Vor allem für kleine Unternehmen ist Marketing wichtig, aber oft auch mit hohen Kosten verbunden. Zumindest ist so die Vermutung. Doch digitale Medien sorgen dafür, dass auch ein kleines Budget im Marketing viel bewegen kann. Hier liest du, wie du dabei vorgehen kannst und welche Tipps dir im Marketing helfen.
Für den Erfolg eines Small Businesses ist Marketing in aller Regel unerlässlich und besonders wichtig. Dafür fallen aber in aller Regel Kosten an. Kosten, die insbesondere kleine Unternehmen nicht immer so leicht stemmen können. Doch für kleine Unternehmen gibt es einige Tipps und Tricks, wie man das eigene Marketing dennoch erfolgreich gestalten kann.
Der grosse Vorteil: Nicht immer braucht es dafür ein grosses Budget und auch mit kleinen Mitteln lässt sich oft schon viel erreichen. Im Folgenden findest du unsere Marketing-Tipps für (vor allem kleine) Unternehmen. Aber auch grössere Unternehmen können davon natürlich profitieren.
Marketing Tipp 1: Die Probleme der Kundschaft konkret ansprechen
Für die meisten kleinen Unternehmen ist die eigene Webseite der wohl wichtigste Kanal im Marketing. Hier kann man über das eigene Angebot berichten und Kund:innen erreichen. Es ist sozusagen eine Art Schaufenster für Interessierte, wenn man es denn richtig angeht.
Das ist allerdings oft ein Problem, denn die Ansprüche und Erwartungen der möglichen Kund:innen spielen dabei oft nur eine untergeordnete Rolle. Dabei bleiben die echten Probleme und Fragen der Kundschaft auf der Strecke – und die Konkurrenz kann möglicherweise profitieren!
Ein Tipp ist daher, ganz konkret die Probleme der Kund:innen anzusprechen und diesen die passenden Lösungen anzubieten. Ein Beispiel: Wer einen Klempner sucht, sucht in erster Linie nicht nach verschiedenen Wegen, eine Verstopfung zu beheben oder Details zum Team in der Firma. Stattdessen soll oft ein Termin vereinbart werden und man braucht klare Unterstützung bei diesen Themen. Es bietet sich daher an, eine Unterseite speziell zu diesem Thema anzulegen, sodass Kund:innen sofort die Details finden können, nach denen sie suchen.
Marketing Tipp 2: Den Fokus auf eine definierte Zielgruppe setzen
Bei einer grösseren Zielgruppe ist die Ansprache schwierig und der Fokus geht schnell verloren. Denn: Wer versucht, alle anzusprechen, spricht schlussendlich niemanden wirklich an. Daher ist es eher empfehlenswert, die eigene Zielgruppe möglichst genau zu definieren und sie klar einzugrenzen.
Möchte ein:e Arbeitgeber:in beispielsweise Menschen aus der Region für das eigene Unternehmen begeistern, ist es hilfreich, sich im Vorfeld Gedanken über das Stellenprofil zu machen und dann zum Beispiel im Rahmen einer Social Media Kampagne auch nur Menschen anzusprechen, die diesem Profil entsprechen. Details wie Altersgruppe, Bildungsstand, Wohnort oder auch Qualifikation spielen hierbei zum Beispiel eine Rolle, aber auch Interessen, bisherige Berufserfahrung oder Zukunftspläne können eine Rolle spielen.
Durch die klare Definition der Zielgruppe ist die Kampagne im Anschluss vermutlich erfolgreicher und es kommen eher Bewerbungen passender Kandidat:innen herein.
Marketing Tipp 3: Zeig, dass du persönlich für deine Kundschaft da bist
Hier kann dein Small Business richtig Eindruck machen. Persönlicher Kundenkontakt ist für viele kleine Unternehmen, die einen physischen Standort haben, das absolute A und O. Schliesslich kommen Kund:innen eben genau wegen dem Menschenkontakt und der persönlichen Beratung zu dir, anstatt sich ähnliche Produkte online zu bestellen.
Menschen wollen eben nun mal mit anderen Menschen zu tun haben. Sie möchten wissen, wer da vor ihnen steht. Aber wusstest du, dass du dir dieses Feature auch im digitalen Raum (und beim digitalen Marketing) zunutze machen kannst?
