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Wie Verbraucher mit ihren Daten Geld verdienen können

Killi ist eine App, die jeden Verbraucher auf dem Planeten als potenziellen Kunden hat und Verbrauchern die Möglichkeit gibt, von der Nutzung der eigenen Daten durch Unternehmen zu profitieren. Ein Modell mit Zukunft.

Der Trend zum Datenschutz, der in Europa durch die Datenschutz-Grundverordnung (GDPR) einen grossen Aufschwung erfahren hat und jetzt auch in den USA durch neue Gesetze an Schwung gewinnt, ist unumkehrbar, glaubt Neil Sweeney, Gründer und CEO von Killi. Die Consumer Identity sei das Eigentum jedes einzelnen Verbrauchers.

Our philosophy has always been that, in this multi-million dollar data market, the onus is unfairly on the consumer to try to find who has their data, to try to opt out — it’s just completely antiquated.

Neil Sweeney, CEO von Killi

Die Idee, dass die Verbraucher alle ihre Daten verwalten können, ist laut Sweeney jedoch nicht neu. „Die romantische Vorstellung, den Verbrauchern die Kontrolle über all ihre Daten geben zu wollen – das funktioniert nicht, es gibt einfach zu viele Daten. Dieser Geist ist aus der Flasche. Mit Killi können Verbraucher ein Konto anzulegen, ihre First-Party Daten eingeben, sich damit einverstanden erklären alle oder einen Teil der Daten weiterzugeben und damit bares Geld zu verdienen.

Killi wählt hierfür ein passives „set it and forget it“-Modell, mit dem die Einstellungen für die Weitergabe von Daten einmalig gesetzt werden. Danach stehen diese Daten den Kunden von Killi zur Verfügung. Die Teilnehmer erhalten einen „Killi Paycheck“ – eine automatische wöchentliche Einzahlung in ihre Killi-Brieftasche. Das sind wohlgemerkt nur ein paar Dollar, nicht ein bedeutendes Einkommen.

Auf jeden Fall glaubt Sweeney, dass die Tage der anonymen Datensammlung gezählt sind. “These [data broker] companies are going to zero, and the reason is that if you don’t have a way to interact with a consumer, how do you maintain explicit consent? They will all tell you they have a solution, but the reality is that they don’t.”

Killi auf dem Vormarsch – Bereits 100 Millionen Konten wurden angelegt

Killi hat allein in den USA 100 Millionen Konten. Aber wenn es so einfach ist, mit einem Killi-Konto Geld zu verdienen, warum hat dann nicht jeder ein Konto? Sweeney sagt, dass jeder einzelne Konsument über 16 Jahren auf diesem Planeten ist ein potenzieller Kunde von Killi ist. Er glaube, es sei eine Herausforderung für das Verbraucherbewusstsein und fühle sich in der Pflicht, dies verbraucherfreundlich zu gestalten und die Bekanntheit dieses Systems zu steigern.

Um es klar zu sagen: Killi bietet den Verbrauchern nicht die Kontrolle über alle ihre Daten. Das Unternehmen schiebt sich nicht zwischen den Verbraucher und Google, Facebook und all die zahllosen Datenscraper da draussen – nur Kontrolle über die Daten, die an Killi’s Kunden gehen. Brands und Publisher können Killi-Publikum kaufen, in dem Wissen, dass die Daten einvernehmlich gegeben werden und dass die Verbraucher entschädigt werden.

Simon Chiozza
Simon ist das perfekte Beispiel für die Symbiose aus Journalismus und Marketing, die wir auf marketing.ch erreichen möchten. Er arbeitete viele Jahre im Marketing, bevor er seine zweite grosse Leidenschaft im Journalismus fand. Als unser "News-Guy" sorgt er dafür, dass ihr immer mit den aktuellsten News versorgt seid.