Brand Voice

1. Was ist eine Brand Voice?

Die Brand Voice beschreibt den konsistenten Kommunikationsstil einer Marke. Sie legt fest, wie ein Unternehmen spricht und schreibt – unabhängig davon, was es konkret kommuniziert. Der Begriff wird im Deutschen häufig mit Markenstimme übersetzt.

Eine Brand Voice zeigt sich in allen Texten und Botschaften eines Unternehmens, wie zum Beispiel auf der Website, in Newslettern, auf Social Media oder in der Kundenkommunikation. Sie sorgt dafür, dass eine Brand über alle Kanäle hinweg wiedererkennbar klingt und als zusammenhängende Einheit wahrgenommen wird.

Zentrale Bestandteile einer Brand Voice sind:

  • Tonfall: die grundsätzliche Stimmung der Kommunikation, etwa sachlich, locker oder empathisch

  • Sprachstil: die Art und Weise, wie Inhalte formuliert werden, zum Beispiel direkt oder zurückhaltend

  • Wortwahl: das verwendete Vokabular, inklusive Fachbegriffe, Anglizismen oder Umgangssprache

  • Haltung: die Werte und die innere Einstellung, die zwischen den Zeilen mitschwingen

Eine klar definierte Brand Voice ist in der Regel konsistent. Das bedeutet, dass sie über verschiedene Kanäle hinweg ähnlich klingt, auch wenn Inhalte, Formate oder Situationen variieren. Diese Konsistenz trägt wesentlich dazu bei, Vertrauen aufzubauen und die Markenidentität zu stärken.

2. Warum ist eine Brand Voice wichtig?

Die Brand Voice beeinflusst massgeblich, wie eine Brand oder eine Marke wahrgenommen wird. Ein klar definierter und konsistenter Kommunikationsstil trägt dazu bei, dass ein Unternehmen wiedererkannt wird und sich von anderen Brands unterscheidet. Gerade in einem Umfeld mit vielen ähnlichen Angeboten kann der Tonfall ein entscheidender Faktor sein, um im Gedächtnis zu bleiben.

Darüber hinaus steht die Brand Voice in engem Zusammenhang mit den Werten eines Unternehmens. Der gewählte Tonfall transportiert Haltungen und Einstellungen, etwa Professionalität, Nähe oder Verlässlichkeit. Stimmen diese sprachlichen Signale mit den tatsächlichen Werten der Brand überein, entsteht Vertrauen. Wirkt die Kommunikation hingegen widersprüchlich oder beliebig, kann dies die Glaubwürdigkeit schwächen.

Langfristig bildet die Brand Voice eine wichtige Grundlage für konsistente Markenkommunikation. Sie sorgt dafür, dass Botschaften über verschiedene Kanäle und Zeiträume hinweg zusammenpassen und als Teil derselben Brand erkennbar bleiben. Damit unterstützt sie nicht nur das Marketing, sondern auch den nachhaltigen Aufbau einer klaren und stabilen Markenidentität.

3. Wo kommt die Brand Voice zum Einsatz?

Die Brand Voice kommt überall dort zum Einsatz, wo eine Brand kommuniziert. Sie beschränkt sich nicht auf einzelne Kanäle oder Marketingmassnahmen, sondern prägt sämtliche Berührungspunkte zwischen Unternehmen und Zielgruppe.

Typische Einsatzbereiche der Brand Voice sind unter anderem die Website, Social-Media-Kanäle, Newsletter, Werbemittel sowie der Customer Support. Ob Produktbeschreibungen, Social Posts, E-Mails oder Support-Antworten: Der Tonfall sollte über alle Formate hinweg stimmig sein und zur jeweiligen Brand passen.

Dabei betrifft die Brand Voice sowohl die externe als auch die interne Kommunikation. Nach aussen sorgt sie für ein konsistentes Erscheinungsbild gegenüber Kundinnen und Kunden. Nach innen dient sie als Orientierung für Teams, die Inhalte erstellen oder mit der Zielgruppe kommunizieren. Eine klar definierte Brand Voice stellt so sicher, dass eine Brand unabhängig vom Kanal oder von der verantwortlichen Person wiedererkennbar bleibt.

4. Was ist der Unterschied zwischen Brand Voice und Tone of Voice?

Brand Voice und Tone of Voice werden häufig gleichgesetzt, beschreiben jedoch unterschiedliche Ebenen der Markenkommunikation. Die Brand Voice bildet die konstante Grundlage der Kommunikation. Sie definiert den grundsätzlichen Stil, die Haltung und den sprachlichen Rahmen, innerhalb dessen sich eine Brand bewegt.