Stell auf deiner Website dein Team vor, oder auch einfach nur dich selbst, wenn du alleine arbeitest. So wissen Besucher:innen sofort, wer du bist, und dass sie ein freundliches Gesicht erwartet. Erzähl auf der About-Page etwas von deiner Story. Warum du dein Business gegründet hast, wie es sich entwickelt hat und welche Werte du und dein Team vertreten. So erhält deine Zielgruppe die Möglichkeit, sich mit dir und deinem Business zu identifizieren. Was dann wiederum dazu führen kann, dass sie lieber bei dir einkaufen als beim Grossverteiler.
Ausserdem kannst du mit technischen Features wie Support-Chats dafür sorgen, dass deine Kundschaft auch auf deiner Website gut und persönlich beraten wird. Hilf Kund:innen mit Kleidergrössentabellen, Raumplanungs-Tools, Altersempfehlungen, Typ-Quizzes oder sonst einem Tool, das passende Produkt oder die richtige Dienstleistung auf deiner Website zu finden. So fühlt sich das Einkaufserlebnis gleich viel persönlicher an.
Marketing Tipp 4: Nutze Gratis-Tools und KI-Features
Ressourcen sind für kleine Unternehmen oft sehr knapp. Das heisst, dass beeindruckende Instagram-Posts oder extravagante Website-Features oft einfach nicht drinliegen. Aber auch wenn dir das Budget für einen Grafiker oder eine Software Developerin fehlt, gibt es auf dem Markt mittlerweile super tolle Tools, die dir dabei helfen können, auch ohne grosses Budget oder riesigen Zeitaufwand tolle Websites, Social-Media-Posts und Ads zu erstellen.
Website-Baukästen wie Wix, Squarespace oder Jimdo ermöglichen es, ohne Programmierkenntnisse eine professionelle Website zu erstellen. Für Social Media, Flyer oder einfache Grafiken eignet sich Canva. Mit Vorlagen lassen sich schnell ansprechende Inhalte gestalten, und zwar auch ohne Design-Erfahrung. Beim Texten und bei Ideenfindung können KI-Tools wie ChatGPT oder Claude unterstützen. Wer zusätzlich Ordnung in seine Marketing-Ideen bringen möchte, kann mit Tools wie Trello oder Notion einfach planen und strukturieren.
Wichtig zu beachten beim Gebrauch von KI-Tools: Resultate immer nochmals überarbeiten und nicht einfach direkt für deine Website, Posts, Ads etc. übernehmen. Und zwar nicht nur, weil die Outputs fehlerhaft sein könnten, sondern weil es für dich als Small Business besonders wichtig ist, deine Persönlichkeit hervorzuheben. Das gilt für Texte, Bilder und generell all deine Outputs. Deine Authentizität ist aus Sicht des Marketings nämlich Gold wert.
Marketing Tipp 5: Stell die Vorteile für deine Kund:innen in den Vordergrund
Ein wichtiger Punkt in Sachen Copywriting oder Social Media, der im Übrigen komplett kostenlos ist: Wenn du deine Website gestaltest, auf Instagram postest oder Werbung schaltest, versetz dich für einen Moment in deine Zielgruppe hinein. Warum sollte jemand dein Produkt oder deine Dienstleistung kaufen? Warum gerade bei dir, und nicht beim Grossverteiler, wo es etwas günstiger ist? Was hat jemand davon, zu deiner Kundschaft zu gehören?
Die Vorteile, die du dabei aufzählen kannst, gehören in die Titel deiner Webseitenüberschriften. In den ersten Satz deiner Social-Media-Posts. Überall dort hin, wo deine Kundschaft sie direkt sieht. Wenn du deine Zielgruppe ansprichst, soll es nämlich um sie gehen, und nicht um dich. So funktioniert gutes Marketing.
Achte dabei darauf, dass du dich auf Vorteile konzentrierst, die einigermassen einzigartig oder zumindest nicht sehr vage oder alltäglich sind. Aspekte wie persönlicher Service, langjährige Erfahrung oder schnelle Erledigung sind zwar schön, geben den klaren Nutzen für deine Kund:innen aber nicht immer direkt wieder. Zudem können Kund:innen sich darunter oft nichts Genaues vorstellen und erkennen ihre Vorteile somit nicht.
Ein Beispiel gefällig? Als Anbieter:in im Bereich Schlüsseldienst wirbt man auf der eigenen Webseite mit der Aussage „Schnelle Öffnung Ihrer Tür“. Doch was genau schnell bedeutet, ist nicht klar. Für eine:n Kund:in ist drei Stunden schnell, für andere Kund:innen eher ein Arbeitstag – hierbei spielt natürlich auch die Dringlichkeit eine wichtige Rolle. Ratsam ist es daher, klarer zu kommunizieren und die Aussage zum Beispiel auf „Türöffnung innerhalb von drei Stunden“ anzugleichen. Deine Kund:innen wissen so direkt, worauf sie sich einstellen können und du teilst ihnen einen klaren Vorteil mit.
