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E-Mail-Marketing vs. Social-Media-Marketing – Was ist denn nun besser?

Folgendes Szenario: Du wächst am Morgen auf und nimmst – noch immer im Bett – dein Smartphone in die Hand. Was checkst du als erstes ab? Die Welt spaltet sich hier entzwei: Während die einen sogleich auf Social Media gehen, öffnen die anderen als erstes ihre E-Mails. Zu welchen gehörst du?

E-Mail-Marketing klingt so quasi nach dem Boomer unter den Marketing-Kanälen, während Social Media den Digital Natives entspricht. So einfach ist es dann aber doch nicht, denn das E-Mail-Marketing hat definitiv noch seine Existenzberechtigung.

E-Mail-Marketing – kein Schnee von gestern

Fakt ist: Über 3.6 Milliarden Personen nutzen Social Media, über 4 Milliarden Personen nutzen E-Mails. Theoretisch kannst du also mehr Personen per E-Mail erreichen als über Instagram, Facebook und Co. Die Anzahl User:innen steigt, bei Social Media wie auch bei E-Mail, voraussichtlich weiter an.

Alleine das bestätigt, dass wir E-Mails noch immer rege nutzen. Gemäss ProCurious nutzen 73 Prozent der Millennials am liebsten E-Mails für geschäftliche Kommunikation. E-Mail wird oftmals auch als sicherer Bewertet, wenn es um die Sammlung von Daten geht, als Social Media.

Vorteile des E-Mail Marketings

Wohl eines der stärksten Argumente für das E-Mail-Marketing ist der Return on Investment (ROI). Während der ROI bei Social Media durchschnittlich bei 15 – 25 Prozent liegt, so ist er beim E-Mail-Marketing angeblich um ein vielfaches höher. So lassen sich Angaben von einem ROI von 122 Prozent bis zu 4400 Prozent finden! Übersetzt bedeutet das, dass du im E-Mail-Marketing viel mehr Umsatz in Relation zu deinem eingesetzten Budget erhältst.

Wenn wir schon beim Thema Budget sind: E-Mail-Marketing ist oftmals günstiger als Paid Social-Media-Marketing. Beim E-Mail-Marketing zahlst du je nach dem für die Benutzung einer Software, die dir beim Versand, dem Tracking und der Automation hilft. Ansonsten hast du, ausgenommen von den Personalkosten natürlich, kaum Ausgaben hier. Auf Social Media bezahlst du für Paid Kampagnen – auf allen Plattformen einzeln. Die Kampagnen sind oftmals notwendig, um mehr Reichweite zu erlangen, deine Zielgruppen zu erreichen und um das Targeting anzuwenden.

Eine weitere Kennzahl, welche die Wahl des E-Mail-Marketings unterstützt, ist die Click-Through-Rate. Denn nicht nur haben E-Mails eine durchschnittliche Open Rate von über 22 Prozent, die CTR liegt im Durchschnitt bei über 3.2 Prozent. Im Vergleich dazu: Die CTR auf Social Media liegt bei den meisten Plattformen unter einem Prozent.

Persönliche Kommunikation

Targeting ist auf Social Media wie auch beim E-Mail-Marketing möglich. Jedoch kannst du all deine E-Mails an bestimmte Zielgruppen und Personen versenden, während du auf diversen Social-Media-Kanälen nur bei Paid-Kampagnen die Option des Targetings hast.

Mit automatisierten E-Mails kannst du deine Kunden auf der gesamten Customer Journey personalisiert und passend kontaktieren und begleiten. Im Mail werden die Kunden direkt beim Namen angesprochen und können vor und nach einem Kauf oder einer Terminbuchung mit entsprechenden Inhalten bespielt werden.

Nachteile des E-Mail Marketings

So schade wie es ist, auch das E-Mail-Marketing ist nicht ohne seine Einbussen. Damit du E-Mail-Marketing überhaupt betreiben kannst, brauchst du zuerst die E-Mail-Adressen deiner Kunden. Diese musst du sammeln, indem du einen spannenden Newsletter anbietest oder mit Lead-Magneten Anmeldungen generierst. Hast du eine anständige Datenbank mit E-Mail Adressen, so ist der nächste Schritt das Wählen einer passenden E-Mail-Marketing-Software. Denn es ist kaum möglich, den Aufwand des E-Mail-Marketings manuell zu bestreiten.

Womit du beim E-Mail-Marketing ebenfalls rechnen musst, ist die Spam-Inbox. Es kann sein, dass deine E-Mail nicht im Posteingang deiner Kunden landet, sondern im Spam. Das bedeutet, dass du nicht alle Adressaten gleich erreichst. Auch ein Hindernis kann sein, dass Privatpersonen gerne Ordnung in ihrem Postfach haben. So sortieren sie nicht benötigte E-Mails gerne aus – was im Falle des Falles auch deine E-Mail treffen kann.

Vorteile des Social-Media-Marketings

Social Media ist ein starkes Marketing-Tool, darüber müssen wir nicht diskutieren. Die Vorteile des Social-Media-Marketings zeigen sich aber anders, als die des E-Mail-Marketings. So ist Social Media nicht der ideale Kanal, um Kund:innen personalisiert anzusprechen. Vielmehr ist das Community Building ein zentraler Aspekt von Social Media. Du kannst mit deinen Followern interagieren, ihnen interessanten, unterhaltsamen oder lehrreichen Content liefern und sie von deinem Brand begeistern. Hierzu kannst du beispielsweise mittels der Content-Matrix sicherstellen, dass du deinen Followern eine grosse Variation an Inhalten zur Verfügung stellst.

