Start E-Commerce Optimiere die Kategorien deines Webshops: 5 Nützliche Tipps

Optimiere die Kategorien deines Webshops: 5 Nützliche Tipps

Quelle: baranq/shutterstock.com

Wenn du in einem großen Warenhaus am Shoppen bist, ist es immer praktisch, wenn der Weg zu deinen gewünschten Artikeln gut angezeigt wird (also wie man von der Startseite aus zu dem gewünschten Artikel kommt). Jedoch machen physische Warenhäuser dies meistens mit ein paar Umwegen, damit man sich doch noch ein bisschen mehr das Sortiment anschauen muss. Wenn man aber im noch viel größeren Internet seine Shoppingtour macht, ist die Navigation auf der Webseite der Schlüssel zum Erfolg. Umständliches Navigieren senkt die Konversionsrate massiv. Das möchte man bei einem Online-Shop nicht haben. Durch eine Kategorien-Übersicht findet der Kunde den Weg, aber wie sorgt man dafür, dass diese Kategorien optimal eingerichtet sind?

Webseiten bieten neben einer optimalen Seitennavigation oftmals auch eine Kategorie-Übersicht an. Auf einer Webseite wie eBay kannst du zum Beispiel aus verschiedenen Kategorien wählen, solche wie “Mode”, “Elektronik” oder “Freizeit”. Diese Übersicht nennt man “Category Mapping” und bringt einige Vorteile in Hinsicht auf Sales. Das hört sich alles schön und gut an, ist jedoch nicht so einfach wie man denkt. Genauso wie bei Facebook, wo eine ganze Wissenschaft hinter dem “Like-Knopf” steckt, könnte man Category Mapping auch als kleine Wissenschaft sehen. In den nächsten Absätzen wirst du einiges über diese Wissenschaft herausfinden, aber auch wie du diese auf deiner Webseite einsetzen kannst. Die Forschung wurde auf die Webseite Solden.be durchgeführt, Solden.be ist die Belgische Schwester der Schweizer Gutscheinwebseite Saleduck.ch.

Category Mapping lässt deine Verkäufe steigen
Aus einer Benutzerfreundlichkeits-Forschung für die Gutscheinwebseite Solden.be hat sich erwiesen, dass Category Mapping sehr positive Auswirkungen auf die Verkaufszahlen hat. Die Forschung hat sich nicht nur auf die Auswirkungen im Sales-Bereich fokussiert, sondern auch auf die Optimierung der Konversionsrate und Benutzererfahrung auf Solden.be. Eine Forschungsmethode war zum Beispiel, dass neue Besucher innerhalb von 5 Sekunden erkennen sollten wofür die Webseite steht. Die Mehrheit der Respondenten konnten dies jedoch nicht nach 5 Sekunden sagen. Es wurden auch Forschungen wie “A/B-Tests”, “Methode des lauten Denkens” und ausführliche Interviews durchgeführt. Aus den Resultaten dieser Forschungsmethoden konnte man die Schlussfolgerung ziehen, dass viele Besucher die gewünschten Informationen nicht finden konnten. Auch konnten viele Besucher den Unterschied zwischen Angebot und Gutschein nicht erläutern.

Konversionsrate und Benutzererfahrung verbessern
Die allgemeinen Schlussfolgerungen der Forschung waren, dass Solden.be die Benutzererfahrung und Konversionsrate verbessern kann, indem man Änderung mit Bezug auf Aussehen und Einteilung der Webseite durchführt. Nachdem die Ergebnisse dieser Forschung analysiert wurden, entschied das Managementteam das Design der Seite komplett zu überarbeiten. Mit Hinblick auf internationale Expansion, musste diese Überarbeitung auf allen internationalen Plattformen durchgeführt werden. Category Mapping war eines der wichtigsten Aspekte der Forschung für Benutzerfreundlichkeit. Dank der Überarbeitung der Webseite, welche auf die Empfehlungen der Forschung basierte, wurde die Webseite massiv verbessert, wodurch die Bedienung der Webseite vereinfacht wurde und die Konversionsraten anstiegen. Im nächsten Abschnitt findest du 5 Tipps um die Benutzerfreundlichkeit und Konversionsrate deiner Webseite zu verbessern.

1. Weniger ist mehr!
Eine große Menge an Kategorien und damit eine zu große Auswahl, schreckt die meisten Besucher ab. Bei einer Webseite, die ihren Besuchern zu viel Auswahl bietet, liegt die Absprungsrate um einiges höher als bei anderen Webseiten. Auf dem Bild unten sieht man die momentanen Kategorien der Webseite Saleduck.ch. (eine Tochterwebseite und die Schweizer Version von Solden.be). Zuvor waren es 40 Kategorien, momentan hat man sich aber auf 18 beschränkt. Durch diese Änderung hat sich die Absprungsrate um 33% reduziert. Daher ist es wichtig die richtige Anzahl der Kategorien deines Online-Shops zu bestimmen. Der Spruch, “weniger ist mehr” trifft leider nicht immer zu, denn man möchte ja schlussendlich seine Besucher gezielt in eine bestimmte Richtung führen. Die Devise lautet daher, dass man eine gute Balance in der Anzahl von Kategorien hat.

