibt es kein einzelnes Tool, das den anderen in allen Bereichen überlegen ist. Wichtig ist deshalb weniger die Frage, welches Tool objektiv das Beste ist, sondern welche KI am besten zu deinem konkreten Use Case passt. Wer sich der eigenen Anforderungen bewusst ist, findet auch rascher eine zufriedenstellende Lösung.

Wir hoffen, dass dir diese erste Übersicht bei deinem Quest, eine passende KI für deine Texte und Designs zu finden, etwas geholfen hat. Im nächsten Teil schauen wir uns an, wie KI-Tools im Marketing noch weiter eingesetzt werden können und welche Tools sich besonders für SEO, Strategie und einige weitere wichtige Marketingbereiche eignen.

Quellen:

AdwaitX (2026): Gemini vs ChatGPT vs Claude: Which AI Wins in 2026? In: AdwaitX, 08.01.2026.
Eagle, Dave (2026): Claude vs. ChatGPT vs. Gemini: Who Wrote it Better? In: Type.ai Blog, 21.01.2026.
Hillebrandt, Finn (2026): The 11 Best AI Chatbots in 2026 (9 of Them Free). In: gradually.ai, 13.03.2026.
MacLeod, Jim (2026): The Best AI Image Tools for 2026, Compared and Evaluated. In: Medium, 02.01.2026.
Manus (2026): Top 10 Best AI Video Generators of 2026 (Tested & Ranked). In: Manus Blog, 14.01.2026.
Padmanabhan, Ilam (2025): Best AI Writing Tools (2025): I Tested 8 AI Writers With Detection Software. In: Medium, 29.11.2025.
Rebelo, Miguel (2026): The 18 best AI video generators in 2026. In: Zapier Blog, 09.02.2026.

Hinweis: Bei der Erstellung dieses Beitrags verschiedene KI-Tools verwendet.

Redaktion

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