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Der perfekte Imagefilm – Dein Guide zur Videoproduktion

Videoproduktionen boomen. Fast alle Unternehmen haben den Wert eines hochwertigen Films für ihre Digital-Marketing-Strategie erkannt. Video ist aber nicht gleich Video. In diesem Artikel stellen wir dir das am meisten verbreitete Videoformat – den Imagefilm – vor und erklären, wie du einen für dein Unternehmen produzierst.

Du willst nicht irgendeinen Imagefilm produzieren, sondern den perfekten. Dafür musst du verstehen, was ein Imagefilm ist und für welche Botschaften und Kanäle er sich eignet, um ein passendes Konzept erstellen zu können. Für das beste Ergebnis solltest du mit einer professionellen Videoproduktionsfirma zusammenarbeiten.

Imagefilm? Was ist das?

Imagefilme – im Englischen Corporate Videos genannt – verfolgen keine direkte Verkaufsabsicht. Ziel ist es nicht, die Kundschaft vom Kauf eines Produkts zu überzeugen, sondern vom Unternehmen oder der Marke selbst. Sie sprechen die Emotionen der Zuschauerinnen und Zuschauer an und wollen ein positives Image der Firma erzeugen. Vor allem auch Personen, die dein Unternehmen noch nicht kennengelernt haben, sollen über den Imagefilm mit ihm in Kontakt kommen und es positiv wahrnehmen. So wirbt das Video für das Unternehmen als Ganzes und unterstützt die Markenbildung.

Dir fallen nach dieser Ausführung vielleicht einige Gemeinsamkeiten mit Werbespots auf, die wir in diesem Artikel behandelt haben. Der Hauptunterschied zum Imagefilm besteht darin, dass letztere nicht werberisch auftreten, weil der Verkaufsgedanke fehlt. Sie sollten authentisch wirken und dürfen zudem deutlich länger sein als Werbespots. Dazu später mehr.

Der schon etwas ältere Imagefilm von Emmi bewirbt kein konkretes Produkt, sondern stellt das Unternehmen als Ganzes vor und setzt auf konkrete Werte wie Nachhaltigkeit und Swissness.

Was bringt ein Imagefilm? Die Einsatzbereiche

Weil Imagefilme die Wahrnehmung deins Unternehmens stärken sollen, richten sie sich vorwiegend an potenzielle Kundinnen und Kunden. Das heisst sie du musst sie früh in der Customer Journey pflanzen – am besten während der Awareness- oder Consideration-Phase. Bei bestehenden Käuferinnen und Käufern in der Loyalty-Phase kann aber auch die Markenbildung gestärkt werden.

Imagefilme eignen sich vorwiegend zum Erreichen von Kund*innen zu Beginn oder am Ende der Customer Journey.

Platzierung auf internen und externen Kommunikationskanälen

In der Praxis bietet sich ein Imagefilm sowohl für interne als auch externe Kommunikation an. Als Werkzeug fürs Employer Branding kannst du ihn zum Beispiel in Stellenanzeigen einfügen und dein Unternehmen als attraktiven Arbeitsplatz positionieren. Auch bei firmeninternen Präsentationen kommt das Video gut an und stärkt das Verhältnis zwischen Arbeitnehmenden und -gebenden.

Auf der Startseite deiner Webseite ist der Imagefilm ein absolutes Muss. Schliesslich ist er nichts anderes als die Visitenkarte des Unternehmens in Videoform und verdient darum eine prominente Platzierung. Zu guter Letzt empfiehlt sich das Abspielen des Videos auf Messeständen. Als Eyecatcher zieht ein Imagefilm Interessentinnen und Interessenten an und informiert gleichzeitig über das Unternehmen. Denselben Effekt verfolgt das Ausspielen auf Social Media – speziell als Social Ads.

Welche Stilrichtung soll es sein?

Dein Imagefilm lässt sich in unterschiedlichen Formen umsetzen. Die wichtigsten Entscheidungen, die von Anfang an geklärt werden sollen, sind Animation oder Realfilm und szenisch oder dokumentarisch.

