StartKarriereLohn nach der Fachhochschule: Weiterbildung zahlt sich aus
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Lohn nach der Fachhochschule: Weiterbildung zahlt sich aus

Die FH-Lohnstudie untersucht alle zwei Jahre die Löhne der Schweizer Fachhochschul-Absolventinnen und -Absolventen. Die Resultate lassen aufhorchen: Weiterbildung ist nicht nur beliebt, sondern lohnt sich auch finanziell.

Rund 13’000 Absolventinnen und Absolventen einer Fachhochschule nahmen an der Lohnstudie 2021 von FH SCHWEIZ teil. 70 Prozent der Studienteilnehmenden planen eine Weiterbildung. 56 Prozent wollen eine Hochschulweiterbildung machen, das heisst einen CAS, DAS oder MAS/MBA/EMBA. Voraussetzung dafür ist in der Regel ein Hochschuldiplom (Bachelor oder Master) und eine gewisse Berufserfahrung.

Weiterbildung eröffnet neue Perspektiven

Die Studienteilnehmenden mit einer Master-Weiterbildung (MAS) sind öfter (über 80 Prozent) in einer Kaderfunktion tätig als jene mit einem anderen Abschluss, über 25 Prozent sogar in einer oberen Kaderfunktion. Parallel dazu verdienen diejenigen mit einem MAS-Abschluss weitaus am meisten: Ihr Medianlohn beträgt 133’000 Franken pro Jahr. Im Vergleich: Der Medianlohn aller Teilnehmenden beträgt 99’450 Franken pro Jahr. Sehr viele Personen planen eine Weiterbildung in absehbarer Zukunft. Am ehesten ein CAS (35 Prozent), aber auch die weit zeitaufwändigeren MAS, MBA und EMBA sind beliebt (knapp 20 Prozent).

Lebenslanges Lernen für alle wichtig

In der Lohnstudie 2019 wurden weitere Aspekte der Weiterbildung untersucht. Auffällig war, dass ungefähr drei Viertel der Teilnehmenden, die angegeben haben, eine Weiterbildung abgeschlossen zu haben, zwischen 31 und 50 Jahre alt waren. Nur wenige Frischabsolventen interessierten sich bereits für eine Weiterbildung. Hingegen bildeten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus allen Positionen weiter – seien es Sach-/Fachbearbeiter oder Kadermitglieder.

Weiterbildung hat also keinen direkten Zusammenhang mit der Position im Unternehmen. Oder anders gesagt: Alle bilden sich weiter. Das Gehalt der Personen mit Weiterbildung setzt sich entsprechend aus Löhnen verschiedener Positionen zusammen.

Verantwortung für Kompetenzen-Erwerb bei Arbeitnehmenden

Erstmals hat FH SCHWEIZ in Zusammenarbeit mit der Zürcher Gesellschaft für Personalmanagement (ZGP) Fragen zu den am Arbeitsmarkt gefragten Kompetenzen in die Studie integriert. 10’000 Personen haben Auskunft darüber gegeben, welche Kompetenzen sie heute und in Zukunft als relevant befinden und wer aus ihrer Sicht für deren Erwerb zuständig ist.

Die Mehrheit der Studienteilnehmenden denken, dass sie für den Erwerb der meisten Kompetenzen selbst die Verantwortung tragen. Dass «nur» der Arbeitgeber dafür verantwortlich sei, findet im Gesamtdurchschnitt lediglich rund 10 Prozent. Die einzige Ausnahme ist die Führungskompetenz – hier sehen die Teilnehmenden die Unternehmen etwas mehr in der Pflicht als sich selbst. «Ich glaube, dass sich die Erwartung an Führung allgemein in den letzten Jahren sehr stark verändert hat», erklärt Barbara Aeschlimann, Geschäftsführerin der ZGP. «Wir haben Unternehmen, die noch stark hierarchisch geprägt sind, während auch viele neue Modelle ausprobiert werden, zum Beispiel Holokratie oder Soziokratie».

Arbeitnehmer bilden sich auf Eigeninitiative weiter

Die 20- bis 40-Jährigen sehen den Arbeitgeber ausserdem beim Erwerb des Fachwissens in Verantwortung. Für die 20- bis 30-Jährigen ist dies vor allem bei der Anwendung des Fachwissens der Fall. Diese Erkenntnisse werden durch eine Studie zur Weiterbildung der Hochschule Luzern gestützt: Weiterbildungsstudierende geben in den allermeisten Fällen (97 Prozent) an, selbst den Besuch eines CAS, DAS oder MAS initiiert zu haben.

Corona erhöht den Weiterbildungsbedarf in KMU

Gemäss der KMU-Befragung des Schweizerischen Verbandes für Weiterbildung (SVEB) befindet durchaus auch die Arbeitgeberseite die Weiterbildung als wichtig – insbesondere um mit den Folgen der Corona-Pandemie umzugehen. Der Weiterbildungsbedarf ist bei 33 Prozent der KMU in Zeiten von Corona gestiegen. Sie sehen es als notwendig, dass Mitarbeitende neue Kompetenzen erwerben oder bestehendes Wissen erweitern, um den Anforderungen im Unternehmen zu begegnen.

Marketingspezifische Weiterbildungen findet ihr unter Bildung. Auf fhmaster.ch gibt es eine Übersicht über die Hochschul-Weiterbildungen.

Über die FH-Lohnstudie

Die FH-Lohnstudie ist eine Dienstleistung von FH SCHWEIZ und wird alle zwei Jahre neu umgesetzt. Die FH-Lohnstudie beleuchtet die Lohn-, Arbeits- und Weiterbildungssituation von Absolventinnen und Absolventen einer Schweizer Fachhochschule. Dieses Jahr wurden auch Fragen zu den Kompetenzen integriert. Die Studie wird von allen Schweizer Fachhochschulen und verschiedenen Unternehmen unterstützt. Erhoben werden die Daten von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Die Resultate können mit einem kostenpflichtigen Login (Privatpersonen 100 Franken) über fhlohn.ch abgerufen werden.  

Susanne Baldinger
Susanne Baldinger ist Projektleiterin der FH-Lohnstudie. Zudem ist sie beim Dachverband der Fachhochschul-Absolvent:innen FH SCHWEIZ für die Betreuung der Alumni- und weiteren angeschlossenen Organisationen zuständig.