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YouTube als Marketing Instrument – So setzt du die Videoplattform wirksam ein

Was denkst du: Verbringen wir täglich mehr Stunden auf Netflix oder auf YouTube? Tatsächlich hat YouTube die Nase vorne – sogar, wenn du zu den Stunden von Netflix auch noch Facebook Videos dazuzählst. Allein das zeigt die Popularität der Videoplattform eindrücklich auf.

Mit über 2.3 Milliarden monatlichen Nutzern ist YouTube definitiv die grösste Videoplattform weltweit. Gleichzeitig gilt YouTube als zweitgrösste Suchmaschine nach Google, mit über 3 Milliarden Suchanfragen pro Monat. Nicht nur darum sollte YouTube also klar auf dem Radar eines jeden Marketers sein und kann als wirksames Marketing Instrument genutzt werden.

Hierbei hast du auf YouTube, wie bei anderen Social Media Kanälen auch, die Möglichkeit, organischen Content zu erstellen oder mittels Paid Massnahmen Werbung zu schalten. Wir schauen uns beide Bereiche an und zeigen dir, wie du auf der Videoplattform Marketing betreiben kannst.

Dein eigener Channel

Gemäss einer Statistik von Buffer nutzen 62% der Unternehmen YouTube, um Video Content zu posten. YouTube ist diesbezüglich extrem beliebt, einzig auf Facebook werden noch mehr Videos von Unternehmen gepostet – jedoch werden auch diese oft auf YouTube gehostet.

Es gibt also diverse Gründe, wieso auch du deinen eigenen Channel auf YouTube eröffnen solltest. Denn Bewegtbild ist absolut in! Das zeigt auch der Erfolg von TikTok, Reels und YouTube selbst. Es werden täglich über 1 Milliarde Stunden Videocontent konsumiert auf Letzterem. Dazu kommt, dass YouTube ein sehr breites Spektrum an Usern hat. Von jungen Personen im Teenage-Alter bis hin zu Personen über 60 Jahren – auf YouTube findest du deine Zielgruppe fast garantiert.

Channel erstellen

Damit du einen YouTube Channel erstellen kannst, brauchst du vor allem eines: Ein Google Konto. Erfüllst du diese Voraussetzung, so steht dir zur Erstellung deines Kanals schon nichts mehr im Weg. Gib deinem Channel zudem einen kurzen, aussagekräftigen Namen. Meist macht der Name deines Unternehmens hier Sinn, da es ja ein Firmenkanal ist.

Gleichzeitig solltest du dich um ein passendes Profil und Bannerbild kümmern. Das Profilbild ist meist das Logo des Unternehmens, während du beim Banner ruhig etwas kreativer sein darfst. Hier ein Beispiel des YouTube Kanals «YouTube Creators». Wie du hier siehst, kannst du auch gleich deine Social Media Kanäle verlinken, damit deine Abonnenten wissen, wo sie dich finden können.

YouTube Header auf dem Kanal von YouTube Creators.

Der Content

Damit es sich überhaupt lohnt, einen Kanal zu haben, brauchst du Content. Auf deinem YouTube-Kanal kannst du verschiedenste Videos hochladen, wie zum Beispiel:

  • Vorstellung deines Unternehmens
  • Q&As
  • Informative Videos / Erklärvideos
  • Produktereviews / Unboxings
  • Testimonials
  • Behind the scenes
  • Videoblogs

Vorstellung deines Unternehmens

Nicht nur zeigst du deinen neuen Abonnenten so, wer du bist, sondern du hast auch gleich einen Channel Trailer. Ein Channel Trailer ist ein kurzes Video, das aufzeigt, was du machst und wozu du deinen Kanal auf die Beine gestellt hast. Dieses Video erscheint ganz oben in der Übersicht auf deinem Kanal und ist daher sehr gut sichtbar für User.

Channel Trailer auf dem Kanal von YouTube Creators.

