StartKommunikationWir stellen Cookie Alternativen vor: Kontextuelles Geotargeting
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Wir stellen Cookie Alternativen vor: Kontextuelles Geotargeting

Adsquare aus Berlin rollt „Audiences in Motion“ aus und testet es mit ersten Aussenwerbern. In Zukunft sollen Werber dazu in der Lage sein, neben den soziodemographischen Attributen wie Geschlecht und Alter auch Interessendaten für das Targeting einzusetzen.

Targeting – auch Targeted Advertising genannt – verfolgt den Zweck, Werbung nach Zielgruppe zu schalten und Streuverluste zu minimieren. Beim kontextuellen Targeting wird die Werbung wird innerhalb eines passenden Umfeldes geschaltet. Die Anwendung von Geotargeting bietet die Möglichkeit, die Zielgruppe ortsbezogen zu bewerben. Dabei werden lediglich diejenigen Personen angesprochen, die sich am festgelegten Standort aufhalten. Für Mobile Ads könnte kontextuelles Geotargeting eine interessante Alternative zu Cookies sein und auch für DOOH – also digitale Aussenwerbung – eröffnet es spannende Möglichkeiten

Wie Adsquare mitteilt, können Bewegungsströme von Personen mit gewissen Merkmalen vorhergesagt und so für das Targeting nutzbar gemacht werden. Adsquare verbindet Zielgruppen-, Bewegungs- sowie Ortsdaten und erschafft daraus Indexe, an welchem Ort bestimmte Personengruppen im Verhältnis überproportional hoch vertreten sind. Konkret ergeben sich daraus Informationen wie: “Montags um 15.00 Uhr sind innerhalb dieses Häuserblocks überwiegend Frauen mit hohem Haushaltseinkommen unterwegs”. Eine wertvolle Information, wenn Luxusgüter angepriesen werden sollen.

Bereits im Jahr 2014 hatte British Airways eine Art von Geo-Targeting eingesetzt, um einen einzigartigen Werbeeffekt zu erzielen.

Herkömmliches Geotargeting konnte diese Informationen beispielsweise mithilfe von Zensus-Daten zwar auch liefern, aber nur auf PLZ-Niveau und außerdem nicht zu einem derart überwiegenden Verhältnis, so ein Artikel von Adzine. Targeting auf Basis von Location Data sei ebenfalls nicht neu, doch komme nun die Zeitkomponente hinzu, wobei Adsquare die Segmente stündlich aktualisiert. Somit würde Aussenwerbung sehr viel gezielter geschaltet werden können und damit relevanter werden.

Präzises Geo-Targeting senkt den Streuverlust um 20 – 30%

Das Geotargeting beweglicher digitaler Displays ist besonders effektiv bei der getimten Wiedergabe von Inhalten, die sich auf bestimmte Interessenpunkte beziehen. Beispielsweise kann ein Geofence um ein Café in der Innenstadt aufgestellt werden. Wenn ein Taxi mit einem Bildschirm in den geogetargeten Bereich einfährt, wird auf dem Bildschirm eine Werbekampagne für das Café abgespielt. Die könnte den Passagier veranlassen, das Café zu besuchen, sobald er sein Ziel erreicht hat.

Werbetreibende drängen zu einer Verlagerung hin zu präziseren Targeting-Techniken, da sie massiv gesteigerte Leistung und Effizienz bieten. Laut einer Studie wurde bei Kampagnen, die präziseres Geotargeting nutzten, der Streuverlust im Durchschnitt um 20 bis 30 Prozent reduziert. Gleichzeitig stieg die Anzeigenleistung im zweistelligen Bereich.

Letztendlich ist das Ziel von Geotargeting, situationsspezifische und personalisierte Botschaften zu vermitteln. Wenn es strategisch richtig eingesetzt wird, ist Geotargeting eine perfekte Ergänzung zu DOOH oder Mobile Ads. Mit „Audiences in Motion“ könnte Adsquare der nächste Sprung im Geomarkting gelungen sein, weshalb wir die Tests mit grossem Interesse verfolgen.

Simon Chiozza
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