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Markus Dütsch erklärt: SEO Reporting – 5 Dinge, die du in der Google Search Console beachten solltest

Daten helfen uns, Entscheidungen zu treffen und unsere Marketingstrategien zu gestalten. Doch was ist, wenn die Daten nicht richtig interpretiert werden oder gar fehlerhaft bzw. unvollständig sind? Im folgenden Artikel erkläre ich, welche Stolpersteine du im Google Search Console-Leistungsreport vorfinden kannst. 

1. Länderauswahl

In GSC hast du die Möglichkeit, ein Land als bevorzugte Region auszuwählen. Diese Einstellung findest du in den “legacy tools” unter dem Namen “internationale Ausrichtung”. Ausserdem kannst du im Leistungsbericht nach jeweils einem Land filtern. Setzt du den Filter nicht, zeigt der Report die Leistung für alle Länder, in denen Google deine webpages einblendet. Verlasse dich nicht auf die Auswahl in der internationalen Ausrichtung, wenn du deine Strategie auf ein bestimmtes Land ausrichtest.

Gibt es deinen Service oder dein Produkt z.B. nur in der Schweiz, solltest du beim Reporting immer den Filter auf Land: Schweiz setzen. Ansonsten zeigt die Search Console dir auch Impressionen, Klicks und Rankings aus vielen anderen Ländern. Deine Website für die Google Suche bestimmter Länder zu blockieren ist nicht möglich.

2. Brand und Non-Brand Suchanfragen

Im Filter “Suchanfrage” gibt es seit Anfang 2021 die Option, Regex (regular expressions) zum Filtern zu benutzen. Dies ist besonders hilfreich, um brand- von non-brand Suchanfragen in all ihren Schreibweisen zu differenzieren. Ein Name wie Lego ist sicher weniger anfällig für Variationen. Wohingegen die Marke Rivella ebenfalls als Rivela, Riwela, Riwella oder Rivvella von Nutzern in Google eingegeben werden könnte. Noch stärker werden die Abweichungen, bei Namen mit mehreren Wörtern oder Marken, die aus Fremdsprachen entstammen.

Hinzu kommt, dass man bei der Aufteilung der brand- und non-brand Performance auch zusammengesetzte Suchanfragen im Zusammenhang mit der Marke (z.B. Rivella rot, Rivella Limonade, Rivella Dose etc.) herausfiltern will. 

Danny Richmann hat eine Anleitung erstellt, wie man ohne Vorkenntnisse Regex aus normalen Wörtern und Wortgruppen erstellen kann: https://www.seotraininglondon.org/english-regex-gpt3/ 

In der Dokumentation von Google, erfährst du genau, wie du Regex dann in GSC einsetzt. https://developers.google.com/search/blog/2021/06/regex-negative-match

3. Durchschnittliche Position

Hohe Rankings sind gut. Steigende Rankings freuen uns besonders und fallende Rankings machen uns Sorgen. Doch was ist mit den durchschnittlichen Positionen im GSC-Report? Vorsicht: ein negativer Trend bedeutet nicht unbedingt schlechtere Rankings. 

Zunächst musst du dir im Klaren sein, dass es sich um Durchschnittswerte handelt und die tatsächliche Position von Standort, Browserverlauf oder Suchverlauf beeinflusst werden kann. Zum anderen musst du wissen, dass Google immer nur die höchste Position bei einer Suchanfrage für die Durchschnittsberechnung heranzieht.

Mehr Details dazu findest du bei Google: https://support.google.com/webmasters/answer/7042828#position 

Es kann vorkommen, dass die orangene Linie im Positionsreport nach unten geht, deine Impressions, Klicks und dein Traffic stabil bleiben oder gar wachsen. Die Positionen isoliert zu betrachten könnte dich also in die Irre führen und du denkst, dass sich die Performance negativ entwickelt. Hinterfrage dies kritisch und ziehe weitere Daten dazu wie Impressionen, Klicks, organischen Traffic (in Google Analytics) und bringe auch in Erfahrung, wie viele neue pages in der Zeit veröffentlicht wurden. Es kann auch sein, dass bereits vorhandene pages, wegen fehlender bzw. schlechter Verlinkung oder Duplikatproblemen, nicht im Google Index waren, aber nun indexiert werden und beginnen zu ranken. Neue pages ranken meist nicht sofort sehr hoch in Google – dies wird die durchschnittlichen Positionen aller pages nach unten ziehen, obwohl in Wirklichkeit keine Rankingverluste stattfinden.

Wenn du nach einer exakten URL filterst, bekommst du recht gut zutreffende Daten für die durchschnittlichen Positionen. Auf eine ganze Domain angewendet hat die Metrik jedoch zu wenig Aussagekraft. 

