Start News Wie die Corona-Krise ethischen und digitalen Konsum fördert

Wie die Corona-Krise ethischen und digitalen Konsum fördert

Quelle: Anna Tryhub/shutterstock.com

Shoppen wird laut der Studie künftig verstärkt online und mit mehr Fokus auf Aspekte wie Umwelt und Gesundheit erfolgen.

Eine aktuelle Umfrage von Accenture, die in 15 Ländern durchgeführt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass die COVID-19-Pandemie das Verbraucherverhalten dauerhaft verändern könnte. Die Forscher des Beratungsunternehmens gehen gar von nachhaltigen strukturellen Veränderungen in der Konsumgüter- und Einzelhandelsbranche aus.

Die Umfrage erfolgte zwischen dem 2. und 6. April, als viele Länder bereits dazu aufgerufen hatten, zu Hause zu bleiben. Laut Studie verschieben sich die Kaufprioritäten der Verbraucher bereits jetzt. So gaben diese beispielsweise an, dass sie derzeit insgesamt mehr Körperpflege- und Reinigungsprodukte sowie Konserven und frische Lebensmittel kaufen als noch zwei Wochen zuvor, gleichzeitig jedoch weniger Mode- und Schönheitsartikel sowie Unterhaltungselektronik.

Gesünderes und bewussteres Konsumverhalten
Viele der Veränderungen im Verbraucherverhalten könnten gemäß den derzeitigen Erkenntnissen voraussichtlich noch lange nach der Pandemie anhalten. Darüber hinaus veranlasse die Krise Verbraucher auch dazu, die Auswirkungen ihrer Kaufentscheidungen auf Gesundheit und Umwelt ernster zu nehmen.

So ergaben sich unter anderem folgende weitere Erkenntnisse:

  • 60 Prozent der Befragten wenden mehr Zeit für Selbstfürsorge und geistiges Wohlbefinden auf, wobei etwa sechs von zehn Verbrauchern (57 Prozent) angaben, dass sie zu Hause mehr Sport machen
  • 64 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie stärker darauf achten, Lebensmittelabfälle zu vermeiden und dieses Vorgehen wahrscheinlich auch in Zukunft beibehalten werden
  • 50 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie gesundheitsbewusster einkaufen und dies wahrscheinlich auch weiterhin tun werden
  • 45 Prozent der Verbraucher gaben an, dass sie beim Einkaufen nachhaltigere Entscheidungen treffen und dies wahrscheinlich auch weiterhin tun werden.

„Das Ausmaß der Veränderungen, die wir in unseren Ergebnissen feststellen konnten, deutet eindeutig darauf hin, dass es sich um eine langfristige Verschiebung handelt“, sagt Oliver Wright, Managing Director und Global Lead für Consumer Goods bei Accenture. Diese Trends beobachte man zwar schon seit einiger Zeit, überraschend seien jedoch das Ausmaß und das Tempo. „Veränderungen, die sonst wahrscheinlich Jahre gedauert hätten, reduzieren sich auf wenige Wochen. Es wird erwartet, dass das geänderte Verbraucherverhalten und die neue Art des Konsums die Pandemie überdauern und weit länger als 18 Monate anhalten, möglicherweise sogar einen Großteil des laufenden Jahrzehnts“, so Wright.

Digitale Akzeptanz wächst durch Pandemie
Eines der erwartbaren Ergebnisse der Studie ist, dass die Pandemie die Menschen verstärkt dazu veranlasst hat, Lebensmittel online einzukaufen. So war zum Beispiel jeder fünfte Befragte, der angab, den Lebensmitteleinkauf online getätigt zu haben, ein Online-Erstkäufer. Bei den älteren Verbrauchern war es jeder Dritte.

Während Verbraucher derzeit 32 Prozent aller Produkte und Dienstleistungen online erwerben, wird für die Zukunft ein Anstieg dieser Zahl auf 37 Prozent erwartet. „Die Anpassung an die Veränderungen der Einkaufsprioritäten, des persönlichen Lebensstils sowie der Arbeitspraktiken erfordert erhebliche Umstellungen im Einzelhandel und Gewerbe“, so Thomas Täuber, Managing Director bei der Accenture Deutschland GmbH und dort verantwortlich für die Bereiche Retail und Consumer Goods.

