Das Erstellen von Inhalten für Webseiten, für YouTube oder auch Social Media ist mit Aufwand verbunden. Wer als Content Creator:in arbeitet, weiss das. Doch wie aufwändig ist Content Creation am Ende tatsächlich? Wir versuchen, das Thema näher zu beleuchten und den Arbeitsaufwand für neuen Content sichtbar zu machen.
Zur Content Creation braucht man nicht unbedingt ein grosses Team. Dennoch erfordert es einiges an Aufwand und Arbeit, hochwertige Inhalte für die eigenen Kanäle oder für das Unternehmen zu produzieren. Content Creation ist inzwischen etabliert und für viele Menschen – allen voran Influencer:innen und Social-Media-Marketer:innen – ihre tägliche Arbeit. Auf den ersten Blick erscheint das Posten von Instagram-Stories, neuen Beiträgen oder auch Blogartikeln aber eher wenig aufwändig. Beinahe so, als sei es ein nettes Hobby, durch das man auch noch etwas Geld verdienen könnte. Allerdings sieht die Realität oftmals ganz anders aus.
Content Creation und der Aufwand: Der zweite Blick geht tiefer
Spätestens wenn man genauer hinsieht, dürfte allerdings auffallen, dass die Content Creation alles andere als Spass und Hobby ist, wenn man dies professionell macht. Denn letztlich müssen Termine eingehalten, Inhalte vorbereitet und veröffentlicht werden oder neue Kooperationen vereinbart werden.
Dazu gehören dann auch Verhandlungen, die Bereitstellung von Kennzahlen wie Profilaufrufen, Interaktionen oder Follower:innen. Zumindest bei vielen Instagram-Nutzer:innen ist dies so, wenn der Content dort mit Mehrwert, Background und Qualität erstellt wird.
Der damit verbundene Aufwand darf somit nicht ausser Acht gelassen werden. Es reicht für Instagram beispielsweise nicht aus, einfach ab und an ein Bild zu posten und darauf zu hoffen, dass der eigene Account eine hohe Reichweite erzielen kann. Viel mehr brauchst du hierfür eine entsprechende Vorbereitung, Planung und zudem einiges an Einsatz.
Was ist Content Creation eigentlich?
Um sich mit dem Aufwand für das Erstellen von Content aller Art näher befassen zu können, solltest du zunächst einmal wissen, was Content Creation an sich überhaupt ist. Grundsätzlich lässt sich das Thema in einigen Stichpunkten ganz gut zusammenfassen, wenngleich Content Creation natürlich sehr umfangreich ist und viele einzelne Aspekte beinhaltet. Kurz und knapp kann Content Creation ungefähr so zusammengefasst werden:
- Content Creation beschreibt das Entwicklen von Inhalten – beispielsweise für Webseiten oder Social Media Accounts
- Content Creator:innen erstellen Inhalte passend zu den Kanälen, also zum Beispiel Videos, Bildbeiträge oder auch Texte (wie diesen hier)
- Content Creation wird nicht immer nur für eigene Kanäle vorgenommen, auch für Unternehmen ist dies inzwischen ein wichtiges Thema
- Hintergrund dabei ist, das Interesse der eigenen Zielgruppe zu wecken und diese im besten Fall zu Kund:innen zu machen
- Dabei ist Content Creation aber nicht mit Werbung an sich zu verwechseln, denn nicht jede Art von Content ist gleichzeitig Werbung
- Im Falle von Kooperationen mit Unternehmen veröffentlichen Influencer:innen vielfach selbst produzierte Werbung und stellen unter anderem Produkte oder Dienstleistungen vor
- Für die Content Creation braucht es keine bestimmte Berufsausbildung, jedoch sind Kenntnisse in der Bild- oder Videobearbeitung, im Copywriting, Marketing (auf Social Media beispielsweise) oder Ähnliches notwendig, um qualitativ hochwertigen Content zu erstellen
Inhalte für Social Media: Passgenau für jeden Kanal
Ein weiterer Aspekt bei der Content Creation ist es, dass die Inhalte in den meisten Fällen nicht auf allen Kanälen in gleicher Form veröffentlicht werden können. So sind Inhalte zum Beispiel auf Instagram anzupassen, ebenso für Facebook und andere Netzwerke. Die Erstellung von Video-Inhalten für YouTube, TikTok oder Instagram Reels unterscheidet sich ebenfalls noch einmal individuell voneinander.
