Zielgruppenanalyse mit KI erstellen? So einfach geht’s

Keine Zeit für aufwändige Zielgruppenanalysen? Wir zeigen dir, mit welchen KI-Tools und Prompts du innert wenigen Minuten die passende Zielgruppe für deine nächste Marketingkampagne findest.

Ob eine Social-Media-Kampagne ansteht, ein Produktlaunch oder ein neuer Newsletter: Wohl so ziemlich jede (seriöse) Marketingkampagne beginnt bei der Frage, welche Menschen du mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung eigentlich erreichen möchtest.

Sollen eher junge oder ältere Personen angesprochen werden? Frauen oder Männer? Technikaffine Menschen oder Sportbegeisterte? Je spezifischer deine Antwort auf diese Fragen, desto besser kannst du schlussendlich auch deine Marketingkampagne auf dein Zielpublikum ausrichten. Und das bedeutet in der Regel mehr Reichweite, mehr Klicks und mehr Umsatz.

Doch gute Zielgruppenanalysen brauchen Zeit. Manchmal sogar sehr viel Zeit. Es werden Personas erstellt, Keywords recherchiert, Daten gesammelt, Umfragen erstellt. Und gerade bei kleineren Marketingprojekten lohnt sich dieser Aufwand selten.

Was also, wenn’s mal etwas schneller gehen soll? In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du mithilfe von KI-Chatbots wie Claude oder ChatGPT innert wenigen Minuten eine Zielgruppenanalyse erstellst.

Was ist eine Zielgruppe?

Marketingprofis, ihr könnt gleich zum übernächsten Paragrafen scrollen. Für alle Marketinganfänger:innen, die sich gerade fragen, was eine Zielgruppe überhaupt ist und wozu man sie braucht, hier eine kurze Definition:

Als Zielgruppe definieren wir im Marketing die Gruppe Menschen, die du mit deinem Produkt, deiner Dienstleistung oder deiner Werbung erreichen willst. Also alle, die am Ende kaufen, klicken oder abonnieren sollen.

Verkaufst du beispielsweise Laufschuhe, besteht deine Zielgruppe aus Menschen, die gerne laufen gehen. Heisst, du solltest insbesondere Menschen ansprechen, die sich selbst als sportlich bezeichnen, die Laufgruppen angehören und die generell bereit sind, etwas mehr für ihre Sportausrüstung zu bezahlen als der Durchschnittskonsument. Von deiner Zielgruppe ausschliessen solltest du hingegen Menschen, die zu alt oder zu jung fürs Joggen sind oder die kein Interesse am Sport haben.

Wozu brauchen wir Zielgruppen überhaupt?

Eine sehr gute Frage. Dass wir unsere potenzielle Kundschaft eingrenzen, mag auf den ersten Blick ein bisschen kontraproduktiv erscheinen. Denn warum sollten wir gewisse Menschengruppen von unserem Marketing ausschliessen? Bedeutet das nicht viel weniger Kundschaft?

Tatsächlich ist es gerade umgekehrt. Würden wir unsere Zielgruppe nicht definieren und einfach den ganzen DACH-Raum bewerben, wäre zwar unser Pool an potenziellen Käufer:innen grösser – aber wir würden auch viel Marketingbudget in Menschen investieren, die überhaupt kein Bedürfnis für unser Produkt haben und deshalb wohl nie etwas bei uns kaufen würden.

Wenn wir nochmals zum Beispiel der Laufschuhe zurückkehren, heisst das: Anstatt unsere Werbung wahllos an alle im DACH-Raum auszuspielen, zeigen wir sie gezielt jenen, die joggen, in Laufgruppen aktiv sind oder sich generell für Sport begeistern. So landet jeder investierte Franken bei Menschen, die unsere Schuhe mit hoher Wahrscheinlichkeit auch wirklich gebrauchen können. Das bedeutet weniger Streuverluste, tiefere Kosten pro Verkauf und unterm Strich mehr Umsatz mit kleinerem Budget.

