Lohnen sich Black-Friday-Kampagnen 2026 überhaupt noch? Nach dem grossen Hype der 2010er-Jahre scheint der Glanz mittlerweile etwas nachgelassen zu haben. Wie deine Kampagne trotzdem zum Erfolg wird und was es 2026 alles zu beachten gibt, zeigen wir dir hier.
Ist Black Friday tot? Der Hype, den die US-amerikanische Rabattaktion in den 2010er Jahren zum globalen Phänomen machte, scheint, gelinde ausgedrückt, mittlerweile etwas abgeschwächt. Klar, in grossen Kaufhäusern tummeln sich am Black Friday immer noch Schnäppchenjäger und Weihnachtsgeschenk-Sammlerinnen. Aber die Zeiten, in denen Menschen bereits früh morgens vor Läden angestanden oder gar gecampt haben, scheinen vorbei zu sein.
Lohnt es sich trotzdem noch, dieses Jahr eine grosse Marketingkampagne für Black Friday zu starten? Und falls ja, wie überzeugt man eine Zielgruppe, die an diesem Tag bereits mit unzähligen Rabatt-Codes überschüttet wird? Wir haben die wichtigsten Tipps für einen erfolgreichen Black Friday für dich zusammengefasst.
Black Week, Cyber Monday und der Wandel des Black Friday
Seit der Black Friday 2015 in der Schweiz angekommen ist, hat sich einiges getan. Schliesslich gibt es mittlerweile nicht mehr nur den Black Friday, sondern viele Unternehmen veranstalten eine ganze Woche verschiedener Rabattaktionen: die sogenannte Black Week. Dazu kommt der Cyber Monday, der grosszügige Deals auf teure Elektronik wie Laptops oder Smartphones verspricht.
Aber auch was die Beliebtheit angeht, hat der Black Friday einige Veränderungen hinter sich. Bis 2020 stiegen die Umsätze im Detailhandel noch stetig an. Nach der Corona-Pandemie gings dann allerdings bergab. Während der Black Friday 2020 noch rund 500 Millionen Franken Umsatz einbrachte, waren es 2025 noch 450 Millionen. Wobei auch in Betracht bezogen werden muss, dass Angebote wie die Black Week und Cyber Monday die Profite vom Black Friday wegverlagern.
Ebenfalls mitverantwortlich für den leichten Abfall könnte aber auch ein wachsendes Misstrauen gegenüber den Black-Friday-Deals sein. Gemäss blackfridaydeals.ch ergab eine Umfrage aus dem Jahr 2021, dass nur rund ein Fünftel aller Black-Friday-Käufer:innen angaben, der Black Friday würde sich für sie lohnen. Einige gaben sogar an, dass die Black-Friday-Angebote zunehmend irreführend seien und man heutzutage nicht mehr so gute Deals finden würde, wie noch zu Beginn des Black-Friday-Hypes.
Lohnt sich der Black Friday für mein Unternehmen noch?
Umsatz und Beliebtheit des Black Fridays sind also tatsächlich ein bisschen ins Wanken gekommen. Und trotzdem kann es sich insbesondere im Detailhandel immer noch ausserordentlich lohnen, Black-Friday-Deals anzubieten. Das gilt insbesondere für Kleidung, Schuhe, Accessoires, Elektronik und Einrichtungsgegenstände.
Verkauft dein Unternehmen andere Waren oder bietet Dienstleistungen an, lohnt sich ein Blick auf die vergangenen Black-Friday-Umsätze. Haben sich Marketingkampagnen in den letzten Jahren für dich gelohnt? Hast du seit 2020 ebenfalls einen leichten Einbruch verspürt oder nicht? Wie fällt der Vergleich zwischen der Black-Friday-Kampagne und anderen Marketingkampagnen aus? Die Zahlen der letzten Jahre können dir wohl die beste Auskunft darüber geben, ob eine Black-Friday-Kampagne sich für dich dieses Jahr lohnen wird.
Aber selbst dann, wenn die Umsätze der letzten Black-Friday-Kampagnen nicht überragend waren, kann ein neuer Ansatz immer auch neue Erfolgsmöglichkeiten schaffen. Solltest du in diesem Jahr also eine weitere Black-Friday-Kampagne planen wollen, haben wir hier einige nützliche Tipps für dich.
6 Tipps für deine Black-Friday-Kampagne 2026
Eines haben alle folgenden Tipps gemeinsam: Wir wollen Vertrauen aufbauen. Eine der grössten Challenges des Black Fridays ist heutzutage, wie wir vorher gesehen haben, die Glaubwürdigkeit. Aus diesem Grund soll es hier nicht darum gehen, die grössten, krassesten Rabatte aller Zeiten anzubieten oder deine Zielgruppe übers Ohr zu hauen. Stattdessen wollen wir unsere Kundschaft mit Deals anlocken, die sich für beide Seiten lohnen.
