StartSuchmaschinenmarketingVon wegen SEO ist gratis – So viel kostet die Suchmaschinenoptimierung tatsächlich
Bildquelle: shutterstock.com

Von wegen SEO ist gratis – So viel kostet die Suchmaschinenoptimierung tatsächlich

Die Suchmaschinenoptimierung wird gerne als gratis Möglichkeit gesehen, um mehr Klicks auf deine Website zu erhalten. Aber SEO passiert nun Mal nicht von alleine. Jemand muss analysieren, konzipieren und optimieren, damit dein Unternehmen auch wirklich Resultate sieht.

Ach, SEO … die gratis Methode, um mehr Klicks auf deine Website zu erhalten. Oder etwa nicht? Denn die Optimierungen kommen nicht von ungefähr. Vielmehr braucht es erfahrene SEO-Experten oder -Expertinnen, die die Recherche, Umsetzung und fortlaufende Massnahmen anpacken. Da sammeln sich schnell so einige Stunden an Arbeit an.

Die Frage «Wie viel kostet SEO?» lässt sich leider nicht allgemeingültig beantworten. Kleine, lokale  Unternehmen zahlen oftmals weniger als riesige Online-Shops, und auch die Branche ist ein entscheidender Faktor. Wir können aber einige Anhaltspunkte herausarbeiten.

Wo die SEO-Kosten entstehen

Bevor wir auf konkrete Kostenpunkte eingehen, wollen wir uns anschauen, was bei SEO überhaupt kosten verursacht und wie es im Vergleich dazu bei SEA aussieht. SEO und SEA gehen oft Hand in Hand und ergeben zusammen SEM – das Search Engine Marketing.

SEO und SEA ergeben zusammen SEM - das Search Engine Marketing.

Kostenpunkte SEO

  • SEO-Agentur / Freelancer / Personal
  • Analyse / Keyword- und Zielgruppenrecherche
  • SEO-Tools, Plug-ins (SEO, Pagespeed, etc.)
  • Linkbuilding / Backlinks
  • Konkurrenzanalyse
  • On-Page-Optimierungen
    • Webagentur (wenn nötig)
  • Off-Page Optimierungen
  • Content-Erstellung

Kostenpunkte SEA

  • SEA-Agentur / Freelancer / Personal
  • Analyse / Keyword- und Zielgruppenrecherche
  • Konkurrenzanalyse
  • Content-Erstellung
  • Kosten der Ads
    • CPC, CPM, CPA, CPL, o.ä.
  • Erstellen von Landingpages
    • Webagentur (wenn nötig)

Werfen wir nun einen genaueren Blick auf die verschiedenen Kostenpunkte. Vorerst aber eine wichtige Anmerkung: Die Kosten für SEO lassen sich grundsätzlich nicht pauschalisieren. Jedes Projekt ist einzigartig und jeder externe Partner bietet andere Preise.

Die Sache mit der Agentur und den Freelancer*innen

Hat dein Unternehmen intern die Ressourcen oder das Know-how nicht, um eigenständig eine SEO-Strategie auf die Beine zu stellen und umzusetzen, so kannst du dir externe Hilfe holen. Diese kommt meist in Form einer Agentur oder von Freelancer*innen daher. Genau dasselbe gilt auch bei SEA.

Während eine Agentur aus mehreren Mitarbeitenden besteht und eigene Büroräumlichkeiten hat, sind Freelancer*innen meist Einzelpersonen. Die Kosten zwischen Freelancer*in und Agentur können variieren, Agenturen sind meist etwas teurer. Durchschnittlich sprechen wir von einem Stundensatz von CHF 180 bei Agenturen. Jedoch gibt es immer Agenturen oder Freelancer*innen, die diesen Preis drastisch über- oder unterbieten.

Abrechnungsmodelle der Dienstleister

Stundenbasis

Eine bekannte und beliebte Methode der Abrechnung ist jene auf Stundenbasis. Hier werden die gearbeiteten Stunden der Agentur getrackt und den Kund*innen verrechnet. Dieses Modell ist transparent und für Kund*innen gut verständlich. Einer der Nachteile dieser Abrechnungsmethode ist jedoch, dass Offerten teilweise zu tief angesetzt werden und die Agentur tatsächlich viel mehr Aufwand hat. Dann kann die Schlussrechnung höher ausfallen, was den Kund*innen erklärt werden muss.

