Die wichtigsten 10 Marketingtipps für neue Unternehmen

Frisch gegründet und noch ein bisschen ratlos, was das Marketing betrifft? Wir haben für dich die wichtigsten Tipps zusammengefasst, die dir das Marketing als Startup oder neues Unternehmen hoffentlich etwas erleichtern.

Als wäre die Gründungsphase nicht schon anstrengend genug, gestaltet sich auch das Marketing für Startups und neue Unternehmen nicht ohne Herausforderungen. Wer noch keine loyale Stammkundschaft hat, keine Follower auf Social Media, keine Bewertungen auf Google oder Ähnliches, der muss auch etwas mehr Anlauf nehmen, wenn es ums Marketing geht.

Aus diesem Grund sind viele der allgemeinen Marketingtipps, die man überall so findet, nur bedingt relevant für neue Unternehmen. Für bereits etablierte Firmen mögen Tipps zur Automatisierung via KI oder der Skalierung von Kampagnen relevant sein. Du allerdings brauchst erst einmal eine Basis, auf der du handeln kannst.

Deshalb haben wir heute einen Artikel spezifisch für Gründer:innen wie dich geschrieben. Wir besprechen, wie du deine Zielgruppe und deinen USP findest, welche Kanäle du bespielen solltest, wie du deinen Launch vorbereitest, und vor allem, wie du deine Anfangsphase im Marketing nicht nur mit Ach und Krach überstehst, sondern deine Newness sogar als Vorteil einsetzen kannst.

1. Definiere deine Zielgruppe

Wie du vielleicht schon weisst, kann Marketing nur dann wirklich funktionieren, wenn du weisst, wen du ansprechen willst. Und wir sprechen hier nicht von deiner Traumkundschaft (enthusiastisch, kauffreudig, reich?), sondern von den Menschen, für die deine Produkte oder deine Dienstleistungen auch tatsächlich relevant sind. Diese Menschen bezeichnen wir im Marketing als Zielgruppe.

Stellst du beispielsweise Holzspielzeuge für Kleinkinder her, besteht deine Zielgruppe grösstenteils aus Eltern, Grosseltern und anderen Familienmitgliedern. Verkaufts du hingegen Mountainbikes, wären es wohl eher die sportlichen, risikofreudigen Menschen, die du im Blick halten solltest.

Um eine Zielgruppe korrekt zu definieren (und nicht versehentlich potenzielle Käufer:innen auszuschliessen), ist eine Zielgruppenanalyse nötig. Dabei bestimmst du die demografischen Merkmale deiner Zielgruppe (Alter, Geschlecht, etc.), die geografischen Merkmale (Region oder Wohnort), die psychografischen Merkmale (bspw. Werte, Interessen, Einstellungen und Lebensstil) und die verhaltensbezogenen Merkmale (bspw. Kaufverhalten). Hast du all diese Informationen beisammen, erstellst du damit eine sogenannte Persona.

Diese Persona stellt dann sozusagen deinen Durchschnittskunden dar. Die Person, für die du all deine Kampagnen erstellst und nach der du all deine Marketingmassnahmen ausrichtest. Aus diesem Grund ist dieser Schritt auch so wichtig.

Natürlich ging das alles jetzt etwas schnell. Wenn du diesen Prozess noch nie selbst durchgeführt hast, empfehlen wir dir deshalb, dass du einmal einen Blick in diesen Artikel wirfst, wo wir nochmals im Detail erklären, wie du deine Zielgruppenanalyse genau durchführen solltest.

2. Finde deinen USP

Der «USP» oder «Unique Selling Point» ist der nächste Punkt auf deiner To-Do-Liste. Nachdem du ermittelt hast, für wen du dein Produkt oder deine Dienstleistung vermarkest, geht es jetzt darum, wie du es vermarkest. Was kann dein Produkt, dass andere, ähnliche Produkte nicht können? Was bietet deine Dienstleistung, das andere Diensleister gerne vergessen? Was hebt dich von der Konkurrenz ab?

Dieses Alleinstellungsmerkmal, oder eben USP, sollte dein Kompass sein. Dein grösstes Feature, das du auf deiner Website, in deinem Newsletter, deinen Ads und deinen Social-Media-Kanälen prominent aufführst und immer wieder erwähnst.

