StartContent MarketingWarum Evergreen-Content so erfolgreich ist und wie du selbst welchen erstellst
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Warum Evergreen-Content so erfolgreich ist und wie du selbst welchen erstellst

Content-Produktion kann ganz schön harte Fliessbandarbeit sein. Kaum ist ein Inhalt veröffentlicht und wurde ein paarmal geklickt, ist er auch schon wieder irrelevant. Es gibt ihn aber, diesen Content, den du einmal erstellst und der für immer relevant bleibt und Traffic generiert: Evergreen-Content. 

Inhalte für Suchmaschinen zu optimieren, ist ein langwieriger und arbeitsintensiver Prozess. Dein Ziel ist es, langfristig gut für bestimmte Keywords zu ranken und mit deinen Inhalten, dein Fachwissen unter Beweis und den Besucher*innen zur Verfügung zu stellen. Das gelingt am besten mit Inhalten, die nachhaltig relevant bleiben.

Was ist Evergreen-Content?

Unter Evergreen-Content versteht man Inhalte, die kontinuierlich relevant und interessant für Nutzer*innen sind. Es ist also nachhaltiger Content, der über einen langen Zeitraum immer wieder geklickt wird. Er hat quasi kein Verfallsdatum. Dazu erstellt man Inhalte zu Keywords, die stetig gesucht werden. Guter Evergreen-Content ist zeitlos und unabhängig von aktuellen Trends und Ereignissen. Content meint in diesem Kontext vor allem Webseiteninhalte, Blogartikel und Videos, da diese üblicherweise für Suchmaschinen optimiert werden.

Der Begriff stammt übrigens aus der Botanik, wo man Pflanzen als immergrün bezeichnet, die das ganze Jahr über ihre Blätter behalten. Dazu zählt auch der Tannenbaum, den du dir jedes Jahr zu Weihnachten in dein Wohnzimmer stellst.

Was kein Evergreen-Content von anderem Content unterscheidet

Um zu verstehen, was Evergreen-Content ist, hilft es, sich anzuschauen, was definitiv kein Evergreen-Content ist. Nämlich Inhalte, die stark vom zeitlichen oder popkulturellen Kontext abhängig sind und dadurch schnell altern. Nach kurzer Zeit interessiert sich niemand mehr dafür und das Suchvolumen für die entsprechenden Keywords bricht ein.

Das ist kein Evergreen-Content

  • News-Content
  • Statistiken oder aktuelle Berichte mit Zahlen, die bald nicht mehr aktuell sind
  • Saison- oder eventbezogener Content
  • Inhalte zu aktuellen Trends
  • Content zu aktueller Popkultur

Evergreen-Content ist Teil einer guten Content-Strategie

Wenn du beispielsweise einen Textinhalt für deine Webseite erstellst, möchtest du diesen für Suchmaschinen optimieren. Das heisst du strebst Seitenaufrufe, hohe Verweildauer und Backlinks an. Weil Evergreen-Content immer für die Zielgruppe relevant ist, erreicht er diese Ziele einfacher als andere Inhaltstypen. So etwas wie ein Wiki-Eintrag hat auch deutlich bessere Chance von einer fremden Seite verlinkt zu werden als Trend-Inhalte.

Guter Evergreen-Content beweist die Expertise des Unternehmens gegenüber den Kund*innen, indem es unabhängig des Angebots wertvolle Informationen zur Verfügung stellt. So ermutigst du Vertrauen und Markenloyalität, weswegen Evergreen-Content nicht zuletzt ein Branding-Instrument ist.

Evergreen-Content als SEO-Booster

Damit die Inhalte der Suchmaschinenoptimierung langfristig dienen, sollten sie immer um permanent gesuchte, für deine Webseite relevante Keywords herumgebaut werden. Allgemein musst du deine Webseite teilbar und suchfreundlich gestalten. Stelle darum sicher, dass du für alle Bilder Alt-Texte hinterlegst und dass du Social-Media-Interaktionen integrierst.

Am wichtigsten ist aber, dass du in deinen anderen Inhalten auf Evergreen-Content verlinkst und umgekehrt in diesem auf die anderen verlinkst. So finden auch Leser*innen, die über andere Wege auf deine Seite gestossen sind, weitere relevante Inhalte. 

Wie du geeigneten Content findest

Und was ist jetzt Evergreen-Content im Kontext deines Unternehmens? Kommt ganz drauf an. Denn welche Inhalte evergreen sind, hängt von deiner jeweiligen Zielgruppe ab und deiner Branche ab. In erster Linie muss Content relevant für das Unternehmen und die Zielgruppe sein. Setze dich darum ausführlich mit deiner Zielgruppe, ihren Informationsbedürfnissen und Erwartungen an deinen Content auseinander. Welche Informationen suchen die Personen, die deine Produkte kaufen? Wofür könnten sie sich auch noch interessieren? Mit Inhalten zu verwandten Themen lässt sich leicht nachhaltig interessanter Content stricken.

Als Schreibtischhersteller kannst du beispielsweise auch mal folgenden Blogartikel schreiben: Wie du deinen Schreibtisch aufgeräumt hältst – 5 nützliche Tipps. Versuche auch, eine einzigartige Perspektive auf ein viel behandeltes Thema zu bieten, oder mal besonders ins Detail zu gehen, damit du nicht im Strom von Konkurrenzartikeln untergehst.

