StartGuidesBye Bye Cookies - Hello Influencer: So funktioniert Influencer Marketing 2021
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Bye Bye Cookies – Hello Influencer: So funktioniert Influencer Marketing 2021

Banner-Blindheit und AdBlocker vereiteln dem einen oder anderen Werbetreiber die Online Marketing Kampagne, die er über Wochen hinweg geplant hat. Wenn die User auf den Social Media Plattformen und Google fast immun auf Werbung sind, dann braucht es eine andere Taktik. Das haben diverse Unternehmen in den letzten Jahren bemerkt und setzen seither auf eine weitere Massnahme: Das Influencer Marketing.

Vor allem die jüngere Generation, die Digital Natives unter uns, vergeuden keine Zeit mit dem Anschauen von Werbespots auf YouTube oder Werbebannern auf Webseiten. Mit wenigen Klicks ist der AdBlocker installiert und lässt die Anzeigen verschwinden. Selbst wenn es auf Instagram mal ein Sponsored Post auf die Timeline schafft, so ist an diesem schnell vorbeigescrollt.

Mit dem Influencer Marketing können genau diese Tendenzen umgangen werden. Denn worauf Vertrauen Internet User? Auf Empfehlungen und Reviews von anderen Usern. Unternehmen, die mit Influencern zusammenarbeiten, können mit ihrer Hilfe auf weniger werberische Art und Weise Werbung machen.

Die wundersame Welt der Influencer

Influencer sind Meinungsmacher und Opinion Leader im Internet. Sie haben meist eine beachtliche Anzahl Follower, die sich im besten Fall als Gemeinschaft – als Community – fühlen. Die Influencer teilen Bereiche ihres Lebens mit ihren Followern, liefern schöne, lustige oder auch lehrreiche Fotos und Videos, die ihre Fans und Zuschauer begeistern.

Die Anzahl Follower

Je nach dem, wie viele Follower die Influencer haben, fallen sie in eine andere Kategorie:

Nanoinfluencer – haben weniger als 10’000 Follower
Mikroinfluencer – haben zwischen 10’000 und 50’000 Follower
Makroinfluencer – haben zwischen 50’000 und 1’000’000 Follower
Megainfluencer – haben über 1 Million Follower

Wichtig zu beachten ist hier, dass diese Zahlen je nach Quelle variieren. Dazu kommt, dass wir in der Schweiz mit tieferen Zahlen arbeiten, da unsere Social Media Influencer selten über 50’000 Tausend Follower haben. So sind Nanoinfluencer in der Schweiz solche mit bis zu 2’000 Followern und Makroinfluencer sind alle, die über 30’000 Follower haben.

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Diverse Influencer bedürfen diverser Typen

Aber nicht nur in ihrer Popularität unterscheiden sich Influencer, sondern auch in ihrem Auftritt. So gibt es die klassischen Social Media Influencer, die sich ihre Community vor allem auf Instagram und neuerweise TikTok aufgebaut haben und mit Bildern und Stories entzücken. Auch YouTuber können als Influencer gelten.

Neben diesen gängigen Typen von Influencern sind auch Journalisten, Blogger, Promis, Politiker oder sonstige Experten im Influencer-Business tätig. Für Unternehmen bedeutet das, dass sie je nach angebotenem Produkt bzw. angebotener Dienstleistung ein*e Influencer*in suchen sollten, deren Zielgruppe mit der eigenen möglichst übereinstimmt.

Wieso Anzahl Follower nicht immer massgebend ist

Auf den ersten Blick wirkt es so, als seien die grössten Influencer die Besten. Schliesslich liefern sie am meisten Reichweite und haben die meisten Personen in ihrer Community. Jedoch zählt nicht nur die Anzahl Follower heutzutage, sondern vielmehr auch die Engagement Rate. Die Engagement Rate sagt prozentual aus, wie viele Follower mit den Posts des Influencers interagieren. Je höher der Prozentsatz, umso besser. Während Makro- und Megainfluencer also bei der Reichweite gewinnen, so haben die Nano- und Mikroinfluencer bei der Engagement die Nase vorne. Kleine Influencer haben oft eine engere Community, die ihnen vertrauen und noch stärker den Austausch suchen.

Influencer als Werbeträger

Gerade weil viele Influencer so verbunden sind mit ihrer Community, eignen sie sich ideal für die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen. Anstatt dass die User die Werbung dann als typischen Werbespot oder Anzeige wahrnehmen, erzählt ihnen eine für sie bekannte oder vertraute Person etwas über das Produkt oder die Dienstleistung.

Junge Frau ist Influencerin und reviewt ein Produkt für ihre Follower
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Richtig gemacht kann Influencer Marketing so für mehr Vertrauen in das Produkt oder in das Unternehmen sorgen, Reichweite generieren und im Idealfall natürlich auch Conversions. Bevor sich ein Unternehmen aber in die Zusammenarbeit mit Influencern stürzt, sollten einige Vorüberlegungen gemacht werden.

Worauf muss man sich bei der Auswahl achten?

Die Suche nach passenden Influencern ist nicht immer einfach. Das Unternehmen muss sich zuerst ihrer eigenen Zielgruppe bewusst sein und sich überlegen, wie und wo diese am besten zu erreichen ist. Im Anschluss geht es darum, die passenden Influencer auf ebendiesen Plattformen zu finden und ins Boot zu holen.

Auch festlegen sollte das Unternehmen den Zeitrahmen der Zusammenarbeit (wie lange dauert sie bzw. wie viele Posts und in welcher Art und Frequenz sollen erstellt werden) und auch, wie hoch das Budget ist. Influencer können, je nach dem wie gross ihre Reichweite ist, teuer werden und sollten nicht nur mit dem Produkt vergütet werden, ausser dies hat einen genug hohen Wert, um die Kosten zu decken.

