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Das sind die Marketing Trends 2021 gemäss Schweizer Unternehmen

Source: businessinsider.com

Kurzvideos, Gamification, Automatisierung – all das sind Trends, die das Marketing auch im Jahr 2021 beschäftigen und definieren. Anstatt aber nur die Theorien dazu zu lesen, haben wir uns entschlossen, bei Schweizer Unternehmen nachzufragen, was die Marketingverantwortlichen dazu meinen.

Die Marketers an der Front sollten am besten wissen, was das Marketing dieses Jahr bewegt. Denn es geht um noch viel mehr, als die Wahl zwischen Bild und Bewegtbild oder der Nutzung neuer Tools auf Social Media Kanälen.

Graubünden Ferien | Yves Luetolf, Leiter Marketing

Neben anderen wichtigen Entwicklungen wie Voice Marketing und künstliche Intelligenz, sehe ich zwei Entwicklungen, welche das (touristische) Marketing in den nächsten Jahren weiterhin stark beschäftigen wird.

Da ist zum einen die grosse Spielwiese der Daten. Schier unendliche Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren eröffnet. Es geht dabei in einem ersten Schritt um die systematische Erfassung von Daten. Dabei stellt sich die Frage, welche Daten du als Unternehmen wirklich brauchst und was überflüssig ist. Die enorme Datenflut ist dabei Chance und Herausforderung zugleich. Nur wem es gelingt, ein klares Ziel zu definieren, die richtigen und notwendigen Daten zu identifizieren und diese in smarte Daten zu übersetzen, behauptet sich auf dieser grossen Spielwiese und generiert echten Mehrwert für das Unternehmen und dessen Kunden.

Die smarten Daten bilden die Basis für den zweiten Trend, welcher auch den Tourismus immer stärker beschäftigen wird: die Personalisierung. Die heutigen hybriden Zielgruppen lassen sich weniger einfach erfassen und bestimmten Verhaltensmustern zuweisen. Um die Kommunikation mit diesen Zielgruppen trotzdem relevant zu gestalten, müssen diese gezielt und maximal personalisiert abgeholt werden. Hier sehe ich im Tourismus grossen Handlungsbedarf und die Chance, unseren Gästen unvergessliche Ferientage zu ermöglichen. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung unternimmt Graubünden Ferien in diesem Sommer mit der Lancierung einer neuen Webseite, welche das Thema Personalisierung adressieren und unseren Gästen massgeschneiderten Content zur Verfügung stellen wird.

Rivella | Thomas Warring, Leiter Marketing

Die prioritäre Aufgabe des Marketeers ist es, seine Zielgruppe für seine Marke zu begeistern.

Die weitere Digitalisierung der Welt unserer Zielgruppe wird einen fundamentalen Einfluss auf die Inhalte der Kommunikation haben. Es entstehen neue Touchpoints, mit einem direkten Impact auf deren Auswahl und Gewichtung im Marketing Mix. Die Digitalisierung bringt ein komplett anderes Konsumenten- und Mediennutzungsverhalten mit sich. Die Allokation der wertvollen und endlichen finanziellen Ressourcen wird anspruchsvoller. Damit wir die Aufmerksamkeit der Konsumentinnen erwecken können, müssen wir fokussierter auf wenige, aber die richtigen Initiativen und Momente in der Kommunikation setzen. Der Ausbau unseres digitalen Standbeines als integraler Bestandteil unseres Marketing Mix ist von oberster Priorität.

Im Austausch mit ihrer Zielgruppe müssen die Marketers noch stärker kämpfen, um die Herzen der Konsumenten auch für sich zu gewinnen. Die Benefits ihrer Produkte gilt es über glaubwürdiges Storytelling herauszustreichen und über die von den Millennials genutzten Touchpoints und Medien echt und ehrlich anzuspielen.

Die Mobiliar | Christoph Ott, Leiter Marketing

1. Der Brand Purpose und damit Sinnhaftigkeit und Authentizität gewinnen weiter an Relevanz.
2. Einzelne Branchen und Ökosysteme verschmelzen. Das netzwerkartige Kooperieren entlang eines Kundenbedürfnisses stellt neue Anforderungen an die Konnektivität.
3. Die Hyperpersonalisierung und damit die Möglichkeit, dem Kunden das best-passendste Angebot im richtigen Moment mit einer individualisierten Botschaft zu unterbreiten. Der Mensch bleibt Schlüssel zum Erfolg.

Jaywalker GmbH | Tina Wüst, Int. Leiterin Marketing & Kommunikation

Eine wichtige Entwicklung im Marketing ist der personalisierte Content. Content, egal in welcher Form, braucht eine persönliche Note, damit sich die Zielgruppe angesprochen fühlt. Das heisst konkret, dass der Content genau auf den Kunden ausgerichtet sein muss, damit dieser effektiv erreicht wird. Themen wie Individualität und Selbstverwirklichung werden insbesondere bei der Generation Z immer wichtiger. Deshalb ist es wichtig, die heterogene Zielgruppe kennenzulernen und zu verstehen, dass diese nicht einfach in eine Schublade gesteckt werden kann.

Um das Verhalten und die Bedürfnisse der Zielgruppe kennenzulernen, benötigt es Daten. Mithilfe bestehender Daten erfolgen neue Erkenntnisse. Daten können beispielsweise bei einem Einkauf gesammelt werden. Mithilfe einer Warenkorbanalyse lassen sich Muster und Regelmäßigkeiten im Kaufverhalten erkennen. Daraus folgt, dass persönliche Empfehlungen (Recommendations) berechnet und an die Zielgruppe ausgespielt werden können. Dabei werden die Warenkörbe der Kunden analysiert und die Kaufwahrscheinlichkeit für sämtliche Produkte kalkuliert. Fakt ist, dass Data-Driven-Marketing immer wichtiger wird!

Ein weiterer Trend ist Storytelling. Es geht nicht nur um das Verkaufen von Produkten, sondern um die Geschichten, welche damit erzählt werden. Die herkömmliche Form der Werbung mit reisserischem Werbeslogan funktioniert nicht mehr. Werbung muss Charakter haben, eine Verbindung aufbauen (Brand Loyality) und einfach sein. Aktuelle Social-Media-Kanäle, wie TikTok und Instagram Reels zeigen, dass kurzlebige Inhalte extrem relevant sind, um die junge Generation zu erreichen. Auch Video Marketing wird immer wichtiger und sollte unbedingt bei der Content-Strategie miteinbezogen werden.

Ein weiterer Trend ist Influencer-Marketing. Es ist effektiver, in einen Influencer zu investieren als in Anzeigen, welche das Produkt anpreisen. Eine sympathische Social Media Persönlichkeit, welche das Produkt auf ihre eigene Art in den Mittelpunkt stellt, erzielt, wenn sie sich mit der Marke selbst identifizieren kann, Glaubwürdigkeit und vermittelt Vertrauen.

Fazit

Es kristallisiert sich heraus, wie wichtig die Personalisierung auch im Marketing ist. Unternehmen wollen ihre Zielgruppen im richtigen Moment mit den richtigen Inhalten, um sie für sich zu gewinnen. Die Digitalisierung spielt dabei einen enorm wichtigen Faktor und kann als Katalysator oder Stolperstein für die Fortschritte im Marketing fungieren.

Redaktion

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