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Broadcast Yourself: So gewinnst du mehr Abonnenten auf YouTube

Wie viele YouTube-Kanäle abonnierst du derzeit? Bei mir sind es satte 56 Stück. Sechsundfünfzig Content Creators bespielen meine Inbox – und die von hunderttausend anderen Personen – regelmässig mit Videos. Doch auch all diese Kanäle haben mal bei null angefangen und sich hochgearbeitet. Aber wie?

Mit Kanälen auf YouTube, die über 100 Millionen Abonnenten verzeichnen, müsste es auch für dich möglich sein, ein paar Tausend Subscribers abzustauben, oder? Doch es ist nicht ganz einfach, sich eine Community auf der Video-Plattform aufzubauen, denn deine Zielgruppe stolpert selten einfach so über deine Videos und beschliesst sich, deinen Kanal zu abonnieren.

Also was kannst du tun, um deinen Kanal effektiv und nachhaltig aufzubauen und immer mehr Abonnenten zu erhalten? Die kurze Antwort lautet ähnlich wie auch auf anderen Social Media Kanälen: Geduld, Beständigkeit und natürlich Content. Die lange Antwort besprechen wir in den folgenden Absätzen.

Massnahme #1: Gestaltung deines Kanals

Wir haben in unserem Artikel über YouTube als Marketing-Instrument bereits angesprochen, dass dein YouTube-Kanal auch nach einem seriösen Kanal aussehen muss, wenn du damit abheben willst. Seriös heisst hier nicht stier und hochgestochen sondern vielmehr ansprechend gestaltet, am besten natürlich dem CI/CD deines Unternehmens entsprechend, für das du den Account erstellst.

Profilbild und Banner

Damit dein Kanal legitim wirkt und dein Unternehmend repräsentiert, musst du ein Profilbild und einen Banner hinzufügen. Das Profilbild wird wohl ähnlich wie auf anderen Social Media Kanälen aussehen und ist meist das Logo des Unternehmens.

Beim Banner kannst du etwas kreativer werden und ein passendes Bild gestalten. Der Banner kann euren Slogan beinhalten, ein Foto aus einer Kampagne zeigen oder auch deine Produkte zur Schau stellen. Unten rechts beim Banner hast du zudem die Möglichkeit, deine Social Media Kanäle zu verlinken.

YouTube Banner und Profilbild von den Kanälen von Neil Patel und LEGO.

Kanalvideo

Das Kanalvideo ist der Trailer zu deinem YouTube-Channel. Hier stellst du deinen (potentiellen) Abonnenten vor, was sie erwarten können, wenn sie deine Videos schauen. Dein Kanalvideo kann ein Zusammenschnitt, quasi ein Best Of, deiner bisherigen Videos sein oder eine völlig neue Kreation. Wichtig ist, dass das Video die Essenz deines Kanals auffängt und in ungefähr einer Minute wiedergibt.

Massnahme #2: Gestaltung deiner Videos

Damit User überhaupt daran interessiert sind, dir zu folgen, musst du informative, unterhaltende oder inspirierende Videos erstellen und hochladen. Auch die ganze Gestaltung rund um das Video darf nicht vergessen gehen, um Interesse und auf längere Sicht hinaus Reichweite zu generieren.

Content

Du gewinnst keine Abonnenten, wenn deine Videos von schlechter Qualität sind, sehr unregelmässig erscheinen oder keine Stossrichtung auf deinem Kanal erkennbar ist. Drehe also nicht wahllos Videos und lade sie hoch, sondern sei dir deinem Metier bewusst und baue den Channel rund um dieses Thema herum auf.

Achte dich auf gute Ton- und Lichtverhältnisse und stell sicher, dass man den Inhalt des Videos gut sieht und hört. Du brauchst dir nicht die teuerste Kamera zu kaufen und einen professionellen Sound-Guy anstellen um qualitativ hochwertigen Content zu erstellen. Hast du eine ruhige Location und ein anständiges Mikrofon, so stehen deine Chancen auf ein gutes Video bereits hoch.  

Thumbnail

Auch deine Thumbnails beeinflussen, wie deine Videos wahrgenommen werden und können User dazu verleiten, dir eher zu folgen – oder eher nicht. Auf YouTube können unter «Videos» alle deine Uploads besichtigt werden. Wenn du dir die Mühe machst und für jedes Video ein individuelles Thumbnail machst, die aber alle vom Stil her zusammenpassen, so lieferst du ein ästhetisches Bild bei dieser Übersicht.

Dein Thumbnail ist zudem ersichtlich, wenn dein Video in der Abo-Inbox deiner Subscriber landet oder auch, wenn dein Video jemandem empfohlen wird. Somit ist das Thumbnail das erste, was User von deinem Content zu sehen bekommen. Und der erste Eindruck zählt nun mal.

Intro und Outro

Klickt ein User auf dein Video, so ist dein Intro wohl das erste, was er zu hören bzw. zu sehen bekommt. Dein Intro sollte dementsprechend packend aber nicht zu lange sein. Du solltest möglichst nur 10 – 15 Sekunden damit verbringen, um so bald wie möglich zum tatsächlichen Inhalt zu kommen. Viele YouTuber haben eine Art «Catchphrase», den sie zu Beginn jedes Videos sagen. Das kann auch nur ein einfaches «Hallo miteinander und willkommen zu einer neuen Folge von…» sein.