Der Tone of Voice hingegen beschreibt die situative Ausprägung dieses Grundstils. Er passt sich dem jeweiligen Kontext, dem Kanal oder der Kommunikationssituation an. So kann derselbe Grundton auf der Website sachlich und informativ wirken, in sozialen Netzwerken lockerer ausfallen oder im Customer Support besonders empathisch sein, ohne dass sich die Brand Voice insgesamt verändert.

Zusammengefasst lässt sich also sagen: Die Brand Voice bleibt über alle Kanäle hinweg gleich, während der Tone of Voice flexibel ist. Er sorgt dafür, dass eine Brand situationsgerecht kommuniziert, ohne ihre Identität zu verlieren.

5. Wie definiert man eine Brand Voice?

Die Definition einer Brand Voice beginnt mit einer fundierten Zielgruppenanalyse. Nur wer weiss, wen er anspricht, kann den passenden Tonfall wählen. Alter, Interessen, Erwartungen und Werte der Zielgruppe liefern wichtige Hinweise darauf, ob eine Kommunikation eher sachlich, nahbar, humorvoll oder zurückhaltend gestaltet sein sollte.

Im nächsten Schritt wird die Brand Voice aus den Unternehmenswerten abgeleitet. Der Kommunikationsstil sollte widerspiegeln, wofür die Brand steht und welche Haltung sie nach aussen transportieren möchte. Dabei geht es nicht darum, möglichst originell zu klingen, sondern einen Tonfall zu finden, der authentisch zur Brand passt.

Darauf aufbauend werden Tonalität und Sprachstil konkret festgelegt. Dazu gehören unter anderem Entscheidungen zur Ansprache, zum Satzbau, zur Wortwahl sowie zum Umgang mit Fachbegriffen oder Emotionen. Ziel ist ein klarer sprachlicher Rahmen, der Orientierung bietet und konsistente Kommunikation ermöglicht.

Abschliessend sollte die Brand Voice dokumentiert werden, idealerweise in Form einer Brand-Voice-Guideline. Diese hält die wichtigsten Regeln und Beispiele fest und dient internen Teams sowie externen Partnern als verbindliche Grundlage für die tägliche Kommunikationsarbeit.

6. Was sind typische Fehler im Umgang mit Brand Voice?

Der wohl häufigste Fehler im Umgang mit der Brand Voice ist die unklare oder sogar fehlende Definition der Brand Voice selbst. Ohne definierte Leitlinien entsteht der Tonfall oft zufällig und variiert je nach Kanal oder verantwortlicher Person. Dadurch wirkt die Kommunikation uneinheitlich und die Brand verliert an Wiedererkennbarkeit.

Ebenfalls problematisch ist eine inkonsistente Umsetzung der Brand Voice. Selbst wenn ein grundlegender Stil definiert ist, wird er in der Praxis nicht immer konsequent angewendet. Unterschiedliche Tonfälle auf Website, Social Media oder im Customer Support können dazu führen, dass die Brand widersprüchlich wahrgenommen wird.

Ein weiterer typischer Fehler ist die zu starke Orientierung an aktuellen Trends. Zwar kann es sinnvoll sein, zeitgemäss zu kommunizieren, doch eine Brand Voice sollte nicht bei jeder neuen Modeerscheinung angepasst werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die Kommunikation beliebig wirkt und an Authentizität verliert.

Schliesslich scheitert eine Brand Voice häufig an mangelnder interner Verankerung. Wird sie nicht dokumentiert oder intern vermittelt, fehlt Teams eine klare Orientierung. Eine Brand Voice entfaltet ihre Wirkung nur dann vollständig, wenn sie von allen Beteiligten verstanden und im Alltag konsequent umgesetzt wird.

7. Fazit

Die Brand Voice beschreibt, wie eine Brand kommuniziert, und prägt damit massgeblich ihre Wahrnehmung nach innen und aussen. Sie sorgt für Wiedererkennbarkeit, vermittelt Werte und schafft Orientierung über alle Kanäle hinweg.

Als strategisches Element der Markenkommunikation geht die Brand Voice weit über einzelne Texte oder Kampagnen hinaus. Richtig definiert und konsequent umgesetzt, bildet sie die Grundlage für eine konsistente, glaubwürdige und langfristig erfolgreiche Kommunikation.

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