Woran man einen guten USP erkennt? Auch hierzu haben wir gerade erst einen Artikel veröffentlicht. Hier zeigen wir dir im Detail, was einen guten USP ausmacht.

3. Erschaffe einen Wiedererkennungswert

Stell dir vor, jemand sieht heute deine Instagram-Anzeige, landet nächste Woche zufällig auf deiner Website und läuft einen Monat später an deinem Stand an einer Messe vorbei. Glaubst du, diese Person würde merken, dass es sich dreimal um dasselbe Unternehmen handelt?

Als neue Firma brauchst du meistens mehrere Berührungspunkte, bis sich jemand an dich erinnert. Und das klappt nur, wenn du überall ein einheitliches Bild abgibst. Dazu gehört zum einen dein Corporate Design, also dein Logo, deine Farben auf der Website, deine Schriftart und der Stil deiner Bilder. Zum anderen ist aber auch deine Brand Voice relevant. Sprichst du deine Kundschaft locker und mit einem Augenzwinkern an, oder eher sachlich und seriös? Diese Tonalität sollte sich durch all deine Kanäle ziehen, von der Produktbeschreibung über den Newsletter bis zur Antwort auf einen Google-Kommentar.

Der entscheidende Begriff hier lautet Konsistenz. Wenn dein Instagram-Auftritt verspielt und bunt ist, deine Website dann aber streng und minimalistisch wirkt, verwirrst du deine potenzielle Kundschaft, ohne es zu merken. Verwendest du hingegen immer dieselben Farben, dasselbe Logo und denselben Ton, prägst du dich viel schneller ein. Ausserdem wirkst du dadurch professioneller, was gerade am Anfang beim Aufbau von Vertrauen enorm hilft.

Das musst du dir übrigens nicht jedes Mal neu überlegen. Am einfachsten hältst du deine Vorgaben in einem kleinen Styleguide fest, also einem Dokument, in dem du deine Farben, Schriften, dein Logo und ein paar Beispiele für deinen Schreibstil sammelst. So greift ihr im Team immer auf dieselbe Grundlage zurück, auch wenn das Unternehmen mit der Zeit wächst.

4. Finde die passenden Marketingkanäle

Google Ads, Instagram, TikTok, LinkedIn, Newsletter, Print: Die Auswahl an Marketingkanälen ist riesig. Als neues Unternehmen ist man gerade deshalb natürlich schnell versucht, überall gleichzeitig präsent sein zu wollen. Je mehr Reichweite, desto besser, oder?

Das ist allerdings selten eine gute Idee. Deine Zeit und dein Budget sind gerade in der Anfangsphase deines neuen Unternehmens oft eher begrenzt, und wenn du fünf Kanäle nur halbherzig bespielst, bringt dir das weniger als ein oder zwei Kanäle, die du richtig pflegst.

Welche Kanäle das sein sollten, hängt direkt von deiner Zielgruppe ab (siehe Tipp 1). Die einfache Grundregel lautet: Sei dort, wo deine Kundschaft ohnehin schon ist. Verkaufst du optisch ansprechende Produkte an ein junges Publikum, sind Instagram oder TikTok naheliegend. Richtest du dich an andere Unternehmen, führt kaum ein Weg an LinkedIn vorbei. Und wer eine lokale Dienstleistung anbietet, fährt mit einem gepflegten Google-Business-Profil und Google Ads oft besser als mit dem zehnten Reel.

Am besten wählst du zu Beginn ein oder zwei Kanäle, die zu deinem Angebot und deiner Zielgruppe passen, und schaust dort genau hin, was funktioniert. Sobald ein Kanal zuverlässig läuft, kannst du den nächsten dazunehmen.

5. Sammle Testimonials

Gehörst du auch zu den Menschen, die vor einem Kauf erst einmal die Bewertungen durchlesen? Egal ob ein neuer Staubsauger her soll, ein Restaurant für den Geburtstag oder ein Online-Kurs: Bevor wir uns entscheiden, schauen wir meistens, was andere über ein Produkt oder eine Dienstleistung sagen. Die Erfahrungen anderer beeinflussen unsere Kaufentscheidungen enorm.