1. Versuche nicht, deine Kundschaft mit Tricks oder reisserischen Headlines anzulocken
Wann hast du zuletzt auf eine E-Mail geklickt, deren Betreff «UNGLAUBLICHE PREISE» oder «Nur noch 2 Stück auf Lager!» lautete? Reisserische Marketing-Headlines wie diese können zwar funktionieren, aber der Preis für solche Aktionen kann besonders auf langfristige Sicht ganz schön hoch sein. Insbesondere dann, wenn die Preise gar nicht so unglaublich sind und die verbliebenen 2 Stück auf Lager auch dann nicht aufgebraucht sind, wenn du beide eingekauft hast. Wenn deine Zielgruppe sich zu irgendeinem Zeitpunkt für dumm verkauft fühlt, hast du bereits verloren. Und zwar nicht nur die Black-Friday-Sales, sondern auch alle anderen. Aus diesem Grund gilt: Sprich deine Kundschaft auf Augenhöhe an, sei ehrlich und mach nur Versprechen, die du auch wirklich einhalten kannst.
2. Plane deine Kampagne früh genug
Sei dir bewusst, dass der Black Friday für viele Unternehmen einer der wichtigsten Geschäftstage im ganzen Jahr darstellt. Die Konkurrenz ist dementsprechend gross. Eine frühe und clevere Planung ist deshalb Voraussetzung für eine gelungene Kampagne. Finde möglichst früh ein passendes Konzept, plane allfällige Shoots frühzeitig und denk daran, dass auch deine Kundschaft nicht erst am Black Friday selbst über deine Aktionen informiert werden sollte. Die plant ihre Einkäufe nämlich ebenfalls sehr gerne frühzeitig.
3. Nutze die Black Week und Cyber Monday
Eben weil sich der Black Friday in den letzten Jahren so gewandelt hat, ist es wichtig, die aktuellen Trends nicht zu ignorieren. Verkaufst du Elektronikgeräte, verlagere deine Angebote auf den Cyber Monday. Und wenn du kannst, plane eine ganze Reihe an Rabattaktionen für die Black Week, anstatt dein gesamtes Budget für den Black Friday zu verwenden.
4. Werde kreativ
Grosse Rabatte liegen nicht im Budget? Kein Problem. Ein attraktives Bundle, verlängerte Garantien oder ein exklusiver Service geben deinen Kund:innen ebenfalls einen Grund, am Black Friday bei dir vorbeizuschauen. Und falls Nachhaltigkeit zu deiner Marke passt: Auch eine bewusste Green-Friday-Haltung kann ein starkes Argument sein.
5. Finde Kanäle mit weniger Konkurrenz
Weil sich am Black Friday alle über dieselben überfüllten Postfächer melden, kann es sich durchaus lohnen, einen Blick auf weniger umkämpfte Kanäle zu werfen. Ein Beispiel dafür wäre WhatsApp, wo du über eine Broadcast-Liste deine Kundschaft direkt ansprechen kannst. Oder du verteilst ab Oktober Flyer oder QR-Codes und machst so auf deine Black-Friday-Aktionen aufmerksam. The sky is the limit.
6. Sorge dafür, dass der Kaufprozess reibungslos abläuft
Das letzte, was wir am Black Friday wollen, sind kaufbereite Kundinnen und Kunden, die aufgrund technischer Probleme oder Fehler im Kaufprozess ihre Bestellung nicht abschliessen können. Sorge deshalb dafür, dass deine Website bis Ende November in guter Kondition ist und teste deine Kaufabläufe intensiv. Dasselbe gilt für Rabattcodes, Links und allen anderen Wegen, über die deine Kundschaft an deine Black-Friday-Deals gelangen soll.
7. Vergiss das Retargeting nicht
Am Black Friday schauen viele Leute bei dir vorbei, legen etwas in den Warenkorb und überlegen es sich dann doch anders. Das gehört dazu. Wichtig ist aber, dass du diese Beinahe-Käufer:innen nicht ignorierst. Nutze Retargeting-Optionen und kreiere eine Werbekampagne spezifisch für die Leute, die fast bei dir eingekauft hätten. Denn auch wenn die attraktiven Black-Friday-Deals eine Woche später vorbei sein mögen, ergibt sich hier die Chance, eine bereits interessierte Kundschaft auf andere Art und Weise anzulocken. Vielleicht ein neuer Gutschein-Code? Ein tolles Bundle? In jedem Fall kannst du so die Chance erhöhen, dass jemand sich an deine Marke erinnern wird.
Was bleibt vom Black Friday?
Der Black Friday mag seine goldenen Jahre vielleicht bereits hinter sich haben. Das heisst aber nicht, dass du mit ein paar cleveren Marketingtricks nicht trotzdem noch einen phänomenalen Umsatz rausschlagen kannst. Wer ehrlich kommuniziert, früh plant und kreative Ideen umsetzt, darf sich auch dieses Jahr auf einen erfolgreichen Black Friday freuen.