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Gen Z vs. Gen Alpha: Was bedeuten sie fürs Marketing?

Jede Generation hat ihre Besonderheiten. Besonderheiten, die auch für das Marketing eine Rolle spielen. Doch welche Bedeutung haben die jüngsten Generationen – Z und Alpha – für das Marketing und wie kann man sie erreichen? Worauf es beim Marketing für diese Zielgruppen ankommt, wird hier zum Thema.

Das Marketing unterliegt immer wieder grossen Veränderungen. Das hat nicht nur mit der Digitalisierung zu tun, sondern auch mit den unterschiedlichen Ansprüchen der einzelnen Zielgruppen. So war die Generation der Babyboomer die erste Nachkriegsgeneration und erlebte das Wirtschaftswunder mit, die Generation Y (für Why? – Warum?) hingegen hinterfragte mehr. Und wie steht es um die Generationen Z und Alpha? Wer gehört zu diesen Generationen? Welche Ansprüche und Erwartungen haben sie? Und vor allem: Welche besondere Rolle spielen Generation Z und Alpha für das Marketing?

Um zu verstehen, was die Generationen Z und Alpha bewegt und welche Wünsche und Vorstellungen sie haben, muss man zunächst einmal wissen, wer konkret zu diesen Generationen gehört.

Die Generation Z im Kurzportrait

Zur Generation Z gehören die Jahrgänge 1995 bis 2010. Damit ist es die Generation Z, die massgeblich die Digitalisierung des Alltags mitbekommen und zum Teil auch mitbestimmt hat. Eine Besonderheit dieser Generation ist zumeist der Wunsch nach individueller Entwicklung. Ebenso schätzt es die Gen Z, wenn sie sich selbst verwirklichen kann. Für diese Generation spielen Weltoffenheit eine wichtige Rolle und sie möchte sich gleichermassen wohlfühlen und Sicherheit geniessen.

Aber: Gegenüber Arbeitgeber:innen ist die Generation Z vielfach nicht sehr loyal und sie sucht stets die Sinnhaftigkeit in ihrer Arbeit. Dabei sollte diese bestenfalls auch noch Spass machen. Ebenso wichtig ist für die Generation Z ein Internetzugang am Arbeitsplatz und sie möchte bevorzugt nicht an Wochenenden arbeiten. Mit dem Smartphone und unzähligen Apps hat die Generation Z zudem immer eine Möglichkeit zur Kommunikation bei sich und nutzt diese auch entsprechend intensiv.

Dazu kommt inzwischen auch immer mehr die Generation Alpha (ɑ) zu Tragen. Diese derzeit jüngste Generation bringt ebenso ganz eigene Besonderheiten mit.

Die Generation Alpha (ɑ) im Kurzportrait

Aktuell steckt die Generation Alpha noch in den Kinderschuhen. Und das wortwörtlich. Denn zu dieser Generation gehören die Jahrgänge 2010 bis in etwa 2025, ehe im Anschluss die Generation Beta folgen wird. Somit sind die Mitglieder der Generation Alpha aktuell maximal 12 Jahre alt und sie unterliegen einem stärker werdenden Einfluss durch die Technik. Auch diese Generation ist bereits sehr gut vernetzt und durch Smartphone und Co. stets erreichbar. Die Digitalisierung spielt für die Gen Alpha somit eine sehr bedeutungsvolle Rolle. Noch mehr, als es bereits für die Generationen Y und Z der Fall ist.

Kinder der Generation Alpha swipen oftmals schon über Smartphones und Tablets, ehe sie erste Sätze sprechen können. Für sie sind Künstliche Intelligenz (KI), 3D-Drucker oder auch Chatbots und autonom fahrende Autos keine Zukunftsmusik mehr, sondern feste Bestandteile des Alltags. In diesen Bereichen gelten die Kinder der Gen Alpha somit als Early Adopter. Technische Digitalisierung ist für sie die Normalität. Das birgt vor allem eine Gefahr: Der analoge Alltag könnte für die Gen Alpha zu einer Art Nebenerscheinung werden, während die digitale Welt im Mittelpunkt steht.

Im Marketing: Für die Gen Z spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle

Geht es ums Marketing, ist es bei der Generation Z vor allem wichtig, die Zielgruppe schnell zu erreichen. Die Aufmerksamkeitsspanne dieser Generation liegt oft bei gerade einmal acht Sekunden – und damit um vier Sekunden niedriger als bei der Vorgängergeneration Y. Viel Zeit bleibt Marketer:innen also nicht, um die Gen Z zu erreichen. Aber: Besonders einfach gelingt dies oft mit Hilfe von Bildern und kurzen Videos. Mit ein Grund, warum Instagram und TikTok so beliebt sind. Übrigens ist dies auch ein wichtiges Marketing-Instrument, mit dem man die Gen Z einfach erreichen kann. Das Smartphone ist eh ein ständiger Begleiter und immer griffbereit. Hier verbirgt sich also oftmals viel Potential, das genutzt werden will.

