StartKommunikationWie networke ich richtig im „Real Life“?

Wie networke ich richtig im „Real Life“?

Networking und Vitamin B sind wichtig in der Arbeitswelt. Egal, ob Marketer:in, CEO oder Freelancer:in: Die richtigen Kontakte können Dein Business pushen oder Dir zu ganz neuen Karrierechancen verhelfen. Networking geht aber nicht nur online auf LinkedIn, sondern auch über Begegnungen im „Real Life“. Was Du im persönlichen Gespräch beachten solltest, erfährst Du hier.

Networking findet immer mehr online auf Business-Plattformen wie LinkedIn und XING steht. Dabei ist der direkte persönliche Kontakt immer noch das effektivste Mittel, um sich zu beschnuppern und die Person gegenüber wirklich einschätzen und kennenlernen zu können. Doch diese Vorstellung verunsichert mitunter: Was bespricht man hier überhaupt? Wie geht man auf die fremde Person zu? Und wie zieht man die besten Ergebnisse aus dem Networking?

Warum Real Life Networking für Dich wichtig ist

Networking über Online-Plattformen bringt zweifellos viele Vorteile mit sich, was zuletzt auch während der Pandemie deutlich wurde. Es lässt zugleich aber auch den persönlichen Austausch von Person zu Person vermissen. Diese klassische Art des Networkings auf Messen, Firmenevents oder einfach während des gemeinsamen Essens im Co-Working-Space lässt eine viel persönlichere Form der Kontaktaufnahme zu, die online so nicht möglich ist.

Die Ziele des Networking sind dabei offline wie auch online die gleichen. Durch den Austausch mit Gleichgesinnten erhältst Du wertvollen Input für Dein eigenes Business, knüpfst neue Geschäftskontakte, oder bekommst sogar unerwartet Deinen Traumjob angeboten. Der Unterschied zum Netzwerken auf Plattformen wie LinkedIn und XING ist, dass ein persönliches Treffen oftmals einen tieferen Eindruck hinterlässt als das digitale Pendant. Die Bindung ist von Beginn an stärker, da man sich im echten Leben kennengelernt hat und dieser Kontakt einen anderen Stellenwert einnimmt als in der Online-Welt.  

Die eigene Überwindung beim Real Life Networking

Für viele Personen ist das Networking online dennoch die bevorzugte Variante, oftmals auch, weil man Unsicherheit darüber verspürt, wie man beim Real Life Networking auftreten sollte. Direkt auf Menschen zuzugehen und ein Gespräch zu beginnen, erfordert bei vielen eine gehörige Portion Selbstüberwindung.

Die gute Nachricht: Real Life Networking lässt sich erlernen und je öfter man sich überwindet, desto selbstsicherer tritt man beim nächsten Business Smalltalk auf. Im Folgenden wollen wir einmal näher darauf eingehen, wie Du Dein Real Life Networking am besten vor- und nachbereitest, wo Du es anwenden kannst und welche Aspekte Du im direkten Gespräch beachten solltest.

Networking mit Strategie  

Eine strategische Herangehensweise zahlt sich beim Networking aus. Bevor Du beispielsweise auf eine Veranstaltung gehst, um neue Kontakte zu knüpfen, solltest Du Dir grob über Deine Ziele im Klaren sein. Natürlich lohnen sich Konversationen mit interessanten Menschen auch ohne konkrete Zielsetzung – und auch dann kann man positiv überrascht werden, welche beruflichen Vorteile man unbeabsichtigt daraus zieht. Trotzdem solltest Du die Angelegenheit nicht komplett dem Zufall überlassen, und wissen, was Du möchtest. Schliesslich besuchst Du eine Fachmesse nicht, um neue Leute kennenzulernen, sondern um Dich beruflich weiterzuentwickeln.

Suchst Du Geschäftspartner:innen, die Dich bei einem aktuellen Projekt unterstützen, oder nach neuen Mitarbeitenden für Dein Unternehmen? Sehnst Du Dich nach neuen Berufsperspektiven? Oder möchtest Du einfach Input von Leuten aus Deiner Branche erhalten, um neue Perspektiven für Dein Business einzuholen? Überlege, an welchen Orten und zu welchen Anlässen Du die entsprechenden Personen treffen kannst und suche sie regelmässig auf.

