Im Marketing ticken nicht alle gleich – zum Glück. Welche Persönlichkeiten es in Marketingteams so gibt und wo du dich vielleicht wiedererkennen könntest, zeigt dieser Artikel.
Wenn du schon eine Weile im Marketing arbeitest, weisst du vielleicht, dass ein Marketing-Team in der Regel aus einem kunterbunten Mix aus verschiedenen Persönlichkeiten besteht. Kreative Köpfe treffen auf Zahlen-Nerds, introvertierte Strategen auf extrovertierte Teamleiterinnen. Dass Stärken sowie Interessen in Marketingteams oft sehr unterschiedlich sind, ist tatsächlich eher die Norm als die Ausnahme.
Warum das so ist? Wahrscheinlich, weil eben diese Unterschiede ein gutes Marketingteam ausmachen. Wir ergänzen uns gegenseitig und bringen dank unserer unterschiedlichen Stärken Ideen ein, die sonst niemandem eingefallen wären. Mit einem so breiten Arbeitsbereich wie dem Marketing wäre alles andere auch nur schwer vorstellbar.
Aber weisst du eigentlich, welche Rolle du in deinem Team übernimmst? Und wir meinen hier jetzt nicht nur deine Berufsbezeichnung, sondern deine Arbeitsweise und Persönlichkeit. Stärkst du deinen Teamkolleg:innen immer den Rücken, oder bringst du laufend neue Ideen auf den Tisch? Vielleicht sorgst du auch einfach dafür, dass der Arbeitsalltag nicht im kompletten Chaos versinkt. Jedenfalls findest du in diesem Artikel einige der typischsten Marketing-Persönlichkeiten, die man in einem Team normalerweise findet. Vielleicht erkennst du dich ja sogar in einem davon wieder?
Gut zu wissen: Dieser Artikel ist lediglich zu deiner Unterhaltung gedacht. Und vielleicht auch dazu, dass du deine Stärken und deinen Wert innerhalb deines Teams erkennst. Wir sind uns wohl bewusst, dass die meisten Menschen nicht einfach nur einem Typ angehören, sich in mehreren Kategorien wiedererkennen. Die folgenden Marketing-Persönlichkeiten sollen deshalb niemanden schubladisieren, sondern dir auf spielerische Art und Weise aufzeigen, warum Diversität in Marketingteams so wichtig ist.
Hinweis: In den folgenden Abschnitten verwenden wir bewusst mal männliche, mal weibliche Bezeichnungen. Das dient der besseren Lesbarkeit und soll ein Übermass an Doppelpunkten und Sonderzeichen vermeiden. Gemeint sind selbstverständlich immer alle Geschlechter.
Der Optimierer
Der Optimierer fühlt sich dort wohl, wo Entscheidungen auf Zahlen und Fakten basieren. Die Chancen, dass er mehr Budget in eine Kampagne investiert, nur weil Marco aus dem Social-Media-Team ein «gutes Bauchgefühl» hatte, sind gleich null. Und das aus gutem Grund: Die Auswertungssysteme und Performance-Tests des Optimierers zeigen ihm genau, wo das Marketingbudget gut investiert ist, und wo man besser einen Kampagnen-Stopp plant. Für sein Marketingteam sind die Daten des Optimierers jedenfalls absolutes Gold wert.
Das sind seine Stärken
Der Optimierer hat ein ausgeprägtes Verständnis für KPIs, Performance-Zusammenhänge und Optimierungspotenziale. Er arbeitet strukturiert, systematisch und hat Freude daran, Kampagnen und Prozesse laufend zu verbessern.
Hier fühlt er sich im Marketing wohl
Performance Marketing, SEO und SEA, Conversion Rate Optimization, Analytics.
Typische Herausforderungen
Der starke Fokus auf Zahlen und Daten kann dazu führen, dass der Optimierer sich gerne mal in Details verliert oder Optimierungen zu lange hinauszögert. Manchmal hilft es, bewusst einen Schlussstrich zu ziehen und ihm den grösseren strategischen Kontext vor Augen zu führen.
Die Geschichtenerzählerin
Die Geschichtenerzählerin sieht überall eine Story. Ob es um eine neue Marketingkampagne geht oder eine Idee für ein Behind-the-Scenes-Video: Sie kann aus jeder noch so uninspirierten Idee eine Geschichte spinnen. Auch wenn manche davon vielleicht etwas zu «unrealistisch» oder «gewagt» für den Rest des Teams sind. Die Geschichtenerzählerin weiss, was bei ihrer Zielgruppe gut ankommt, und dass man für gute Resultate eben manchmal ein bisschen unrealistisch denken muss.
Das sind ihre Stärken
Die Geschichtenerzählerin bringt komplexe Themen ausgezeichnet auf den Punkt. Sie kann konfuse Brainstorming-Sessions in lineare Stories entwickeln (die dann auch tatsächlich Sinn ergeben) und ist ausgezeichnet im kreativen, aber auch im logischen Denken. Wie sonst könnte sie das Gedankenwirrwarr, das in ihrem Kopf herumschwebt, in eine für Kunden verständliche Abfolge bringen. Für gewöhnlich hat die Geschichtenerzählerin ausserdem ein gutes Sprachgefühl oder ein Auge für die Kamera. Oder vielleicht sogar beides.
Hier fühlt sie sich im Marketing wohl
Content Marketing, Copywriting, Brand, Kampagnen.
