StartContent MarketingLohnt sich ein Corporate Podcast für dich?
Bildquelle: shutterstock.com

Lohnt sich ein Corporate Podcast für dich?

Podcasts werden auch im deutschsprachigen Raum immer beliebter. Mittlerweile haben viele Unternehmen das Format für sich entdeckt und integrieren es erfolgreich in ihren Marketing-Mix. Aber lohnt sich ein Corporate Podcast auch wirklich für jedes Unternehmen? Und worauf sollte man dabei besonders achten? In diesem Beitrag erfährst Du es.

Egal, ob beim Sport, auf dem Weg zur Arbeit oder gemütlich daheim auf der Couch: Podcasts begleiten so ziemlich jeden von uns im Alltag. Und der Trend scheint so bald kein schnelles Ende zu nehmen. Grund genug, sich einmal aus der Marketing-Perspektive mit dem Thema zu beschäftigen.

Was ist ein Corporate Podcast?

Corporate Podcasts werden von (oder im Auftrag von) Unternehmen erstellt und veröffentlicht. Sie sollen bestimmte Ziele erreichen, wie beispielsweise die Bekanntheit und Reputation des Unternehmens bei der Zielgruppe zu steigern, neue Mitarbeiter:innen anzuwerben oder bereits im Unternehmen tätige Mitarbeiter:innen zu informieren und/oder zu unterhalten.

Der Unterschied zu herkömmlichen Podcasts ist ähnlich wie der zwischen Blogs und Corporate Blogs: Verglichen mit einem Hobby- oder Interessen-Podcast oder -Blog geht es stets um unternehmensnahe Inhalte, die zwar in der Regel nicht werblich daherkommen, aber am Ende natürlich doch einen Zweck für das Unternehmen erfüllen sollen. Trotzdem gilt, dass auch beim Corporate Podcast die Zielgruppe im Vordergrund steht. Relevante und nützliche Inhalte bringen den Erfolg, während plumpe Werbung beim Publikum nicht gut ankommt.

Generell kannst Du zwischen zwei Varianten des Corporate Podcast unterscheiden, die sich im Laufe der Zeit etabliert haben. Zum einen der Podcast für Kund:innen und Interessent:innen und zum anderen der Mitarbeiter:innen-Podcast.

Podcast für Kund:innen und Interessent:innen

Besonders in dieser Variante greifen die Gesetze des Content Marketings. Du veröffentlichst Inhalte, die Deiner Zielgruppe einen Mehrwert bieten und positionierst Dich so als Expert:in auf Deinem Gebiet. In den Augen Deines Publikums „verschenkst“ Du sogar Dein Wissen, um ihm einen Nutzen zu stiften – das stärkt obendrein das Vertrauen in Dich und Deine Absichten. Diese Faktoren steigern auf lange Sicht das Ansehen Deines Unternehmens, sowohl bei potenziellen Kund:innen als auch bei neuen Mitarbeiter:innen und möglichen Geschäftspartner:innen.

Die grosse Kunst ist es hierbei, unternehmensnahe Inhalte so aufzubereiten, dass sich die Leute dafür begeistern können. Ein Tipp: Für dauerhaft qualitativ hochwertigen und abwechslungsreichen Content empfiehlt es sich, weitere Expert:innen einzuladen, die Du als Interview-Partner:innen heranziehst. Dafür kommen auch die eigenen Mitarbeiter:innen infrage, die von ihrem Tätigkeitsbereich berichten können.  

Podcast für Mitarbeiter:innen

Corporate Podcasts dienen nicht bloss der Aussendarstellung, sondern können auch ideal für die interne Kommunikation eingesetzt werden. Dabei informierst Du Deine Mitarbeiter:innen über Neuigkeiten aus dem Unternehmen und hältst sie so auf dem Laufenden.

Diese Methode spart Dir im Vergleich zu herkömmlichen Formaten wie dem Rundschreiben per Mail oder einem Mitarbeiter:innenmagazin viel Zeit und Aufwand, da Du im Podcast schnell und unmittelbar Content produzieren und verfügbar machen kannst. Ausserdem profitieren die Hörer:innen vom Entertainment-Faktor, der beim Podcast noch eher im Vordergrund steht. Wird der Corporate Podcast zudem von vielen Mitarbeiter:innen gehört, kann er das Gemeinschaftsgefühl im Unternehmen stärken.