Ebenso kann man die Gen Z mit nachhaltigem Marketing erreichen. Also mit Marketing, dass sich auf ökologische Themen bezieht, auf nachhaltig wirtschaftende Unternehmen oder auch auf Zero Waste und Recycling. Hinzu kommt, dass zur Gen Z im Marketing eine Beziehung aufgebaut werden muss. Nicht etwa die Vorteile von Produkten stehen für diese Generation im Fokus, sondern das Erlebnis rund um die Marke. Wichtige Aspekte hierfür sind unter anderem Content-Marketing und Storytelling. Hiermit haben Unternehmen die Möglichkeit, die Zielgruppe der Generation Z direkt abzuholen und gezielt anzusprechen.

Noch ein wichtiger Aspekt: Die Gen Z steht nicht auf Floskeln! Statt zum Beispiel über Umweltschutz zu philosophieren, kommt es für diese Generation darauf an, konkret zu handeln und aktiv zu werden.

Konkrete Strategien sind wichtig, um die Generation Z zu erreichen

Kurz und knapp bedeutet das: Um die Gen Z mit eigenem Marketing erreichen zu können, braucht es passende Strategien.

Werbekampagnen müssen also auf die Erwartungen und Ansprüche der Gen Z angepasst werden, damit diese auch tatsächlich Erfolg haben können. Statt Plakatwerbung in Innenstädten sind also digitale Kampagnen der deutlich bessere Weg, um die Gen Z anzusprechen – und das bestenfalls mobil, da die Nutzung von mobilen Geräten nach wie vor zunimmt.

Und wie relevant ist die Generation Alpha fürs Marketing?

Wenngleich die Generation Alpha eine noch sehr junge Generation ist, sollte man sie im Marketing keinesfalls ausser Acht lassen. Und das aus gutem Grund. Denn die Generation Alpha nimmt aktiv und gezielt Einfluss auf die Kaufentscheidungen ihrer Eltern. Dabei geht es nicht nur um Produkte, die speziell für Kinder konzipiert sind, auch digitale Produkte sind davon betroffen. Beispielsweise Streaming-Angebote wie Netflix oder Disney+. Hinzu kommt, dass die Gen Alpha ihre Eltern auch insoweit beeinflusst, dass diese die gleichen Apps wie ihre Kinder herunterladen und nutzen. Das sind Aspekte, die für Marketer:innen interessant und relevant zugleich sein sollten.

Das Konsumverhalten der Generation Alpha unterscheidet sich dabei zum Teil deutlich von jenem ihrer Vorgängergenerationen. So sind Apps speziell für Kinder meist nicht sonderlich beliebt, stattdessen will die Gen Alpha ernst genommen werden und nutzt demzufolge eher Apps, die generell eher für Erwachsene entwickelt wurden. Die Generation Alpha ist allerdings auch offen für viele Neuheiten, zeigt sich oft sehr empfindsam und hilfsbereit. Individuelle Eigenheiten sind für Mitglieder der Generation Alpha somit oft kein Problem, sondern etwas, was sie ihren Mitmenschen zugestehen.

Auf die Bedürfnisse der Generation Alpha eingehen

Letzten Endes wird es im Marketing darauf ankommen, die Bedürfnisse und Ansprüche der Gen Alpha zu erkennen und diese auch zwingend ernst zu nehmen. Durch die stete Verfügbarkeit von digitalen Kommunikationsmitteln ist die junge Generation extrem gut vernetzt und tauscht sich untereinander intensiv aus. Negative Erfahrungen werden somit noch schneller mit Freund:innen geteilt, als es bereits bei den Generationen Y und Z der Fall war.

Ein positiver Aspekt der aktuellen Entwicklung allerdings: Die Generation Alpha ist trotz aller Digitalisierung abenteuerlustig und gesteht sich Fehler zu. Das tut sie allerdings auch gegenüber anderen. Kleine Fehler werden somit vielfach verziehen und man hat – beispielsweise im Marketing oder in der Produktentwicklung – die Chance, diese Fehler wieder gut zu machen.

Aktuell erwartet die Generation Alpha vielleicht eher intelligente Spielsachen, mit denen auch kommuniziert werden kann. Sprachassistent:innen spielen so eine wichtige Rolle, ebenso kann dies auch auf intelligente Smartwatches zutreffen. Erste Modelle erinnern beispielsweise schon ans Zähneputzen oder daran, dass der Hund noch Gassigehen muss. Das eigentliche Ziel solcher Geräte – das Uhrlesen – lernt die Generation Alpha dabei eher nebenbei.

Im Grossen und Ganzen wird also deutlich, dass die Generationen Z und Alpha für das Marketing bereits jetzt eine immens wichtige Rolle spielen (sollten) und sich ihre Bedürfnisse dabei recht gut erkennen lassen. Wer diese Generationen ernst nimmt und auf ihre Ansprüche eingeht, wird im Marketing sicherlich erfolgreich sein können.

Hauke Eilers-Buchta
Hauke Eilers-Buchta
Ich bin Hauke. Blogger seit 2010, Texter seit 2012. Dazu Papa, Ostfriese und Digital Native.

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