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Sollten Agenturen klimaschädliche Industrien boykottieren?

Source: businessinsider.com

Einige Agenturen wollen künftig nicht mehr für Unternehmen arbeiten, die fossile Brennstoffe abbauen.
Sie unterstützen die Initiative #CreativesForClimate.

Sich selbst «Nachhaltigkeit» auf die Fahne schreiben und so tun, als verstehe man die Generation Z, gleichzeitig aber für Unternehmen arbeiten, die fossile Brennstoffe abbauen – das geht gar nicht. Sagen rund 20 Agenturen und eine Reihe Werber, die sich verpflichtet haben, künftig nicht mehr an Pitches für derartige Unternehmen teilzunehmen. Indem sich die Agenturen der Initiative #CreativesForClimate angeschlossen haben, verpflichteten sie sich zudem, Ende des Jahres den Anteil ihres Agenturumsatzes, der von Klienten mit hohem CO2-Ausstoß kommt, offenzulegen.

Initiiert wurde das Ganze von der 2001 gegründeten internationalen Kreativagentur Futerra, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert hat und die über Büros in London, New York und Stockholm verfügt.

«Wenn Sie eine Agentur oder ein Kreativer sind, der den Zustand der Welt, in der wir leben, erkennt und wenn Sie deshalb etwas unternehmen wollen, lesen Sie unsere Erklärung ‹Climate Emergency and Creative Conflicts› und verpflichten Sie sich zur Teilnahme», heißt es auf der Website der Initiative. Zu den bisherigen Unterzeichnern gehören neben Futerra unter anderem die australische Agentur Republic of Everyone, die Londoner PR-Agentur Forster Communications, die Digitalagentur Studio Republic, die Berliner Greenhouse PR, die thailändische Archipelago Communications sowie die britischen Agenturen Ethical HourRevolt LondonL&CoBarley Communications und Creative Concern.

Junge Kreative klinken sich aus

Die Initiative ist offensichtlich eng verknüpft mit der Aktivistengruppe «Extinction Rebellion», die im April weite Teile der Londoner Innenstadt lahmgelegt hatte. Im Mai hatte Extinction Rebellion in einem offenen Brief Kreative und ihre Agenturen aufgefordert, die «Macht der Überredung» dafür einzusetzen, um eine Klimakatastrophe abzuwenden.

«Kreativität wird dabei helfen, die Klimakrise zu lösen», erklärt Futerra-Mitgründer Solitaire Townsend. Dies könne aber nicht geschehen, wenn die Werbeindustrie weiterhin für die Problemverursacher arbeite.

Das sei auch der Grund, weshalb sich Kreative, insbesonders junge Talente, von dieser Zerstörung ausklinkten, so Townsend weiter. «Sie sind selbst mächtige Kommunikatoren. Deshalb erkennen sie Tatsachenverdrehungen, wenn sie sie sehen.»

Dem Thema Nachhaltigkeit & Marketing widmet sich auch der W&V Green Marketing Day.

Redaktion

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