Wie funktioniert eine Zielgruppenanalyse?

Und wie findet man jetzt heraus, wer zur Zielgruppe einer Marketingkampagne gehört? Ganz genau, mit der Zielgruppenanalyse. Diese hat das Ziel, deine potenzielle Kundschaft anhand relevanter Merkmale so genau wie möglich zu beschreiben. Üblicherweise stützt man sich dabei auf vier Merkmalgruppen:

  • Demografische Merkmale (bspw. Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildung oder Beruf)
  • Geografische Merkmale (bspw. Region oder Wohnort, Stadt vs. Land).
  • Psychografische Merkmale (bspw. Werte, Interessen, Einstellungen und Lebensstil)
  • Verhaltensbezogene Merkmale (bspw. Kaufverhalten, genutzte Kanäle oder Markentreue)

Je mehr dieser Merkmale du erfassen kannst, desto präziser lässt sich deine Zielgruppe ansprechen. In der Praxis fasst man die Ergebnisse häufig zu einer sogenannten Persona zusammen. Darunter versteht man eine Art Beispiel-Profil einer typischen Kundin oder eines typischen Kunden, mit Alter, Beruf, Interessen und so weiter.

Doch woher nimmst du all diese Infos? Den besten Ausgangspunkt liefern traditionellerweise deine eigenen Daten. Verkaufszahlen, Kundendatenbank oder die Statistiken deiner Website und Social-Media-Kanäle (wie zum Beispiel Google Analytics oder Instagram Insights). Reicht das nicht, kommen externe Quellen hinzu: Umfragen, Marktforschungsstudien, Branchenreports oder ein Blick auf die Konkurrenz.

So lautet zumindest der klassische Weg. Wer für eigene Recherchen keine Zeit hat, kann sich mithilfe der KI ein fast ebenso gutes Ergebnis zusammenbasteln.

Zielgruppenanalyse mit KI: Ein kurzer Guide

Ganz abnehmen kann der KI-Chatbot dir die Arbeit natürlich nicht. Aber wer weiss, welche Fragen und Prompts man einer KI stellen muss, um eine solide Zielgruppenanalyse durchzuführen, spart trotzdem einiges an Zeit und Energie.

Entscheidend ist hierbei die Qualität deiner Unterhaltung mit der KI. Je mehr Kontext du lieferst und je gezielter du nachfragst, desto brauchbarer fällt das Ergebnis aus.

Am besten gehst du in vier Schritten vor und bleibst dabei im selben Chat, damit die KI auf deinen vorherigen Angaben aufbauen kann. Welches Tool sich am besten eignet, erfährst du weiter unten. Fürs Erste reicht ein beliebiger Chatbot.

Schritt 1: Kontext und Datenbasis liefern

Die Resultate einer KI sind immer nur so gut wie dein Prompt. Im ersten Schritt gibst du dem Chatbot deshalb eine klar definierte Rolle und versorgst ihn mit allen wichtigen Informationen zu deinem Produkt oder deiner Dienstleistung. Was du verkaufst, zu welchem Preis, wodurch du dich von der Konkurrenz unterscheidest und was du mit deiner Kampagne erreichen willst. Wenn du bereits eigene Daten zu deiner bestehenden Kundschaft hast, ergänzt du diese hier ebenfalls. Hier ein erster Beispiel-Prompt:

“Du bist ein erfahrener Marketingexperte mit Schwerpunkt Zielgruppenanalyse. Ich plane eine Marketingkampagne und möchte mit dir gemeinsam meine Zielgruppe bestimmen. Hier die wichtigsten Eckdaten:

  • Produkt oder Dienstleistung: […]
  • Preis: […]
  • Unterschied zur Konkurrenz: […]
  • Markt und Region: [z. B. Deutschschweiz]
  • B2C oder B2B: […]
  • Bisherige Kundschaft: […]
  • Ziel der Kampagne: [z. B. mehr Onlineverkäufe oder Newsletter-Abos]

Bevor du mir Zielgruppen vorschlägst, stell mir maximal fünf gezielte Rückfragen, die dir helfen, meine Zielgruppe genauer zu bestimmen. Weise mich ausserdem darauf hin, falls dir wichtige Informationen fehlen, statt Annahmen zu treffen. Sobald ich geantwortet habe, schlägst du mir mehrere mögliche Zielgruppen vor.”

