Start News Neun Jahre Preisverfall bei Online-Werbung – und plötzlich verschwindet Googles Klick-Metrik

Neun Jahre Preisverfall bei Online-Werbung – und plötzlich verschwindet Googles Klick-Metrik

Quelle: AnaLysiSStudiO/shutterstock.com

Google bekämpft die jahrelange Deflation der Kosten pro Klick durch eine noch stärkere Inflation der gesamten Klicks – und gibt neuerdings keinen CPC je Quartal mehr preis. Stößt das Geschäftsmodell an seine Grenzen?

Vor fünf Jahren habe ich schon einmal hier im Blog über dieses außerhalb der Medien- und Online-Marketing-Szene wenig beachteten Faktors geschrieben: Den anhaltenden Preisverfall bei Google-Anzeigen, gemessen an dem Betrag, den Google im Schnitt pro Klick auf eine Web-Anzeige erhält (Cost per Click, CPC).

Seinerzeit befand sich der CPC seit Jahren im Rückwärtsgang – das letzte Plus datiert auf das dritte Quartal 2011. Schon damals wurde das Geschäft für alle Unternehmen, die mit Internet-Anzeigen Geld verdienen wollen, immer schwieriger.

Seitdem hat eine regelrechte Deflation des CPC eingesetzt – und zwar mit wachsendem Tempo: Die folgende Grafik zeigt den CPC von Google; rechts im ersten Quartal 2015 – und ganz links im dritten Quartal 2019:

Quelle: ZDNet

Der Preisverfall bei Online-Werbung hat sich in den vergangenen fünf Jahren also weiter beschleunigt. Kompensieren konnte Google die Deflation bei den einzelnen Klicks durch eine Inflation bei der Gesamtzahl bezahlter Klicks.

Oder anders ausgedrückt: Google verdient bis heute dadurch mehr Geld, indem es die bezahlten Klicks (blau) stärker steigert, als der Preisverfall bei den einzelnen Klicks wieder auffrisst (rot):

Quelle: ZDNet

Ein nachhaltiges Geschäftsmodell sieht anders aus. Denn: Wie lange kann Google die bezahlten Klicks noch ausweiten? Grenzen gibt es unter anderem durch den Wechsel in Richtung Mobile und die dort begrenzten Flächen für Online-Anzeigen.

Und – wie ZDNet zu recht anmerkt: Bei der Vorlage der Zahlen fürs vierte Quartal und das komplette Geschäftsjahr 2019 hat Google erstmals kein Update mehr für seine Klick-Metrik CPC mehr angegeben. Ein mögliches Zeichen dafür, dass dem Markt für Online-Werbung stürmische Zeiten bevorsteht? Gut möglich.

[Quelle: Kroker’s Look @ IT]

Verwandte Artikel:

Medienwandel: Die „New York Times“ verdoppelt Digital-Umsatz in 6 Jahren, ABER

Google & Facebook als Retter des Journalismus – den Bock zum Gärtner machen

Die 1. und die 2. Apokalypse der Medien – und was sie für die Verlage bedeuten

Preisverfall bei Google-Anzeigen: So kaputt ist der Markt für Online-Werbung

Über den Autor

Michael Kroker

 

Redakteur Ressort „Innovation+Digitales“,
WirtschaftsWoche // XING Spitzenwriter 2018 / LinkedIn Top Voice 2017

Redaktion
Die Redaktion von marketing.ch liefert seit 2012 regelmässig spannende Inhalte rund um das Thema Marketing. Wenn kein anderer Autor hinterlegt ist, hat das marketing.ch Team gemeinsam unter diesem Account an den Artikeln gearbeitet. 🙂

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Beliebte Artikel

SEM / SEA / SEO

SEM, SEA, SEO – Unterschiede und Definitionen SEM (Search Engine Marketing: Suchmaschinenmarketing) steht als Oberbegriff für alle Massnahmen rund...

News Crowdfunding #1

Crowdfunding ist eine alternative Finanzierungsform, die stetig an Beliebtheit gewinnt, vor allem bei Startups. Diese können mit Hilfe von Crowdfunding die Auswahlkriterien der Banken...

Affiliate Marketing

Affiliate-Marketing das Topmodel der Werbung Was 1997 durch den Amazon-Gründer aus der Partylaune heraus entstand, gehört heute sozusagen zum...

Social Media Marketing

Was ist Social Media Marketing? Es ist ein täglicher Alltagsbegleiter: Das Smartphone. Soziale Medien wie Instagram, Facebook, Pinterest oder...

Digital / Online Marketing

Digital / Online Marketing der Schlüssel zum Erfolg Die richtige Online-Marketing-Strategie ist die elementarste Frage für eine erfolgreiche Zukunft....