Start Digitalisierung Google bald ohne Chrome? Erzwungener Verkauf des Browsers wird durch US-Justiz geprüft

Google bald ohne Chrome? Erzwungener Verkauf des Browsers wird durch US-Justiz geprüft

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In den letzten Jahren hat Google, wie in vielen Bereichen, auch die Browser-Konkurrenz weit hinter sich gelassen. Firefox wurde längst abgehängt, Microsoft Edge ist auch keine echte Bedrohung. Ein Angriff auf die Vormachtstellung kommt jetzt aber seitens der US Wettbewerbshüter. Diese Prüfen derzeit die Möglichkeit, Google zum Verkauf des Browsers zu zwingen.

Tech-Giganten aus dem Silicon Valley haben Ihre Vormachtstellung in der digitalen Welt bis zu einem Punkt ausgebaut, wo eine Regulierung und ein freier Markt kaum mehr möglich sind. Dies ist nun auch den US-Wettbewerbsbehörden nicht mehr ganz geheuer. Speziell Google stand immer wieder in Konflikt mit Regierungsbehörden, zuletzt mit der EU, als es um die Übernahme von Fitbit ging. Nun sieht es so aus, als könnte Google härtere Zeiten bevorstehen. Berichten zufolge erwägt das US- Justizministerium Google zu zwingen, den Chrome-Browser, zusammen mit Teilen seines Anzeigengeschäfts, zu verkaufen.

Chrome ist derzeit der dominierende Browser auf dem Markt. Über 65% der Menschen weltweit verwenden das Google Produkt. Dies könnte in Verbindung mit Googles gigantischem Anzeigengeschäft Anlass zur Sorge geben, da es dem Unternehmen ermöglicht, „effektiv Standards für die Branche zu setzen“, so ein vom Justizausschuss des Repräsentantenhauses veröffentlichter Kartellrechtsbericht. Ein erzwungener Verkauf des Browsers würde Google erheblich schaden. So setzen Chrome OS für die Chromebooks und der Chrome Web Store auf dem Browser auf. Deren Zukunft wäre dann ebenfalls ungewiss.

Chrome ein wichtiger Teil des Geschäftsmodells von Google – und häufig ein Mittel, die eigene Marktbeherrschung weiter zu stärken.

Dazu gehört beispielsweise, dass Google mit YouTube andere Browser vorsätzlich verlangsamt hatte. Des Weitern nutzt Google seine Dominanz auch aus, um Diensten zu schaden, die abträglich für das eigene Werbegeschäft sind. Auch versuchte man, Adblocker durch entfernen von Schnittstellen zu umgehen. Die grösste Kontroverse ist jedoch, wie Google die Browserdaten für eigene Produkte nutzt. Da die Konkurrenz auf diese Daten keinen Zugriff hat, kann man hier durchaus von Wettbewerbsverzerrung sprechen.

Obwohl das US-Justizministerium noch nicht offiziell angekündigt hat, dass es einen Verkauf erzwingen will, haben mehrere Personen bestätigt, dass dies intern diskutiert wird. Wenn das der von den Regulierungsbehörden gewählte Weg ist, würde man Geschichte schreiben. Es wäre die erste gerichtlich angeordnete Zerschlagung eines US-Konzerns seit Jahrzehnten. Ein anderer Ansatz wäre, die Datennutzung von Chrome für Googles Werbegeschäft zu regulieren.

Simon Chiozza
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