Grund dafür ist, dass wir ein Gefühl von Sicherheit wollen. Anstatt einfach dem Werbeversprechen eines Unternehmens zu glauben, bekommen wir über Bewertungen und Testimonials eine vermeintlich ehrlichere Perspektive. Und gerade für ein neues Unternehmen ist dieser Punkt besonders essenziell. Du hast noch keine Stammkundschaft, die dich weiterempfiehlt. Deine Brand oder dein Logo sagen noch niemandem gross etwas. Umso wichtiger ist es, dass die Stimmen deiner zufriedenen Kundinnen und Kunden deine Zielgruppe erreichen.

Natürlich ist das gerade für Unternehmen im Anfangsstadium nicht besonders einfach, weil du quasi bei null beginnst. Deshalb lohnt es sich, aktiv nachzufragen. Bitte deine Kundschaft um eine Google-Bewertung oder ein paar Zeilen für deine Website, wann immer du die Gelegenheit dazu hast. So wird aus einer Handvoll zufriedener Kundschaft nach und nach solider Social Proof, der neue Interessent:innen überzeugt.

6. Nutze deine Newness als Vorteil

Bist du auf Social Media auch schon mal einem kleinen Business-Account gefolgt, um zuzusehen, wie das Unternehmen langsam aber sicher erfolgreicher wurde? Vielleicht waren es zwei Freundinnen, die ihr gesamtes Erspartes in eine Idee gesteckt haben, und du hast dir jede Woche ihre Instagram-Story angesehen und gehofft, dass ihr Event gut gelaufen ist. Oder vielleicht hat dir das innovative Produkt des Unternehmens gut gefallen und du wolltest zuschauen, wie jemand das vermarket.

Wir Menschen lieben Geschichten. Und zwar nicht nur Krimis und Romanzen, sondern auch ganz alltägliche Geschichten. Dazu gehört auch deine Gründungsgeschichte. So banal es dir auch erscheinen mag: Da draussen gibt es Menschen, die deine Interessen teilen und wissen wollen, wie und warum du dein Unternehmen gegründet hast.

Deshalb solltest du deine Geschichte unbedingt dokumentieren und erzählen. Einerseits natürlich auf deiner Über-Uns-Seite, wo du deine Gründungsgeschichte erzählen darfst, aber auch auf deinen Social-Media-Kanälen. Filme oder fotografiere deinen Launch, deine erste Bestellung, dein erstes Event, und poste deine Geschichte auf Social Media. So wirkst du extrem nahbar und authentisch, und gibst deiner Kundschaft somit gleich noch einen Grund, warum man sich an dich erinnern und mit dir mitfiebern sollte.

7. Mach deinen Launch zum Ereignis

Es gibt einen Moment, den du als neues Unternehmen nur ein einziges Mal hast: deinen Launch. Genau der eignet sich hervorragend für ein bisschen Aufmerksamkeit, denn ein frisch gegründetes Unternehmen ist an sich schon eine Neuigkeit. Lokalzeitungen, Branchen-Newsletter oder dein eigenes Netzwerk springen auf so etwas oft eher an als auf die zehnte Kampagne eines Anbieters, den es schon seit zwanzig Jahren gibt.

Lass deinen Launch also nicht einfach mucksmäuschenstill über die Bühne gehen. Überleg dir eine kleine Aktion, die zu dir passt: ein Eröffnungsangebot, ein Gewinnspiel, ein Event oder auch nur ein Countdown auf deinen Kanälen. Hauptsache, die Leute merken, dass hier etwas Neues beginnt. Und trau dich, aktiv auf Medien und mögliche Multiplikator:innen zuzugehen. Eine kurze, freundliche Mail ans lokale Wochenblatt kostet dich nichts und bringt dir im besten Fall genau die Sichtbarkeit, die du am Anfang so gut gebrauchen kannst.

8. Zeig dich als das Gesicht deines Unternehmens

Eine der Faustregeln im Marketing lautet: Gesichter funktionieren besser als Objekte. Ob man eine Werbekampagne plant oder nach Stock-Fotos für einen Artikel sucht: Grundsätzlich wird eher geklickt, wenn ein Gesicht abgebildet ist.