Ein Animationsfilm als Imagefilm ist in gewissen Fällen durchaus denkbar. Dazu gehören vor allem Videos, welche die Markenbildung vorantreiben oder stark narrativ geprägt sind. Allerdings sind die Budgetanforderungen dafür bedeutend höher als für eine real gefilmte Variante. Ausserdem kann es sich bei Imagefilmen anbieten, echte Mitarbeitende oder Unternehmensstandorte zu zeigen. Es spricht aber auch nichts dagegen, Animation und Realfilm zu vermischen.

Ein Spielfilm als Imagefilm

Klassische Imagefilme sind oft dokumentarisch gestaltet. Das bedeutet, dass echte Mitarbeitende vor die Kamera treten und über das Unternehmen erzählen oder bei ihrer Arbeit gezeigt werden. Du kannst den Film aber auch szenisch umsetzen – wie eine Spielfilmproduktion. Das heisst, du drehst mit Schauspielenden und setzt ein genau geplantes Drehbuch um.

Das Paradebeispiel für einen dokumentarischen Imagefilm: Die Fischer Bettwaren AG.

Szenische Produktionen sind immer signifikant teurer als dokumentarische, wirken dafür aber auch hochwertiger und erzeugen mehr Aufmerksamkeit – also genau das, was ein Imagefilm erreichen soll. Gleichzeitig kommen sie in Sachen Authentizität niemals an ein Video mit dokumentarischem Ansatz ran. Hier gibt es keine Form, die eindeutig besser ist als die andere. 

Die Konzeption eines Imagefilms – Was ist zu beachten?

Wie bei jeder Marketingmassnahme, stellst du dir als erstes die Frage, was die Kernbotschaft des Videos sein soll. Aber weil der Imagefilm wahrscheinlich der erste Kontakt sein wird, den Personen mit deinem Unternehmen haben, gibt es unendlich viele Informationen, die du ihnen mitteilen möchtest. Wofür sollst du dich da entscheiden? 

Es ist simpel: Imagefilme sollten unbedingt die Frage nach dem «Warum?» eines Unternehmens beantworten. Warum existiert es? Warum tut es, was es tut? Und warum ist es gut darin? Du kannst auch einen USP deiner Marke einbauen, aber halte es simpel. Imagefilme sind die letzte Videoform, die du inhaltlich überladen solltest. Überlege die ausserdem, wie du die Frage auf das «Warum?» zielgruppengerecht beantwortest.

Dollar Shave Club zeigt auf humorvolle Weise, was das Unternehmen als Anbieter von Rasierprodukten ausmacht.

Sag mir, wo du hochlädst und ich sag dir, was du filmst

Formale Vorgaben einer Videoproduktion hängen eng mit den geplanten Ausspielkanälen zusammen. Imagefilme sind hier kein einfacher Fall. Wie du bestimmt weisst, werden Videos auf Social Media meist ohne Ton angeschaut. Um Emotionen zu wecken, und das «Warum» deines Unternehmens zu vermitteln, sind Musik und Text schlicht zu wichtig, um sie zu ignorieren. Fahre deswegen zweigleisig und verfasse einen Sprechertext, der in der Social-Media-Variante des Films als Untertitel eingeblendet wird.

Varianten brauchst du sowieso zahlreiche. Nicht nur wegen den Untertiteln, sondern auch für die diversen Längen- und Formatvorgaben unterschiedlicher Social-Media-Plattformen. Behalte bei der Konzeption – vor allem beim Storyboarding – stets im Hinterkopf, dass das Zuschneiden des Videos und das Überdecken des Bildes mit Text möglich ist, ohne die Qualität zu vermindern. Die Hauptversion des Imagefilms darf internet-untypisch ruhig mehrere Minuten dauern. Diese wird nämlich auf deiner Webseite ausgespielt, wo sich die Zuschauerschaft Zeit nimmt, sich zu informieren.

