Start E-Commerce Zalando wächst in Q3 um 20 Prozent - Gewinner der Corona-Krise?
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Zalando wächst in Q3 um 20 Prozent – Gewinner der Corona-Krise?

Bei Zalando geht es weiterhin bergauf. Der Online-Handel profitiert von der Corona-Pandemie und hat seinen Umsatz im dritten Quartal um knapp 22 Prozent gesteigert. Wie das Unternehmen mitteilt, liegt das Umsatzvolumen damit bei 1,85 Milliarden Euro. Zum einen bleibt die Nachfrage seitens der Kunden hoch, auf der anderen Seite verdient Zalando an Partnerprogrammen, wenn Händler auf Zalando Ware verkaufen. Vor allem will das Unternehmen weiterhin in die Partnerprogramme investieren, geplant ist dazu ein zweistelliger Millionenbetrag. Besonders die Frühjahr- und Sommerkollektionen sind laut Unternehmen in diesem Jahr aussergewöhnlich stark abverkauft worden, daher „konnte Zalando Wertberichtigungen auf den Warenbestand in Höhe von 35 Millionen Euro auflösen, was einen positiven Einmaleffekt auf die Profitabilität im dritten Quartal hatte.“

Zalando-Mitarbeiter erhalten einen Corona-Bonus von 500 Euro

Zalando hat sich dazu entschieden, Sonderzahlungen auszuschütten, möglich sei dies aufgrund der guten Zahlen und weil die Mitarbeiter unter einer besonderen Belastung stehen. Einen Corona-Bonus für die Mitarbeiter gab es beispielsweise auch bei Siemens, dort beläuft sich die Gesamtsumme der Sonderzahlungen auf 200 Millionen Euro. Robert Gentz, Co-CEO von Zalando sagt: „Der Erfolg von Zalando ist das Ergebnis der herausragenden Leistung unserer Teams in diesem außergewöhnlichen Jahr. Um unseren Mitarbeitern für ihren Einsatz und Beitrag zum Unternehmenserfolg zu danken, haben wir beschlossen, jedem unserer 14.000 Mitarbeiter einen einmaligen Bonus in Höhe von 500 Euro zu zahlen.“ Zalandos CFO David Schröder: „Wir investieren auch weiterhin, um unser starkes Wachstum über das Jahr 2020 hinaus voranzutreiben. Dabei folgen wir unseren strategischen Prioritäten: Ausbau unseres aktiven Kundenstamms, Vertiefung der Beziehungen zu unseren Kunden und die Transformation zur Plattform.“

Die neuen Lockdown-Bestimmungen führten nicht zu einem negativen Nachfrageschock

In einer Telefonkonferenz mit Medienvertretern berichtete David Schröder, dass es bisher nichts auf einen negativen Nachfrageschock deutet. Im Frühjahr sei während der ersten Corona-Welle die Nachfrage gesunken. Auf die „zweite Corona-Welle“ sei Zalando nun deutlich besser vorbereitet, Schröder betont jedoch auch, dass sich „die Kunden […] offenbar an die Lage gewöhnt [haben]“ und trotzdem gebe es weiterhin ein gewisses Mass an Unsicherheit und vieles, so Schröder, hänge vom weiteren Kundenverhalten ab. Zusätzlich hat Zalando scheinbar mit Lieferschwierigkeiten von Zulieferern zu kämpfen. Das Zalando-Team arbeite aktuell vor allem daran, dass erwartete Verzögerungen der Branche zum Start der Frühlingskollektion nicht problematisch würden.

Zalando macht sich für seine Partner stark

Zalando setzt aktuell ausserdem einen Fokus auf seine Partner und versucht diese zu Unterstützen. Für die 2000 Partner, die am Connected Retail Programm teilnehmen, möchte Zalando bis Ende des ersten Quartals kommenden Jahres auf alle Provisionen verzichten. Zudem bietet das Unternehmen seinen Partnern wöchentliche Auszahlungen an, um deren Liquidität zu unterstützen. Zusätzlich plant Zalando, 50 Millionen Euro zu investieren, um die Anzahl der angebundenen Geschäfte zu verdreifachen.

David Schneider, Co-CEO, kommentiert: „Quer durch Europa wird aktuell das öffentliche Leben heruntergefahren, um die weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. Für viele Marken und Händler sind die kommenden Wochen die wichtigsten im gesamten Geschäftsjahr. Es ist mehr als je zuvor wichtig, dass wir zusammenhalten und diese Herausforderung in Partnerschaft angehen, damit wir gemeinsam stärker aus der Krise hervorgehen.“

Das Connected Retail Programm wird weiter ausgebaut

Erst vor kurzem hat Zalando mit seinem Partnerprogramm neue Märkte erschlossen. Hinzu kommen die Länder Dänemark, Finnland und Norwegen. Weiter ist für das Jahr 2021 geplant, Connected Retail auch in der Schweiz, Österreich, Frankreich, Italien und Belgien anzubieten.

Zalando – Gewinner der Corona-Krise?

Im Vergleich zum letzten Jahr hatte Zalando in diesem dritten Quartal knapp ein Viertel mehr Klicks und Bestellungen. Ausserdem sind knapp ein Fünftel mehr aktive Kunden auf Zalando unterwegs, die Zahl wächst damit auf 35,6 Millionen. Im Schnitt kauften die Kunden etwas häufiger und insgesamt auch teurere Produkte. Zwischen Juli und September konnte Zalando seinen Umsatz im Vorjahresvergleich um fast 22 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro steigern. Zalando war zunächst vor allem auf den Bereich Fashion ausgerichtet, die Produktpalette wird mittlerweile um die Kategorie „Beauty“ erweitert, dort finden Kunden beispielsweise Make-Up, Parfums oder auch Hautpflegeprodukte. Der operative Gewinn, also ohne Berücksichtigung von Steuern oder Zinsen (Ebit) belief sich bei Zalando auf 118,2 Millionen Euro, der Vergleichswert aus dem Jahr davor lag bei 6,3 Millionen Euro. Im letzten Jahr kam Zalando noch auf einen Nettoverlust von 13,6 Millionen Euro.

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