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Mobile Marketing

Was ist Mobile Marketing? Die Definition

Im weitesten Sinn zählen sämtliche Marketing-Massnahmen, die über den Tablet-PC oder das Smartphone laufen, zum Mobile Marketing. Tablet-PC und Smartphone sind dabei als Mobile Marketing Devices zu verstehen. Mobiles Marketing dient dazu, den Konsumenten Informationen zu Produkten, Leistungen sowie Medieninhalte in Form von Musik, Filmen und Spielen bereitzustellen. Auch der Verkauf von realen Produkten über Tablet-PC und Smartphone fällt unter den Begriff Mobile Marketing. Je nach Einsatzfeld, das sich von der Übermittlung von Informationen bis hin zum mobilen Verkauf von realen Produkten erstrecken kann, versucht mobiles Marketing, das Verhalten von Usern auf Mobile Marketing Devices wie Tablet-PC und Smartphone zu beeinflussen. Dafür werden Online-Shops, Aktionen und Leistungen so zugeschnitten, dass sie ideal auf den mobilen Endgeräten dargestellt werden. Zudem stehen im mobilen Marketing weitere Instrumente zur Verfügung.

Grundlagen Mobile-Marketing-Massnahmen

Durch die Nutzung von mobilen Endgeräten ergeben sich beim mobilen Marketing neue Voraussetzungen, die bei der Erstellung der Marketing-Strategie zu berücksichtigen sind:

  • ein kleinerer Bildschirm
  • ein intuitiver Touchscreen
  • das veränderte Verhalten des Nutzers

Neben den Anforderungen, die sich zur Darstellung auf mobilen Endgeräten an eine Website stellen, müssen auch Apps und Widgets für die mobile Nutzung optimiert werden. Dabei müssen bei der Optimierung auch die Betriebssysteme, mit denen die mobilen Endgeräte betrieben werden, berücksichtigt werden. Dies sind in Deutschland derzeit vor allem Android und iOS für Apple-Geräte. Laut Statista erzielte Googles Betriebssystem Android einen Marktanteil von rund 73,3 Prozent am gesamten Smartphone-Absatz zwischen April und Juni 2020. Der Anteil von Apples iPhone liegt deutlich niedriger bei 26 Prozent. Andere Betriebssysteme sind in Deutschland nicht mehr relevant Berichten von Statista zufolge.

Im Rahmen des mobilen Marketings müssen Websites, Apps und Widgets kurze Ladezeiten, eine hohe Usability sowie eine einfache Navigation aufweisen. Darüber hinaus sollte auch die Mobile User Experience, das Nutzerlebnis auf mobilen Endgeräten, unterstützt werden. Für die Vermarktung ist eine einfache Anbindung der Apps an den Google Play Store und den Apple Store erforderlich.

Vorteile

Heutzutage ist das Smartphone überall präsent. Während 2014 nur 41 % der Bevölkerung ein Smartphone besassen, sind es 2019 stolze 81,7 %. Fast jeder ist inzwischen mit Geräten wie einem Smartphone oder Tablet-PC im Netz unterwegs. Demnach nutzt jeder Zweite Social Media über das Handy, checkt E-Mails unkompliziert in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit oder shoppt bequem via Smartphone-App in der Mittagspause. Selbst die Bezahlung an der Supermarktkasse funktioniert in vielen Shops schon per Smartphone.

Laut einer Prognose von Statista wird die Anzahl der Nutzer des mobilen Internets im Jahr 2023 auf insgesamt 69 Millionen steigen. Auch der sprunghafte Anstieg des genutzten Datenvolumens ist eine Kennzahl dafür, dass Smartphones für nahezu alle Bedürfnisse genutzt werden heutzutage. Unternehmen können deswegen mittels des mobilen Marketings weitere Kundenstämme generieren.

Zudem macht das mobile Marketing Unternehmern besonders einfach, die Möglichkeiten, die sich aus dem Web 2.0 ergeben, für ihre Zwecke zu nutzen. Besonders die Interaktivität erweist sich als grosse Chance für Unternehmer. Über mobiles Marketing ist es für sie ein Leichtes, mit Kunden bzw. Kaufinteressenten in Kontakt zu kommen. So steht mobiles Marketing für Kommunikation in beide Richtungen. Anders als bei der klassischen Werbung, die immer nur vom Werbetreibenden zum Kaufinteressenten verläuft, können Unternehmen beim mobilen Marketing direkt und unmittelbar mit Kunden und Kaufinteressenten interagieren.

