Start News Sustainability Rating: Was steckt hinter dem Pullover?

Sustainability Rating: Was steckt hinter dem Pullover?

Egal ob beim Einkauf oder bei der Geldanlage – um nachhaltig handeln zu können, muss man als Verbraucher oder Investor wissen, was tatsächlich nachhaltig ist. Gütesiegel, Labels und Ratings können dabei helfen, die Nachhaltigkeitsqualität von Produkten und Dienstleistungen zu erkennen.

Die Bedeutung von Nachhaltigkeit nimmt zu. Mehr als 60 Prozent der von Oekom Research befragten Unternehmen integrieren Informationen über Nachhaltigkeit in ihrem Geschäftsbericht, gemäss deren neuer Impact Studie vom Oktober 2017. Etwa 93 Prozent der Unternehmen glauben, dass Nachhaltigkeit in Zukunft noch wichtiger wird.

Aber nicht nur auf Unternehmensseite hat das Thema mittlerweile einen hohen Stellenwert. Auch Konsumenten verlangen verstärkt qualitativ hochwertige und gleichzeitig umweltfreundlich produzierte Produkte, die fair gehandelt werden. Obwohl auf vielen Seiten an einem bewussteren Umgang mit der Umwelt und einer fairen Gesellschaft gearbeitet wird, kämpfen viele Produktionsländer mit negativen sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen.

Verbraucher messen mit unterschiedlichem Mass

Das Problem dabei sind fehlende Transparenz, fehlendes Wissen und vielleicht ein Stück weit auch fehlendes Interesse. Wenn wir Lebensmittel einkaufen, ist relativ klar zu erkennen, welche Produkte biologisch angebaut werden, aus der Region stammen und lokal produziert wurden – dementsprechend fällt es uns leicht, darauf zu achten, faire Produkte zu kaufen.

Doch schon beim Kauf von Kleidern ist diese Sensibilität viel weniger ausgeprägt. Wir fragen uns meist nicht, ob die Kleider von Kindern hergestellt wurden, ob die Arbeiter fair behandelt werden und ob sie ihren Lebensunterhalt mit ihrem Lohn bestreiten können. Und so richtig interessiert uns auch nicht, ob die Färbemittel giftige Chemikalien enthalten und ob die Abwässer richtig entsorgt oder einfach in den nächsten Fluss geleitet werden.

Auf der einen Seite könnte das daran liegen, dass wir mögliche negative Auswirkungen nicht „am eigenen Leib“ spüren – beim Essen sind die Menschen wesentlich sensibler. Auf der anderen Seite ist der Druck der Verbraucher auf die Kleidungsindustrie noch nicht gross genug, eine entsprechende Etikettierung vorzunehmen, so dass die Kunden wissen, was hinter ihrem Pullover steckt und langfristig gesehen durch ein geändertes Konsumverhalten Unternehmen gezwungen werden, ihre Geschäftspraktiken zu ändern und Regierungen, ihre Gesetze anzupassen.

Nachhaltigkeit bei der Geldanlage schwer nachvollziehbar

Und wie sieht das beim Anlegen aus? Frage ich mich vor einer Investition, ob sich das Unternehmen gegenüber seinen Mitarbeitern fair verhält oder ob es umweltschonend produziert? Die Antwort ist nicht eindeutig: Gemäss einer Umfrage, die die LGT im Jahr 2016 durchführen liess, erklärten rund 40 Prozent der Befragten aus den DACH-Ländern, dass sie in nachhaltige Anlagen investiert seien; rund 10 Prozent gaben an, dies nicht zu wissen.

Wie beim Kauf von Kleidung, ist es für den Privatanleger noch extrem schwer nachzuvollziehen, welche Investition wirklich nachhaltig ist. Herauszufinden, ob das Unternehmen, dessen Aktie ich kaufen möchte, sich tatsächlich – und nicht nur auf dem Papier in der Imagebroschüre – verantwortungsbewusst gegenüber seinen Mitarbeitern und der Gesellschaft verhält oder umweltschonend produziert, ist für den Einzelnen schwierig.

