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XING: Sinnvoll oder irrelevant für Marketer:innen?

XING ist tot – zumindest liest man das immer wieder. Als Karriere-Plattform sei LinkedIn besser geeignet und XING eher so eine Art Anhängsel. Doch wie sieht das wirklich aus und welches Potential bietet XING am Ende wirklich noch? Ich habe mich einmal auf die Suche nach Spuren gemacht. Was ich gefunden habe, erfährst du hier.

Oftmals liest man, XING habe sich – beispielsweise durch die Abschaffung der Gruppen – selbst ins Aus manövriert und seine eigene Relevanz deutlich reduziert. Dennoch wird das Netzwerk nach wie vor von zahlreichen Nutzer:innen frequentiert. Doch welchen Mehrwert bietet es für Marketer:innen heute wirklich noch? Wie steht es um die Reichweite bei Beiträgen, um die Qualität bei Diskussionen und andere Aspekte?

Ein erster Ansatz: die Premium-Mitgliedschaft. Viele Nutzer:innen sind zwar bei XING noch aktiv, allerdings eher als „normale“ Nutzer:innen und nicht mehr mit einem Premium-Account gegen eine monatliche Gebühr. Allein dies macht deutlich, dass XING nicht mehr dazu sein scheint, was es früher vielleicht mal war.

Ebenso wirbt XING immer wieder mit satten Rabatten auf den Premium-Zugang. Aktuell sind es gar 60 Prozent, die man weniger bezahlen müsste, würde man sich für ein Abo entscheiden. Ab 3,95 Euro im Jahresabo gäbe es den Premium-Zugriff monatlich. Im Vergleich: Regulär möchte XING dafür 9,95 Euro. Möglicherweise sind auch diese Rabatte ein Indiz dafür, dass man um mehr Premium-Nutzer:innen buhlt?

Wie steht es um die Reichweite bei XING?

Sicherlich, mit fast 20 Millionen Nutzer:innen im DACH-Raum ist XING hier das grösste Karrierenetzwerk und liegt – noch recht deutlich – vor LinkedIn. Das hat aber erst einmal keine grosse Aussagekraft, wenn die geposteten Beiträge nur spärlich kommentiert oder die Reichweite allgemein gering ist.

Hier hängt es nach meiner Erfahrung stark von der entsprechenden Nische ab, in der man sich bewegt und wie aktiv man sich selber einbringt. Auch das eigene Standing hat ein grosses Gewicht, wenn es um die Reichweite eigener Beiträge wie Links und Co. geht.

Wer bereits eine grosse Community hat, kann sich sicherlich auch über eine entsprechende Reichweite freuen, was Klicks, Kommentare und Co. angeht. Das allerdings ist nicht nur bei XING der Fall, sondern auch auf anderen Plattformen. Ähnliches könnte ich somit auch über Facebook sagen.

Kurzum: Ohne entsprechende Community in Form von Follower:innen, Freund:innen und Co. sieht es mit der eigenen Reichweite eher mau aus. Doch daran kann man recht einfach etwas ändern und sich zum Beispiel als Expert:in positionieren. Durch aktives Einbringen in Themen anderer Nutzer:innen lässt sich so die Aufmerksamkeit auf sich selber richten und das eigene Standing optimieren.

Ein anderer Aspekt ist die Qualität innerhalb der Themen, bei Diskussionen und allgemein auf XING. Hier sieht es so aus, dass dies – so ist zumindest meine Meinung – gänzlich unterschiedlich ist. In manchen Diskussionen findet man wertvolle Kommentare mit nützlichen Informationen, in anderen Bereichen gibt es eher weniger Gehaltvolles. Doch auch dies ist kein XING-eigenes Problem, sondern häufig so, auch auf Twitter oder LinkedIn. Einordnen muss dies also jede:r für sich und somit überlegen, ob sich die Mitgliedschaft und das Engagement auf XING (noch) lohnen.

Wie sieht es konkret für Marketer:innen aus?

Für Marketer:innen kann XING – trotz der aktuellen Entwicklungen – durchaus ein relevanter Kanal sein. Und das liegt vielfach auch an den Werbemöglichkeiten, die das Netzwerk bietet. Hier gibt es tatsächlich verschiedene Möglichkeiten und die Gelegenheit, die eigene Zielgruppe wirklich zu erreichen. Alleine schon deshalb kann es sich für Marketer:innen lohnen, sich XING näher anzuschauen oder zu ermitteln, welche Marketing-Massnahmen sich hier bezahlt machen können.