Darüber hinaus eröffnen Marketing-Massnahmen für mobile Endgeräte die Option einer noch gezielteren Kundenansprache, die sich an den persönlichen Bedürfnissen der Endverbraucher orientiert. Mit dem Smartphone sind Konsumenten ständig erreichbar und können so mit Marketing-Massnahmen unabhängig von Ort und Zeit angesprochen werden. Zudem ermöglicht diese Marketing-Form dadurch eine weitere Personalisierung der Inhalte, die so unmittelbar auf die Interessen und jeweiligen Situationen der Endverbraucher zugeschnitten ist. Gerade zum Erreichen junger Zielgruppen können sich Unternehmen durch gezielte Mobile-Marketing-Aktivitäten ein enormes Potential zunutze machen.

Instrumente des Mobile Marketings

Damit die geplante Kampagne gelingt, nutzen professionelle Mobile-Marketing-Manager spezielle Instrumente, unter anderem:

Mobile Websiten – mithilfe von AMP schneller laden

Wer über das Handy surft, möchte nicht lange warten. Lange Ladezeiten sollten deswegen tunlichst vermieden werden. Im Idealfall wird eine gesonderte Webseite erstellt, die nur über das mobile Endgerät abgerufen werden kann. Das mobile Pendant zur Landingpage sollte auf das mobile Endgerät angepasst sein und die wichtigsten Informationen liefern, ohne zu überladen zu wirken.

Responsive Design ist seit dessen „Erfindung“ im Jahr 2010 von Ethan Marcotte immer noch das Zauberwort für angepasste Benutzeroberflächen und eine benutzerfreundliche Usability im Web sowie auf Smartphones oder Tablet-PCs. Eine Website passt im Zuge des Responsive Designs die Inhalte auf die Grösse des Displays an. Das Responsive Design ist ein Rankingfaktor von Google und entscheidet damit auch darüber, an welcher Stelle die jeweilige Website in der Suchergebnisliste bei Google auftaucht.

Um lange Ladezeiten zu vermeiden, setzen viele Marketer auf AMP, oder auch Accelerated Mobile Pages, ein plattformübergreifendes Open-Source-Framework. Laut Google werden bis zu 20 % weniger Conversions erzielt mit jeder Sekunde, in der die Websiten von Einzelhändlern noch laden möchte. Damit mobile Suchnetzwerk-Anzeigen erfolgreich werden, leiten sie am besten auf eine AMP-Zielseite.

App-Marketing

Ob nun Apples App Store oder Googles Play Store: Apps – also kleine Anwendungen, beziehungsweise Programme für das Smartphone oder den Tablet-PC – sind ein stetig wachsender Markt im mobilen Sektor des Online-Marketings. Der Vorteil liegt in dem auf das System angepassten Design und die zumeist einfache Handhabung. Eine gut programmierte und für den Kunden sinnvoll erscheinende App, die einen erkennbaren Mehrwert bieten und der sie zum Download motiviert, bindet an das Unternehmen oder die Marke. Dabei kann es sich um simple Informationen über das Unternehmen oder auch um Unterhaltung handeln, Hauptsache die Aufmerksamkeit des Nutzers ist geweckt. Neben der Möglichkeit, die eigene Bekanntheit zu erhöhen, können beim App-Marketing auch Werbebanner integriert werden.

Mobile Commerce

Beim Mobile Commerce werden geschäftliche Transaktionen durch Nutzung mobiler Endgeräte abgeschlossen. Der mobile Einkauf wird dabei entweder über Mobile Websites, die für die mobile Nutzung optimiert sind, oder über Apps abgewickelt.

Mobile SEO

Durch die Mobile Marketing Devices ergeben sich auch für die Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO, neue Anforderungen. Auf Tablet-PCs und Smartphones kommt insbesondere dem Local SEO eine wichtige Funktion zu, welches das Ranking innerhalb der lokalen Suche verbessern soll.

QR-Code

DIe kleinen, teils kryptisch aussehenden Zeichen spielen in Japan schon seit Jahren eine tragende Rolle. QR-Codes lassen sich in verkürzter Form Inhalte zu Produkten oder Dienstleistungen komprimieren. Mit einem einfachen Scan kann der Kunde so schnell an die gewünschten Informationen gelangen, ohne zum Beispiel mühsam eine URL abtippen zu müssen. In Deutschland ist der QR-Code jedoch laut Experten der Branche schon fast wieder out.

Mobile Advertising

Werbeanzeigen und Banner stellen ein immer noch verlässliches Mittel zur Kundenansprache dar. Auch im Bereich mobiles Marketing können kleine Anzeigen am Bildschirmrand oder Pop-Ups, die an die kleineren Bildschirme angepasst sind, einiges bewirken. Bereits im Jahr 2018 wurde mit mobiler Onlinewerbung 7,96 Milliarden Euro Umsatz generiert. Und die Tendenz ist weiterhin steigend. Werbeanzeigen werden im mobilen Sektor an die kleinen Bildschirme angepasst. Diese Ad-Formate sollten Marketer auch künftig im Blick behalten:

  • Rewarded Video Ads insbesondere im Mobile-Gaming-Bereich
  • Story Ads – Bewegtbild ist das Format der Stunde
  • In-App-Advertising
  • Shoppable Ads

In-Game-Mobile-Marketing

Mobile Spiele erfreuen sich nach wie vor grosser Beliebtheit – ob in der U-Bahn oder auf dem Sofa zuhause, Eine gute Möglichkeit sind deshalb Anzeigen, die speziell auf Spiele auf dem Smartphone oder Tablet ausgerichtet sind. Ob auch am unteren Bildschirmrand oder ebenfalls als bildschirmfüllendes Pop-Up: So kann mittels gut platzierter Werbung eine höhere Reichweite im diesem Bereich des Marketings geschaffen werden.

