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Marketing Trends 2021: So funktioniert Gamification

Gaming und Marketing passen für so einige irgendwie nicht ganz zusammen. Dass Produkte und Dienstleistungen aber auch auf spielerische Art und Weise vermarktet werden können – und dass das sogar noch gut funktioniert – zeigen Unternehmen bereits seit Jahren auf.

Für die Harcore-Gamer unter euch werden die Spiele im Marketing wohl nicht genug nervenaufreibend sein, aber die Candy Crush Experten werden sich gut zurecht finden. Die Gamification – also das Einsetzen von spielerischen Elementen in einem eigentlich spielfremden Kontext – hat aber auf viele Kunden und Kundinnen einen positiven Effekt, und das auf der ganzen Strecke der Customer Journey.

Egal ob man Kunden auf ein Produkt oder eine Dienstleistung aufmerksam machen will oder ob man die Kundenbindung und das Vertrauen stärken möchte, mittels Gamification lässt sich die Interaktion steigern und Inhalte können verständlich und unterhaltsam übermittelt werden. Gerade darum ist Gamification im Marketing so beliebt.

Wie wird Gamification umgesetzt?

Es gibt diverse Anwendungsbereiche und Möglichkeiten, wie Unternehmen auf spielerische Art und Weise ihr Angebot vermarkten können. Beliebt sind Rätsel und Quizzes aber auch Treuepunkte-Programme, Mini-Games –grundsätzlich alles, wo es Levels, Ranglisten oder Belohnungen gibt. Elemente der Gamification können in Social Ads, auf Social Media oder auf Apps, auf der Webseite oder auch in Newslettern oder sonstigen Bereichen angewendet werden.

Beispiel für Gamification auf Social Media oder Apps

Willst du das Scrollen der User online stoppen oder ihnen auf dem App deines Unternehmens eine Unterhaltungsmöglichkeit geben, so kann auch hier die Gamification zum Zuge kommen. Viele User lieben es, ein kurzes Quiz zu machen, um etwas über sich herauszufinden. Kann man das mit seinem Produkt verbinden, wie hier am Beispiel des Coca Cola Quiz, so kann man diese ideal dem Kunden näher bringen. Oder auch mit Mini-Games, wie hier von Orbit, kann Brand Awareness hergestellt werden. Eine Rangliste oder ein Highscore regt zudem dazu an, das Spiel immer weiter zu spielen und besser zu werden.

Das Coca Cola Quiz und das Orbit Mini-Spiel sind zwei Beispiele für die Gamification im Marketing.
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Beispiel für Gamification auf der Webseite

Auch im E-Commerce findet Gamification seinen Platz. Dabei muss es auch kein aufwändiges Mini-Game sein, sondern ein einfaches Glücksspiel, bei dem der Kunde nichts zu verlieren hat, reicht oftmals aus. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Glücksrad, bei welchem der Kunde Rabatte oder Gutscheine gewinnen kann, die er sogleich bei seinem Kauf einlösen kann.

Durch den gewonnenen Rabatt verbindet der Kunde das Unternehmen mit etwas Positivem und werden eher dazu motiviert, etwas zu kaufen.

Beispiel für Gamification in Newslettern

In Newslettern können saisonale Spiele erstellt werden, indem man in den regelmässig verschickten Mailings beispielsweise rund um die Oster-Zeit kleine Ostereier versteckt. Die Leser und Leserinnen können die Ostereier in dem Newsletter dann die Ostereier suchen, anklicken und in einem kleinen Korb speichern.

Am Oster-Tag selbst werden die gesammelten Ostereier ausgezählt und je nach Anzahl erhält der Kunde einen kleinen Preis, wie einen Rabatt-Code. Solche kleinen Spiele erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass der Newsletter geöffnet und gelesen wird und weniger Kunden werden sich abmelden.

So setzen Unternehmen Gamification erfolgreich um

Wie beliebt das Einsetzen von spielerischen Massnahmen ist und wie gut sie funktionieren, haben schon einige Unternehmen entdeckt. Mit verschiedenen Formen der Gamification werden die Kunden engagiert und können oftmals interaktiv am Unternehmen teilhaben.

