StartDigitalisierungSo wirkt sich Homeoffice auf Agenturen und Unternehmen aus
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So wirkt sich Homeoffice auf Agenturen und Unternehmen aus

Fast drei Viertel aller Marketingfachleute weltweit arbeiten aus dem Homeoffice. Dies sagt eine Studie von 99designs, welche die Auswirkungen auf Kreativität, Produktivität und Karriere untersucht – und keine eindeutige Antwort findet.

Die Umfrage unter 772 Marketingfachleuten aus den USA, Australien und Deutschland hat die Pandemie bedingte Situation in Agenturen untersucht. So sind etwa ein Drittel der Befragten der Auffassung, dass sich ihre Produktivität zu Hause verbessert hat. Hier lassen sich vor allem Unterschiede nach Rollen beobachten: 38 Prozent der Account Manager und 44 Prozent der Brand und Marketing Manager geben an, dass ihre Produktivität im Homeoffice gestiegen ist. Bei Führungskräften zeigt sich ein anderes Bild, so sagen 50 Prozent der Agenturinhaber, dass ihre Produktivität gleich geblieben ist und nur 25 Prozent berichten von einer Verbesserung.

Die Befragung zum Thema Kreativität bringt oberflächlich betrachtet kein Ergebnis. 30 Prozent aller Marketingexperten finden die kreative Arbeit zu Hause zwar schwieriger, aber fast genauso vielen fällt das Arbeiten zu Hause leichter. Jedoch geben speziell die jüngeren Befragten an, dass sie mit dem kreativen Arbeiten zu Hause eher Schwierigkeiten haben als ihre älteren Kollegen.

Beschäftigte von Agenturen wollen zurück ins Büro

Ein weiterer markanter Unterschied zeigt die Studie bei der Frage auf, ob die Angestellten lieber wieder im Büro arbeiten würden. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Beschäftigten in Agenturen würden es vorziehen, ganztägig ins Büro zurückzukehren. Dem stehen nur 38 Prozent der Mitarbeiter in Unternehmen gegenüber.

Die Umfrage offenbarte auch überraschende positive Ergebnisse: So glauben 20 Prozent der Angestellten, dass sich die Aufstiegschancen während der Corona-Pandemie erhöht haben. Auch sind fast die Hälfte (42 Prozent) der Manager der Meinung, die Kommunikation mit ihren Teams habe sich verbessert.

Nur ein Viertel der Führungskräfte in Agenturen ist der Meinung, dass feste Retainer nach der Pandemie wegfallen werden. Etwas mehr als ein Drittel der Marketingfachleute (39 Prozent) erwarten eine gesteigerte Nachfrage für projektbasierte Arbeit und jeder Dritte Angestellte der Agenturen ist der Meinung, dass es zu einer verstärkten Kooperation mit Freelancern kommen wird.

Zum Thema Medien sagt die Studie wenig überraschend aus, dass Aussenwerbung und Direct Mail weiter an Bedeutung verlieren werden, dem Gegenüber steht ein erwarteter Anstieg von Paid Social Activity, digitaler Werbung und Podcast-Sponsorings.

Die Branche lebt

Eine grosse Anzahl an Marken und Unternehmen habe dieses Jahr einen Abschwung erlebt, so berichten 37% der Vermarkter über gekürzte Budgets. Die Ausgaben wurden überall gekürzt, seien es Anzeigenbudgets in den sozialen Medien oder Werbung in Zeitungen, Magazinen und im TV. Die Unsicherheiten, wie die Branche nach der Pandemie aussehen wird, kann auch die Studie nicht ausräumen. Jedoch sei eine Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit zu beobachten, wie man sie nicht erwartet hätte.

Simon Chiozza
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