Falls du nicht alle Eckdaten ausfüllen kannst, ist das natürlich kein Problem. Gib dem Chatbot einfach alle Informationen, die dir zur Verfügung stehen. Anhand der Rückfragen, die der Chatbot dir stellt, sollten die wichtigsten Informationslücken geschlossen werden.

Schritt 2: Mögliche Zielgruppen identifizieren

Sobald du die Rückfragen beantwortet hast, geht es darum, aus den bereitgestellten Informationen konkrete Zielgruppen abzuleiten. Diese Auswahl ist der wichtigste Moment der ganzen Analyse, denn auf der gewählten Zielgruppe baut jeder weitere Schritt auf.

Mit diesem Prompt lässt du dir mehrere Optionen zur Auswahl geben:

“Bitte schlage mir auf Basis dieser Informationen zwei bis drei klar voneinander abgegrenzte Zielgruppen vor. Beschreibe für jede Zielgruppe in wenigen Sätzen, wer dazugehört, warum sie zu meinem Angebot passt und wie gross das Potenzial ungefähr ist. Sag mir am Ende, welche Zielgruppe du für meine Kampagne am vielversprechendsten hältst und warum.”

Auf diese Weise erhältst du mehrere Vorschläge, die du dir dann in aller Ruhe anschauen und für dich entscheiden kannst, welche Zielgruppe am besten passt. Falls dir die Resultate des Chatbots noch nicht gefallen, kannst du auch weitere Alternativen verlangen. In diesem Fall erzählst du am besten ein bisschen mehr über deine Marketingziele und wen du gezielt erreichen möchtest. So fallen die KI-Resultate beim nächsten Mal etwas genauer aus.

Schritt 3: Persona ausarbeiten

Jetzt hast du bereits ein grobes Bild von deiner Zielgruppe. Um dieses Ergebnis noch etwas greifbarer zu machen, arbeiten wir im Schritt 3 eine Persona für dein Angebot aus. Hier greifen wir auf die oben erwähnten vier Merkmalgruppen zurück: die demografischen, geografischen, psychografischen und verhaltensbezogenen Merkmale.

Hier ein passender Beispielprompt:

“Erstelle für die gewählte Zielgruppe eine ausführliche Persona. Gib ihr einen Namen und beschreibe sie entlang folgender Merkmale: demografisch (Alter, Geschlecht, Einkommen, Beruf), geografisch (Wohnort), psychografisch (Werte, Interessen, Lebensstil) und verhaltensbezogen (Kaufverhalten, genutzte Kanäle). Ergänze ausserdem, welche Bedürfnisse, Wünsche und Probleme diese Person beim Kauf meines Produkts hat.”

Das Ergebnis ist ein alltagtaugliches Profil, das auf einen Blick zeigt, für wen dein Angebot gedacht ist (und für wen nicht). Lass dir diese Persona von der KI in ein Word-Dokument oder ein PDF übersetzen und speichere sie auf deinem Computer ab. So hast du sie für den Aufbau deiner Marketingkampagne direkt griffbereit.

Schritt 4: Konkrete Empfehlungen für deine Kampagne

Wir sind aber noch nicht ganz fertig mit unserer Zielgruppenanalyse. Schliesslich wollen wir noch herausfinden, was die Erkenntnisse über deine Zielgruppe für deine konkreten Marketingmassnahmen bedeuten. Deshalb fragen wir die KI in einem letzten Schritt, wie du deine Zielgruppe am besten erreichst, wie du sie ansprechen sollst und welche Argumente am besten überzeugen.