Q&As / Informative bzw. Erklärvideos

Deine Kunden äussern auf Social Media, mittels E-Mails und Direktnachrichten oder bei direkten Gesprächen wohl immer wieder Fragen zu deinem Service, deinen Produkten oder deinem Unternehmen. Diese Fragen kannst du sammeln und in einem Questions and Answers Video beantworten.

Auch etwas ausführlichere Videos zu einem bestimmten Themenbereich können gut ankommen. Dort kannst du wichtige Informationen zu deinem Produkt geben, Prozesse erklären und deinen Kunden einen echten Mehrwert liefern.

Produktereviews / Unboxings

Unboxings sind unglaublich beliebt, auch wenn es ein sehr simples Konzept ist. Vor allem Apple hat sich dies bereits zu Nutze gemacht: Indem sie ihr iPhone in einer stylischen Art und Weise verpacken, freuen sich Kunden nur schon auf das Produkt, um es auszupacken. Viele YouTuber und Influencer filmen diesen Prozess und zeigen ihn auf YouTube – mit Erfolg. Daher kannst auch du vom Hype profitieren und ein Unboxing auf deinen Kanal hochladen.

Oftmals werden Unboxings mit einem Produktereview verbunden oder es folgt ein Review in einem nächsten Video. Damit dein Unboxing gesehen werden will, braucht dein Produkt natürlich ein ansprechendes Packaging, ansonsten macht das Video wenig Sinn. Dazu kommt, dass Produktereviews oft besser ankommen, wenn sie von unabhängigen Kunden gemacht werden, als von Mitarbeitenden des Unternehmens. Darum sind Testimonials eine weitere gute Idee.

Testimonials

Bei einem Testimonial berichtet ein Kunde über seine Erfahrungen und Erlebnisse mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung. Testimonials wirken oftmals sehr authentisch, sofern der Kunde vor der Kamera tatsächlich seine eigenen Gedanken teilt und nicht ein Script vorliest. Ehrlichkeit und Authentizität müssen also unbedingt gewahrt werden, auch wenn du und dein Unternehmen beim Filmen des Testimonials mitwirken.

Behind the scenes / Videoblogs

Auch spannend für deine Abonnenten kann es sein, wenn du ihnen exklusive Einblicke lieferst oder sie zu einem Event oder einem Arbeitstag mitnimmst. Videos, die einen Blick hinter die Kulissen erlauben, können das Vertrauen in dein Unternehmen stärken. Du kannst deinen Kunden so auf interessante Art und Weise zeigen, wie Prozesse bei euch funktionieren oder wie dein Team sich auf einen Event vorbereitet. Videoblogs schaffen Nähe und geben deinen Abonnenten ein Gesicht, das sie dem Unternehmen zuweisen können.

Was du zusätzlich brauchst

Nun kannst du nicht einfach ein einzelnes Video filmen und hochladen und deinen Kanal dann vor sich hin vegetieren lassen. Alleine zum Upload deines Videos brauchst du ein Thumbnail, eine Beschreibung, passende Tags und vielleicht auch Untertitel. All das kannst du jeweils über das YouTube Studio hinzufügen.

Du musst vorbereitet sein

Auch schon vor der Videoproduktion solltest du einen Plan haben. Welche Art von Content erstellst du für den Kanal? Wer erstellt den Content mit wem? Wann werden Videos hochgeladen? Wer kümmert sich um das Community Management auf YouTube?

Deine Videos müssen keine Hollywood Produktionen sein, aber Qualität steht wie so oft vor Quantität. Gute Licht- und Tonverhältnisse, ein scharfes Bild und eine kohärente Handlung in den Videos sind unabdingbar. Am besten erstellst du also einen Content Plan und involvierst von beginn an deine Content Creators im Team. Fehlt dir das interne Know-how oder die Ressourcen für die Videoproduktion, so kannst du auch externe Freelancer oder eine Agentur dazu anstellen. Das musst du allerdings zusätzlich im Budget berücksichtigen.

