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Jan Schneider rät: Mut zum Wechsel – Warum digitale Werbung einfach mehr Erfolg bringt

Es gibt doch noch einige KMU in der Schweiz, die immer noch Geld in Offline-Werbung investieren. Hand aufs Herz: Wie viele Entscheidungen hast du aufgrund einer Werbeanzeige in einer Zeitung, auf einem Papiertischset oder einem Plakat getroffen? Und wie viele Entschlüsse wurden gefasst, wegen deiner Suche bei Google?

Viele Start-ups wachsen digital in kürzester Zeit durch effiziente Online-Werbung. Trotz dieser Erkenntnis wollen sich klassische KMU mit modernen Methoden nur schleppend anfreunden. Zu unvertraut und undurchsichtig scheinen die Möglichkeiten.

Dabei gibt es viele Parallelen. Ein offensichtliches Beispiel wäre Plakatwerbung gegenüber Display Ads. Also alles gar nicht so fremd, aber viel leichter trackbar und am Ende des Tages erfolgreicher. Die Macht der Gewohnheit verhindert demnach enorme Mehrwerte, aber muss oder darf das 2022 noch sein?

Werbung «online» – ist heute unverzichtbar

Eine Übersicht der Internet-User mit Prozentzahlen.
Bildquelle: https://datareportal.com/reports/digital-2022-global-overview-report

Es gibt ungefähr 7.91 Milliarden Menschen auf der Erde. Davon sind zwei Drittel im Besitz eines Mobiltelefons. Im Schnitt nutzen sie täglich 6 Stunden und 58 Minuten das Internet.

Kurz gesagt, digitale Werbung begegnet der potenziellen Kundschaft in einem grossen Teil ihres Alltags – online. Die Plakatsäule in der Innenstadt fällt weniger auf als wiederkehrende Banner im Displaynetzwerk von Google. Nach der Arbeit in der Bahn? Sehr wahrscheinlich wird der Feierabend mit Inhalten auf dem Smartphone gestartet. Out-of-Home-Werbung an der Haltestelle wird somit weniger beachtet, respektive sie kann als Ergänzung gebucht werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Generation Z (Gen Z). Dein Unternehmen muss nicht zwingend auf Social-Media-Plattformen wie TikTok vertreten sein. Da gibt es vielleicht passendere Kanäle wie Instagram oder YouTube. Genauso wenig musst du die Belegschaft dazu zwingen, neueste TikTok-Tänze aus den Trends aufzuführen (auch, wenn es bestimmt ein unvergleichliches Team-Event wäre). Damit aber vorausschauend Relevanz in dieser jungen Käuferschicht erzeugt wird, führt nichts an digitalen Werbemassnahmen vorbei.

Messbarkeit macht grössere Erfolge machbar

Sogar Agenturen scheuen nackte Zahlen wie der Teufel das Weihwasser. Kein Wunder, wenn dann traditionelle Unternehmen auch befangen bei vielen Datensätzen reagieren. Jedoch ist dieses Mass an statistischer Einsicht, alles andere als teuflisch.

Erfolgskennzahlen sowie Tools zur Auslese helfen nicht nur bei der Erfolgswertung der Werbemassnahmen. Garantiert sind hier Fehlversuche klar erkennbar, aber auch mit diesen erweitern Unternehmen digital ihre Produktivität.

Wichtige Optimierungen werden dadurch schneller ersichtlich. Niemand öffnet E-Mails? Es müssen andere Betreffzeilen her. Keiner klickt auf die Banner? Da braucht es stärkere Motive. Wenig performante Kanäle? Können nach intensiven Tests eingestellt werden und Budget gespart. Umso weniger dein Unternehmen Daten scheut, desto grösser wird die gewinnbringende Kundenansprache.

Digitale Ads sind fast wie Offline-Werbung, nur stärker

Es braucht noch weitere Einsichten, damit du dein Unternehmen im Jahre 2022 ankommen lassen kannst? Ein einfacher Vergleich der Werbekanäle sorgt sicher schon für mehr Akzeptanz.

Im Folgenden zeigen wir vier Beispiele digitaler Werbemöglichkeiten und stellen Vergleiche zu klassischen Methoden. So kannst du im Unternehmen einfacher vermitteln – Online-Werbung erfindet das Rad nicht (ganz) neu, bringt aber viele Vorteile.

Display & Social Ads = Plakatwerbung

Wie wäre es mit überregionalen und personalisierten Plakatsäulen an vielen Stellen des Nutzeralltags? So kannst du Werbebanner im Displaynetzwerk von Google oder Platzierungen im Social Feed bei Facebook grob zusammenfassen. Die Personalisierung hilft ausserdem bei der Wandlung von Interessenten und Interessentinnen zur zahlenden Kundschaft. Du kennst den Effekt. Eben noch Schuhe bei Anbieter A gesichtet? Schon folgen auf diversen Seiten Banner dazu oder mehr preiswerte Alternativen aus dem Sortiment.

Du musst ausserdem nicht frühzeitig und wenig anpassungsfähig Plakate buchen. Deine Brand kann Werbung online viel flexibler gestalten. Konstante Erkenntnisse helfen sogar, Werbemittel wie Banner durchgehend zu verbessern. So wechseln Texte und Grafik für eine höhere Klickrate zum Beispiel. Du erhältst nicht nur zahlende Kundschaft, sondern auch zeitnah Wissen darüber, wie Werbung für die gewünschte Käuferschicht aussehen sollte.

