StartAffiliate MarketingYouTube, Twitch und Instagram: Wie Sponsoring online funktioniert
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YouTube, Twitch und Instagram: Wie Sponsoring online funktioniert

Wir kennen das klassische Sponsoring: Logos auf den Trikots einer Fussballmannschaft, Slogans auf Werbebannern an einem Konzert, Firmennamen auf Bonbons, die an einem Event verteilt werden. Firmen, also die Sponsoren, erhalten Reichweite, während die Gesponserten finanzielle Unterstützung bekommen.

Wie so vieles hat sich auch das Sponsoring in die digitale Welt verschoben – zu Online Events, Social Media und Video-Plattformen. Durch das Dazukommen von Plattformen wie Instagram, Twitch und YouTube werden zudem Cotent Creators und Influencer miteinbezogen, die den Sponsoren noch mehr Möglichkeiten liefern, ihre Produkte und Dienstleistungen an die breite Masse zu bringen.

Klassisches Sponsoring – aber online

Bevor wir aber zu den etwas ausserordentlichen Sponsor-Möglichkeiten auf den genannten Kanälen gelangen, wollen wir über die klassischen Sponsoring-Taktiken reden, die auch im digitalen Umfeld klappen.

So gibt es natürlich auch online die Option, Werbebanner, Texte oder Bilder an online Events zu zeigen, die den Brand des Sponsors zeigen. Oder existiert beispielsweise eine Landingpage für ein Webinar, so kann auf der Page selbst eine Werbeanzeige des Sponsors geschalten werden.

Andere Optionen sind Gutscheine oder Rabatt-Codes des Sponsors, die vergeben werden, wenn sich ein User für einen online Event anmeldet. So wird der Brand des Sponsors gepusht und er erhält im besten Fall sogar noch neue Kunden.

Gesponserter Content auf Instagram

Brand Kooperationen sind mittlerweile altbekannt auf Social Media Plattformen wie Instagram. Influencer*innen schliessen sich mit einem Brand zusammen und promoten dessen Produkt oder Dienstleistung. Dies passiert über Fotos oder Videos im Feed oder natürlich auch Stories.

Erhält ein*e Influencer*in ein Produkt eines Unternehmens zugeschickt und soll dies im Rahmen eines Sponsorings präsentieren – sei dies als Product Placement oder mittels eines Review – so muss für die User erkennbar sein, dass es sich dabei um Werbung handelt. Dies kann entweder mit der entsprechenden Funktion auf Instagram passieren, mit der der Post als Werbung markiert werden kann, oder mit einer Angabe in der Bildbeschreibung.

Sponsorings auf Twitch

Mit dem stetigen Anstieg an Popularität erhalten diverse Twitch-Streamer neue Möglichkeiten, sich zu finanzieren und ihrer Community einen Brand näher zu bringen. Mit über 30 Millionen aktiven Usern und mehr als 7 Millionen Streamern hat sich Twitch vor allem in den letzten zwei Jahren zu einer äusserst interessanten Plattform für Marketer entwickelt.

Unternehmen bieten den Twitch-Streamern oftmals zwei verschiedene Varianten der Kooperation an: Affiliates oder Sponsorships. Die Brands geben meist einen Rahmen vor, in welchem sich der Streamer befinden muss (Content, Anzahl Follower, Anzahl Views u.ä.) um eine Partnerschaft mit ihm einzugehen.

Affiliates

Es kommt vor, dass Sponsoren zuerst einen Affiliate Link rausgeben und tracken, wie viele Klicks bzw. Conversions sie durch den Streamer erhalten, bevor sie ihm ein Sponsoring anbieten. Teilweise bieten Brands auch ausschliesslich Affiliates an.

Übersetzt heisst Affiliate «Partner», und das beschreibt die Zusammenarbeit bereits ziemlich gut. Der Streamer hat einen persönlichen Link, den er seiner Community weitergeben kann. Es ist auch in seinem Sinne, dass die User auf den Link klicken und einen Kauf beim Unternehmen tätigen, denn der Streamer erhält 10 – 15 Prozent Kommission pro Verkauf über den Link.