Typische Herausforderungen
Starre Strukturen, Routinen und zu viele Reportings können die Geschichtenerzählerin stark ausbremsen. Wer versucht, sie zu kontrollieren oder ihre Produktivität zu optimieren, erstickt ihre Kreativität im Keim. Umso wichtiger ist ein Arbeitsumfeld, das klare Ziele vorgibt, ohne den kreativen Spielraum einzuengen.
Die Architektin
Die Architektin behält den Überblick, wenn es im Marketingalltag mal etwas komplexer wird. Sie ist ein wahres Organisationstalent und fühlt sich dann am wohlsten, wenn Prozesse klar definiert und sauber aufeinander abgestimmt sind. Ihr Ziel ist es, Ordnung in bestehende Strukturen zu bringen und ein stabiles Fundament zu schaffen, sodass Marketingprozesse jederzeit skalierbar bleiben.
Das sind ihre Stärken
Die Architektin ist immer gut organisiert. Chaos ist ihr Endgegner, und dementsprechend effizient sind ihre Excel-Tabellen und CRM-Strukturen. Die Architektin erkennt sofort, wo Prozesse haken oder unnötig kompliziert sind, und hat auch gleich eine passende, und weitaus simplere Lösung parat. Sie glänzt in Sachen Automation, Datenstrukturen und Marketingprozessen.
Hier fühlt sie sich im Marketing wohl
CRM, Marketing Automation, Lifecycle Marketing, Marketing Operations.
Typische Herausforderungen
Der Wunsch nach maximaler Effizienz kann dazu führen, dass Prozesse unendlich lange optimiert werden. Man tut deshalb gut daran, die Architektin daran zu erinnern, dass «gut genug» im Marketing oft besser ist als «perfekt».
Der Gestalter
Der Gestalter liebt Farben, Designs und Layouts. Er sieht Kampagnendesigns in Bildern anstatt in Worten, und möchte am liebsten den ganzen Arbeitstag damit verbringen, Konzepte zu designen. Mit maximaler kreativer Freiheit, versteht sich. Und Animationen. Und vielleicht noch einem selbstgedrehten Video-Clip? Jedenfalls versteht der Gestalter ganz genau, wie man eine Botschaft kommuniziert, ohne Worte zu gebrauchen.
Das sind seine Stärken
Einerseits hat der Gestalter natürlich ein Auge für Designs, Farbpaletten, Typografien und Proportionen. Ihm fallen Details auf, die andere komplett übersehen (Cyan ist nicht dasselbe wie Blau!) und findet jedes Mal den perfekten Kameraausschnitt in Photoshoots. Je nach bevorzugtem Medium ist der Gestalter aber auch ziemlich technikaffin und kann, ganz im Gegensatz zum Rest des Teams, einen Tripod auf- und abbauen, ohne sich jedes Mal die Finger einzuklemmen.
Hier fühlt er sich im Marketing wohl
Visual Design, Social Creatives, UX-nahe Aufgaben.
Typische Herausforderungen
Die Zusammenarbeit mit nicht-visuellen Stakeholdern kann herausfordernd sein. Wenn Gestaltung als Geschmackssache wahrgenommen wird, braucht es zusätzliche Erklärungsarbeit, um Entscheidungen nachvollziehbar zu machen.
Der Vermittler
So tickt dieser Typ
Der Vermittler liebt den Austausch mit Menschen. Er sucht gerne das Gespräch mit Mitarbeitenden, Chefs und Kunden, und kann nicht verstehen, warum manche Menschen lieber E-Mails schreiben als zu telefonieren. Für ihn entsteht gutes Marketing dort, wo vertrauenswürdige Beziehungen aufgebaut werden.
Das sind seine Stärken
Der Vermittler verfügt über Menschenkenntnisse, von denen andere Leute nur träumen können. Er weiss genau, wo er bei seinen Teamkollegen steht, und adressiert Probleme im Raum, bevor die meisten sie überhaupt bemerkt haben. Kundenmeetings lösen bei ihm keine Schweissausbrüche aus, sondern Freude. Zumindest dann, wenn der Kunde nicht gerade unzufrieden mit der Kampagnenperformance ist. Durch seine offene Art gibt der Vermittler Brands ein Gesicht und sorgt dafür, dass die externe Kommunikation sich persönlich und nahbar anfühlt.
Hier fühlt er sich im Marketing wohl
Community Management, Events, Partnerships, Sales, Influencer Marketing.
Typische Herausforderungen
Abgrenzung und Fokus fallen dem Vermittler manchmal schwer. Wer ständig für andere da ist, läuft Gefahr, die eigenen Ressourcen aus den Augen zu verlieren. Deshalb ist es eine gute Idee, den Vermittler ab und zu daran zu erinnern, dass Pausen in Ordnung sind, und man sich nach einem anstrengenden Meeting auch mal erholen darf.
Na, hast du dich irgendwo wiedererkannt?
Oder vielleicht hast du dich in gleich mehreren Kategorien wiedergefunden? In jedem Fall hoffen wir, dass dir dieser Artikel geholfen hat, die unterschiedlichen Rollen und Stärken in Marketingteams etwas besser einzuordnen.
Marketing funktioniert schliesslich selten wirklich gut, wenn alle Teammitglieder dieselben Stärken und Schwächen haben. Die Mischung macht’s. So entstehen spannende Diskussionen, neue Ideen, und Fehler können in der Regel identifiziert werden, bevor sie zum Kunden gelangen.
Wir hoffen jedenfalls, dass du Spass beim Lesen hattest. Und falls du dich in keinem der Typen wirklich wiedergefunden hast: umso besser. Dann bringst du vermutlich genau die Mischung mit, die deinem Team noch gefehlt hat.