Sich überhaupt von Konkurrenzinhalten abzusetzen, ist die grösste Herausforderung. Der schwierigste, aber auch erfolgversprechendste Weg, ist das Erkennen und Aufarbeiten langfristiger Trends. Also Trends, die nicht nach einer Woche vorübergehen, sondern gekommen sind, um zu bleiben. Dazu gehören Themen wie Kryptowährungen, NFTs, Elektromobilität, Homeoffice oder das Metaverse.

Geeignete Formate

Pauschale Aussagen darüber, welche Formate als Evergreen-Content besser funktionieren als andere, sind nicht möglich. Es gibt aber Inhaltstypen, die sich tendenziell besser als Evergreen-Content eignen. Dazu zählen:

Evergreen-Content-Typen

  • Fakten und Erklärungen, die immer Gültigkeit behalten
  • Top-Listen und Rankings
  • Tipps und Ratgeber
  • Historische Inhalte
  • How-tos, Tutorials und Guides
  • Lexikon- und Wiki-Einträge
  • Reviews

Tipps zum Verfassen von Evergreen-Content

  • Schreibe für ein breites Publikum, nicht für Fachpersonen. Diese suchen nämlich nicht nach solchen Artikeln, weil sie schon gut informiert sind. Du möchtest ausserdem möglichst viele Personen mit Evergreen-Content erreichen. Gestalte ihn deswegen leicht zugänglich.
  • Nutze simple, leicht verständliche Sprache. Aus denselben Gründen wie oben geschildert, solltest du auf technische Begriffe verzichten oder sie ausführlich erklären und Definitionen einbauen.
  • Grenze das Thema ein. Wenn du weit von einem Kernthema abschweifst, wird dein Content nicht nur weniger interessant für Nutzer*innen, es wird auch wahrscheinlicher, dass sie ihn nicht zu ende konsumieren. Beschränke dich auf das Thema, das die von dir angestrebten Keywords betrifft. So kannst du auch griffigere Titel wählen, die angeklickt werden.
  • Verlinke Evergreen-Content. Wenn du doch ein breiteres Themenfeld abdecken möchtest. Teile es sinnvoll in mehrere Artikel oder Videos auf und verlinke diese untereinander. Auch wenn Content nicht direkt miteinander zusammenhängt, solltest du immer passende Links einbauen. So beantwortest du die Fragen von Besucher*innen und leitest sie gleichzeitig zu weiterem relevanten Content weiter. Die Suchmaschinenoptimierung wird’s dir danken.
  • Recycle Evergreen-Content beispielsweise, indem du ein erfolgreiches Format auf andere Themen anwendest oder einen gut geklickten Artikel als Videoversion umsetzt und mit einem Podcast-Interview ergänzt. Mehr dazu, wie du Content erfolgreich wiederverwendest, findest du in diesem Artikel.

Evergreen-Content aktuell halten

In vielen Artikeln wird angepriesen, dass Evergreen-Content ja so zeitsparend sei, weil man ihn nur einmal erstellen muss und dann für immer Klicks sammelt. Ganz so einfach ist das nicht. Ja Evergreen-Content ist bis zu einem gewissen Grad ein Selbstläufer, aber du solltest ihn dennoch pflegen. Denn Inhalte regelmässig zu aktualisieren, wird von Suchmaschinen belohnt. Suchmaschinen wie Google ranken Ergebnisse unter anderem auch nach dem Veröffentlichungsdatum oder dem Datum der letzten Revision.

Bemühe dich darum, in regelmässigen Abständen Informationen, Zahlen oder Statistiken in Evergreen-Inhalten zu aktualisieren. Ersetze auch Beispiele durch aktuellere Vertreter, damit dein Content nicht veraltet wirkt. Zu guter Letzt solltest du Verlinkungen pflegen. Das heisst von neuen Inhalten, die du seither erstellt hast, auf den Evergreen-Content verlinken und umgekehrt.

Setze nicht ausschliesslich auf Evergreen-Content

Wie weiter oben erwähnt, zählen News und Content zu aktuellen Trends nicht als Evergreen-Content. Das heisst aber überhaupt nicht, dass du diese gar nicht erstellen solltest – im Gegenteil. Content mit Aktualitätsbezug erzeugt kurzfristig sehr viel Traffic und bringt neue Besucher*innen erstmals auf deine Seite. Damit sind solche Inhalte ebenso wertvoll. Denn Evergreen-Content ist nun mal nur ein Teil einer erfolgreichen Content-Strategie.

Daniel Cano
Daniel hat gerade sein Studium in Multimedia Production abgeschlossen und hat jetzt erstmal genug vom Theroriebüffeln. Darum teilt er nun seine Begeisterung – insbesondere für Video- und Content-Marketing sowie Storytelling – auf marketing.ch. Wenn er in seiner Freizeit nicht gerade jede*n nötigt, seinen Lieblingsfilm «Blade Runner 2049» zu schauen, kocht er gerne für Familie und Freunde.

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