StartSocial Media MarketingDozent*innen als Influencer*innen: Wieso Hochschulen auf Social Media sein müssen
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Dozent*innen als Influencer*innen: Wieso Hochschulen auf Social Media sein müssen

Wir recherchieren heutzutage fast alles im Internet, bevor wir eine Entscheidung treffen: Das nächste Paar Schuhe, das neue Smartphone, das Hotel für die geplanten Ferien und auch die Universität oder Hochschule, die wir besuchen wollen. Für die Schulen bedeutet dies, dass sie eine überzeugende Online-Präsenz haben müssen – idealerweise inklusive ihrer Dozent*innen.

Die klassische Werbung ist kaum so überzeugend wie Empfehlungen von Freund*innen, anderen Internet-User*innen oder eben Influencer*innen. Dass Influencer*innen für Brands super interessant sind, haben wir in einem früheren Artikel bereits aufgezeigt. Aber auch Universitäten und Hochschulen können vom Influencer Marketing profitieren – gerade auch, wenn es von den hauseigenen Dozent*innen stammt.

Wieso sollten Dozent*innen als Influencer*innen fungieren?

Influencer*innen können die Meinungen von ihren Follower*innen beeinflussen und sie von einem Produkt oder einer Dienstleistung begeistern. Die Dozenten und Dozentinnen von Hochschulen und Unis können diese Wirkung ebenfalls für sich nutzen.

Primär ist das Ziel natürlich, die Studiengänge der Schule zu füllen. Die Schweizer Hochschul-Landschaft ist riesig und junge Talente haben die Qual der Wahl, um sich für eine der vielen renommierten Schulen einzuschreiben.

Zeitgleich können sich die Dozent*innen als nahbare Fachexpert*innen auf ihrem Gebiet positionieren. So vermitteln sie wissen an die User*innen und können deren Begeisterung auf sich ziehen. Auch das kann dazu führen, dass sich Personen weiter über die Uni bzw. Hochschule informieren und dort ihr Studium absolvieren können. Die positive Haltung gegenüber der Dozent*innen kann sich zudem sehr gut auf die Reputation der Schule auswirken.

Wie können Dozent*innen influencen?

Dozenten und Dozentinnen können grundsätzlich genau gleich wie «reguläre» Influencer*innen vorgehen. Mit Posts auf Social Media, primär wohl Instagram und YouTube, können sie sich einen Namen verschaffen und Reichweite generieren.

Educational Influencer*innen im Trend

Weiss ich nicht, wie ich meinen Veloreifen pumpen muss, schau ich auf YouTube nach. Brauche ich ein Rezept, dem ich einfach folgen kann, hol ich mir ein Video von Instagram oder YouTube zur Hilfe. Will ich schnell und einfach einige coole Tipps und Tricks zu ein Themengebiet, so scrolle ich auf dem TikTok-Kanal einer bzw. eines Expert*in herum.

Lehrreicher Content, der von sogenannten Educational Influencer*innen erstellt wird, ist absolut im Trend. Gerade auf TikTok werden Kurzvideos über Psychologie, Ernährung, Hautpflege oder auch wissenschaftliche Theorien hunderttausende Male angeschaut und geliked. Dozent*innen passen ideal in diesen Kontext – sie können ihr Wissen also auf Social Media teilen.

Auch längere Erklärvideos auf YouTube oder Instagram sind möglich. MrWissen2go auf YouTube hat mir durch die eine oder andere Geschichtsprüfung geholfen, während mir bill wurtz in weniger als 20 Minuten die ganze Geschichte der Erde erklärt hat.

Beispiele von Lehrer*innen als Influencer*innen

In den Staaten sind Lehrpersonen und Dozent*innen als Influencer*innen lange keine Neuheit mehr, während es in der Schweiz noch nicht ganz dem Status Quo entspricht.

Megan DuVarney Forbes beispielsweise ist eine Geschichts- und Englischlehrerin, die auf ihrem Instagram-Profil Buchempfehlungen, Bilder aus dem Klassenzimmer und eigene Familienbilder teilt. Sie hat über 65 Tausend Follower*innen.