Wenn User dein Video zu Ende schauen, so kannst du dich in einem Outro für die Aufmerksamkeit bedanken und auch darauf hinweisen, dass das Video kommentiert und ein Daumen hoch gegeben werden kann. Zudem kannst du um ein Abo bitten. Es ist absolut legitim, User darauf hinzuweisen, dass sie deinen Kanal abonnieren sollen, wenn ihnen dein Content gefällt. Spam deine Zuschauer aber nicht mit solchen Aufforderungen zu.

Massnahme #3: SEO

Ja, auch auf YouTube ist SEO relevant. YouTube ist schliesslich nicht nur eine Videoplattform sondern auch die zweitgrösste Suchmaschine nach Google. Abertausende von Usern nutzen das Suchfeld täglich um Videos zu finden, die ihre Fragen beantworten, sie von Langeweile befreien oder ihnen etwas beibringen.

Damit dein Video bei diesen Suchen auftaucht und gefunden wird, solltest du mögliche Keywords in den Titel deines Videos schreiben. Auch kannst du deinem Video Tags hinzufügen, die dein Ranking ebenfalls beeinflussen können.

Brauchst du Inspiration oder Hilfe dabei, Keywords zu finden, so kannst du dir zum Beispiel die Chrome-Extension Keywords Everywhere installieren. Du kannst zudem auf YouTube relevante Begriffe in das Suchfeld eingeben und schauen, welche Vorschläge dir die Plattform zeigt.

YouTube-Suche nach SEO-Strategie ergibt einige Keywords, die hilfreich sein können für Marketer.

Massnahme #4: Anregen zum Weiterschauen

Wenn User dein Video schauen, bist du schon einen Schritt näher dran, einen neuen Abonnenten/eine neue Abonnentin zu gewinnen. Noch wahrscheinlicher, ein Abo zu hinterlassen, sind Zuschauer, die mehrere deiner Videos gesehen haben. Du kannst hierzu ein wenig nachhelfen, indem du beispielsweise Playlists erstellst.

Playlists sind auf deinem Kanal sowie auch in den Suchresultaten ersichtlich. Du kannst dort thematisch zusammenpassende Videos kompilieren, sodass interessierte Personen ein Video nach dem anderen schauen können. Das Positive an den Playlists ist, dass das nächste Video jeweils automatisch abgespielt wird. Du begünstigst so ein Binge-Watching und schlussendlich ein Abonnieren deiner Zuschauer*innen.

Des weiteren kannst du am Ende eines Videos sogenannte Endcards hinzufügen. Dort werden dem User weitere Videos von dir empfohlen, sodass er nur mit einem Klick weiterfahren kann.

Massnahme #5: Verbreiten auf Social Media

Um deinen Kanal aufzubauen solltest du definitiv auch andere Social Media Plattformen nutzen. So kannst du deine Follower auf Facebook, Instagram und Twitter auf deinen Kanal und deine Uploads aufmerksam machen und auch so einige neue Abonnenten gewinnen.

Eine weitere Option ist das Posten deiner Videos in Facebook- oder LinkedIn-Gruppen. Diese Gruppen müssen thematisch natürlich zu dem Inhalt deines Videos passen, damit die Gruppen-Mitglieder auch ein Interesse daran haben.

Auch auf Reddit kannst du dein Video in den passenden Subreddits posten. Beachte hier aber unbedingt, dass die Reddit-User keinesfalls Werbung in ihren Subreddits sehen wollen. Ist dein Video also vor allem Promo für dein Produkt, so solltest du es besser nicht auf dieser Plattform veröffentlichen.

Anti-Massnahme: Abonnenten kaufen

Vielleicht denkst du dir jetzt: «Wow, das ist ganz schön viel Aufwand. Gibt es einen einfacheren Weg?» Und die Antwort lautet… jein. Es ist sehr simpel, YouTube-Abonnenten online zu kaufen, doch es kann dir auch zum Verhängnis werden. Fake-Abonnenten werden auf der Plattform nicht gerne gesehen und sollte YouTube mitbekommen, dass du schummelst, kann dein Kanal im schlimmsten Fall suspendiert werden.

Zudem bringen dir die gekauften Abonnenten wohl kaum Views, Likes und Kommentare – kurz, Engagement. Also auch wenn es schön aussieht, tausende von Abonnenten ab Tag eins zu haben, das Risiko ist gross, dass du dir ins eigene Bein schiesst. Sollte ans Licht kommen, dass deine Subscriber erkauft sind, werden deine echten Abonnenten auch nicht beeindruckt sein und sich vielleicht sogar von dir abwenden.

Gut Ding will Weile haben

Du wirst leider selten über Nacht richtig erfolgreich werden. Du brauchst Geduld, Durchhaltevermögen und den Wille und das Interesse daran, hochwertigen Content für deine Community zu erstellen.

Baust du deinen Kanal und dessen Inhalte nach den Grundsätzen, die wir hier besprochen haben, auf, so wirst du je länger je mehr auch Abonnenten dazugewinnen. Mach deine Community, auch von anderen Plattformen, auf deinen Channel aufmerksam und beweise ihnen, dass sich ein Abo lohnt. So kannst du nachhaltig Abonnenten auf YouTube erhalten.

Nicole Langhart
Nicole hat dank ihrem laufenden Studium in Kommunikation einen Einblick ins Marketing und in den Journalismus werfen können. Nachdem sie nun hands-on Marketing Erfahrung in einem Start-Up gesammelt hat, zieht es sie zu marketing.ch, um die Leserinnen und Leser mit den neusten Trends und hilfreichsten Ratgebern auf dem Laufenden zu halten.

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