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Maslow-Pyramide einfach und verständlich erklärt

Was ist die Maslow-Pyramide?

Die Maslow-Pyramide ist auch unter dem Namen Maslowsche Bedürfnishierarchie bekannt und wurde von dem amerikanischen Psychologen Abraham Maslow entwickelt. Die Maslow-Pyramide wird verwendet um aufzuzeigen, welche Bedürfnisse der Mensch hat. Mit seiner Form als Pyramide zeigt das Modell, welche Bedürfnisse hierarchisch gesehen zuerst gestillt werden müssen. Von unten nach oben gesehen gibt es folgende Stufen:

  • Physiologische Bedürfnisse (Luft, Wasser, Nahrung …)
  • Sicherheitsbedürfnisse (Behausung, Schutz …)
  • Soziale Bedürfnisse (Familie, Beziehung …)
  • Individualbedürfnisse (Status, Anerkennung…)
  • Selbstverwirklichung (Sinn des Lebens entwickeln)

Laut dem Modell müssen die Bedürfnisse von unten nach oben gestillt werden. Das heisst, die nächste Stufe kann erst erreicht werden, sobald die darunterliegende grösstenteils befriedigt wurde. Die ersten vier Stufen werden unter dem Begriff Defizitbedürfnisse zusammengefasst. Der Punkt der Selbstverwirklichung fällt unter den Begriff der Wachstumsbedürfnisse. Das Modell besagt, dass zunächst alle grundlegenden (Defizits-) Bedürfnisse gestillt werden müssen, bevor Menschen anfangen, sich um den Sinn des Lebens (also die letzte Stufe der Pyramide) zu kümmern. 

Damit das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung gestillt werden kann, möchte der Mensch seine Fähigkeiten, seine Persönlichkeit und seine Kreativität weiterentwickeln. Manche Unternehmen nutzen die Maslowsche Bedürfnispyramide, um die Zufriedenheit und Produktivität ihrer Mitarbeitenden zu erhöhen. Sie wird aber unter anderem auch verwendet, um die Kundenbedürfnisse zu analysieren und im Endeffekt Produkte und Dienstleistungen besser auf die Kundschaft zuzuschneiden.

Grafik der Bedürfnispyramide nach Maslow.
Nach der Maslowschen Bedürfnispyramide muss ein Bedürfnis grösstenteils befriedigt sein, bevor das nächste gestillt werden kann.

Was sind Physiologische Bedürfnisse?

Zu den physiologischen Bedürfnissen gehören die überlebensnotwendigen Ressourcen wie Luft, Wasser und Nahrung. Können diese Bedürfnisse auch nur kurzfristig nicht gestillt werden, so kann der Mensch nicht überleben. Deshalb sind die physiologischen Bedürfnisse der Grundstein der Pyramide: Ohne sie ist es unmöglich, auf die nächste Stufe zu gelangen.

Physiologische Bedürfnisse im Beruf

Die einzelnen Stufen der Maslow-Pyramide können gut auf das Berufsleben übertragen werden. Die physiologischen Bedürfnisse müssen selbstverständlich gestillt werden, damit Angestellte überhaupt arbeiten können. Hier können Arbeitgebende aber beispielsweise eine gute Luftzufuhr in den Büroräumlichkeiten sicherstellen, um diesem Bedürfnis entgegenzukommen.

Was sind Sicherheitsbedürfnisse?

Sicherheitsbedürfnisse umfassen Massnahmen, die dem Menschen Sicherheit geben. Dazu gehört ein Unterschlupf, im besten Fall ein Haus, und sonstige Schutzmassnahmen. So will sich der Mensch vor Kälte oder Hitze schützen oder auch vor Krankheiten.

Sicherheitsbedürfnisse im Beruf

Im Beruf ist das Bedürfnis nach Arbeitsplatzsicherheit zentral. Der Mensch braucht ein gesichertes Einkommen, um seine Wohnung zu finanzieren und sich Notwendigkeiten, wie Kleidung oder Medizin, kaufen zu können.

Was sind soziale Bedürfnisse?

Bei den Sozialen Bedürfnissen bezieht sich Maslow auf die Notwendigkeit von Zugehörigkeit – sei dies in der Familie, mit Verwandten oder Freunden. Der Mensch will nicht allein sein oder ausgestossen werden.

Soziale Bedürfnisse im Beruf

Auch im Arbeitsalltag sind die sozialen Bedürfnisse nicht zu unterschätzen. Ein guter Umgang mit den Arbeitskolleg*innen fördert die Motivation der Mitarbeitenden. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit kann das Team stärken und ihm helfen, auch in schwierigen Geschäftssituationen zusammenzuarbeiten.

Was sind Individualbedürfnisse?

Die Individualbedürfnisse beschreiben das Streben des Menschen nach Lob, Anerkennung oder auch Status.

Individualbedürfnisse im Beruf

Mitarbeitende empfinden es als wichtig und wertschätzend, wenn sie für ihre Arbeit anerkannt werden. Dazu braucht es nicht immer extraordinäre Massnahmen, auch ein gesprochenes Lob oder eine kleine Aufmerksamkeit kann das Individualbedürfnis der Mitarbeitenden stillen.

Was ist Selbstverwirklichung?

Die oberste und letzte Stufe der Pyramide ist die Selbstverwirklichung. Während die restlichen Bereiche Defizitbedürfnisse darstellen, stellt die Selbstverwirklichung ein Wachstumsbedürfnis dar. Erst hier geht es darum, dass der Mensch seine Fähigkeiten und seinen Charakter weiterentwickelt und seine Persönlichkeit entfaltet.