Transparenz ist zentral

Finanzinstitute können hier Abhilfe schaffen. Bei Lebensmitteln helfen Nachhaltigkeits-Labels wie „Aus der Region“, „Bio“ oder „Fair-Trade“ bei der Orientierung. Die LGT hat in diesem Jahr ein Sustainability Rating eingeführt, das ihren Kunden transparent macht, wie nachhaltig – oder eben nicht nachhaltig – ihre Anlage oder ihr gesamtes Portfolio wirklich ist.

Das LGT Sustainability Rating informiert leicht verständlich über die Nachhaltigkeitsqualität von Aktien, Anleihen, Fonds und Exchange Traded Funds (ETFs). Diese werden aufgrund von Umwelt- und sozialen Kriterien sowie Kriterien der guten Unternehmensführung in eine von fünf Ratingklassen eingestuft, die von einem Stern (ungenügend) bis zu fünf Sternen (exzellent) reichen. Der Kunde sieht auf einen Blick, wie nachhaltig sein Depot aufgestellt ist und kann einfach und schnell selbst entscheiden, ob er seine Anlagen verändern möchte.

Ermittlung des Ratings

Die Bewertung von Unternehmen und Ländern führen unsere Analysten mit dem von der LGT entwickelten Analysesystem, dem LGT ESG Cockpit, durch, welches seit 2009 erfolgreich beim Management der LGT Nachhaltigkeitsfonds eingesetzt wird. Ermittelt wird das LGT Sustainability Rating, indem Unternehmen und Länder mit über 20 Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung analysiert werden.

Kriterien, die in die Bewertung einfliessen, sind beispielsweise Treibhausgasemissionen, Geschlechterdiversität bei Führungspositionen oder die Lohngleichheit von Mann und Frau. Bei Ländern spielen Luft- und Wasserqualität eine Rolle, und die Einhaltung der Menschenrechte, politische Freiheiten und ein funktionierendes Rechtssystem. Weist ein Land bei Letzterem ein grosses Defizit auf, wird es im Rating mit einem extra „Malus“ belegt.

Bei Fonds wird die Nachhaltigkeitsqualität des gesamten Portfolios bewertet. Dabei werden die ESG-Scores der einzelnen Portfoliopositionen volumengewichtet berücksichtigt. Das LGT Sustainability Rating ergibt sich dann aus dem Durchschnitt dieser volumengewichteten Scores. Der ESG-Score kann Werte zwischen 0 und 100 erreichen, er wird in das fünfstufige LGT Sustainability Rating übersetzt.

Der Kunde kann das Rating zur Bewertung einzelner Aktien oder Anleihen nutzen oder damit ganze Portfolios bewerten. Das Rating ist in den Anlagevorschlag integriert und wird sukzessive auch auf den Depotauszügen ersichtlich sein.

Mit diesem Rating möchte die LGT ihre Kunden dabei unterstützen, Nachhaltigkeit breit in ihrem Portfolio zu integrieren, ohne dass sich der Kunde selbst um die Informationsbeschaffung kümmern muss.

Redaktion
Die Redaktion von marketing.ch liefert seit 2012 regelmässig spannende Inhalte rund um das Thema Marketing. Wenn kein anderer Autor hinterlegt ist, hat das marketing.ch Team gemeinsam unter diesem Account an den Artikeln gearbeitet. 🙂

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Artikel

SEM / SEA / SEO

SEM, SEA, SEO – Unterschiede und Definitionen SEM (Search Engine Marketing: Suchmaschinenmarketing) steht als Oberbegriff für alle Massnahmen rund...

News Crowdfunding #1

Crowdfunding ist eine alternative Finanzierungsform, die stetig an Beliebtheit gewinnt, vor allem bei Startups. Diese können mit Hilfe von Crowdfunding die Auswahlkriterien der Banken...

Affiliate Marketing

Affiliate-Marketing das Topmodel der Werbung Was 1997 durch den Amazon-Gründer aus der Partylaune heraus entstand, gehört heute sozusagen zum...

Social Media Marketing

Was ist Social Media Marketing? Es ist ein täglicher Alltagsbegleiter: Das Smartphone. Soziale Medien wie Instagram, Facebook, Pinterest oder...

Digital / Online Marketing

Digital / Online Marketing der Schlüssel zum Erfolg Die richtige Online-Marketing-Strategie ist die elementarste Frage für eine erfolgreiche Zukunft....