Gerade das ist einer der grössten Vorzüge von Social Media: Das Content-Marketing auf den verschiedenen Plattformen. Seien es Texte, Bilder oder Videos – auf Social Media kannst du deinen Content mit deinen Follower:innen teilen. Dank Paid-Kampagnen erreichst du noch mehr Personen, die daran interessiert sein können und kannst sie als Kund:innen gewinnen.

Für die Community, mit der Community

Auch nicht vergessen werden darf User Generated Content. Deine Community kann sich aktiv beteiligen und Reviews, Erfahrungsberichte oder Anwendungsvideos hochladen. Diesen UGC kannst du im Idealfall auch auf deinem Kanal posten und die Social-Media-User:innen von dir und deinem Produkt oder deiner Dienstleistung authentisch überzeugen.

Zugleich hast du auf Instagram, Twitter, LinkedIn und Co. die Möglichkeit, mit deinen Follower:innen in einen Dialog zu treten. Sei dies, indem du auf Kommentare antwortest oder in den Direktnachrichten mit den Kund:innen sprichst. Social Media ist extrem interaktiv, vor allem mit Funktionen wie Abstimmungen, Rätseln, Reaktionen und so weiter, die in Posts und in Stories angewendet werden können.

Nachteile des Social Media Marketings

Wir haben es oben bereits kurz angesprochen – Paid Social-Media-Marketing verursacht Kosten und generiert eine tiefere CTR und einen tieferen ROI als das E-Mail-Marketing. Salopp gesagt: Du bekommst weniger für dein Geld. Ebenfalls bereits erwähnt haben wir, dass du bei den meisten Social-Media-Plattformen nur dann targeten kannst, wenn du eine bezahlte Kampagne aufsetzt.

Weiter musst du berücksichtigen, dass User:innen online unter Banner-Blindheit «leiden». Das heisst, die User:innen beachten Werbung online manchmal kaum, sodass auch deine Kampagne bei ihnen untergehen kann. Dieses Problem hast du beispielsweise beim E-Mail-Marketing nicht – denn dort melden sich die Kund:innen für deine Mails an. Auch der AdBlocker kann dir online je nach dem in den Weg kommen, wenn du zum Beispiel Video-Ads auf YouTube platziert hast.

Fazit aus dem Vergleich

Wie so oft bei solchen Diskussionen gibt es auch hier keinen klaren Gewinner. Es lässt sich nicht im Allgemeinen sagen, dass du unbedingt auf E-Mail-Marketing setzen sollst, oder ob du zwingend die Finger davon lassen musst, um dich auf Social-Media-Marketing zu fokussieren. Denn Fakt ist, dass du auf Social Media viel besser eine Community aufbauen und Traffic auf deine Webseite leiten kannst, während du mittels E-Mail-Marketing deine Kund:innenbeziehungen aufrechtbehalten kannst und Loyalität schaffst.

Du musst also deine Zielgruppen und ihre bevorzugten Kanäle kennen, um sie genau dort abzufangen. Gleichzeitig kommt es natürlich auch darauf an, in welchem Business du tätig bist. E-Mail-Automationen ergeben beispielsweise sehr viel Sinn im E-Commerce, aber bist du im Recruiting tätig, kann Social Media vielversprechender sein.

Integration von Social Media und E-Mail

Anstatt dass du aber Social Media und E-Mail strikt voneinander trennst und nur das eine oder das andere machst, kannst du ihre Kräfte vereinen. Dies machst du zum Beispiel, indem du in deinen E-Mails in der Kopf- oder Fusszeile deine Social-Media-Kanäle mit passenden Icons verlinkst. Du kannst auch im E-Mail direkt auf deine Social Media Accounts verweisen, sodass dir deine Abonnent:innen dort folgen können.

Gleichzeitig kannst du auf Social Media auf deinen Newsletter hinweisen und deinen Follower:innen die Möglichkeit geben, sich für deine Mailings einzuschreiben. Auch mit coolen Wettbewerben oder Gewinnspielen, die du auf Social Media promotest, kannst du neue Abonnent:innen für deine Mailingliste erhalten. Egal, wie du die beiden Kanäle miteinander verbindest – eine kanalübergreifende, wenn auch kanalgerechte, Kommunikation ist zwingend. Dein Auftritt sollte auf allen Kanälen, Social Media und E-Mail, deinem CI/CD entsprechen und einen Wiedererkennungswert liefern.

Best of both worlds

Wenn es deine Zielgruppe zulässt, fährst du in vielen Fällen also am besten, wenn du beide Marketing-Kanäle benutzt. So erreichst du deine Follower:innen und weitere User:innen auf verschiedenen Social-Media-Plattformen und begleitest deine Kund:innen gleichzeitig mittels E-Mail-Marketing.

Je nach dem, wie dein Zielpublikum demografisch aufgeteilt ist und wo sie sich am meisten aufhalten, kannst du einen Fokus auf diese Kanäle legen. So kannst du eine passende, einheitliche Kommunikation zu deinen Follower:innen, Abonnent:innen und Kund:innen herstellen und profitierst auf ganzer Linie.

Nicole Langhart

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