Aus demselben Grund lohnt es sich, dass du als Gründerin oder Gründer selbst für deine Zielgruppe sichtbar wirst. Wenn deine Kundschaft weiss, mit wem sie es zu tun hat, fällt es ihr auch leichter, sich mit deinem Unternehmen und deinen Werten zu identifizieren. Lade dein Foto auf der Website hoch, knipse ein paar Fotos für Social Media und zeige, was hinter den Kulissen passiert. Die Leute wollen wissen, wer da eigentlich am Werk ist.

Das heisst natürlich nicht, dass du jetzt dein ganzes Privatleben posten musst. Es geht lediglich darum, dich hin und wieder zu zeigen und deinem Unternehmen ein Gesicht zu geben. Denn gerade am Anfang bist du die glaubwürdigste Botschafterin deiner eigenen Idee, und deshalb auch einer der grössten Hebel, was das Vertrauen deiner Kundschaft betrifft.  

9. Leih dir Glaubwürdigkeit aus

Bis deine eigene Marke bekannt genug ist, kannst du dir Vertrauen auch von anderen ausborgen. Das klingt erst mal seltsam, ist aber ein gängiges Prinzip: Wenn ein etablierter Name mit dir in Verbindung gebracht wird, überträgt sich ein Teil seiner Glaubwürdigkeit auf dich. Deine Zielgruppe denkt sich unbewusst, dass an dir schon etwas dran sein wird, wenn dieser Partner mit dir zusammenarbeitet.

In der Praxis gibt es dafür viele Wege. Du kannst mit einem bekannteren Unternehmen kooperieren, einen Gastbeitrag auf einem etablierten Blog schreiben, an einem Podcast teilnehmen oder an einem Event auftreten, den deine Zielgruppe kennt. Auch eine Zusammenarbeit mit einer passenden Influencerin oder einem Branchenexperten zahlt auf dasselbe Konto ein. Wichtig ist nur, dass der Partner thematisch zu dir passt, sonst wirkt die Verbindung schnell beliebig.

Achte darauf, dass beide Seiten etwas davon haben, denn dann sind solche Kooperationen am einfachsten zu haben. Vielleicht bringst du frische Ideen mit, ein spannendes Produkt oder Zugang zu einer Zielgruppe, die der andere noch nicht erreicht. In jedem Fall ist dies einer der besten Wege, um Bekanntheit zu steigern und Vertrauen aufzubauen.

10. Behalte deine Ergebnisse im Blick

Zum Schluss noch ein Tipp, der weniger spektakulär klingt, dir aber viel Zeit und Geld spart: Schau dir an, was deine Massnahmen tatsächlich bringen. Gerade am Anfang ist dein Budget knapp, und du willst wissen, welcher Kanal und welche Aktion sich lohnen und welche du dir sparen kannst. Ohne diesen Blick auf die Zahlen tappst du im Dunkeln und entscheidest aus dem Bauch heraus.

Dabei musst du kein aufwändiges Analyse-System aufsetzen. Es reicht, wenn du ein paar Kennzahlen regelmässig verfolgst, die zu deinen Zielen passen. Wie viele Leute besuchen deine Website, woher kommen sie, was tun sie dort, und wie viele davon werden zu Kundschaft? Tools wie Google Analytics oder die Statistiken deiner Social-Media-Kanäle liefern dir diese Antworten kostenlos. Schon ein kurzer Blick pro Woche zeigt dir mit der Zeit klare Muster.

Und keine Angst, du musst nicht alles auf einmal perfekt machen. Fang mit zwei, drei Zahlen an, die dir wirklich etwas sagen, und bau darauf auf. So triffst du deine nächsten Entscheidungen nach und nach fundierter, statt nur zu raten.

Fazit

Wie du siehst, muss Marketing für ein neues Unternehmen weder kompliziert noch teuer sein. Am wichtigsten ist, dass du deine Ausgangslage kennst und sie für dich nutzt, statt dich von grösseren, etablierten Firmen einschüchtern zu lassen. Deine Newness ist kein Nachteil, sondern deine Chance, nahbar und ehrlich aufzutreten. Fang mit den Punkten an, die dir am dringendsten erscheinen, und arbeite dich Schritt für Schritt vor. Wir wünschen dir ganz viel Erfolg dabei.

Redaktion

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