Start Digitalisierung Zweithöchstes Bussgeld in Europa: H&M soll 35 Mio. € zahlen

Zweithöchstes Bussgeld in Europa: H&M soll 35 Mio. € zahlen

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Die Modekette H&M soll intime Daten von Mitarbeitern aus dem Servicecenter in Nürnberg gesammelt und gespeichert haben. Dieser massive Verstoss gegen die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zieht nun ein Rekord-Bussgeld nach sich.

Krankheiten, religiöse Gesinnungen und familiäre Probleme sind nur ein paar Beispiele für die Daten, die über die Mitarbeiter von Hennes und Mauritz in Nürnberg gesammelt wurden. Vorgesetzte sollen den Mitarbeitern in Gesprächen intime Details entlockt haben, die wiederum erfasst und gespeichert worden sein sollen. Hunderte Mitarbeiter sind demnach von ihrem Arbeitgeber ausgespäht worden. Für den hamburgischen Beauftragten für Datenschutz, Johannes Caspar, war das Grund genug, ein Bussgeld in Höhe von 35.258.707,95 Euro zu verhängen. Weil H&M seine Deutschlandzentrale in Hamburg hat, ist der hamburgische Beauftragte für Datenschutz für diesen Vorfall zuständig.

Das höchste Bussgeld, das je in Deutschland verhängt wurde

Der Datenschutz gilt auch für Beschäftigte eines Unternehmens, was H&M absolut missachtet hat. Johannes Casper äusserte sich wie folgt dazu: „Das verhängte Bussgeld ist dementsprechend in seiner Höhe angemessen und geeignet, Unternehmen von Verletzungen der Privatsphäre ihrer Beschäftigten abzuschrecken.“ Sein Sprecher teilte mit, dass es sich um das höchste, je in Deutschland verhängte Bussgeld handelt, seit die DSGVO im Mai 2018 in Kraft getreten ist. In Europa kann diese Geldstrafe nur noch der Grosskonzern Google toppen. 2019 wurde gegen ihn in Frankreich ein Bussgeld wegen Missachtung des Datenschutzes in Höhe von 50 Millionen Euro verhängt.

H&M sammelte bereits seit 2014 Daten über Mitarbeiter

H&M hat nun bis Mitte Oktober Zeit Einspruch einzulegen. Im Rahmen der Spitzelvorwürfe wurde bekannt, dass das Unternehmen bereits seit sechs Jahren sensible Daten über Mitarbeiter des Servicecenters in Nürnberg sammelte und dokumentiere. Gespräche, die teilweise Informationen über das Privatleben, Krankheiten und Diagnosen enthielten, wurden mitunter aufgezeichnet und digital abgespeichert. Bis zu 50 Führungskräfte aus Nürnberg sollen Zugang und Einsicht zu den Daten gehabt haben.

H&M gesteht Fehler ein und will Mitarbeiter entschädigen

H&M beteuert, dass dieser Vorfall nicht im Einklang mit den Unternehmensrichtlinien steht und hat sich bereits öffentlich entschuldigt. Darüber hinaus hat der Konzern konkrete Massnahmen vor Ort in Nürnberg angekündigt. Darunter fallen die Stärkung des Datenschutzes sowie Schulungen der Führungskräfte und Mitarbeiter. Ausserdem hat das schwedische Unternehmen den betroffenen Mitarbeitern eine Entschädigung zugesprochen.

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