So einige Unternehmen bieten auch in ihrem Affiliate-Programm bereits weitere Benefits für ihre Partner. Seien dies Vergünstigungen für den Streamer, vordesignte Banners für den Stream oder Social Media, gratis Produkte bei einem Einkauf und mehr.

Sponsorings

Ein Sponsoring eines Streams bzw. eines Streamers geht noch ein paar Schritte weiter als das Affiliate-Programm. Zwar haben auch hier viele Streamer einen solchen Link, jedoch profitieren sie meist mehr, als bei der vorher genannten Zusammenarbeit. Denn beim Sponsoring wird der Streamer oftmals zusätzlich bezahlt, erhält manchmal auch noch gratis Produkte, seine Kommissionen werden erhöht oder er bekommt weitere Benefits, die je nach Unternehmen (Sponsor) variieren.

Da Twitch primär noch immer eine Gaming-Plattform ist, nutzen vor allem Brands im Technologie- und Gaming-Bereich diese Sponsoring-Möglichkeiten. Bekannte Sponsoren umfassen beispielsweise das Anti-Virus-Programm Norton, der Computerzubehör-Hersteller Razer, der VPN-Anbieter NordVPN oder der Online-Shop High Score Tees.

Jedes Unternehmen hat seine eigenen Vorgaben, welche Streamer sie sponsoren wollen und was die angebotenen Benefits umfassen. Die Brands erhalten dank den Sponsorings Reichweite, werden von beliebten Persönlichkeiten promotet und direkt an deren Community vermarktet. Je nach Vereinbarung ist das Logo des Sponsors während dem ganzen Stream sichtbar, der Streamer erzählt etwas über das Produkt oder die Dienstleistung oder der Affiliate-Link wird an bestimmten Orten gepostet.

Sponsorings auf YouTube

Als grösste Videoplattform weltweit ist es kaum überraschend, dass Unternehmen sich auch hier Partner suchen, die ihr Angebot aufzeigen. Es existieren über 37 Millionen YouTube-Kanäle und über 23 Millionen YouTuber verzeichnen über eine Million Abonnenten. Für Unternehmen ist YouTube also ein Marketing-Kanal, der Berücksichtigung verdient.

Ähnlich wie auf Twitch gibt es auch auf YouTube verschiedene Arten von Kooperationen. Affiliate-Links werden ebenfalls an YouTuber vergeben, die diese in die Video-Beschreibung oder einen Kommentar posten. Oftmals sponsoren Brands aber ein Video und der YouTuber erzählt für ein, zwei Minuten über das Produkt oder die Dienstleistung. Es kommt auch vor, dass ein YouTuber ein komplettes Video nur über das Produkt macht.

Erwähnung des Brands im Video

Der Klassiker unter den Sponsorings auf YouTube: Ein Unternehmen geht eine Partnerschaft mit einem YouTuber ein und dieser stellt das Produkt oder die Dienstleistung in einem seiner Videos vor. Die sogenannten Brand Deals werden am Anfang, inmitten oder am Schluss des Videos vorgestellt und der YouTuber berichtet über das Angebot. Er zählt die Vorteile des Produktes oder der Dienstleistung auf und fordert seine Abonnenten dazu auf, einen Kauf zu tätigen.

In vielen Fällen kann der YouTuber seinen Subscribers auch gleich einen Rabattcode mitgeben, was zusätzlich zu einem Kauf anregt. Der YouTuber erhält schliesslich eine Kommission, gratis Produkte, eine monetäre Entschädigung oder ähnliches vom Sponsor. Marken, die gerne als Sponsor fungieren auf YouTube, sind unter anderem:

  • Honey
  • SeatGeek
  • Function of Beauty
  • Audible
  • ExpressVPN / NordVPN
  • SkillShare
  • Raycon
  • etc.

