StartContent MarketingKurzvideos vs. mehrminütige Videos – Welche Videolänge ist die Richtige?
Bildquelle: shutterstock.com

Kurzvideos vs. mehrminütige Videos – Welche Videolänge ist die Richtige?

Kurze Videos sind im Trend – zumindest lassen Instagram Reels, YouTube Shorts und natürlich TikTok darauf schliessen. Das bedeutet aber nicht, dass lange Videos ausgedient haben. Besonders Erklärvideos und Tutorials auf YouTube oder Education-Plattformen sind immer noch beliebt. Hier erfährst Du alles Wichtige über die optimale Videolänge.  

Sowohl Kurzvideos als auch mehrminütige Videos bieten verschiedene Vor- und Nachteile. Dabei kommt es auf unterschiedliche Faktoren an, die Du kennen und bei der Entscheidung über die Videolänge berücksichtigen solltest.

Die optimale Videolänge herausfinden

Eines bereits vorweg: Eine pauschale optimale Videolänge gibt es nicht. Trotzdem lässt sich allgemein sagen, dass ein Video gerade so lang sein sollte, dass es seinen Zweck erfüllt. Ein künstliches Aufblasen mit unnützen Informationen oder sich ständig wiederholenden Aussagen überstrapaziert die ohnehin schon eher kurze Aufmerksamkeitsspanne im Internet – dann lieber kurz und knackig. Besonders bei informativen Videos möchten die Zuschauer:innen schnell und verständlich zur entsprechenden Information herangeführt werden. Ansonsten klickt man lieber schnell zum nächsten Video weiter. Aussagen über die optimale Videolänge hängen darüber hinaus besonders von drei Fragen ab:

  • Welches Videoformat? (Tutorial, Werbung, Unterhaltungsclip etc.)
  • Wie umfangreich ist der Inhalt?
  • Wer ist die Zielgruppe?
  • Welcher Kanal wird bespielt? (Facebook, Instagram, TikTok, etc.)

Je nach Einsatzgebiet die passende Videolänge

Bei einer Anleitung für ein kompliziertes Produkt, welches in vielen kleinen Schritten aufgebaut werden muss, genügt natürlich kein zweiminütiges Video im Schnelldurchlauf. Anders verhält es sich bei Werbeclips und Produktvorstellungen, die vor allem das Interesse der Rezipient:innen wecken sollen, anstatt ausführlich zu erklären und zu informieren. Ob es sich um eine Anleitung, ein kurzes Tutorial oder einen Unterhaltungsclip auf TikTok handelt, sagt bereits viel über die Zeitspanne aus, in dem sich das Video bewegen sollte.

Bei der Zielgruppe geht es vor allem darum, was sie besonders anspricht, wie gross ihre Aufmerksamkeitsspanne ist und wie viel Vorwissen vorhanden ist. Bei jüngeren Zuschauern ist die Aufmerksamkeitsspanne tendenziell eher gering, sodass sie unterhalten und schnell abgeholt werden wollen. Das Vorwissen bei beispielsweise technischen Themen ist dabei oft schon relativ weit ausgeprägt.

Beispiel für einzelne Videoformate

Hier wollen wir Dir einige typische Videolängen für die einzelnen Formate aufzeigen, damit Du einen Überblick erhältst.

Werbevideo: Das Interesse potenzieller Kund:innen wecken und das Unternehmen, das Produkt oder die Dienstleistung kompakt, schnell verständlich und so attraktiv wie möglich bewerben. Das funktioniert in der Regel sehr gut mit einer Videolänge bis zu 30 Sekunden.

Tutorial: Tutorials bewegen sich in der Regel zwischen 3 und 5 Minuten. Ist das Thema jedoch komplexer, dürfen sie auch länger dauern. Doch auch hier gilt: So kurz wie möglich, um alle wichtigen Informationen verständlich zu vermitteln.

Erklärvideo: Hier geht es lediglich darum, einen Sachverhalt, ein Produkt etc. schnell zu erklären. Die Inhalte sind weniger komplex und erklärungsbedürftig als beim Tutorial – deshalb liegt die optimale Videolänge bei einem Erklärvideo bei maximal 2 Minuten.

Imagefilm: Ein Imagefilm dient der Vorstellung des Unternehmens und soll dabei Emotionen bei den Zuschauer:innen wecken. Das gelingt in der Regel mit einer Videolänge zwischen 2 und 5 Minuten. Auch hier sollte die Aufmerksamkeitsspanne nicht überreizt werden.

Die optimale Videolänge für die verschiedenen Kanäle

Um Dir genauere Aussagen über die optimale Videolänge geben zu können, widmen wir uns jetzt direkt den einzelnen Kanälen, auf denen die meisten Videos veröffentlicht werden. Natürlich stehen hierbei die typischen Social-Media-Plattformen im Vordergrund. Jeder Kanal bringt dabei ein eigenes Nutzer:innenverhalten und andere technischen Voraussetzungen mit, die Du kennen solltest.