Wie viele Follower braucht es?

Dies ist abhängig davon, was mit der Kampagne erreicht werden soll. Geht es um Brand Awareness, so ist es sicherlich sinnvoll, einen Influencer mit vielen Followern zu suchen. So sehen möglichst viele Personen den Post des Influencers und kommen so in Kontakt mit dem Brand bzw. dem Unternehmen.

Geht es dem Unternehmen aber darum, Leads oder Conversions zu generieren oder Vertrauen aufzubauen, dann eignen sich kleinere Influencer tatsächlich besser. Wie erwähnt haben kleinere Accounts oftmals eine höhere Engagement Rate, was zeigt, dass die Community mit den Posts interagiert. Verlinkt der Influencer also auf das Unternehmen, so ist es bei kleinen Influencern wahrscheinlicher, dass der Link geklickt wird und es zu einem Lead kommt.

Unternehmen, die eine umfassendes Influencer Marketing aufsetzen wollen, arbeiten am besten mit Influencern verschiedener Kategorien zusammen. So wird die ganze Bandbreite abgedeckt und das Unternehmen erhält Aufmerksamkeit, Klicks und Conversions.

Wo finde ich Influencer?

Kennt man sich in der Influencer-Welt nicht gut aus, so ist die Suche nach passenden Influencern schnell mühsam. Zwar gibt es einige Webseiten, die helfen, Kanäle wie Instagram zu durchforsten, jedoch sind diese oft zahlungspflichtig, will man alle Resultate filtern und sehen können.

Nebst solchen Webseiten gibt es auch Ranglisten, welche die grössten oder beliebtesten Influencer aufzeigen. Diese werden von Agenturen oder Newsdiensten aufbereitet und aufgelistet nach Followerzahl oder auch Engagement Rate oder Wachstumsrate. Auch wenn solche Rankings gute Anhaltspunkte liefern, so wird nur eine begrenzte Anzahl Influencer aufgezeigt, die nicht unbedingt zum Unternehmen passen. Auch Mikroinfluencer, die immer beliebter werden für Unternehmen, sind eher selten auf solchen Ranglisten zu finden.

Auf eigene Faust oder mit Hilfe

Influencer lassen sich auch finden, in dem man sich selbst auf den Plattformen aufhält. Kennt man einen Influencer, so findet man über dessen Profil zehn weitere Influencer und so weiter und so fort. Ist man privat auf YouTube, Instagram und TikTok unterwegs, so stolpert man in den jeweiligen Feeds schnell auf Content von Influencern, die beliebt sind im Umfeld.

Hat man selbst keine Lust, Zeit oder Expertise um Influencer zu suchen und zu managen, so kann man sich auch auf Influencer Marketing Agenturen wie Kingfluencers oder Zeam stützen. Solche Agenturen haben zum einen den klaren Überblick über verschiedenste Influencer, die zum Unternehmen passen können, und zum anderen einen direkten Draht zum Influencer. So erhält man garantiert eine Rückmeldung (wenn auch nicht garantiert eine Zusage) und kann sich das anschreiben und abwarten sparen.

So profitierst du vom Influencer Marketing

Egal ob du die Influencer selber aussuchst und kontaktierst, oder ob du mit einer Agentur arbeitest: Stell immer sicher, dass der/die Influencer*in zu deinem Unternehmen und deiner Zielgruppe passt. Die Influencer können noch so viele Follower haben, wenn sie nicht mit den Werten des Unternehmens übereinstimmen wirken sie kaum Authentisch und schaden dem Image des Unternehmens wohl eher, als dass sie gutes Marketing betreiben.

Kommt eine Kooperation zu Stande, so macht es Sinn, dem Influencer gewisse Richtlinien oder Inputs zu den Post zu geben. Jedoch wollen die Follower des Influencers keine gestellten, vorgeschriebenen Videos oder Texte sehen. Authentizität und Nähe sind das A und O im Influencer Marketing 2021. Das Ziel für das Unternehmen ist es schliesslich, gute Werbung zu erhalten, die sich kaum wie Werbung anfühlt. Mit Floskeln und Vorgaben aus der Marketing-Abteilung wird das kaum funktionieren.

Langfristig und glaubwürdig

Zu guter Letzt macht es durchaus Sinn, eine langfristige Kooperation mit dem/der Influencer*in anzustreben. Machen die Influencer nur eine Story oder ein Video über ein Produkt, so wirkt es schnell so, als wurden sie einfach einmalig dafür bezahlt und nutzen das Produkt in ihrem Alltag nie. Läuft die Kooperation über längere Zeit und die Online-Persönlichkeit zeigt regelmässig ihre Erfahrungen auf, so entsteht viel mehr Vertrauen der Community.

Influencer Marketing kann – wenn gut umgesetzt – glaubwürdig und nachhaltig sein. Damit dies möglich wird, müssen aber Unternehmen und Influencer ihren Beitrag zur Kooperation leisten und hinter der Zusammenarbeit und dem Produkt bzw. der Dienstleistung stehen. So kann hochwertiger Content entstehen, der Online User überzeugt.

Nicole Langhart
Nicole hat dank ihrem laufenden Studium in Kommunikation einen Einblick ins Marketing und in den Journalismus werfen können. Nachdem sie nun hands-on Marketing Erfahrung in einem Start-Up gesammelt hat, zieht es sie zu marketing.ch, um die Leserinnen und Leser mit den neusten Trends und hilfreichsten Ratgebern auf dem Laufenden zu halten.