Vorteil für die Unternehmen ist, dass sich auf YouTube verschiedenste Kanäle finden lassen. Ob Beauty und Fashion, Gaming, Unterhaltung, Musik und so weiter – es lassen sich für alle Interessen und Bereiche spannende Persönlichkeiten finden. Brands können sich so YouTuber aussuchen, die ideal zu ihnen passen und die richtige Zielgruppe ansprechen.

Ganzes Video über Brand

Anstatt «nur» in einem Video erwähnt zu werden, können auch ganze Videos über ein Produkt gemacht werden. In solchen Fällen erhält der YouTuber meist ein Produkt gratis zugeschickt, macht ein Unboxing, ein Anwendungstest und/oder ein Review dazu und lädt es hoch.

Ein gutes Beispiel für solche Sponsorings ist der US-Amerikanische YouTuber Marques Brownlee. Egal, ob es um das neue iPhone, Samsung Galaxy, Airpods oder einen Tesla geht, er macht ein Video darüber. Mit über 14 Millionen Abonnenten ist Marques Brownlee ein beliebter YouTuber, der den Unternehmen viel Reichweite bietet. Hier ein Beispiel eines Produktereviews auf seinem Kanal. In der Videobeschreibung ist vermerkt: “Phone provided by Samsung for review.”

Was wollen Sponsoren im digitalen Bereich?

Damit ein Influencer, Streamer oder YouTuber in Frage kommt für ein Sponsoring, muss er oder sie verschiedene Anforderungen erfüllen. Diese Anforderungen variieren natürlich von Unternehmen zu Unternehmen und hängen stark von deren Erwartungen und ihrem eigenen Auftritt ab. Schliesslich wollen Brands Kooperationen mit Persönlichkeiten eingehen, die ihre Marke passend vertreten und zu ihnen passen.

Einige Grundpfeiler gibt es aber sicherlich. So muss nur schon die Grösse des Kanals stimmen. Eine online Persönlichkeit muss nicht Millionen von Followern oder Abonnenten haben, um gesponsert zu werden. Auch Mikro-Influencer haben durchaus Chancen auf einen Brand-Deal. Es ist jedoch vielen Unternehmen wichtig, dass der Influencer/Streamer/YouTuber eine gewisse Fanbase hat, und dass diese auch mit ihm interagiert (Stichwort Engagement-Rate).

Selbstverständlich zählt aber auch der/die Influencer*in bzw. Content Creator/in selbst. Die Persönlichkeit der Person ist ausschlaggebend dafür, ob ein Brand will, dass die Person mit ihrer Marke in Verbindung gebracht wird. Die gesponserten Personen müssen authentisch und verlässlich wirken, sodass Unternehmen gerne mit ihnen zusammenarbeiten und beide Parteien glücklich mit der Kooperation werden.

Eine kluge Investition

Erkennt ein Unternehmen, welche Influencer*innen, Streamer*innen und YouTuber*innen zu ihrem Brand passen und eine für das Unternehmen interessante Zielgruppe haben, so kann ein Sponsoring sehr sinnvoll sein. Der Brand erhält Reichweite und wird Usern gezeigt, die das Angebot vorher vielleicht noch nicht gekannt haben.

Sponsorings sind zudem nicht wie klassische Werbung und werden von Ad-Blockern entfernt oder unterliegen der Banner-Blindheit. Vielmehr erfahren die Communities von dem Produkt oder der Dienstleistung über eine Person, die sie mögen und der sie gerne folgen. Diese Vertrauensbasis ist sehr wertvoll für die Content Creatoren wie auch für die Sponsoren. Ein Sponsoring online kann, wenn richtig gemacht, also gewinnbringend und erfolgreich ausfallen – für Sponsor und Gesponserte.

Nicole Langhart
Nicole hat dank ihrem laufenden Studium in Kommunikation einen Einblick ins Marketing und in den Journalismus werfen können. Nachdem sie nun hands-on Marketing Erfahrung in einem Start-Up gesammelt hat, zieht es sie zu marketing.ch, um die Leserinnen und Leser mit den neusten Trends und hilfreichsten Ratgebern auf dem Laufenden zu halten.