Zusammengefasst:

+ Personalisierte & passende Werbung nativ platziert
+ Flexible Handhabe für Werbemittel
+ Zeitgleich: Wachstum der Erfahrungswerte

YouTube Ads / Instagram Stories = TV-Werbung

Klingt wenig Streuverlust durch gezieltes Targeting gut? Dann sind Videoformate online eine starke Alternative zum klassischen TV-Werbespot. Vom YouTube Bumper Format bis zu Sponsored Stories bei Instagram. Digitale Videowerbung ist auch agiler und muss nicht für das gesamte Jahr bereits vorgebucht sein.

Klar ist Werbung im Fernsehen, das Hollywood des Marketings und Königsdisziplin. Sie ist aber auch kostenintensiv und weniger einfach zu tracken. Organische Suchanfragen bei Google als Referenz nach Ausstrahlung hin oder her. Eindeutige und klare Reportings gibt es online.

Argumentativ punkten kannst du ausserdem mit einem direkten Vergleich. TV-Werbung lag 2020 laut Statista bei knapp CHF 18-20.- CPM. Serpwatch erkennt seitens YouTube bei 1000 Kontakten im Schnitt etwa CHF 7.-.

Zusammengefasst:

+ Keine ganzjährige Platzierung (um Rabatte zu erhalten)
+ Budget für Produktion von Werbevideos überschaubar
+ Breitgefächerte und klare Erfolgsmessung

Eine junge Influencerin nimmt Video vor Ringlicht auf.
Bildquelle: https://www.pexels.com/photo/a-woman-using-her-phone-while-attached-on-a-ring-light-7676397/

Testimonials = Influencer

Mittlerweile dürften Influencer und Influencerinnen auch hohe Gagen nehmen. Im Gegensatz zu klassischen Testimonials aus TV und Film gibt es aber auch preiswerte Alternativen. Zudem ist eines bei diesen neuen «Stars» zu bedenken – sie stehen dem Zielpublikum menschlich näher.

Die Masse macht es! Influencer und Influencerinnen mit kleineren Fanzahlen, lassen dein Unternehmen in die Breite gehen und viele Nischen in einem Rutsch ansprechen. Kooperationen sind schon ab CHF 100.- möglich. Die Vielzahl an Kanälen mit mittlerer Fan-Dichte ergibt dann eine kleinere, aber qualitativ hochwertige Reichweite. Oder es wird doch ein Publikumsmagnet genommen. Youtuber mit 4 Millionen Abonnenten sollen für eine Produktplatzierung circa CHF 3000.- genommen haben. Da ist sicher Verhandlungsspielraum. Persönlichkeiten aus dem TV zum Beispiel, mit einem eher überschaubaren Fankreis, sind garantiert weniger günstig zu bekommen.

Weiterhin gibt es klare Einsichten in Statistiken bei den Kooperationen. Letztere lassen sich auch vielfältig gestalten. Ob native Produktplatzierung im Wunschkanal oder die Mitwirkung des Internet-Stars im eigens produzierten Videoclip des Unternehmens.

Zusammengefasst:

+ Je nach Budget: Makro- oder Mikro-Influencer und Influencerinnen
+ Näher als TV-Stars: Werbung auf Augenhöhe
+ Diverse Kooperationsformate

E-Mail-Marketing / Messenger Ads = Briefkastenwerbung

Hier wird nicht nur die Umwelt geschont. Unternehmen können mit E-Mail-Marketing günstig Interessenten und Interessentinnen in zahlende Kundschaft wandeln. Volumen bei MailChimp starten bereits bei 17 US-Dollar für 500 Kontakte. Mit PromoPost hingegen stehen für 1000 Einwürfe unadressierter Flyer bereits CHF 137.50 an.

Aber Moment! Da fehlt doch der Einkauf von Adressen beim E-Mail-Marketing? Nicht ganz! Mit digitaler Werbung holst du neue Kunden durch echtes Interesse an deinem Produkt ab. Sie gelangen zu dir über den eigens ausgeführten Banner-Klick. Vertieft wird das Ganze dann durch die Empfangsbestätigung deines Newsletters beim Kaufabschluss. Verglichen werden demnach anonyme Flyer im Briefkasten VS gewünschte Informationen zum Produkt.

Über diese Variante der Online-Werbung lassen sich Angebote also an einen wirklich interessierten Kundenkreis richten. Schliesslich wurde der eindeutige Wunsch informiert zu werden bestätigt. Der Werbeversuch verpufft also nicht durch den Aufkleber «Stop, keine Werbung» am Briefkasten. Die Kostenplanung ist dabei überschaubar, einfach und du musst nicht das Gewicht der Sendung auch noch bedenken.

Von systemseitigen Nachrichten bis zur Promo-Kampagne – dein Unternehmen kann bei mehr Kontrolle und nahezu umgehend seine Kundschaft ansprechen.

Zusammengefasst:

+ Kosten- und umweltschonend: Ab $17 für 500 Kontakte (MailChimp)
+ Offene Ohren: Kundenstamm wünscht Newsletter
+ Trackbar: Leichte Einsicht in Öffnungs- und Klickraten

Fazit

Objektiv gesehen, muss Online-Werbung 2022 ein garantierter Punkt in jeder Unternehmensstrategie sein. Brands profitieren immens von digitalen Werbemassnahmen. Vom Ausbau der Bekanntheit einer Marke bis zum Start eines neuen Unternehmens. Dabei gewinnen sie im Nebeneffekt durch die Vielzahl an Daten wichtige Kundenerkenntnisse.

Jan Schneider
Jan Schneider ist Google-Experte und Unternehmer. Er ist seit 2006 im Online-Marketing tätig und hat 2016 seine eigene Online-Marketing-Agentur, die OMA AG, gegründet. Bei der OMA AG, welche auf erfolgsorientierte KMU spezialisiert ist, unterstützt er Kunden im Bereich Online-Marketing-Strategie und Konzeption.