KMW liefert einen interessanten Mix aus dokumentarischen und szenischen Elementen. Ausserdem ist das Video bereits in Segmente unterteilt, was das Erstellen von Social-Media-Varianten vereinfacht.

Die letzten Vorbereitungen

Versuche, das Skript möglichst früh fertigzustellen. Denn es bestimmt massgeblich die Länge des Films und wird vom Produktionsteam für die Planung der Dreharbeiten benötigt. Die meisten Produktionsfirmen bieten auch an, den Text selbst zu schreiben. Möglicherweise werdet ihr innerhalb des Firmengeländes filmen. Du bist dafür verantwortlich, dass die Locations am Drehtag unbesetzt und präsentabel sind.

Halte dabei die Arbeitskolleginnen und -kollegen auf dem Laufenden und hole bei den im Video auftauchenden Mitarbeitenden Einverständniserklärungen ein. Bleib ausserdem in Rücksprache mit der Rechtsabteilung, falls gewisse Räume oder Produkte nicht im Imagefilm auftauchen dürfen.

Wie aufwendig ist ein Imagefilm?

Das Briefen aller Teilnehmenden und das Vorbereiten von allfälligen firmeneigenen Drehorten sind zeitintensiv. Und auch am Drehtag bist du als Schnittstelle zwischen Produktionsteam und Unternehmen gefragt. Die Gesamtproduktionszeit von der Idee bis zum Upload lässt sich mit dem Beauftragen einer Produktionsfirma aber überschaubar halten.

Imagefilme gehören zu den günstigeren Videoproduktionen. Gerade dokumentarische, real gefilmte Videos sind durch den geringen planerischen Aufwand und die kleine erforderliche Filmcrew erschwinglich. Mit einem Budget von 6’000 – 8’000 CHF bist du schon gut dabei. Szenische Imagefilme benötigen mehr Planung vonseiten der Produktionsfirma, eine grössere Filmcrew sowie Gagen und Buyouts für Schauspielende. Du solltest für eine hochwertige Produktion mindestens 10’000 CHF mitbringen.

Veröffentlichung & Vermarktung

Grundsätzlich solltest du deinen Imagefilm in voller Länge überall zeigen, wo es möglich ist. Angefangen auf der Webseite, wo er auf die Startseite gehört. Teile ihn auch auf LinkedIn und Facebook. Auf Instagram kannst du ihn auch als IGTV-Video hochladen, aber erstelle auch Versionen in den entsprechenden Formaten für den Feed und die Story. Letztere kannst du, wenn du sie schon mal hast, auf TikTok und YouTube Shorts verwenden.

Achte beim Upload auf allen Plattformen darauf, griffige Titel und packende Beschreibungen zu verfassen, die relevante Keywords enthalten. Und vergiss nicht – wie die meisten – ein interessantes Thumbnail zu hinterlegen, damit der Imagefilm angeklickt wird. Der Imagefilm soll neue Kundinnen und Kunden auf dein Unternehmen aufmerksam machen. Darum lohnt es sich, ihn als Werbung zu schalten. Vor allem als Pre-Roll auf YouTube oder in Social Ads.

Ein komplexes Unterfangen

Ein erfolgreicher Imagefilm will minutiös geplant sein. Alle Zahnrädchen müssen ineinandergreifen, damit er funktioniert. Wenn du in einem Arbeitsschritt nachlässig wirst, hat das Auswirkungen auf die gesamte Produktion. Fokussiere dich auf die genannten Einsatzbereiche und richte dein Konzept passend darauf aus, dann ergibt sich der Rest fast von allein.

Daniel Cano
Daniel hat gerade sein Studium in Multimedia Production abgeschlossen und hat jetzt erstmal genug vom Theroriebüffeln. Darum teilt er nun seine Begeisterung – insbesondere für Video- und Content-Marketing sowie Storytelling – auf marketing.ch. Wenn er in seiner Freizeit nicht gerade jede*n nötigt, seinen Lieblingsfilm «Blade Runner 2049» zu schauen, kocht er gerne für Familie und Freunde.