StartKommunikationÜbertrieben oder berechtigt? Edeka wird Rassismus in neuem TV-Spot vorgeworfen
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Übertrieben oder berechtigt? Edeka wird Rassismus in neuem TV-Spot vorgeworfen

Die deutsche Supermarkt-Kette Edeka ist mit seinem neuen TV-Spot ganz schön in ein Fettnäpfchen getreten, zumindest was die Meinung einiger Zuschauer angeht. Das Video wird zurzeit heftig diskutiert.

Die neue Edeka-Weihnachtskampagne steht unter dem Motto „Lasst uns froh und bunter sein“. Ein Motto, das eigentlich einen guten Inhalt vermittelt. Der aktuelle TV-Spot kommt allerdings bei vielen überhaupt nicht gut an und Edeka wird Rassismus vorgeworfen. Mit im Boot für die diesjährige Kampagne sitzt Jung von Matt/Next Alster. Im Video ist eine Durchschnittsfamilie dargestellt, die sich an der Fleischtheke überlegt, was dieses Jahr als Festtagsmenü serviert wird. Rückblenden zeigen, dass die Jahre davor das Herkunftsland der Liebhaber der Tochter ausschlaggebend für den Festtagsschmaus war. So gab es an den letzten Feiertagen japanisch und marokkanisch. Diesmal versucht die Familie etwas Neues und lässt sich von dem italienischen Fleischfachverkäufer inspirieren.

Edeka ist bekannt für seine besonderen Weihnachtsspots, doch so heftig kritisiert wurde das Unternehmen bis her noch nicht. Einige Zuschauer finden, dass die Geschichte rassistische Klischees bedient. Zum Beispiel, weil es sich um eine durchschnittliche, weisse Familie handelt – also Vater, Mutter, Kind. Das ist aber noch nicht das am stärksten diskutierte Problem. Besonders haben es die Kritiker auf den Punkt abgesehen, dass der Ausländer als Sexobjekt angesehen und mit Essen verbunden wird.

User startet Petition gegen die Edeka-Werbung

Auf Change.org wurde bereits eine Petition gegen die Werbung gestartet, die aktuell knapp 400 Unterstützer hat. In der Petition heisst es unter anderem: „Kulturen sind keine Kosumgüter, welche von weissen Menschen abgerufen werden können, wann immer sie es entscheiden. Ein respektvolles Interesse an Esskultur ist nicht verwerflich, aber die Darstellung und Zuschreibung in dieser Kampagne ist höchst rassistisch und exotisierend. Diese Muster kennen wir bereits aus der deutschen Kolonialgeschichte. Die barmherzige deutsch-christliche Familie – solche Bilder sind für eine antidiskriminierende Gesellschaft nicht förderlich. Die Pauschalisierungen: „der Japaner, der Sushi isst“, „der Marokkaner, der Falafel isst“ schüren lediglich Vorurteile. Zudem wird der vermeintlich nicht-deutsche Mann durch die Gleichstellung mit Essen entmenschlicht – ein nettes exotisches Accessoire, um das Weihnachtsfest noch aufregender zu gestalten.“

Im Netz, egal ob bei Twitter, auf YouTube oder Facebook – die User diskutieren und kommentieren was das Zeug hält. Neben den scharfen Kritikern gibt es aber auch genügend Menschen, die den Spot mögen. Die meisten kennen vermutlich schon die polarisierenden Spots von Edeka, bei denen es gerne auch mal ein bisschen „spezieller“ zugeht. Das Supergeil-Video oder auch der Spot mit Scooter sind nur ein paar Beispiele.

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