Vorteile von Corporate Podcasts

Die Vorteile von Corporate Podcasts für die Unternehmenskommunikation sind vielfältig. Hier wollen wir Dir einmal die wichtigsten vorstellen.

Du erreichst Deine Zielgruppe

Das Format bietet einen ganz entscheidenden Vorteil: Deine Zuhörer:innen hören sich Deinen Corporate Podcast freiwillig an, weil sie das Thema interessiert. Die Streuverluste sind dementsprechend viel geringer als beispielsweise bei TV- oder Radio-Formaten, wo zwar sehr viele Menschen erreicht werden, aber nur sehr wenige davon zu Deiner Zielgruppe gehören.

Bietest Du zudem regelmässig relevante und spannende Inhalte, bindest Du Deine Zuhörer:innen auch langfristig. Du kennst es vermutlich selbst: Hast Du Dich erst einmal für einen Podcast begeistert, schaltest Du immer wieder ein, sobald eine neue Folge erscheint.

Du zeigst Persönlichkeit

Ein Podcast, bei dem auch mal „frei Schnauze“ losgeplappert wird, bietet viel mehr Raum für Emotionen und Identifikation mit den Menschen, die dahinterstehen, als ein geschriebener Text. So fällt es den Rezipient:innen einfacher, eine persönliche Bindung zu Dir aufzubauen.

Damit stärkst Du nicht nur die Beziehung zu den Kund:innen, sondern verbessert im Fall eines Mitarbeiter:innen-Podcasts auch das Betriebsklima. Mitarbeiter:innen erfahren so mehr über das eigene Unternehmen und die Entscheidungsträger, zu den oftmals kein persönlicher Draht besteht.   

Du nutzt ein Format, das immer verfügbar ist

Ein weiter Vorteil liegt darin, dass Podcasts komplett zeit- und ortsunabhängig abgerufen und konsumiert werden können. Die Hörer:innen dürfen also selbst entscheiden, wann sie sich die neue Folge anhören. Oftmals werden Folgen erst einige Zeit nach dem Erscheinen nachgeholt, da sie auch dann noch auf der jeweiligen Plattform verfügbar sind. Das trägt zu höheren Abrufraten bei, da man nicht an einen festen Termin gebunden ist.

Du zeigst Dein Unternehmen von einer nahbaren Seite

Mit einem Corporate Podcast kannst Du Deiner Zielgruppe einen Blick hinter die Kulissen bieten, der sonst nur schwer zu realisieren wäre. Auch das stärkt das Vertrauen der Kund:innen, die nicht mehr bloss ein gesichtsloses Unternehmen vor sich haben, sondern echte Personen kennenlernen.

Insights aus dem Unternehmen wirken sympathisch und vermitteln das Gefühl, das Unternehmen und die Menschen dahinter zu kennen. Übrigens: Auch im Nachhinein werden Geschichten dabei stets mit den Stimmen assoziiert, von denen sie vorgetragen wurden. Dieser Faktor ist nicht zu unterschätzen, da die menschliche Stimme einen wichtigen Bezugspunkt beim Hören eines Podcast darstellt.

Für wen lohnt sich ein Corporate Podcast?

Mittlerweile gibt es bereits sehr viele Corporate Podcasts auf dem Markt, besonders von grösseren Unternehmen und bekannten Marken. Zugleich steigt aber auch der Podcast-Konsum und mit ihm das Interesse an Nischenthemen. Die Chancen stehen also auch für Neueinsteiger:innen und kleinere Unternehmen immer noch gut, sich eine treue Hörerschaft aufzubauen und von einem Corporate Podcast zu profitieren. Dafür spricht auch die Niedrigschwelligkeit in der Umsetzung, die dazu einlädt, es einfach mal auszuprobieren. Die Vorteile, die ein Corporate Podcast für die Markenbildung, die Etablierung des Expertenstatus und die Kund:innen- bzw. Mitarbeiter:innenbindung erreichen kann, überwiegen hier bei weitem.