„Veränderungen, die sonst wahrscheinlich Jahre gedauert hätten, reduzieren sich auf wenige Wochen.“

— Oliver Wright

„Das Ausmaß der Veränderungen, die wir in unseren Ergebnissen feststellen konnten, deutet eindeutig darauf hin, dass es sich um eine langfristige Verschiebung handelt“, sagt Oliver Wright, Managing Director und Global Lead für Consumer Goods bei Accenture. Diese Trends beobachte man zwar schon seit einiger Zeit, überraschend seien jedoch das Ausmaß und das Tempo. „Veränderungen, die sonst wahrscheinlich Jahre gedauert hätten, reduzieren sich auf wenige Wochen. Es wird erwartet, dass das geänderte Verbraucherverhalten und die neue Art des Konsums die Pandemie überdauern und weit länger als 18 Monate anhalten, möglicherweise sogar einen Großteil des laufenden Jahrzehnts“, so Wright.

Digitale Akzeptanz wächst durch Pandemie

Eines der erwartbaren Ergebnisse der Studie ist, dass die Pandemie die Menschen verstärkt dazu veranlasst hat, Lebensmittel online einzukaufen. So war zum Beispiel jeder fünfte Befragte, der angab, den Lebensmitteleinkauf online getätigt zu haben, ein Online-Erstkäufer. Bei den älteren Verbrauchern war es jeder Dritte.

Während Verbraucher derzeit 32 Prozent aller Produkte und Dienstleistungen online erwerben, wird für die Zukunft ein Anstieg dieser Zahl auf 37 Prozent erwartet. „Die Anpassung an die Veränderungen der Einkaufsprioritäten, des persönlichen Lebensstils sowie der Arbeitspraktiken erfordert erhebliche Umstellungen im Einzelhandel und Gewerbe“, so Thomas Täuber, Managing Director bei der Accenture Deutschland GmbH und dort verantwortlich für die Bereiche Retail und Consumer Goods.

„Die Pandemie wird wahrscheinlich im Laufe der nächsten zehn Jahren zu einer Ära des nachhaltigeren, gesünderen Konsums führen.“

— Oliver Wright

Im Lebensmittelbereich hätten viele Menschen Online-Einkäufen bis vor Kurzem noch kritisch gegenüber gestanden, was sich durch die Corona-Pandemie schnell geändert habe. „Die Ergebnisse zeigen, wie Menschen, die sich mit E-Commerce und anderen digitalen Technologien nicht so wohl fühlten, dazu veranlasst wurden, ihre Vorbehalte zu überwinden. Daraus ergab sich ein gewaltiger Wandel. Im Zuge der Anpassung müssen die Schlagworte für Organisationen Vertrauen, Relevanz und Bequemlichkeit sein“, sagt Täuber.

>Die gegenwärtigen Auswirkungen von COVID-19 würden zudem generell den Anstieg der digitalen Akzeptanz beschleunigen. So sei beispielsweise die Zahl der Verbraucher, die angaben, am Kauf oder an einer verstärkten Nutzung von Technologie interessiert zu sein, eklatant gewachsen. Mehr als die Hälfte der Befragten hätten angegeben, dass sie sprachgestützte digitale Assistenten, Apps für Online-Empfehlungen, Self-Service-Apps, intelligente Haushaltsgeräte und Wearables voraussichtlich verstärkt nutzen würden.

„Die Pandemie wird wahrscheinlich im Laufe der nächsten zehn Jahren zu einer Ära des nachhaltigeren, gesünderen Konsums führen. Sie wird die Verbraucher dazu veranlassen, mehr darüber nachzudenken, was sie kaufen und wie sie angesichts der globalen Fragen der Nachhaltigkeit ihre Zeit verbringen, was wiederum eine gesündere Entwicklung der menschlichen Bevölkerung des Planeten vermuten lässt“, führt Wright weiter aus. Dies müsse auch ein Weckruf für die Unternehmen sein. Sie müssten sicherstellen, dass sie ihren Kunden mit der erforderlichen Agilität und Fähigkeit begegneten, um für diese relevant zu bleiben sowie ein Produkt- und Dienstleistungsportfolio anbieten, das den sich ändernden Kaufmustern entspreche – „und zwar nicht nur aktuell, sondern auch nach der Pandemie“, sagt Wright.


ÜBER DIE UMFRAGE
Accenture gab eine Konsumenten-Umfrage in Auftrag, um zu untersuchen, wie sich globale Verbraucherprioritäten, Kaufentscheidungen und Verhaltensmuster durch COVID-19 verändern. Sie wurde zwischen dem 2. und 6. April online unter 3074 Verbrauchern in 15 Märkten (Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Spanien, Südkorea, USA und Vereinigte Arabische Emirate) durchgeführt. Accenture plant in den kommenden Wochen und Monaten die Durchführung weiterer Umfragen.

Redaktion
Die Redaktion von marketing.ch liefert seit 2012 regelmässig spannende Inhalte rund um das Thema Marketing. Wenn kein anderer Autor hinterlegt ist, hat das marketing.ch Team gemeinsam unter diesem Account an den Artikeln gearbeitet. 🙂

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