Ein passender Prompt dafür:

“Leite aus dieser Persona konkrete Empfehlungen für meine Kampagne ab. Über welche Kanäle erreiche ich diese Person am besten, welche Tonalität und Bildsprache passen zu ihr, und mit welchen drei Botschaften überzeuge ich sie am ehesten? Nenne mir ausserdem typische Einwände, die ich entkräften sollte.”

So hast du am Ende nicht nur eine Beschreibung deiner Zielgruppe, sondern eine direkt umsetzbare Grundlage für deine Kampagne: passende Kanäle, die richtige Ansprache und überzeugende Botschaften. Und das alles in nur wenigen Minuten.

Die besten KI-Tools für die Zielgruppenanalyse

Im Grunde eignet sich jeder der grossen KI-Chatbots für eine einfache Zielgruppenanalyse. Trotzdem gibt es ein paar Kandidaten, die besonders hervorstechen.

ChatGPT von OpenAI ist der wohl am breitesten aufgestellte Anbieter und damit eine gute Wahl, wenn du nur ein einziges Tool nutzen willst. Es bewältigt auch in der kostenlosen Version alle Schritte der Analyse relativ zuverlässig und lohnt sich deshalb besonders für KI-Einsteiger:innen. Vorsicht geboten ist allerdings bei Zahlen und Fakten, wo ChatGPT manchmal zu Halluzinationen neigt. Wichtige Fakten deshalb unbedingt nachrecherchieren.

Claude von Anthropic überzeugt vor allem durch sprachliche Qualität und gründliche Analyse. Gerade auf Deutsch wirken die Texte oft natürlicher als bei der Konkurrenz, weshalb sich Claude besonders fürs Ausformulieren der Persona und für sauber strukturierte Ergebnisse eignet. Wichtig: Auch Claude neigt allerdings manchmal zu Halluzinationen. Auch hier sollten wichtige Zahlen und Fakten deshalb doppelt überprüft werden.

Gemini von Google ist stark in der Webrecherche und kann dank eines sehr grossen Kontextfensters auch umfangreiche eigene Daten auf einmal verarbeiten. Damit eignet es sich gut, wenn du der KI etwa Verkaufszahlen oder lange Dokumente mitgeben willst.

Perplexity eignet sich vor allem für die Recherche. Dies, weil Perplexity kein klassischer Chatbot ist, sondern eher eine KI-Suchmaschine. Dadurch eignet die KI sich besonders, um Marktdaten und Statistiken oder Informationen über die Konkurrenz zu finden und zu überprüfen. Für die kreativ-strategischen Schritte der Zielgruppenanalyse ist Perplexity dagegen weniger gut geeignet als die anderen drei.

Welches KI-Tool du für deine Zielgruppenanalyse wählst, ist für den Einstieg allerdings zweitrangig. Wichtiger ist, dass du überhaupt loslegst. Am besten probierst du zwei oder drei in der kostenlosen Version aus und bleibst bei dem, mit dem du am besten zurechtkommst.

Fazit

Seine Zielgruppe zu kennen, ist die Grundlage für jede erfolgreiche Marketingkampagne. Und jetzt gibt’s keine Ausrede mehr, denn mithilfe der richtigen KI-Prompts gelingt dir das von nun an schon in wenigen Minuten. Unsere Beispiel-Prompts sind hier natürlich nur ein Anfang. Je mehr Zielgruppenanalysen du mithilfe von KI durchführst, desto eher merkst du, wie du zum für dich besten Resultat gelangst.

Ganz wichtig: Die KI-generierte Zielgruppenanalyse ersetzt natürlich keine gründlich recherchierte, fundierte Zielgruppenanalyse von erfahrenen Profis. Planst du eine grosse oder wichtige Marketingkampagne, in die viel Budget fliesst, solltest du dich deshalb nicht in erster Linie auf die KI verlassen, sondern auf erfahrene Expertinnen und Experten.

Als schneller und günstiger Einstieg in die Zielgruppenanalyse ist die KI-Alternative aber ideal, gerade bei kleineren Projekten. Probier es bei deiner nächsten Kampagne einfach aus.

Redaktion

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