StartMarketing StrategiePersonal Branding: Darum solltest du deine eigene Marke fördern

Personal Branding: Darum solltest du deine eigene Marke fördern

In fast allen Branchen ist der Markt in gewisser Weise übersättigt, deshalb ist es essenziell für den Erfolg deines Unternehmens, sich vom Rest abzuheben. Vorbei sind die Zeiten, der sich ein Unternehmen unpersönlich anfühlt und mit dem man maximal beim Kauf interagiert.

Hinzukommt das sich das Konsumverhalten der meisten Menschen ändert. Heutzutage ist es nicht nur wichtig, gute Qualität zu liefern, sondern auch umweltbewusst aufzutreten und sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Kunden wollen, dass sich dein Unternehmen nahbar anfühlt und das sich die eigenen Werte klar im Unternehmensprofil widerspiegeln. Hier kommt die persönliche Marke ins Spiel.

Ein Personal Brand ist sowohl deine eigene Identität als auch die Identität deines Unternehmens, die du für dich selbst schaffst und damit selbstbewusst in der Businesswelt auftrittst. Mit einem Personal Brand kannst du dich und dein Unternehmen effektiv von anderen Wettbewerber:innen in deiner Branche abheben und dir so einen Vorteil bei der Talent- und Kund:innenakquise verschaffen.

Doch nicht nur für Unternehmen bzw. Selbstständige lohnt es sich, eine persönliche Marke aufzubauen, auch Angestellte können davon profitieren. In unserem Beitrage erklären wir dir, was Personal Branding ist, für wen und warum es sich lohnt.

Was ist Personal Branding?

Wie eingangs schon erwähnt, handelt es sich beim Personal Branding um eine Marketingstrategie, bei der es darum geht, eine gute Reputation bei der eigenen Zielgruppe aufzubauen. Das Ziel ist das Vertrauen der Kund:innen in die eigene Marke zu stärken, um so eine Bindung aufzubauen, die zur Markentreue führen soll. Bei einer persönlichen Marke wird die eigene Person oder beispielsweise der Gründer oder die Gründerin des Unternehmens in den Vordergrund gerückt.

Gerade in Märkten mit hohem Konkurrenzdruck kann es sich für eine Marke lohnen, auf diese Art des Marketings zusetzen. Auch Branchen, die aktuell aufgrund des Ethical Consumerism einen Imageverlust erleiden, wie zum Beispiel die Kleidungsindustrie, können auf einen guten Personal Brand setzen, um den negativen Trend abzufedern oder sogar umzukehren.

Personal Branding als Unternehmer*in

Ob sich ein Personal Brand für ein*e Unternehmer*in lohnt, hängt von zwei Faktoren ab: der Grösse des Unternehmens und der Art der Dienstleistung bzw. des Produkts. Grosse Unternehmen mit starken Produktmarken sind in der Regel weniger auf den Personal Brand einer Gründerin oder eines Geschäftsführers angewiesen. Für grosse Unternehmen ist es in der Regel sinnvoller, in die schon existierenden Marken zu investieren und deren Branding zu stärken, um die vorhandene Zielgruppe an das eigene Produkt zu binden.

Andererseits profitieren kleine Unternehmen, insbesondere solche von Einzelunternehmer*innen oder Freiberufler*innen, stärker vom Personal Branding. In der Regel sind Gründer*innen bzw. Selbstständige ohnehin ihre eigene Marke. Kleine Unternehmen werden oft nach den Gründer*innen benannt und einzelne Unternehmer*innen und Freiberufler*innen erbringen ihre Dienstleistungen sogar noch ganz persönlich. Denk nur mal darüber nach, wie oft man „Familienunternehmen“ als Werbebotschaft liest.

Personal Branding als Angestellte*r

Grundsätzlich sind Personal-Branding-Strategien sowohl für Freelancer*innen, Start-ups als auch für Angestellte attraktiv. Wenn du als Angestellte*r einen klaren Personal Brand etabliert hast, bekommst du in der Regel mehr Jobangebote, wirst von Vorgesetzten anders wahrgenommen und steigst in der Karriereleiter schneller auf.

Allerdings solltest du vorsichtig sein: Übertriebenes Personal Branding kann gerade in konservativeren Unternehmen als Selbstdarstellung, wenn nicht sogar Überheblichkeit oder Narzissmus gesehen werden. Wenn dein*e Arbeitgeber*in das Gefühl hat, dass du dich immer in den Vordergrund stellst, kann das schnell den eigenen Erfolg behindern. Es gilt wie so oft im Leben, die richtige Balance zu finden.

Ist Personal Branding dann nicht nur Selbstdarstellung?

Für viele klingt Personal Branding nach purer Selbstdarstellung. Und zugegeben, viele nutzen die persönliche Marke in erster Linie, um über all die grossartigen Dinge zu sprechen, die man erreicht hat oder erreichen kann/wird. Das bestärkt die „Personal-Branding-Gegner*innen“, sich von dieser nicht ganz unumstrittenen Marketing-Strategie fernzuhalten.