Recht übersichtlich kann man so alle Informationen zu den Werbemöglichkeiten finden und die einzelnen Ads auch zielgerichtet schalten. Das bietet sich natürlich an, wenn man Werbung sinnvoll und effektiv schalten möchte. Mit dem Ads Manager von XING geht das sehr simpel und die Werbeanzeigen werden dann nicht nur im Web bei XING ausgespielt, sondern auch in der mobilen App. Eine entsprechende Reichweite bezogen auf die eigene Zielgruppe ist somit durchaus möglich,

Somit kann die Nutzung von XING für Marketer:innen durchaus eine sinnvolle Massnahme sein, wenn es darum geht, Werbung für Karriere-Themen zu machen und eine Zielgruppe anzusprechen, die auch eine entsprechende Relevanz hat.

Natürlich braucht es auch hier vernünftige Planung und Anzeigen, die fokussiert und zielgerichtet sind. So verhält es sich aber auch bei Werbemassnahmen auf anderen Plattformen.

Und welchen Nutzen bringt XING für Unternehmer:innen ansonsten?

Rückt man den Fokus ein wenig von den Marketer:innen selber weg und schaut auf Unternehmen allgemein, kann man mitunter durchaus eine Reihe an Vorteilen erkennen, die XING hier bieten kann. Immerhin ist es mit XING recht einfach möglich, das eigene Unternehmen bekannter zu machen und es zu präsentieren – und das durchaus auch ohne Kosteneinsatz. Und kostenfreie Werbung nimmt man ja gemeinhin gerne mit.

Und auch zur Suche nach neuen Mitarbeiter:innen kann sich XING – auch aufgrund der vielen Mitglieder – auszahlen. Schnell kann man hier eine Vielzahl an potentiellen Kandidat:innen ansprechen und in den jeweiligen Branchen aktiv auf die Suche nach Personal gehen. Gleichermassen kann XING auch dazu genutzt werden, beruflich in den Austausch zu gehen. Allerdings – das muss man ehrlich sagen – wurde dies durch die Abschaffung der Gruppen ein wenig eingeschränkt. Zuvor gab es Gruppen für alle möglichen Themen und Bereiche, die sich nun vielfach auf LinkedIn und andere Plattformen verschoben haben. Ein Punkt also, den XING als Nachteil hinnehmen muss.

In jedem Fall aber besteht auf XING nach wie vor die Möglichkeit, die eigene Expertise zu präsentieren und sich aktiv in Business-Themen einzubringen. Als recht kurzes Fazit liesse sich somit festhalten: XING ist durchaus noch sinnvoll für Marketer:innen und Unternehmen.

Fazit: XING hat nachgelassen, aber…

Am Ende muss ich schon zugeben, dass XING auch für mich nicht mehr die Plattform der Wahl ist, allerdings bin ich nach wie vor dort angemeldet. Allerdings auch als kostenfreies Mitglied, nicht mehr mit einem Premium-Zugang.

Für Diskussionen und Beiträge aus bestimmten Branchen nutze ich XING schon noch, aber zumeist nur noch über den Browser und nicht mehr über die App auf dem Smartphone. Insgesamt hat XING für mich somit durchaus an Relevanz verloren, wenngleich ich die Gruppenfunktion nur bedingt und keinesfalls intensiv genutzt habe. Aber: Für einen schnellen Überblick bot sich diese eben doch oft genug an.

Im Grossen und Ganzen möchte ich persönlich – da kann ich für andere nun einmal nicht sprechen – auf XING nicht völlig verzichten. Zumindest aktuell nicht. Das liegt vor allem aber auch daran, dass ich XING als Quelle und Inspiration gerne nutze und auch die Studien des hinter XING stehenden Unternehmens vielfach für mich nützlich sind.

Insgesamt ist XING somit in vielen Fällen sicherlich noch eine recht ordentliche Anlaufstelle und bietet die Gelegenheit, sich auszutauschen, aktiv einzubringen und sich als Expert:in zu positionieren. Somit sollte man mit einer Kontolöschung vielleicht noch eine Weile warten.

Hauke Eilers-Buchta

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