Typische Gelegenheiten zum Networking bieten Messen und Veranstaltungen zur beruflichen Weiterbildung. Unternehmensintern bieten sich Firmenevents, aber auch ganz gewöhnliche Gelegenheiten mit sozialer Interaktion an, wie beispielsweise das Mittagessen mit Kolleg:innen aus anderen Abteilungen. Zuvor solltest Du Dich aber auf das Networking vorbereiten.

Auch introvertierte Personen sind gut im Networking

Besonders Personen, die bei Gesprächen eher den Part des Zuhörers bzw. der Zuhörerin einnehmen, statt selbst zu erzählen, und sich generell nicht so gerne in den Vordergrund rücken, trauen sich Networking oft nicht zu – das aber zu Unrecht. Es kommt nämlich nicht auf eine perfekte Selbstinszenierung, sondern viel mehr auf die Fähigkeit an, einen sympathischen Eindruck zu vermitteln und Vertrauen herzustellen. Der Drang, bei Gesprächen stets den Ton angeben zu müssen, ist da sogar eher hinderlich.

Wichtiger sind hingegen Soft Skills wie Höflichkeit, Einfühlungsvermögen und aktives Zuhören. Dabei gibst Du dem/der Gesprächspartner:in mehr Raum zum Erzählen, zeigst Dich interessiert und hältst das Gespräch mit Fragen am Laufen.    

Die Körpersprache

Auch beim Networking gelten die Regeln einer selbstbewussten Körpersprache, die erlernbar sind. Generell sollte man mit einer gewissen Lockerheit an die Sache herangehen und sich nicht verkrampfen. Leichter gesagt als getan, denkt man da vielleicht – trotzdem kannst Du Dir stets vor Augen führen, dass nicht das eigene Leben oder die gesamte Karriere von einem Business-Talk abhängt. Vielmehr solltest Du Deine ersten Networking-Versuche als eine Art Testlauf betrachten, aus denen Du lernst und gestärkt hervorgehst.

Versuche, offen und mit einem Lächeln auf Personen zuzugehen, mit denen Du sprechen möchtest – das wirkt sympathisch und erleichtert den Einstieg für beide. Ausserdem solltest Du vermeiden, ziellos und fehl am Platz zu wirken – auch, wenn Du Dich in manchen Momenten auf einer Veranstaltung so fühlst, wenn Du allein im Raum herumstehst und niemanden kennst. Streife also nicht desorientiert umher – das kann auf andere schnell bemitleidenswert wirken. Verweile an einem festen Platz und scanne Deine Umgebung nach Deinem nächsten Ziel, zu dem Du Dich begeben möchtest.

Im Gespräch ist es wichtig, Blickkontakt zu halten – besonders, wenn die andere Person redet. Andernfalls wirkst Du unsicher oder desinteressiert. Allerdings solltest Du Dein Gegenüber auch nicht ununterbrochen anstarren, weil das im schlimmsten Fall einschüchternd oder zumindest irritierend wirkt.

Die Vorbereitung beim Networking

Du solltest Dich vor jeder Networking-Veranstaltung entsprechend vorbereiten, besonders als Anfänger:in. Übe Deine Selbstvorstellung, bei der Du dem/der Gesprächspartner:in kurz und knapp alle wichtigen Informationen über Dich vermittelst, ohne dabei in einen langweiligen Monolog zu verfallen. Stell Dich mit Deinem vollständigen Namen vor und erkläre, was Du beruflich machst – am besten so interessant und prägnant wie möglich. Betrachte Deine Vorstellung am besten als eine Art Elevator Pitch, der neugierig auf Deine Person machen soll.