Werbemöglichkeiten auf YouTube

Du musst aber nicht zwingend eine Content-Maschine sein, wenn du YouTube zu Marketing-Zwecken nutzen willst. Denn YouTube bietet dir verschiedene Möglichkeiten an, um Werbungen zu platzieren. Folgende verschiedene Werbeformate hast du zur Verfügung:

Die verschiedenen Videoanzeigen, die Marketer auf YouTube schalten können.
Bildquelle: support.google.com

Überspringbare in-stream Videoanzeigen

Diese Art von Werbung wird den Usern während dem Anschauen eines YouTube-Videos präsentiert. Nach 5 Sekunden kann die Anzeige übersprungen werden, deine Werbung kann aber bis zu drei Minuten dauern, wenn du willst. Dein Vorteil hier ist, dass diese Anzeigeform eher günstig ist im Verhältnis, da du erst dann bezahlst, wenn die User die ersten 30 Sekunden der Ad angeschaut haben.

Nicht überspringbare Videoanzeigen

Wie der Name hier verrät, können diese Anzeigen nicht übersprungen werden. Je nach dem kannst du hier eine Werbung mit einer Länge zwischen 15 – 20 Sekunden einblenden. Vom Timing her erscheint diese Werbung als Pre-, Mid- oder Post-Roll-Anzeige – das heisst vor, während oder nach dem Video.

Bumper-Anzeigen

Bumper-Anzeigen erscheinen immer, bevor das eigentliche Video startet. Diese Werbungen sind nicht überspringbar, dauern jedoch auch höchstens 6 Sekunden.

Overlay-Anzeigen

Diese Anzeigen sind keine Videos, sondern bestehen nur aus Text. Dieser Text erscheint am unteren Rand des Bildschirmes und kann von den Usern mit dem «x» in der oberen rechten Ecke wieder weggeklickt werden.

Zusätzlich: Video Discovery Ads

Eine etwas andere Form der Ads auf YouTube sind die Video Discovery Ads. Hierbei handelt es sich nicht um Werbeanzeigen, die bei einem anderen Video gezeigt werden, sondern um das Pushen deines eigenen Videos, sodass es in den Suchresultaten oben erscheint. Das sieht dann ungefähr so aus.

Ein Beispiel einer YouTube Discovery Ad, die im organischen Feed nach einer Suchanfrage erscheint.
Bildquelle: www.amasocial.co.za

Das spricht für YouTube

Wie du siehst, hast du diverse Möglichkeiten, dein Unternehmen, deine Produkte oder deine Dienstleistungen auf YouTube zu vermarkten. Die Plattform bietet dir so einiges – sei dies als Content Creator oder als Werbetreiber. Hier zusammengefasst die massgebendsten Vorteile von YouTube:

Hochladen und durchstarten

Auf YouTube findest du also diverse Möglichkeiten, deinen Brand oder dein Angebot an deine künftigen Kunden zu bringen. Mit deinem eigenen Videocontent schaffst du Nähe zu deinen Abonnenten und lieferst ihnen Informationen, exklusive Einblicke und authentische Reviews. Mit gut platzierten Ads schaffst du mehr Reichweite und kannst die grosse Masse an Usern auf Youtube von dir überzeugen.

Das Erstellen deines YouTube Kanales ist gratis und das Einrichten einer Videokampagne mit überspringbarer Werbung ist kostengünstig. Einen Versuch ist es sicher Wert – du kannst je länger je mehr Werbemassnahmen der Plattform für dich entdecken und für deine Bedürfnisse optimieren. Viel Erfolg!

Nicole Langhart
Nicole hat dank ihrem laufenden Studium in Kommunikation einen Einblick ins Marketing und in den Journalismus werfen können. Nachdem sie nun hands-on Marketing Erfahrung in einem Start-Up gesammelt hat, zieht es sie zu marketing.ch, um die Leserinnen und Leser mit den neusten News und Trends auf dem Laufenden zu halten.