Abo-Modell

Das Abo-Modell wird auch Retainer-Modell genannt. Es funktioniert ähnlich wie ein Abonnement: Kund*innen bezahlen monatlich einen vorbestimmten Preis, der festlegt, wie viel Aufwand die Agentur jeden Monat in den Auftraggeber investiert. Kund*innen wissen so immer, welche Agentur-Kosten am Ende des Monats auf sie zukommen und die Agentur hat ein gesichertes Einkommen. Nachteil hier ist, dass Agenturen Neukund*innen zuerst von diesem Modell überzeugen müssen, da es einer gewissen Vertrauensbasis bedarf.

Erfolgsbasiertes Modell

Auch eine Abrechnung auf Erfolgsbasis ist möglich. Damit diese Methode angewendet werden kann, braucht es jedoch einen messbaren Wert wie beispielsweise Anzahl Leads, Buchungen oder Verkaufszahlen. Die Agentur erhält dann einen prozentualen Anteil, meist zwischen 5 – 15 Prozent, der erwirtschafteten Einnahmen. Für die Auftraggebenden kann dieses Modell attraktiv sein, da es die Agentur noch mehr anspornt, gute Ergebnisse abzuliefern. Jedoch kann die Agentur auch einen Nachteil aus dieser Methode ziehen – wenn die Massnahmen nicht greifen, erhält sie kaum Entschädigung.

Auch in-house kostet

Natürlich musst du keine Agentur bzw. keine Freelancer*innen anstellen, sondern kannst SEO und SEA auch komplett intern abwickeln. Sorgst du dich um alles intern, dann fallen all diese Agenturkosten natürlich weg – du musst also nicht für die Aufwände der Agentur bzw. der Freelancer*innen und deren Analyse, Recherche, Strategieaufsetzung, Optimierungen und Content-Erstellung bezahlen. Aber du musst all diese Kosten bei deinen Personalkosten berücksichtigen. Denn der Zeitaufwand liegt dann komplett bei dir.

Die Analyse und Recherche

SEO ist nicht bei jedem Unternehmen gleich aufwendig. Das heisst, auch die Kosten für die Analyse und Recherche über einen externen Partner können je nach Grösse des Unternehmens und je nach Branche variieren.

Allein die Analyse, je nach dem wie detailliert, kann zwischen 800 und CHF 2’500 kosten. Evergreen Media, eine österreichische Marketing-Agentur, die auch Kund*innen in der Schweiz hat, verrechnet für eine Keyword-Analyse inklusive Webseiten-Strukturplanung EUR 3’800 plus.

Die Strategie

Die obengenannte Strukturplanung könnte auch bereits etwas in den Bereich der Strategie überschwappen. Des Weiteren umfasst die Strategie das Linkbuilding (interne Links und externe Backlinks) und das Erstellen eines Konzeptes. Auch hier können wieder Kosten zwischen einigen hundert Franken bis zu über CHF 8’000 variieren. Es hat natürlich einen grossen Einfluss, wie gross dein Unternehmen und das Projekt sind, was deine Erwartungen und was deine Ziele sind.

Die Optimierungen

On-Page

Bei den On-Page-Optimierungen geht es darum, deine Webseite SEO-technisch auf Vordermann zu bringen. Das bedeutet, es müssen interne Links bestehen, URLs werden überprüft und Alt-Tags und Meta-Descriptions werden zu Bildern und Texten hinzugefügt. Die Webseite soll von User*innen gut gefunden und gelesen werden können.

Hier gelangen wir auch teilweise in den Bereich des Webdesigns. Eine Webseite muss möglich nutzungsfreundlich aufgebaut sein, um besser zu ranken. Hat ein Unternehmen das interne Know-how nicht, um die Webseite umzustellen, Texte, Fotos oder Videos hinzuzufügen oder abzuändern oder auch die Page-Speed zu optimieren, so wird eine Webagentur benötigt. Auch diese verursacht wiederum Kosten, die vom Zeitaufwand abhängen werden.

Off-Page

Die Off-Page-Optimierungen betreffen das Sicherstellen von Verlinkungen (Backlinks), indem zum Beispiel auch Gastbeiträge auf anderen Webseiten geschrieben werden. Zu Off-Page-Elementen gehören also möglichst hochwertige Backlinks oder auch Social Signs. Social Signs sind positive Signale, die an Google gesendet werden, wenn deine Social-Media-Beiträge Likes oder Kommentare erhalten.

Die On- und Off-Page Optimierungen können für dich oder deine Agentur bzw. deine Freelancer*innen extrem aufwendig sein oder eben auch nicht – je nach dem, wie deine Webseite und deine Backlink-Strategie bisher aussieht. Bei den Optimierungen kannst du CHF 1’000 bis zu mehreren tausend Franken einrechnen, das Linkbuilding wird wohl mindestens weitere CHF 500 kosten, wobei auch dort Beträge über CHF 10’000 möglich sind.