YouTube

Als grösste Videoplattform weltweit bietet YouTube immer noch grosses Potenzial für Publisher:innen. Besonders längere Tutorials, Erklärvideos und Webinare werden hier veröffentlicht. Das zeigt sich auch an der durchschnittlichen Videolänge von 11 Minuten, an der Du Dich orientieren kannst. Auch noch längere Formate wie Dokumentationen können hier sehr erfolgreich sein.

Der Unterschied zu Clip-orientierten Plattformen wie TikTok ist, dass Deine Videos eine Länge von einer Minute nicht unterschreiten sollten, um erfolgreich zu sein – wobei es auch hier Ausnahmen gibt. Ein langes Video, das dazu noch eine hohe durchschnittliche Watchtime aufweist, wird vom Algorithmus belohnt. Natürlich auch deshalb, weil Google somit mehr Werbung innerhalb Deines Videos schalten kann.

Instagram

Instagram Reels erlaubt Dir eine Videodauer zwischen 15 und 30 Sekunden. Dementsprechend gilt es, die Zuschauer:innen bereits innerhalb der ersten Sekunden zu catchen. Wer sich die ersten drei Sekunden ansieht, bleibt in der Regel bis zum Ende dabei. Der Fokus liegt hier ganz klar auf dem Faktor Unterhaltung.

TikTok

Auch TikTok ist auf kurze, unterhaltsame Clips ausgelegt. Die Videos dürfen bis zu 15 Sekunden dauern. Es besteht aber die Möglichkeit, dass Du vier Clips aneinanderreihst und somit auf eine maximale Videolänge von 60 Sekunden gelangst.

Statistisch gesehen erreichst Du die meisten Zuschauer mit einer Videolänge zwischen 9 und 15 Sekunden. Verglichen mit Instagram sollten Deine Videos auf TikTok also noch schneller auf den Punkt kommen und die Nutzer:innen direkt fesseln können.

Facebook

Facebook ist die Social-Media-Plattform mit dem am weitesten gefächerten Altersdurchschnitt. Aussagen über die optimale Videolänge variieren deshalb, da viele verschiedene Zielgruppen vertreten sind.

Unternehmensseiten mit hohen Follower:innenzahlen erzielen die grössten Erfolge mit Videos zwischen 2 und 5 Minuten. Dementsprechend attraktiv ist Facebook für Werbevideos und für kompakte Erklärvideos zu Produkten. Auch Imagefilme werden häufig veröffentlicht.

Meta selbst gibt an, dass Videos mit einer Länge von 3 Minuten den meisten Nutzer:innen auf Facebook ausgespielt werden. Kleinere Accounts profitieren eher von kurzen Videos, die circa eine Minute Spielzeit haben.

Twitter

Twitter selbst empfiehlt eine Videolänge von 15 Sekunden. Durchschnittlich weist das #VideoOfTheDay jedoch eine Dauer von 43 Sekunden auf, also fast eine Verdreifachung der empfohlenen Länge seitens Twitter.

Ein Spezialfall: Die Landingpage

Die optimale Videolänge auf Landingpages hängt stark vom Format und dem Einsatzzweck des Videos ab. Möglich sind beispielsweise kurze Produktvorstellungen, Tutorials mit ausführlichem Informationsgehalt oder längere Imagefilme.

Geht es vor allem darum, das Interesse potenzieller Kund:innen zu wecken, ist eine Dauer zwischen 1 und 1,5 Minuten empfehlenswert. Videos mit viel Informationsgehalt pendeln in der Regel um die 6 Minuten. Auch hier sollte jedoch von einer kürzeren Aufmerksamkeitsspanne ausgegangen werden. Ein Imagefilm von über 20 Minuten wird nur von den Wenigsten zu Ende gesehen und verleitet zum durchskippen oder zum vorzeitigen Abbruch.

Die optimale Videolänge variiert, lässt sich aber bestimmen

Die perfekte Länge für Deine Videos hängt von verschiedenen Faktoren ab. Kennst Du diese und weisst, welche Ziele Du erreichen willst, ist schnell klar, ob ein kurzes oder längeres Video die bessere Wahl ist. Inhalt, Zielgruppe und der Kanal, auf dem Du veröffentlichen willst, geben hierfür die passenden Anhaltspunkte, die Dir bei Deiner Entscheidung helfen werden.

Robin Knappmann
Robin Knappmann
Robin hat vor kurzem sein WiWi-Studium abgeschlossen und schreibt seit 2018 Beiträge rund um das Thema Marketing. Seine Begeisterung fürs Schreiben führte ihn bereits zu einer journalistischen Tätigkeit bei einer deutschen Tageszeitung und durch ein erstes, textintensives Studium der Germanistik und Philosophie. Wenn er nicht gerade vor einem neuen Beitrag sitzt, spielt er vermutlich Gitarre oder monologisiert über seine Lieblingsmusik.

Neuste Artikel