Allerdings solltest du nie vergessen, dass, wenn du nicht selber für das Image deiner Marke verantwortlich bist, andere deinen Personal Brand diktieren. Das geschieht natürlich basierend auf den Informationen, die deine Kund*innen bzw. dein*e Arbeitgeber*in von Freund*innen, Kolleg*innen, sozialen Medien und Google über dich und dein Unternehmen sammeln. Amazon-Gründer Jeff Bezos hat es passenden auf den Punkt gebracht: „Deine persönliche Marke ist das, was die Leute über dich sagen, wenn du nicht im Raum bist.“

Die Öffentlichkeit und dein Personal Brand

Im Prinzip kommt es immer darauf an, mit welchen Attributen du in der Öffentlichkeit in Verbindung gebracht wirst. Die beste Möglichkeit, um dein aktuelles „Standing“ in den Augen deiner Zielgruppe zu erfahren, ist eine einfache Google-Suche. Am besten stellst du dir dabei vor, ein* neue*r Kund*in bzw. Arbeitgeber*in zu sein, um ein akkurates Bild deiner öffentlichen Wahrnehmung zu erhalten.

Das Ergebnis deiner Suche ist der erste Eindruck, den andere Leute im Internet aktuell von dir haben. Es kann sein, dass du dich bei deiner ersten Suche etwas machtlos fühlst, wenn du negative Presse siehst. Das Internet vergisst ja schliesslich nicht, kann aber mit gutem Marketing beeinflusst werden.

Dabei spielt es keine Rolle, ob du gerade erst ins Berufsleben einsteigst, als Führungskraft ein Unternehmen seit Jahren leitest oder deinen Traum des eigenen Start-ups verwirklichst. Gerade Manager*innen und Gründer*innen von Start-ups sollten sich bewusst und proaktiv mit dem Thema Personal Branding auseinandersetzen.

Fünf Gründe, die für einen Personal Brand sprechen

Solltest du noch nicht vollständig überzeugt sein, dass sich das Personal Branding lohnt, haben wir dir hier noch einmal fünf Gründe zusammengestellt, warum du zumindest darüber nachdenken solltest. Wenn du schon überzeugt bist, dann kannst du hier fünf mögliche Ergebnisse des Personal Brandings nachlesen:

  1. Thought Leadership: Mithilfe einer gezielten Personal-Branding-Kampagne kannst du dich als Vordenker*in in deiner Branche etablieren. Das verleiht deinen Worten mehr Gewicht in der Branche und führt in der Folge natürlich zu mehr Kund*innen. Ausserdem verdient man sich als Vordenker*in in der Regel den Respekt der Konkurrenz  – und sind wir mal ehrlich: Wer möchte nicht von seinesgleichen respektiert werden?
  2. Networking-Möglichkeiten: Sobald du dich als Branchenexpert*in etabliert hast, hast du leichteren Zugang zu wichtigen Personen bzw. Führungskräften von Top-Unternehmen und kannst dir so ein solides Netzwerk aufbauen. Du kannst Beziehungen zu Influencer*innen aufbauen und dein Geschäft dadurch in kurzer Zeit ausbauen.
  3. Karriereerfolg: Als einflussreiche*r Vordenker*in gewinnst du nicht nur neue Kund*innen, sondern wirst auch zu Konferenzen und Gipfeltreffen in deiner Branche eingeladen. Das bringt natürlich einige Vorteile, wie (höhere) Rednerhonorare und kostenlose Werbung für dein Unternehmen.
  4. Dein Traumjob/Projekt: Wenn du in deiner Branche ein bekannter Name bist, wird es viel einfacher, deinen Traumjob bzw. dein Traumprojekt zu finden. Die Leute möchten mit dir zusammenarbeiten, was es dir auch ermöglicht, zu entscheiden, in welchen Jobs oder Projekten du arbeiten möchtest. Gleichzeitig werden dir dadurch auch neue Möglichkeiten eröffnet, dein Unternehmen weiter wachsen zu lassen.
  5. Mehr Verdienst: Wenn du dir eine persönliche Marke aufbaust, wird deine Stimme (hoffentlich) zum Synonym für deine Branche. Du wirst zum Symbol für Vertrauen, Autorität, Authentizität und Qualität in deiner Branche. Dies ermöglicht es dir, höhere Preise für deine Produkte oder Dienstleistungen zu verlangen, weil die Leute daran interessiert sind, mit dir zu arbeiten oder deine Produkte zu kaufen.

Die Personal Brand und unser Fazit

Dein Name ist dein grösstes Kapital und wird dich für den Rest deines Lebens begleiten. Es in eine persönliche Marke umzuwandeln, die andere erkennen und schätzen, ist die beste Strategie für den langfristigen Erfolg deines Unternehmens. Das gilt für Angestellte, Führungskräfte und Selbstständige gleichermassen. Je stärker deine persönliche Marke ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass du ständig gefragt bist. Hand aufs Herz: Hast du ein Argument dagegen, in deinem Job gefragt zu sein?

Marvin Reif
Marvin Reif
Seit Anfang 2019 als freier Kommunikationsdesigner tätig und hilft Unternehmen dabei, ihre Webseiten und textlichen Auftritte für Google zu optimieren. Seine Fachgebiete sind Psychologie, Finanzen, Marketing und SEO.