Der Content

Auch bei SEO brauchst du Content. Zum einen für deine eigene Webseite und zum anderen für Gastbeiträge (Backlinks) und deinen Social-Media-Kanal (Social Signals). Das Letzteren lassen wir momentan etwas aussen vor, da dieser oft in-house oder von einer Digital-Marketing bzw. Social-Media-Marketing-Agentur betrieben wird.

Lässt du dich bei der Content-Erstellung von der SEO-Agentur unterstützen, ist der Preis eine Frage des Umfanges des Supports. Brauchst du einen kompletten Content- und Redaktionsplan für die Webseite und willst auch noch eine Kampagne lancieren oder brauchst du vor allem einige Blogbeiträge für deine eigenen Webseite? So kann es sein, dass du mit CHF 300 – 1’000 im Monat durchkommst oder, dass du einmalige Kosten von CHF 5’000 – 15’000 für die Planung und Konzipierung des Contents hast. Auch können Pauschalbeiträge pro Beitrag (Blog-Post, SEO-Text, o.ä.) vereinbart werden. Diese variieren je nach Art und Länge zwischen CHF 250 bis 1’000. Doch auch bei den Blogbeiträgen gibt es Ausreisser, die bis zu fast CHF 2’000 kosten.

Alles in allem

Rechnen wir alle Beträge (durchschnittlich) zusammen, so sprechen wir von über CHF 18’000. Hier sind einige Einmalkosten (bspw. das Erstellen eines Redaktionsplans) inbegriffen wie auch wiederkehrende Kosten. Monatlich wirst du schliesslich also weniger bezahlen, aber trotzdem zeigt dieser Betrag gut auf, dass SEO alles andere als gratis ist.

Der Vergleich mit SEA

Auch bei SEA lässt sich leider nicht pauschalisiert sagen, wie viele Ausgaben du einberechnen musst. Google selbst empfiehlt noch unerfahrenen Unternehmen mit einem Tagesbudget von CHF 10 bis CHF 50 zu starten.

Hast du mehr Erfahrung oder du setzt auf eine Agentur, so kannst du monatlich auch mehr als CHF 300 – 1’500 in deine Google Ads setzen. Die Ads lassen sich zudem gut skalieren, wenn das notwendige Know-how vorhanden ist. Das heisst, du kannst die Ausgaben erhöhen und – wenn alles gut läuft – auch entsprechend mehr Einnahmen generieren.

Natürlich kommen auch bei SEA weitere Kosten dazu. Die Analyse, die Content-Produktion, das Erstellen von Landingpages, wenn eine Kampagne dies verlangt – all das summiert sich schlussendlich auch wieder. Du brauchst auch bei SEA eine Strategie bzw. ein Konzept, damit du weisst, wann was online geht. Deine Google Ads und deren Performance solltest du zudem regelmässig überprüfen. Auch wenn du eine Agentur zur Hilfe hast, lohnt sich ein Know-how zu den wichtigsten KPIs, damit du deine Ads und deine Agentur auf den Prüfstand stellen kannst.

Ausgaben, die sich lohnen

Auf die lange Sicht hinaus werden sich die Kosten von SEO eher senken, während diejenigen von SEA konstant bleiben oder teurer werden, wenn du grössere Kampagnen aufsetzt. Zwar müssen die SEO-Massnahmen regelmässig aktualisiert und optimiert werden, aber wenn die Strategie aufgesetzt und die Webseite angepasst ist, kommt bereits vieles ins Rollen. Es bestehen bei SEO zudem viele einmalige Kosten, die in den Folgemonaten wegfallen.

Auch wenn SEO also, vielleicht wider erwarten, eine grosse Investition ist, lohnt es sich allemal. Bei den organischen Suchresultaten auf Google und Co. weit oben zu erscheinen, ist essentiell. Vor allem, weil Webseiten ab der zweiten Seite auf Google kaum mehr Beachtung erhalten. Unternehmen sollten wann immer möglich in SEO und SEA investieren, um ein ideales Search-Engine-Marketing zu betreiben und langfristig davon zu profitieren.

Nicole Langhart
Nicole Langhart
Nicoles Ziel ist es, ihre Begeisterung für das Online-Marketing mit den Leser:innen zu teilen. Vor allem im Bereich des Content- und Social-Media-Marketings fühlt sie sich pudelwohl und könnte stundenlang darüber erzählen. Damit ihren Freund:innen aber nicht die Ohren abfallen, veröffentlicht sie Beiträge zu allen relevanten Marketing-Themen auf marketing.ch. Neben ihrer Tätigkeit als Redakteurin ist Nicole zudem Projektleiterin bei marketing.ch.

Neuste Artikel