Mobile-Payment

Die Mobile Marketing Devices eröffnen neue Möglichkeiten zur Abwicklung der Bezahlung auf mobilen Endgeräten. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens ein Teilnehmer ein mobiles Bezahlsystem nutzt. So kann mit dem Smartphone auch im Ladengeschäft bargeldlos gezahlt werden – nicht nur in Zeiten von Corona eine lohnenswerte Option.

Mobile-Banking

Mittels Mobile Banking ist Usern der Abruf ihrer Depo- und Kontofunktionen über ihr mobiles Endgerät möglich. Auch Transaktionen lassen sich mit diesen Devices auf dem Smartphone oder Tablet-PC abwickeln.

Whats-App-Marketing

Der beliebte Messenger-Dienst WhatsApp hat die klassische SMS komplett in den Schatten gestellt. Im Februar 2020 wurden zwei Milliarden monatlich aktive Nutzer gemessen. Trotz einiger Einschränkungen, mit denen Marketern 2019 zu tun hatten, bleibt WhatsApp ein wichtiger Kanal zur Kommunikation mit Kunden. Zahlreiche Neuerungen wie eine offizielle API-Schnittstelle sorgen dafür, dass der beliebte Messenger auch weiterhin ein interessantes Tool im Messenger-Marketing bleibt. Wichtig ist jedoch, dass alle gängigen Vorkehrungen getroffen werden wie zum Beispiel das Opt-In-Verfahren, damit sich WhatsApp Nutzer nicht in ihrer Privatsphäre belästigt fühlen.

Mobile-Couponing

Mobile Coupons eröffnen für Marketer neue Möglichkeiten zur Verkaufsförderung. Die auf den Mobile Marketing Devices verfügbaren Coupons können sowohl direkt online als auch im Ladengeschäft vor Ort eingelöst werden und sollen auf diese Weise einen Beitrag zur Verkaufsförderung leisten.

Zielgruppe gezielt auf mobilen Endgeräten ansprechen

Mobiles Marketing wird überwiegend dort eingesetzt, wo eine Zielgruppe erreicht werden soll, die fast nur via Mobilgerät online ist. Dass dazu längst nicht mehr nur die Generation U40 zählt, ist schon vielen Unternehmen bewusst. Ältere Kunden kaufen etliche Produkte immer öfter über das Tablet oder Smartphone. Wichtig ist für diese Konsumenten, dass möglichst alle Artikelinformationen schnell und immer verfügbar sind. Dies erfordert eine Professionalisierung der Mobile-Marketing-Massnahmen.

Die lokale Zielgruppe erreichen mit Geo-Targeting

Standortbezogene Werbung und Services sind für alle Unternehmen interessant, die ihre Marketingmassnahmen lokal ausrichten. Das gelingt durch Geo-Targeting. Indem man Verbraucher durch die IP-Adresse ortet, gelingt die standortbezogene Werbung und die gezielte Ansprache je nach Lokalität. Nach Aktivierung von GPS oder Eingabe der Postleitzahl werden dem Nutzer Angebote aus der Nähe angezeigt. Der Kunde wird mit einer Karte an den Point-Of-Sale (POS) geleitet und kann so ein Angebot sofort nutzen. Ebenfalls nützlich sind in dem Zusammenhang Bonuspunkte, die bei dem Besuch eines bestimmten Ortes gesammelt werden können und so den Nutzer regelmässig an den Ort zurück locken.

Mobile-Marketing: kurzer Ausblick

  • durch Augmented Reality werden Verbraucher Mobile Ads in den nächsten Jahren noch intensiver erleben. So kann vorallem die junge Zielgruppe noch besser angesprochen werden.
  • engere Verzahnung von Mobile Ads und Online Shopping dank steigender Beliebtheit von Online-Bezahldiensten
  • der globale Ausbau des 5G-Netzes ermöglicht Marketern zukünftig noch komplexere Arten der Werbegestaltung im Mobile Marketing
Redaktion
Die Redaktion von marketing.ch liefert seit 2012 regelmässig spannende Inhalte rund um das Thema Marketing. Wenn kein anderer Autor hinterlegt ist, hat das marketing.ch Team gemeinsam unter diesem Account an den Artikeln gearbeitet. 🙂

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