2. Benennen der Kategorien
Was ist in den Augen deiner Besucher logisch? Wird der Besucher Armbänder und Handtaschen in der Kategorie “Mode, Fashion & Accessoires” oder bei “Schmuck und Accessoires” suchen? So stellt man seine Besucher vor eine schwierige Wahl. Überlege dir also gut, welchen Namen du deinen Kategorien gibst. Überlappende Kategorien, wie zum Beispiel “Schmuck” und “Accessoires”, können die Besucher verwirren. Verwirrung kann dazu führen, dass man einen Kunden verliert, deshalb lohnt es sich auf alle Fälle, die Namen deiner Kategorien zu testen. Solche Tests kann man sehr einfach machen, indem man Freunde und Familienangehörige verschiedene Produkte vorlegt, welche sie dann in Kategorien einteilen sollen. Diese Art der Forschung nennt man “Card Sorting”. Ist die Sortierung deiner Tester genauso wie in deinem Online-Shop? Wenn ja, hast du deine Kategorien richtig eingeteilt. eBay hat ab und zu immer noch Schwierigkeiten bestimmte Produkte einzuteilen. Es existieren nämlich wirklich seltsame Artikel, wo man nicht weiß, wohin sie gehören. Auf eBay.com werden diese dann in eine Kategorie namens “Weird Stuff” eingeteilt, denn es gibt genug “weird” Leute, die auf der Suche nach “Weird Stuff” sind.

3. Symbole
Welche Symbole verwendest du bei welcher Kategorie? Dies ist eine wichtige Frage. Leute sind Visuell eingestellt, daher ist die Zuordnung der Bilder bei Kategorien sehr wichtig. Durch die Verwendung der richtigen Symbole weiß ein Besucher, wo er sich auf deiner Webseite befindet. Jedoch ist das Auswählen der Symbole manchmal schwieriger als man denkt. Wie würde deiner Meinung nach das Symbol für die Kategorie “Lifestyle” aussehen? Zum Glück müssen wir nicht alles selber machen, denn es gibt viele spezialisierte Designer, die dir bei dieser Aufgabe helfen können. Wenn man das passende Symbol gefunden hat, fehlt nur noch eine passende, unterstützende Beschreibung.

4. Aufbau der Kategorien
Ein Online-Shop ist kein Telefonbuch und daher sortiert man seine Kategorien nicht alphabetisch, oder? Manche Online-Shops sortieren Ihre Kategorien in einer alphabetische Reihenfolge. Dies ist vielleicht eine gute Idee, wenn man sehr viele Kategorien hat. Wenn man sich aber mehr Gedanken über die Einteilung macht, sollte man schauen woraus das Interesse deiner Besucher besteht. Verkaufst du über deinen Online-Shop zum Beispiel viele Sportartikel? Dann ist es ratsam diese Kategorie in das Zentrum der Aufmerksamkeit zu setzen. Das Zentrum der Aufmerksamkeit befindet sich links oben auf einer Webseite. Die meisten Besucher lesen von Links nach rechts und von oben nach unten. Ihre Aufmerksamkeit bekommt man durch die Größe der Symbole oder eine Farbänderung.

5. Analysieren geht über studieren
Jede Webseite ist anders und spricht eine andere Zielgruppe an. Dadurch kann man leider nicht sagen, dass das “Category Mapping” für Online-Shop A den gleichen Effekt auf Online-Shop B hat. Zum Glück können wir die Aktivitäten und das Verhalten unserer Besucher sehr genau analysieren. Auch kann man durch simple Tests herausfinden welche Reihenfolge, Symbole oder Beschreibung für deine Webseite am besten funktionieren. Das Testen von verschiedenen Elementen auf deiner Webseite wird auch A/B Testing genannt. Bei A/B Testing zeigst du deinen Besuchern verschiedene Versionen deiner Webseite und vergleichst am Schluss die Resultate. Damit weißt du sehr schnell was funktioniert und was nicht. Hyundai hat ihre Konversion zum Beispiel um 62% erhöht, durch die Änderung einiger visuellen Elemente. Möchtest du mehr über A/B Testing erfahren? Auf Visualwebsiteoptimizer findest du verschiedene Case-Studies über A/B Testing.

Erhöhe die Benutzerfreundlichkeit deiner Webseite

Zum Schluss ist wichtig zu erwähnen, dass “Category Mapping” ziemlich zeitintensiv ist, man führt schlussendlich eine kleine Forschung durch, die von Anfang an gut aufgebaut sein muss und viel analytisches Denken fordert. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass “Category Mapping” sich lohnt, denn wir konnten unsere Verkaufsrate steigern und die Absprungrate senken. Durch “Category Mapping” erhöhst du die Benutzerfreundlichkeit deiner Webseite, und deine Besucher haben eine positive Benutzererfahrung. Dies kann zu treuen Kunden führen, die einen höheren Umsatz generieren. Nehme deinen Kunden an die Hand und führe ihn durchdeinen Online- Shop. Mit dieser Gastfreundschaft unterscheidet man sich von seinen Konkurrenten.

Autor: Luc van der Blij [Country Manager German Speaking Territories bei BRIDGE MARKETING]

Redaktion
Die Redaktion von marketing.ch liefert seit 2012 regelmässig spannende Inhalte rund um das Thema Marketing. Wenn kein anderer Autor hinterlegt ist, hat das marketing.ch Team gemeinsam unter diesem Account an den Artikeln gearbeitet. 🙂

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