Dr. Trevor Boffone nennt sich auch «The Dancing Teacher», da er nebst seiner Tätigkeit als Lehrer und Dozent gerne auch tanzt und dies auf Social Media zeigt. Auf Instagram hat er über 268 Tausend Follower*innen und postet immer wieder Videos auch zusammen mit Schüler*innen, wie sie zusammen einen viralen Tanz vorzeigen.

Wie treten Schweizer Unis und Hochschulen auf Instagram auf?

Es gibt durchaus Dozent*innen in der Schweiz, die beispielsweise auf Twitter aktiv sind und so einige Follower*innen haben. Doch meist werden dort News aus ihrem Themengebiet, Studien oder sonstiges besprochen. Das ist zwar sehr spannend, ist jedoch nicht das «influencing», welches wir hier besprechen.

Was viele Hochschule und Unis jedoch haben, ist einen mehr oder weniger bekannten Instagram-Account. Studierende bzw. künftige Studierende sind auf dieser Social-Media-Plattform rege vertreten, weshalb es Sinn macht, dass Schulen dort vertreten sind.

ZHAW, Uni Zürich, ETH

Nur schon wenn wir bei den regionalen Hochschulen und Unis im Raum Zürich nachschauen, entdecken wir einige Ähnlichkeiten in ihrem Auftritt auf Instagram. Fotos aus der Schule selbst, den grossen Hallen oder Schulzimmern lassen sich schnell finden. Auch Bilder und Videos von Student*innen, die über ein Modul oder ihren Studiengang berichten, lassen sich oft finden. Hie und da wird auch ein Bild einer dozierenden Person gezeigt, die sich in der Bildbeschreibung über ihr Fachgebiet äussert .

So zeigt die Uni Zürich Tommaso Patriarchi, Assistenzprofessor am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der UZH, auf ihrem Profil und schreibt Fakten und Inputs seinerseits in die Bildbeschreibung.

Instagram Post der UZH mit Tommaso Patriarchi, Assistenzprofessor am Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der Uni Zürich.

Bei vielen der Instagram-Profile liegt der Fokus auf Student*innen oder Absolvent*innen, was durchaus sinnvoll ist, da diese Einblicke ins Studierendenleben geben können. Die Schulen könnten ihre Dozent*innen aber vermehrt ins Rampenlicht stellen und auf sie verlinken, sodass die Follower*innen auch die Personen kennenlernen, die vielleicht bald vor ihnen in einem Vorlesungssaal stehen.

Eine Chance fürs Image & die Einschreibungen

Wenn sich Dozent*innen dazu entscheiden, sich auf Social Media für künftige und aktuelle Studierende sowie natürlich auch die restliche Öffentlichkeit zu zeigen, mit ihrem Fachwissen zu punkten und den Follower*innen spannende Inputs zur Hochschule bzw. Uni geben, so kann sich das auf die Dozierenden wie auch die Schule positiv auswirken.

Die Dozent*innen wirken authentisch, nahbar und können zeigen, dass sie aus gutem Grund zuständig für das Unterrichten in ihrem Fachgebiet sind. Zudem können sie humorvoll und sympathisch rüberkommen, wenn sie sich vor der Kamera bzw. der Tastatur wohlfühlen.

Sind Dozierende erfolgreich in ihrer Influencer-Tätigkeit, dann erhält auch die Hochschule oder die Uni mehr Aufmerksamkeit und hoffentlich auch mehr interessierte Student*innen. So können Dozent*innen als Influencer*innen eine Win-Win-Win-Situation für alle involvierten Parteien sein.

Nicole Langhart
Nicole hat dank ihrem laufenden Studium in Kommunikation einen Einblick ins Marketing und in den Journalismus werfen können. Nachdem sie nun hands-on Marketing Erfahrung in einem Start-Up gesammelt hat, zieht es sie zu marketing.ch, um die Leserinnen und Leser mit den neusten Trends und hilfreichsten Ratgebern auf dem Laufenden zu halten.