Marketing Tipp 6: Präsentiere deine Expertise
Case Studies kommen als Marketing-Instrument eher selten zum Einsatz, bieten aber durchaus ein grosses Potential. Dabei zeigst du konkret auf, die in der Vergangenheit mit Problemen umgegangen wurde und wie dein Unternehmen diese lösen konnte.
Auf diese Weise kannst du ganz einfach Vertrauen zu (neuen) Kund:innen aufbauen und verdeutlichen, dass du die Probleme und Fragen deiner Kundschaft ernst nimmst und dich diesen wirklich mit Fachwissen und Herzblut widmest. Je nach Branche kann dies einen grossen Vorteil gegenüber der Konkurrenz bedeuten und dein Unternehmen nach vorne bringen.
Marketing Tipp 7: Kundenzufriedenheit klar darstellen
Die Meinung und Erfahrung deiner Kund:innen ist immens wichtig – auch für die Wirkung nach aussen. Empfehlungen sind bedeutsam und können darüber entscheiden, ob sich jemand für dein Unternehmen entscheiden wird. Ebenso verhält es sich mit guten Bewertungen. Das kannst du vor allem als Kleinunternehmer:in für dich nutzen!
Potentielle Neukund:innen schauen unter anderem bei Google nach aktuellen Bewertungen oder verlassen sich auf Äusserungen von anderen Kund:innen, beispielsweise bei Facebook. Als Marketing-Tipp kann es sich also auszahlen, positive Bewertungen genau hier aufzubauen. Das kann im persönlichen Gespräch mit der Bitte um eine Bewertung nach Abschluss eines Auftrags passieren oder auch per E-Mail, sofern dafür eine Erlaubnis vorliegt, elektronisch Kontakt aufzunehmen.
Zusätzlich könntest du auch ausgewählte Stimmen von zufriedenen Kund:innen auf deiner Webseite einbinden.
Warum kleine Unternehmen auf Marketing nicht verzichten sollten
Ganz allgemein sollten kleinere Unternehmen keineswegs auf Marketing verzichten. Die Meinung, dass Kund:innen von alleine kommen, ist schlichtweg falsch und führt in den allermeisten Fällen nicht zum Erfolg. Stattdessen braucht es sinnvolle Massnahmen, die für kleine Unternehmen geeignet sind.
Neben den hier vorgestellten Tipps können sich auch diese Faktoren eignen oder Potential bieten, im Marketing erfolgreich zu sein und so die Kund:innen zu erreichen:
- Online-Werbekampagnen zum Beispiel mit Google Ads
- Werbeanzeigen in Social Media (Facebook, Instagram und Co.)
- klassische Werbung in Zeitungen und Magazinen
Dabei kommt es natürlich immer auch auf die Art des Unternehmens an. Regionale Anbieter haben über klassische Medien vielfach noch ein grosses Potential, das sie ausschöpfen können. Wer hingegen überregional arbeitet und nicht nur Menschen aus einer Region ansprechen möchte, kann und sollte vor allem auch auf das Internet setzen und hier durch sinnvolle Massnahmen aktiv werden.
Fazit: Marketing muss für kleine Unternehmen keine Kostenfrage sein
Insgesamt zeigt sich, dass Marketing für kleine Unternehmen und für Solo-Selbständige kein enormer Kostenaufwand sein muss. Auch mit einem geringen Budget kannst du – auch dank unserer Tipps – effektiv auf dich und dein Unternehmen aufmerksam machen und das Interesse der Kund:innen wecken. Wichtig ist dabei zugleich, immer auch Vertrauen aufzubauen und darauf zu achten, wie du deine Kund:innen wirklich effektiv ansprechen kannst.
Anzeigen bei Google, in den Sozialen Netzwerken oder auch in Tageszeitungen und Magazinen können dazu durchaus ihre Relevanz haben und dir dabei helfen, dein Unternehmen bekannt zu machen. Vor allem online hast du dabei meist auch gute Möglichkeiten zur Analyse und weisst, wie gut deine Kampagnen-Performance war. So kannst du für die nächsten Kampagnen Optimierungen vornehmen oder herausfinden, was schon gut lief oder wo es noch Potential gibt.
Originaltext von: Hauke Eilers-Buchta, September 2023. Überarbeitet und aktualisiert von: Michelle Fischer, Januar 2026.