Der Erfolg hängt allerdings immer primär von der Zielgruppe und der Qualität der Inhalte ab. Man kann es nicht oft genug betonen: Wer seine Zielgruppe kennt und ihr den richtigen Content liefert, hat gute Chancen, auf lange Sicht viel Reichweite und Sichtbarkeit zu erzielen. Ein Corporate Podcast lohnt sich also für jedes Unternehmen, welches sich zutraut, regelmässig passgenaue Inhalte mit Mehrwert für ihre Zielgruppe zu erstellen.

Darauf solltest Du bei der Umsetzung achten

Die technischen Anforderungen an Podcast-Produktionen sind mit der Zeit gewachsen, was Dich aber nicht abschrecken sollte. Mit etwas Grundwissen über das richtige Equipment für Podcasts kannst Du bereits schnell loslegen. Übrigens muss das Aufnahme-Equipment nicht einmal sehr teuer sein, um damit ein überzeugendes Ergebnis abzuliefern.

In einem weiteren Artikel haben wir bereits erklärt, wie Du in 8 Schritten Deinen eigenen Podcast erstellst. Hier erfährst Du alles Wichtige zur technischen Umsetzung, zu den verschiedenen Plattformen für Podcasts und über die Erstellung eines Content-Plans, den Du benötigst.

Nutze Social Media für die Vermarktung Deines Corporate Podcasts

Tolle Inhalte und eine gekonnte technische Umsetzung sind Grundvoraussetzungen für einen qualitativ überzeugenden Corporate Podcast – trotzdem bringt Dir das wenig, wenn niemand davon erfährt.

Für die richtige Vermarktung Deines Podcast kann Dir vor allem Social Media helfen. Nutze dafür alle gängigen Kanäle, die für Dein Thema und Deine Zielgruppe relevant sind. Egal, ob Facebook, Instagram, LinkedIn, Xing, TikTok oder Pinterest. Halte Dich dort auf, wo Deine Zielgruppe ist.

Achte auch in Deinen Posts darauf, Deine potenziellen Hörer:innen abzuholen, indem Du das behandelte Thema kurz und interessant anreisst und/oder eine Frage dazu stellst. Recherchiere zuvor die themenrelevanten Keywords und baue diese im Text ein, auch in Form von Hashtags. Mit Audio-Schnipseln aus der aktuellen Folge bietest Du eine erste Kostprobe an, ohne dass die Person direkt auf die jeweilige Plattform Deines Podcast wechseln muss. Gestalte die Posts so interessant wie möglich und animiere dazu, auf den enthaltenen Link zu klicken, der zu Deiner Podcast-Folge führt.

Eine weitere sinnvolle Möglichkeit in diesem Kontext sind Social Media Ads, wenn Du bisher noch keine grosse Reichweite hast. Somit beschleunigst Du den Prozess, Dir eine erste Hörer:innenschaft aufzubauen.

Der Corporate Podcast liegt im Trend

Corporate Podcasts und Podcasts im Allgemeinen steigen immer weiter in der Beliebtheit und bieten Unternehmen grossartige Chancen für ihr Marketing sowie für die interne Unternehmenskommunikation. Die Vorteile fallen dabei stärker ins Gewicht als der Aufwand, einen Podcast zu produzieren – vorausgesetzt, Du kennst Deine Zielgruppe und weisst genau, welche Inhalte sie interessieren. Präsentierst Du diese dann noch in einem ansprechenden auditiven Gewand, steht einem erfolgreichen Corporate Podcast nichts mehr im Wege.

Robin Knappmann
Robin Knappmann
Robin hat vor kurzem sein WiWi-Studium abgeschlossen und schreibt seit 2018 Beiträge rund um das Thema Marketing. Seine Begeisterung fürs Schreiben führte ihn bereits zu einer journalistischen Tätigkeit bei einer deutschen Tageszeitung und durch ein erstes, textintensives Studium der Germanistik und Philosophie. Wenn er nicht gerade vor einem neuen Beitrag sitzt, spielt er vermutlich Gitarre oder monologisiert über seine Lieblingsmusik.

Neuste Artikel