Domino’s Pizza

Ein beeindruckendes Beispiel, wie man durch Gamification Kunden und sogar Mitarbeitende gewinnen kann, lieferte Domino’s Pizza bereits im Jahr 2012. In ihrem Pizza Hero App konnten die User ihre eigene Pizza herstellen – vom Teig bis zum Belag – und lernten dabei zum einen die Grundsätze des Pizza-Machens und konnten ihrer Kreativität freien lauf lassen.

Wurde die Pizza erstellt, so erhielt der User die Möglichkeit, seine Kreation vom nächstgelegenen Domino’s Pizzalieferdienst nach Hause geliefert zu bekommen. Und ein besonders begabter Pizzaiolo auf der App wurde sogar bei Domino’s angestellt.

Über 300’000 Personen haben die App damals gedownloaded und Domino’s hat seinen Umsatz um 30% steigern in dieser Zeit. Die User hatten zudem die Möglichkeit, ihren Pizza-Score auf Social Media zu teilen, was viele dazu anregte, weiterzuspielen und noch bessere Pizzas zu erstellen.

Starbucks

Zwar gehören die Massnahmen von Starbucks nicht die klassische Gaming-Kategorie, aber Punkte sammeln liefert bereits einen grossen Antrieb für viele Kunden. Bei jedem Kauf können Members Sterne sammeln und Rewards gewinnen. So erhalten Kunden beispielsweise nach 15 gekauften Getränken ein Gratisgetränk – und das wird auf dem App immer schön ausgewiesen. Mit einem solchen Punktesystem und mit passenden Belohnungen werden Kunden zum Kauf animiert.

Das Starbucks Rewards System im App ist eine Variante der Gamification.
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Esteé Lauder

Anstatt das neue Produkt, ein Fast Midnight Repair Serum, über klassische Werbespots an die Kunden zu bringen, entschied sich Estée Lauder gleich 4 Mini-Games aufzugleisen. Auf der dafür erstellten Webseite lernen die User das Produkt und seine Wirkung kennen und erhalten mit den Mini-Spielen gleich symbolisch eine Vorschau, wie es funktioniert.

Estée Lauder hat vier Mini-Spiele erstellt, um den Kunden ein neues Produkt zu zeigen, was ein Beispiel der Gamification ist.
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Die Spiele sind einfach aber unterhaltsam und man kann immer wieder versuchen, seinen High Score zu schlagen.

TripAdvisor

Eine App wie TripAdvisor basiert darauf, dass Kunden ihre Bewertungen hinterlassen und sich Zeit nehmen, ihre Erfahrungen zu dokumentieren. Um einen Anreiz dafür zu schaffen, belohnt TripAdvisor seine Community mit verschiedensten Badges.

Auf TripAdvisor erhalten aktive User verschiedene Badges als Belohnung. was aufzeigt, wie wirksam Gamification im Marketing ist.
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Je mehr Bewertungen ein User abliefert, umso höher wird sein Status. Zudem kann er Experten- oder Entdecker-Badges erhalten oder als besonders hilfreich ausgezeichnet werden, wenn andere User die Bewertungen äusserst wertschätzen. Dieses Rangsystem ist ein Antrieb für alle User, möglichst viele Destinationen, Restaurants und Hotels zu bewerten.

Eine Marketing-Massnahme mit Zukunft

Auch in diesem Jahr gehört Gamification klar zu den Marketing Trends. Unternehmen können die Aufmerksamkeit ihrer Kunden (oder zukünftigen Kunden) mit Spielen oder Rätseln auf sich ziehen und Kundenvertrauen aufbauen. Dank Belohnungen verbinden die Kunden das Erlebnis auf der Webseite oder sonstigen Kanälen des Unternehmens mit etwas Positivem und kommen vielleicht auch eher erneut darauf zurück.

Erfolgreiche Gamification braucht kein ganzes Computerspiel, wie das Balenciaga letztes Jahr umgesetzt hat, sondern auch einfache, interaktive und gut funktionierende Games oder Quiz können User genauso gut begeistern, informieren und überzeugen.  

Nicole Langhart
Nicole hat dank ihrem laufenden Studium in Kommunikation einen Einblick ins Marketing und in den Journalismus werfen können. Nachdem sie nun hands-on Marketing Erfahrung in einem Start-Up gesammelt hat, zieht es sie zu marketing.ch, um die Leserinnen und Leser mit den neusten News und Trends auf dem Laufenden zu halten.

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