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WhatsApp launcht neues Feature “Communities”

Mit Communities führt WhatsApp ein neues Feature ein, mit dem sich mehrere Gruppen unter einem Dach organisieren lassen. Als Administrator:in soll Dir das Gruppen-Management dadurch erheblich erleichtert werden. Worum es bei Communities genau geht und welche neuen Funktionen Dich erwarten, erfährst Du in diesem Beitrag.

Bist Du Mitglied oder sogar Administrator:in einer WhatsApp-Gruppe mit vielen Mitgliedern, kennst Du bestimmt das Problem. Man verliert einfach schnell den Überblick und erhält über den Tag verteilt viele irrelevante Nachrichten. Ausserdem sind Funktionen, welche die Gruppenkommunikation besser strukturieren und somit für alle erleichtern könnten, eher begrenzt. Das soll sich mit WhatsApp Communities nun ändern. Worauf kannst Du Dich bei dem neuen Feature einstellen?

Was ist die Idee hinter WhatsApp Communities?

WhatsApp ist immer noch mit Abstand der beliebteste und meistgenutzte Messenger-Dienst weltweit. Für viele Menschen ist die App das wichtigste Tool, um ihren Alltag zu organisieren. Trotzdem ist es bisher kaum möglich, Mitglied in einer Gruppe zu sein, sei es privater oder beruflicher Natur, die nicht regelmässig in extreme Unübersichtlichkeit ausartet. Wer WhatsApp häufig nutzt, ist früher oder später in unzähligen Chatgruppen vertreten und muss sich irgendwie zurechtfinden.

WhatsApp will sich dieses Problems nun annehmen und führt das neue Feature Communities ein. Damit lassen sich mehrere Gruppen unter einem Oberthema zusammenfassen und zentral verwalten. Zusätzliche Funktionen erleichtern zudem das Management und die Kommunikation innerhalb der Gruppen.

So funktioniert Communities

Eine Community besteht aus einer Hauptgruppe und bis zu zehn Untergruppen. In der Hauptgruppe sind die Benachrichtigungen der Administrator:innen für alle Community-Mitglieder sichtbar – sie dient also als übergeordneter Kanal für Themen und Ankündigungen, die die gesamte Community betreffen. In den Untergruppen finden dann die themenspezifischen Gespräche unter den Mitgliedern statt.

Diese Strukturierung der Gruppen innerhalb der Community sorgt dafür, dass Gruppenchats übersichtlich bleiben und Mitglieder nur Nachrichten zu Themen erhalten, die sie betreffen. Somit wird ein Problem gelöst, das bisher die allermeisten Nutzer:innen nervte: Es gibt weniger Spam durch Beiträge, die keine Relevanz für die eigene Person haben.

Eine Community (und somit auch die Hauptgruppe) hat Kapazität für insgesamt 5‘000 Teilnehmer:innen, während die einzelnen Untergruppen jeweils für maximal 1‘024 Mitglieder geöffnet sind – bei voller Auslastung sind dann natürlich keine 10 Untergruppen mehr möglich. Zum Vergleich: Bisher können nur 256 Personen in eine WhtasApp-Gruppe eintreten.

Das sind die neuen Funktionen

Neben dieser Erhöhung der maximalen Gruppengrösse will Communities mit weiteren Funktionen auftrumpfen, welche die Nutzung von WhatsApp für Gruppenmitglieder und Administrator:innen verbessern sollen. So können alle Nutzer:innen Umfragen innerhalb der Gruppen erstellen, um die Abstimmung gruppenrelevanter Themen zu vereinfachen. Sowohl Voice Calls als auch Videochats können mit bis zu 32 Personen gleichzeitig stattfinden. Ausserdem ist der Datenaustausch via File Sharing mit bis zu 2 Gigabyte pro Datei möglich.

Die Funktionen erscheinen sinnvoll im Gruppenkontext und könnten das Nutzer:innenerlebnis auf WhatsApp definitiv verbessern. Allerdings wird hier nichts neu erfunden: Alle Funktionen sind bereits bei anderen Tools und Messenger-Diensten wie Discord oder Telegram enthalten. „Besser spät als nie“ ist also die Devise.

Für wen ist WhatsApp Communities geeignet?

Das neue Feature bietet sich sowohl für private als auch für berufliche Anlässe an. Nachbarschafts- und Mietergruppen, Sportvereine und Schulen können genauso von Communities profitieren wie z.B. Arbeitgeber:innen, die einzelne Untergruppen für die jeweiligen Abteilungen, den Betriebsrat, das Management, das Party-Gremium oder andere Bereiche im Betrieb erstellen. WhatsApp selbst gibt an, mit mehr als 50 Organisationen in verschiedenen Ländern zusammengearbeitet zu haben, um das Community-Feature hinsichtlich der unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer:innen zu optimieren.