Da viele Content Creator:innen auf mehreren Netzwerken aktiv sind und hier ihre Follower:innen erreichen wollen, ist die Produktion unterschiedlicher Content-Arten also notwendig. Nur so ist es möglich, mit den eigenen Inhalten im crossmedialen Bereich langfristigen Erfolg zu haben.
Bei Bild- und auch Textinhalten sind Anpassungen ebenfalls notwendig, wenn diese zum Beispiel auf einem Blog und auch in Social Media veröffentlicht werden sollen.
Content Creation ist oft auch vielschichtig
Nutzer:innen in Sozialen Netzwerken oder auf Blogs und Webseiten sehen im Endeffekt immer nur den fertigen Inhalt. Ein (professionelles) Foto beispielsweise, einen Text oder auch eine Infografik.
Den Weg dahin sehen Nutzer:innen allerdings im Regelfall nicht. Und dieser kann durchaus sehr umfangreich sein und aus vielen kleinen Schritten bestehen. Bis ein konkreter Inhalt entstanden ist, können also viele Stunden der Planung, Vorbereitung und letztlich der Content Creation verstrichen sein.
Handelt es sich dann auch noch um eine Kooperation zwischen einem Unternehmen und einem Influencer, sind die Arbeitsschritte vielfach noch umfangreicher. Dann müssen Entwürfe abgenommen werden und Inhalte benötigen die Freigabe durch den oder die Auftraggeber:in. Hinzu kommen oft noch festgelegte Deadlines, die es einzuhalten gilt. Ein faules Influencer:innen-Leben gibt es somit im Normalfall nicht. Stattdessen in das Erstellen von Inhalten jeglicher Art in den meisten Fällen harte Arbeit.
Arbeit, die oftmals (noch) nicht anerkannt wird. Dies liegt mitunter daran, dass man die eigentliche Arbeit für Fotosessions, die Ideenentwicklung und Kooperationsverhandlungen – um nur einige Bereiche zu nennen – im Regelfall als Nutzer:in des Internets nicht zu sehen bekommt.
Der Aufwand kann unterschiedlich hoch sein
Sicherlich kann der Aufwand für die Content Creation unterschiedlich sein. Für den einen Text braucht man vielleicht nur eine gute Idee, kennt sich mit dem Thema aus und kann den benötigten Inhalte dann „einfach so“ herunter schreiben. Möglicherweise ist ein solcher Text schon einige Stunden nach der ersten Idee soweit fertig, dass er korrekturgelesen und danach veröffentlicht werden kann. Dann ist die Content Creation verhältnismässig nicht sehr aufwändig.
In anderen Fällen hingegen entsteht eine Idee vielleicht erst ganz langsam und mit dem dazugehörigen Thema kennt man sich auch nicht unbedingt gut aus. Dann bedarf es einer umfangreichen Vorbereitung, vielleicht muss man noch mit Expert:innen sprechen oder tiefer recherchieren. Zusätzlich braucht man vielleicht noch passende Fotos für den entsprechenden Inhalt und muss dafür erst das richtige Motiv finden, ein Modell oder auf das passende Wetter warten.
Diese Beispiele sollten bereits deutlich machen, dass die Veröffentlichung von Fotos, Videos, Texten und anderen Inhalten im Internet nicht unbedingt ein leichtes Unterfangen, sondern mit einem meist grösseren Aufwand verbunden ist. Die meisten Phasen der Content Creation laufen zudem nicht unbedingt so ab, wie es im ersten Beispiel beschrieben wurde. Für manchen Text muss auch ich erst in mich gehen, Informationen beschaffen oder mich intensiv mit der Thematik befassen.
Mit welchem Zeitaufwand sollte man in der Praxis rechnen?
Wie hoch der tatsächliche Aufwand für Content Creation ist, hängt wie gesagt stark davon ab, wer den Content erstellt, für welchen Zweck er gedacht ist und welchen Qualitätsanspruch man verfolgt. Ein spontaner Beitrag auf Social Media ist naturgemäss schneller produziert als ein strategisch geplanter Fachartikel oder ein Video, das Teil einer grösseren Kampagne ist. Gerade in Marketingabteilungen und Agenturen zeigt sich jedoch schnell, dass selbst vermeintlich „kleine“ Inhalte mehrere Arbeitsschritte umfassen. Zur besseren Einordnung helfen realistische Richtwerte, wie sie im Marketingalltag häufig vorkommen.
Social-Media-Content im Unternehmenskontext
Ein einzelner LinkedIn- oder Instagram-Post wirkt auf den ersten Blick schnell gemacht. Dabei vergisst man gerne die vielen Aufgaben, die hinter so einem Post stecken: Thema abstimmen, Text formulieren, Bildmaterial auswählen oder erstellen, visuell an Corporate Design anpassen und den Beitrag einplanen.