Die richtige Gesprächstaktik

Doch wie beginnst Du überhaupt ein Gespräch beim Networking? Gute Einstiegsfragen, die immer funktionieren, drehen sich z. B. darum, was die andere Person beruflich macht und was sie zur Veranstaltung führt. In welcher Branche arbeitet sie? In welchem Unternehmen? Was macht das Unternehmen und wofür ist es bekannt? Frage auch, wie die Person den Vortrag fand, den ihr beide zuvor verfolgt habt. Gemeinsam Erlebnisse sind immer ein guter Gesprächsstoff, da beide Personen involviert sind und sich am Gespräch beteiligen können. Wichtig ist hierbei, keine negative Stimmung durch Aussagen wie „Ich fand den Vortrag von Frau Schmidt ziemlich bescheiden“ zu verbreiten. Negative Kommentare und Gehässigkeit verraten mehr über die Person selbst als über denjenigen/diejenige, der/die dem Spott ausgesetzt ist.

Suche im Laufe des Gesprächs nach Gemeinsamkeiten, um Sympathien aufzubauen. Gehe dabei aber behutsam vor und falle nicht mit der Tür ins Haus – Vertrauen und Beziehungen im Allgemeinen müssen wachsen. Wenn der Gesprächsverlauf es zulässt, kann auch gerne über Privates gesprochen werden. Allerdings sollte man diesen Bereich erst betreten, wenn man zwanglos und natürlich dort hingelangt. 

Mehrwert für beide

Denke nicht bloss daran, welche Nutzen Dir die andere Person beim Networking stiften kann. Biete auch Du etwas an, z. B. indem Du Deine Gedanken, Ideen oder Deine Kontakte mit der Person teilst. Empfiehlst Du die Person beispielsweise einem Deiner Kontakte, profitieren alle drei: Dein alter Kontakt, Dein neuer sowie Du selbst. Sind beide nämlich zufrieden mit der Vermittlung, werden sie Dich positiv als Initiator:in dieser Vereinigung in Erinnerung behalten und sich revanchieren. So vergrösserst Du Schritt für Schritt immer weiter Dein Netzwerk.

Nach der Networking-Veranstaltung

Im Anschluss solltest Du jeden neuen Kontakt noch einmal kontaktieren, um das gemeinsame Bündnis zu festigen und in die „echte Welt“ zu übertragen. Es genügt schon, wenn Du einfach eine E-Mail verschickst oder kurz anrufst, um mitzuteilen, dass Du Dich über das gemeinsame Gespräch gefreut hast. Im Idealfall bespricht man im Anschluss direkt gemeinsame Projekte oder andere konkrete Themen für die Zukunft.

Du solltest dabei aktiv vorgehen und nicht auf das Handeln der anderen Person warten. Wer nur reagiert, verpasst gute Chancen beim Networking. Überlege ausserdem, welche gesammelten Kontakte wirklich nützlich für Dich und Deine berufliche Zukunft sein könnten. Möchtest Du diese nämlich aufrechterhalten, musst Du sie dauerhaft pflegen, was ebenfalls Arbeit für Dich bedeutet. Melde Dich ab und zu, auch wenn nichts Konkretes ansteht. Gratuliere der Person, wenn sie Geburtstags hat. Schicke einen Gruss zu Weihnachten oder an anderen Feiertagen raus.

Real Life Networking für Deinen beruflichen und persönlichen Fortschritt

Die Fähigkeit auf Fremde zuzugehen, ein Gespräch zu beginnen und daraus einen dauerhaften Kontakt zu entwickeln, ist erlernbar und bringt Dir viele Vorteile im Berufsleben. Vitamin B zahlt sich stets aus – zudem schulst Du wichtige Soft Skills, die Dich nicht nur beim Networking, sondern auch im weiteren Leben voranbringen werden. Stelle Dich also der Herausforderung, um Dich sowohl beruflich als auch persönlich weiterzuentwickeln!

Robin Knappmann
Robin Knappmann
Robin hat vor kurzem sein WiWi-Studium abgeschlossen und schreibt seit 2018 Beiträge rund um das Thema Marketing. Seine Begeisterung fürs Schreiben führte ihn bereits zu einer journalistischen Tätigkeit bei einer deutschen Tageszeitung und durch ein erstes, textintensives Studium der Germanistik und Philosophie. Wenn er nicht gerade vor einem neuen Beitrag sitzt, spielt er vermutlich Gitarre oder monologisiert über seine Lieblingsmusik.

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