Selbstverwirklichung im Beruf

In dieser Stufe will sich der Mensch also weiterentwickeln. Dazu können zum Beispiel Schulungen oder Weiterbildungen angeboten werden, die dem Mitarbeitenden neue Perspektiven eröffnen. Auch das Einbringen von eigenen Ideen – privat oder im Beruf –  ist ein Aspekt der Selbstverwirklichung.

Maslow-Pyramide: Ein Beispiel

Damit ein Mensch überleben kann, müssen seine physiologischen Bedürfnisse erfüllt werden. Wenn man in eine Notlage gerät, zählen plötzlich nur noch Bedürfnisse wie Luft zum Atmen, Wasser und Nahrung. Sobald diese zugesichert sind, entstehen beim Menschen zusätzliche Bedürfnisse, die Maslow in der zweiten Stufe zusammenfasst. Das sind das Bedürfnis nach Schutz (vor z. B. Witterung) oder auch ein Schlafplatz. Sind auf dieser Stufe alle Wünsche erfüllt, möchte der Mensch seine sozialen Bedürfnisse ausleben. Zum Beispiel eine Beziehung zu anderen aufbauen oder eine Familie gründen. Anschliessend folgt die nächste Stufe, in der der Mensch nach Status und Anerkennung strebt. 

Wenn all diese Bedürfnisse gestillt sind, geht es an die Selbstverwirklichung: Hier lebt sich der Mensch kreativ aus, arbeitet an seinen Fähigkeiten oder seinem Charakter. Ohne die vorherigen Stufen zu passieren, kann der Mensch laut Maslow nicht mit der Selbstverwirklichung beginnen und ohne die höchste Stufe der Pyramide zu erreichen, kann ein Mensch – so die Theorie – nicht glücklich leben.

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Zwei-Faktoren-Theorie

Ein weiteres Modell – Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie – besagt, dass sogenannte Motivatoren zur Arbeitszufriedenheit beitragen, während das Nicht-Berücksichtigen von Hygienefaktoren zu Unzufriedenheit führt. Motivatoren sind Faktoren wie die Arbeit selbst und der Erfolg dabei, sowie die Anerkennung der eigenen Leistungen durch andere. Zu den Hygienefaktoren gehören Lohn, physische Arbeitsbedingungen oder auch der Status im Unternehmen.

Neben Abraham Maslows Bedürfnispyramide gilt Frederick Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie als grundlegende Inhaltstheorie zum Thema Motivation. Die beiden Modelle werden daher gerne zusammen angeschaut, da sich beide mit den Bedürfnissen – seien dies Grundbedürfnisse oder solche in der Arbeitswelt – der Menschen befassen. Somit können beide Modelle beispielsweise von Unternehmen und Arbeitgebenden genutzt werden, um das Arbeitsumfeld oder die Konditionen zu reflektieren und zu verbessern.

Pro und Kontra der Maslow-Pyramide

Die Maslow-Pyramide ist ein Modell mit sehr hohem Bekanntheitsgrad, das in der Praxis häufig angewendet wird. Unkontrovers ist es jedoch nicht, was vor allem mit der Entstehung des Modells im Zusammenhang steht.

Abraham Maslow erstellte die Bedürfnispyramide, ohne empirische Forschung zu betreiben. Er stützte sich auf seine eigenen Erfahrungen und Auffassungen, welche stark von seinem Leben in der westlichen Welt beeinflusst waren. Somit kann das Modell nicht auf alle Länder und Kulturen übertragen werden.

Des Weiteren wird am Aufbau dieses hierarchischen Modelles kritisiert, dass die Bedürfnisse nur stufenweise und nacheinander gestillt werden können. Es sei in Realität eher ein Weg oder ein Kreislauf den der Mensch durchläuft – so kann beispielsweise der Wunsch nach Selbstverwirklichung durchaus bestehen, ohne dass der Mensch Lob und Anerkennung erhalten hat.

Zudem ist die Maslow-Pyramide nicht allumfassend und fokussiert sich fast schon zu fest auf die positiven Aspekte – Lob, Zugehörigkeit, Sicherheit. Dabei gehen die Schattenseiten unter, wie zum Beispiel dass Menschen unterdrückt oder ausgegrenzt werden können oder dass der Wunsch bestehen kann, über andere zu herrschen. Diese negativen Gefühle oder Thematiken kommen in Maslows Theorie nicht vor.

Trotzdem kann die Maslow-Pyramide als Grundlage genutzt werden, um den Mensch etwas besser zu verstehen. Wonach streben wir und was ist besonders wichtig? Das zeigt das Modell auf. So kann auch in der (Berufs-)Praxis ermittelt werden, welche Bedürfnisse noch nicht gestillt sind und wie man das Arbeitsumfeld daran anpassen und verbessern kann.

Maslow-Pyramide: Vorlage, PowerPoint-Template und PDF

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Nicole Langhart
Nicole hat dank ihrem laufenden Studium in Kommunikation einen Einblick ins Marketing und in den Journalismus werfen können. Nachdem sie nun hands-on Marketing Erfahrung in einem Start-Up gesammelt hat, zieht es sie zu marketing.ch, um die Leserinnen und Leser mit den neusten Trends und hilfreichsten Ratgebern auf dem Laufenden zu halten.