- Social-Media-Post (Text + Bild, Unternehmensaccount): ca. 1–3 Stunden
- Mit interner Abstimmung oder Feedbackschleife: 2–4 Stunden
Wird zusätzlich ein kurzes Video produziert (beispielsweise ein Reel oder eine kurze Instagram-Story mit Untertiteln) steigt der Aufwand entsprechend:
- Kurzvideo ohne aufwändige Postproduktion: 2 bis 4 Stunden
- Mit Skript, mehreren Takes, Schnitt und Untertiteln: 4 bis 8 Stunden
In Marketing-Agenturen kommen oft sogar noch weitere Schritte hinzu, wie zum Beispiel die Kund:innenabstimmung oder Korrekturrunden. Dadurch kann sich der Zeitaufwand nochmals deutlich erhöhen.
Blogartikel und Fachbeiträge
Ein Blogartikel gehört zu den Klassikern der Content Creation – und wird gleichzeitig häufig unterschätzt. Während ein kurzer Text bei hoher Themenkenntnis vergleichsweise zügig erstellt werden kann, sieht die Realität in Marketingabteilungen meist anders aus. Für einen Fachartikel mit 1’000 bis 1’500 Wörtern können realistisch eingeplant werden:
- Mit Themenvorgabe und minimaler Recherche: 4 bis 6 Stunden
- Mit normaler Themenrecherche, Keyword-Analyse, Strukturierung und Feinschliff: 6 bis 12 Stunden
In Agenturen kommen Briefing, Abstimmung mit dem Kunden oder der Kundin sowie Korrekturschleifen hinzu. Ein strategisch relevanter SEO-Artikel kann dadurch durchaus einen Arbeitstag oder mehr in Anspruch nehmen.
Videoformate und grössere Content-Projekte
Noch umfangreicher wird es bei Videoformaten oder Kampagneninhalten. Ein zehnminütiges YouTube-Video oder ein ausführliches Erklärvideo für die Unternehmenswebseite können da gerne mal die folgenden Zeitspannen in Anspruch nehmen:
- Konzeption und Skript: 2 bis 5 Stunden
- Aufnahme (inkl. Vorbereitung): 2 bis 4 Stunden
- Schnitt, Grafiken, Untertitel und Feinschliff: 4 bis 10 Stunden
Zusammengerechnet kann ein solches Video somit zwischen 8 und 20 Stunden Arbeitszeit beanspruchen – je nach Professionalitätsgrad und Anspruch. Bei grösseren Projekten wie Whitepapern, Case Studies oder Kampagnen-Landingpages ist der Aufwand noch höher. Interviews, interne Abstimmungen, grafische Aufbereitung und Freigaben können hier schnell 15 bis 30 Stunden oder mehr erfordern.
Kurzum: Content Creation kann durchaus aufwändig sein
Insgesamt betrachtet beinhaltet die Content Creation also deutlich mehr, als nur Fotos zu posten oder Texte zu veröffentlichen. Bis das richtige Bild geschossen, die richtige Formulierung für den Text erarbeitet oder die richtige Beleuchtung für eine Instagram Story gefunden wurde, vergeht vielfach bereits einiges an Zeit. Davor kommt es auf die Idee und die Umsetzung an, es müssen Redaktionspläne erstellt und berücksichtigt werden oder es bedarf der Abstimmung mit Unternehmen oder anderen Influencer:innen. Somit ist diese Tätigkeit durchaus als aufwändig einzustufen und „Schnellschüsse“ sind eher eine grosse Ausnahme.
Viel Arbeit läuft allerdings im Hintergrund, sodass Nutzer:innen von Social Media oder Besucher:innen von Webseiten davon kaum etwas mitbekommen. Dies kann auch ein Grund sein, weshalb Influencer:innen und Content Creator:innen oftmals eher belächelt werden und ihr Einsatz nicht anerkannt wird.
Vielfach ist der Aufwand für die Content Creation jedoch beachtlich und es handelt sich somit keineswegs um leicht verdientes Geld, wenn man dadurch zum Beispiel sein Leben finanzieren möchte. Zwar braucht man für die Content Creation nicht immer eine bestimmte Ausbildung, allerdings erfordert dies dennoch viel Know-how, einen hohen Einsatz und Elan.
Originaltext von: Hauke Eilers-Buchta, 2022. Überarbeitet und aktualisiert von: Michelle Fischer, März 2026.