4. Datendiskrepanz beim Filtern

In den vorherigen 3 Punkten ging es immer um Filter um die gesamte, von Google gemessene, Leistung einer Website besser zu analysieren und zu verstehen. Hier versteckt sich jedoch eine grundlegende Problematik der Search Console. Sicher hast du den Hinweis “Wenn Filter angewendet werden, sind Summenwerte im Diagramm und Tabellenergebnisse möglicherweise unvollständig.” schon einmal gesehen. Dahinter verbirgt sich Folgendes. 

Google verbirgt Daten in den Filteransichten für “Suchanfrage” und “Seite”. Die Gesamtzahl und die Summen von +Filter und -Filter stimmen nicht überein.

Hier ein vereinfachtes Beispiel:

  • Website X hat binnen 3 Monaten 1`000`000 Impressionen. 
  • Filtern wir den Markennamen raus (Suchanfrage ohne) stehen 500´000 Impressionen zu Buche.
  • Filtern wir nun nur nach dem Markennamen (Suchanfrage mit) erscheinen 350´000 Impressionen. 
  • Alle Suchen mit dem Namen und alle Suchen ohne den Namen müssten doch zusammen den Wert ohne Filterung ergeben. 
  • Jedoch erhalten wir im Beispiel nur 850´000 Impressionen

Probier es gern selbst aus. 

In der Google Dokumentation gibt es eine Formel zur ungefähren Berechnung der Abweichungen.

Wert für aller brand-Suchanfragen
——————————————————————–
(Wert für non-brand-Suchanfragen) + (Wert für brand-Suchanfragen)

Leider bekommt man so nicht die fehlenden Daten zurück, sondern lediglich eine ungefähre Angabe wie gross die Abweichungen sind. Die so berechneten Impressionen und Klicks im Umkehrschluss auf die Ausgangswerte zu addieren hat, meiner Erfahrung nach, wenig bis keinen Mehrwert und man muss mit den fehlenden Daten leben. Sei also bei den Zahlen aus GSC immer vorsichtig, was du an wen reportest. Gegebenenfalls ergeben die Zahlen für dein Gegenüber ohne das Hintergrundwissen keinen Sinn. 


Weitere Infos dazu findest du ebenfalls bei Google: https://support.google.com/webmasters/answer/7576553/#data_discrepancies 

5. Drei Tage Verzögerung

Last but not least: die zeitliche Verzögerung. Während man in Google Analytics meist die Daten vom Vortag bedenkenlos nutzen kann, muss man bei der Search Console etwas geduldiger sein. 

  1. Behalte die Aktualisierungszeit im Auge. 

Oben rechts im Leistungsreport steht, wann Google die Daten zuletzt aktualisiert hat. Dies sind in der Regel ca. 4 -6 Stunden. Jedoch kann der Zeitraum auch auf bis zu 24 Stunden anwachsen. In seltenen Fällen kann es auch zu Störungen seitens Google kommen und die Datenaufbereitung noch länger verzögern. 

  1. Partielle, aktuelle und endgültige Daten

Mit diesen 3 Einteilungen gibt Google dir an, ob die Daten im Report bereits vollständig sind oder dass, für den Zeitraum noch nicht alle Daten final zur Verfügung stehen. Meistens sind endgültige Daten erst nach 3 Tagen vorhanden. Deinen Report zum Monat Mai kannst du also frühestens am dritten Juni final erstellen. 

Extra Tipp

Nutze die zusätzliche Filterfunktion in der Tabelle unter den Diagrammen. 

Klicke auf die 3 Striche am rechten Rand und wähle z.B. “Position”. 

Auf der linken Seite erscheint nun ein weiteres drop-down. 

Wähle hier z.B. “ist grösser als” und schreibe “10” als Filterwert, klicke “Fertig” und schon erhältst du alle Suchanfragen, welche tiefer als 10 ranken. Keywords mit vielen Impressionen und ggf. bereits zahlreichen Klicks, können gute Kandidaten für eine weitere onpage Optimierung sein um diese in den Top 10 oder höher zu platzieren. Dieser Filter funktioniert auch bei Seiten, Ländern, Geräten, Darstellung in der Suche sowie Zeiträumen. 

Markus Dütsch
Markus Dütsch
Markus war viele Jahre im Eventmarketing tätig. Seine Vorliebe für das Digitale veranlasste ihn 2017, zur Suchmaschinenoptimierung zu wechseln. Um sein Wissen und seine Begeisterung zu teilen (was eine grosse Stärke der ganzen SEO-Community ist), hat er begonnen, über Themen und Prozesse rund um die organische Suche zu schreiben.

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