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Kopf des Monats | April 2016 – Peter Petrin

01Peter Petrin
Direktor des Schweizerischen Instituts für Betriebsöknomie (SIB)

Studium und Promotion in Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten St. Gallen und Budapest. Vorstandsmitglied diverser in der Bildung engagierter Verbände und Organisationen, wie z.B. Swiss Marketing (SMC)

 

Herr Dr. Petrin, Ende dieses Jahres blicken Sie auf elf wertvolle Jahre als Direktor des SIB Schweizerisches Institut für Betriebsökonomie zurück. Die Komplettüberholung der Höheren Fachschule für Wirtschaft (HFW) am SIB sowie die Lancierung der Höheren Fachschule für Marketing und Kommunikation (HFMK) sind nur die bekanntesten Ergebnisse Ihrer Arbeit in der Rolle als Leiter des SIB.
Was waren für Sie persönlich die prägnantesten Ereignisse dieser Zeit?

Die Fokussierung auf Angebote der Stufe Höhere Fachschule (HF) hat sich ausgezahlt. Wir sind heute ein sehr glaubwürdiger Anbieter von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien HF. Der Markt hat uns doppelt belohnt. Einerseits damit, dass der Markt der HF gewachsen ist und anderseits damit, dass uns dieser wachsende Markt überdurchschnittlich belohnt hat. Wir sind heute mit grossem Abstand Marktführer bei HFW und HFMK. Man kann sich also spezialisieren und muss dennoch nicht klein bleiben.

 

Sie haben wesentliche Meilensteine auf dem Bildungsmarkt im Bereich der HFW gesetzt und das SIB in seiner Entwicklung gefördert – Sehen Sie für sich selbst das SIB in den Herausforderungen als ausgeschöpft?

Wir sind heute zwar Marktführer bei der HFW, aber damit noch lange nicht am Ende der Herausforderungen. Der Wachstumsmarkt HF lockt viele neue Anbieter an. Unsere Position wird laufend herausgefordert. Wir arbeiten laufend und intensiv an unseren Bildungsangeboten; inhaltlich, methodisch, technologisch und am begleitenden Service. Rund 90% unserer Studierenden geben an, aufgrund einer Weiterempfehlung bei uns zu sein. Diese Quote wollen wir unbedingt beibehalten. So können wir mehr Mittel in die Innovation stecken und etwas weniger in Werbung.

 

Nach 11-jähriger SIB-Zeit treten Sie ab Januar 2017 das Amt des Rektors der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) an – Was lassen Sie bewusst der Vergangenheit an und welche Dinge nehmen Sie in Ihrem Erfahrungsschatz mit an die neue Arbeitsstelle?

Die HWZ ist wie das SIB Spezialistin. Sie bietet mit grossem Erfolg ausschliesslich berufs- bzw. karrierebegleitende Bildungsangebote an. Bei aller Güte, welche die HWZ heute schon hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass hinsichtlich Handlungsorientierung Konzepte des SIB an die HWZ übetragen werden können. Das SIB hat sich auch dadurch hervorgetan, dass es sein Angebot laufend erneuert und damit wertvollen Zusatznutzen geschaffen hat. Auch die HWZ hat diese Eigenart, die ich dort sehr gerne weiter stärken möchte. In Anlehnung an die Ovomaltine-Werbung gilt für mich: „Du kannst es besser, wenn Du es länger und schneller kannst.“ Das ist mein Anspruch.

 

Welches sind Ihre Erfolgsrezepte und Führungsprinzipien im Leiten einer Hochschule, bzw. Höheren Fachschule mit anspruchsvollen Studierenden und Dozierenden?

Echte Wertschätzung geben und Vertrauen schenken. In der Bildung begegnet man intelligenten, gebildeten und engagierten Menschen. Wenn man Gestaltungsfreiräume gewährt, werden diese produktiv und kreativ genutzt. Die meisten Menschen haben einen Antrieb, Dinge zu erschaffen. Das Erschaffene prägt unser Eigen- und Fremdbild. Am SIB sind so hervorragende Angebote mit motivierten administrativen und pädagogischen Mitarbeitenden entstanden, welche den Teilnehmenden einerseits auf spannende Art wertvolle Inhalte vermitteln und anderseits ein optimales Lernumfeld, damit sie ihre Berufs- und Karriereziele erreichen.

 

Lassen sich diese Rezepte und Prinzipien teilweise auch auf das Private anwenden?

Absolut. Wertschätzung und Vertrauen sind die Basis jeder guten Beziehung.

 

Zusätzlich zu Ihrer Haupttätigkeit als Direkor sind Sie Präsident der eidg. Kommission für höhere Fachschulen, Vizepräsident von Swiss Marketing und nicht zu vergessen, Vater eines Sohnes.
Wie gestalten Sie trotz dieser Verantwortungsbereiche eine gesunde Work-Life-Balance ?

Ich arbeite bestimmt viel und habe dennoch eine hervorragende Work-Life-Balance. Denn Work ist für mich Life. Wenn die Arbeit grösstenteils Spass macht und Erfüllung bringt, steht sie dem Leben nicht entgegen, sondern ist schöner und wertvoller Teil des Lebens. Meine Branchenwahl erfolgte nicht zufällig. Bildung stiftet Sinn. Ich arbeite in der Bildung, was wiederum meinem Leben Sinn stiftet.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich für die aufgebrachte Zeit, die Sie sich für unser Interview zum „Kopf des Monats April 2016“ genommen haben und wünschen Ihnen in den Zeiten des Umbruchs viel Erfolg!

Redaktion
Die Redaktion von marketing.ch liefert seit 2012 regelmässig spannende Inhalte rund um das Thema Marketing. Wenn kein anderer Autor hinterlegt ist, hat das marketing.ch Team gemeinsam unter diesem Account an den Artikeln gearbeitet. 🙂

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