Möchtest Du Communities übrigens beruflich nutzen, solltest Du einige Datenschutz-Aspekte berücksichtigen und Deine Mitarbeiter:innen im Vorfeld dazu aufklären. Hier bietet sich die Nutzung von WhatsApp Business an, da kein Zugriff auf private Kontaktdaten innerhalb der App stattfindet.

WhatsApp nimmt Unternehmen in den Fokus

Laut offizieller Ankündigungen geht es bei Communities vor allem um private Nutzer:innen, die das Feature beispielsweise für ihre Elterngruppe oder die Hausgemeinschaft nutzen wollen, um sich dort zu organisieren. Ein klarer Vorteil: Privat nutzt sowieso schon fast jeder WhatsApp, sodass viele Menschen eher einen Versuch starten werden als bei einer neuen App.

Die enthaltenen Funktionen lassen aber auch auf etwas anderes schliessen: Unternehmen rücken als Zielgruppe immer weiter in den Fokus von WhatsApp bzw. Meta. Während die App bisher wenn dann in kleinen und mittelständischen Betrieben genutzt wird, setzen grössere Unternehmen lieber auf spezialisierte Tools wie Microsoft Teams, da die technischen Ansprüche hier eher erfüllt werden. Mit den neuen Funktionen scheint sich WhatsApp aber nun als Alternative etablieren zu wollen. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Vorhaben mit Communities Erfolg haben wird.    

Wann launcht WhatsApp Communities?

Dass WhatsApp Communities kommen soll, weiss man bereits seit über einem Jahr. Am 8. November 2022 soll die Funktion weltweit schrittweise eingeführt werden. Das Feature wird also nicht für alle Nutzer:innen von WhatsApp gleichzeitig verfügbar sein. Auch für die Schweiz gibt es noch keine konkrete Ankündigung, wann die Funktion für alle freigeschaltet sein wird. Es bleibt uns also vorerst nur abzuwarten.

So öffnest Du WhatsApp Communities auf Deinem Smartphone

Obwohl Communities noch nicht gelauncht ist, weiss man bereits, wie die Funktion auf dem Smartphone geöffnet werden kann. Dabei gibt es einen kleinen Unterschied zwischen den Betriebssystemen Android und iOS.

Nutzt Du ein Android-Smartphone, findest Du demnächst links oben neben dem herkömmlichen Gruppensymbol ein neues Drei-Personen-Symbol. Beim iPhone findest Du dieses Symbol hingegen im unteren Bereich der App. Du erstellst eine Community, indem Du auf das Symbol klickst und entweder mehrere bereits vorhandene Gruppen integrierst oder einzelne Kontakte hinzufügst.

WhatsApp Communities kommt mit sinnvollen Funktionen

Das neue Feature bietet Möglichkeiten, die man sich schon viel früher von WhatsApp gewünscht hätte – schliesslich handelt es sich um den Messenger Nr.1, auch in der Schweiz. Ausserdem macht es die Konkurrenz in einigen Punkten schon seit längerer Zeit vor, wie es besser geht.

Nutzt Du WhatsApp sowieso schon für einen Grossteil Deiner täglichen Kommunikation und bist in vielen Gruppen vertreten, darfst Du Dich aber trotzdem auf Communities freuen. Weniger Spam und mehr Struktur vereinfachen sowohl den Mitgliedern als auch den Gruppen-Administrator:innen das Leben. Im privaten Bereich wird WhatsApp Communities dabei sicher viele begeisterte Nutzer:innen finden. Ob sich die App auch in der Unternehmenswelt durchsetzen kann und spezialisierte sowie längst etablierte Tools wie Microsoft Teams ablösen wird, bleibt abzuwarten. Wir sind gespannt auf die neue Communities-Funktion und werden Dir in Zukunft sicher noch einiges darüber berichten!

Robin Knappmann
Robin Knappmann
Robin hat vor kurzem sein WiWi-Studium abgeschlossen und schreibt seit 2018 Beiträge rund um das Thema Marketing. Seine Begeisterung fürs Schreiben führte ihn bereits zu einer journalistischen Tätigkeit bei einer deutschen Tageszeitung und durch ein erstes, textintensives Studium der Germanistik und Philosophie. Wenn er nicht gerade vor einem neuen Beitrag sitzt, spielt er vermutlich Gitarre oder monologisiert über seine Lieblingsmusik.

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